Beiträge-Archiv
2023
4. Quartal
2. Quartal
1. Quartal
2022
4. Quartal
3. Quartal
2. Quartal
1. Quartal
2021
4. Quartal
3. Quartal
2. Quartal
1. Quartal
2020
4. Quartal
3. Quartal
2. Quartal
1. Quartal
2019
4. Quartal
3. Quartal
2. Quartal
1. Quartal
2018
4. Quartal
Beiträge-Archiv – 2
2021
4. Quartal
3. Quartal
Westfälischer Kunstverein: Maria D. Rapicavoli
Es gibt Ereignisse, die zu einer mündlich überlieferten Familienerzählung werden, deren Protagonisten schon lange niemand mehr kennt. Geschichten, die über Generationen erzählt werden und sich zu einer Art familiärer Meta-Erinnerung verfestigen. Eine solche Geschichte existiert auch in der Familie der in Sizilien geborenen Künstlerin Maria Domenica Rapicavoli.
LWL-Museum für Kunst und Kultur: August und Elisabeth Macke
August Macke (1887–1914) nannte seine Frau Elisabeth „mein zweites Ich“. Sie stand Modell für über 200 Porträts. Sie inspirierte ihn zu Werken von Spaziergängen und Modegeschäften. Und sie organisierte sein Künstlerdasein. Nachdem August Macke 1914 an der französischen Front gefallen war, arbeitete Elisabeth ihr Leben lang daran, das Werk ihres Mannes im öffentlichen Bewusstsein wach zu halten.
Kunstmuseum Pablo Picasso: Die Galerie der Straße
„Ob Werbung Kunst ist, hängt davon ab, wofür sie wirbt“ lautet eine handschriftliche Notiz von Joseph Beuys. Demnach handelt es sich bei den nun im Picasso-Museum präsentierten Plakaten definitiv um Kunst, denn sie werben für Ausstellungen namhafter Künstler aus Europa und den USA. Ein Blick auf die Geschichte des Werbeplakats zeigt allerdings, dass noch andere Einflussfaktoren über dessen Kunststatus entscheiden, insbesondere die Frage, wer das Plakat gestaltet hat.
Kunsthalle Münster: Sensing Scale
Macht, Raum und Verfügungsgewalt hängen schon seit jeher eng zusammen. In unserem digitalisierten Zeitalter werden diese Determinanten durch Datenströme nicht nur symbolisiert, sondern auch verkörpert. Ein Tatsachenkomplex, der Künstlerinnen und Künstler seit Jahrzehnten zur kritischen Auseinandersetzung reizt. Die Kunsthalle Münster zeigt nun unter dem Titel „Sensing Scale“ sechs Arbeiten, die sich dem räumlichen Phänomen der digitalen Datenströme annehmen.
Kunsthaus Kannen: Wellenlänge
Mit unterschiedlichen Medien wie Malerei, Zeichnung, Skulptur, Fotografie und Film sucht die Gruppenausstellung „Wellenlänge“ im Haus Kannen den kreativen Dialog zwischen Kunst und Psychiatrie. 19 Studierende der Kunstakademie Münster setzen sich mit der Situation der Bewohner auseinander, schaffen mit ihnen gemeinsame Werke, porträtieren sich gegenseitig.
Hachmeister Galerie: Skulpturen von Figuration zu Abstraktion
Zwischen Figuration und Abstraktion, zwischen Leichtigkeit und Volumen bewegen sich die Skulpturen internationaler Künstler, die die Hachmeister Galerie aktuell ausstellt. Bevor die drei Meter hohe Bronzesäule von Günther Förg im hinteren Garten sichtbar wird, erlebt das Publikum in den Räumen eine dreigeteilte Ausstellungsarchitektur.
no cube: Thomas Prautsch – Auf dem Weg
Die Strukturen städtischer Architekturen und Bebauungen sind ein stetig wiederkehrendes Thema in der Malerei von Thomas Prautsch. Seine Motive findet er dabei meist auf Reisen, doch die Pandemie beschränkte seinen Bewegungsradius. So wurde der tägliche Weg ins Atelier zum künstlerischen Forschungsobjekt: Er führt nicht etwa durch die gute Stube der Stadt, sondern vorbei an Randzonen wie Kanal, Hafenbecken oder Gewerbegebieten.
Kunstmuseum Ahlen: Beat Zoderer
Falten und Schichten, Zusammenfügen und Zerlegen, Umstecken und Neuordnen – Beat Zoderer, zeitgenössischer Vertreter der neo-konstruktiven Kunst, verwandelt mit seinen Arbeiten alltägliche Materialien und scheinbar banale Gebrauchsgegenstände wie Klebeetiketten, Gummibänder oder Schaumstoff in künstlerische Ereignisse.
Dortmunder U: Studio 54 – Night Magic
„Das Disco-Ereignis des Jahres“ – nach 15 Monaten Pandemie klingt diese Ankündigung des Dortmunder U ebenso vielversprechend wie surreal. Lange bevor die Diskotheken in NRW wieder öffnen dürfen, holt die Ausstellung „Night Magic“ die Clubkultur ins Museum. Mit Fotos, Originalobjekten, Mode und Musik lässt sie das legendäre „Studio 54“ in New York aufleben.
MKK Dortmund: René Schoemakers
Politische Ideologien und ihre vielfältigen Auswirkungen sind nicht nur Dauerthema gesellschaftlicher Diskussion. Auch Künstlerinnen und Künstler greifen die Pole von rechts und links immer wieder auf. Der Klever Maler René Schoemakers beschäftigt sich besonders eindrücklich mit diesen Themen. Er schafft fotografisch anmutende Werke, die durch ihren Naturalismus beeindrucken.
Marta Herford: Benjamin Katz
Mit eindringlichen Künstlerporträts von Georg Baselitz, Gerhard Richter, Joseph Beuys, Cindy Sherman oder Marisa Merz erlangte der Fotograf Benjamin Katz (*1939) weltweit Berühmtheit. Doch sein privates Archiv von über einer halben Million Negativen offenbart noch viele andere Momente. Anhand von 200 Schwarz-Weiß-Fotografien eröffnet die Ausstellung „Benjamin Katz – Entdeckungen“ im Marta Herford einen neuen Kosmos des außergewöhnlichen Fotografen, dessen untrüglicher Blick immer auch die kleinen Sensationen im scheinbar Nebensächlichen entdeckt.
Haus Opherdicke: Hermann Stenner
Hermann Stenner (1891–1914) gehörte schon zu Lebzeiten zu den herausragenden Talenten des frühen 20. Jahrhunderts. Neben Willi Baumeister, Oskar Schlemmer, Johannes Itten und Ida Kerkovius war er Teil des Schülerzirkels an der Stuttgarter Akademie der Bildenden Künste und wurde Meisterschüler Adolf Hölzels. Der Beginn des Ersten Weltkrieges bedeutete das Ende dieser verheißungsvollen künstlerischen Entwicklung – Hermann Stenner fiel im Dezember 1914 an der Ostfront.
Kunsthalle Lingen: Vier Künstler aus dem Emsland
„Altmann Kunst Monecke Wake“ lautet der Titel einer Gruppenausstellung in der Kunsthalle Lingen, der die Namen von vier Künstlern einer Gene-ration aus dem Emsland nennt. Es handelt sich um Beringer Altmann (1939–2010), Friedrich Kunst (1930–2001), Karl-Heinz (Charly) Monecke (1930–2013) und Richard Wake (1936–2016).
Museumsquartier Osnabrück: Rudolf Englert zum 100. Geburtstag
Wem der Name Rudolf Englert ein Begriff ist, der verbindet mit ihm vor allem eines: die Schlaufe. Sie bildet im Spätwerk die Essenz und den Hauptgegenstand des in Duisburg geborenen Künstlers. Was dabei oft übersehen wird, ist, dass Englert keineswegs isoliert für sich schuf, sondern zeitlebens Kontakt zur Künstlerbewegung ZERO pflegte.
Kloster Bentlage: Regine Wolff
In naturalistischer Anmutung setzt die Malerin Regine Wolff vor allem Menschen und Tiere in surreale und abstrakte Bildräume. Ihre Motive entwickeln sich im Malprozess, oft ist die Künstlerin selbst überrascht, wohin sie die Arbeit an einem Bild führt. Den Titel „Transition“ (von lateinisch transire „hinübergehen“) ihrer Ausstellung im Kloster Bentlage wählte sie, weil sie in ihren Bildern Übergänge und Verwandlungen thematisiert. Insbesondere beschäftigt sie sich mit der Trennung von Mensch und Natur und dem menschlichen Beharren auf diesem künstlichen Konstrukt.
Museum Abtei Liesborn: Justine Otto
Ein Musiker – mal ein Violinist, Gitarrist oder Flötist – sein Instrument spielend, umgeben von einer collageartig gemalten, sich ins Gegenstandlose auflösenden Landschaft – in den Malereien von Justine Otto sind Musizierende ein häufiges Motiv. Weitere Charakteristika sind die Verwendung von Pastelltönen sowie die Überlagerung von Gegenständlichem und Abstraktem.
Skulpturenpark Waldfrieden: Heinz Mack
In diesem Jahr feiert Heinz Mack, Mitbegründer der Gruppe ZERO, seinen 90. Geburtstag. Der Skulpturenpark Waldfrieden ehrt den bekannten Maler und Bildhauer aus diesem Anlass mit einer Ausstellung seiner plastischen Werke. In den drei Ausstellungshallen und im offenen Gelände werden 50 Skulpturen Macks präsentiert, darunter zahlreiche noch nicht öffentlich gezeigte Arbeiten.
2. Quartal
Westfälischer Kunstverein: Maria D. Rapicavoli
Eigentlich sollte die in New York lebende sizilianische Künstlerin Maria D. Rapicavoli (*1976 in Catania) im Frühjahr 2020 ihre Einzelausstellung im Westfälischen Kunstverein eröffnen – doch coronabedingt war die Anreise aus den USA nicht möglich. Nun, genau ein Jahr später, wird sie ab Mai den Ausstellungsraum mit ihrem neuen Videofilm und einer zugehörigen skulpturalen Installation bespielen.
Kunstmuseum Pablo Picasso: Where Ideas are Born
Unabhängig zu sein und Werke selbstständig zu vermarkten: Das war die Motivation, mit der Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, David „Chim“ Seymor und George Rodger 1947 in New York die Fotoagentur Magnum gründeten. In der aktuellen Ausstellung gewährt das Kunstmuseum Pablo Picasso nun erstmals in Deutschland Einblick in die Fotoarbeiten von über zwanzig dieser „Magnum-Fotografen“.
Stadtmuseum Münster: Berthold Socha
Der 1940 geborene Berthold Socha begann seine Karriere als Amateurfotograf schon im Alter von zehn Jahren, als er nahe Oldenburg aufwuchs und die dortige Natur mit seiner ersten Kamera, einer Daci-Box, festhielt. Später nahm Socha mit seiner Leica, der er ebenso wie dem analogen Schwarz-Weiß-Film bis heute treu geblieben ist, eine Vielzahl von Motiven in den Blick.
Kunsthalle Münster: Sensing Scale
Unsere Welt wird beherrscht von kaum zu überblickenden Netzwerken, Daten- und Logistikströmen. Technologische Megastrukturen beeinflussen unser Leben, Denken und Handeln, unsere Wahrnehmung und visuelle Kultur. Wie kann es Kunst gelingen, diese höchst komplizierten, verzweigten Prozesse darzustellen und zu befragen? Dieser Frage geht die Gruppenausstellung „Sensing Scale“ in der Kunsthalle Münster nach.
Hachmeister Galerie: Gruppenschau Malerei
In der Hachmeister Galerie erlebt man derzeit einen Querschnitt durch Malerei internationaler Künstler. Präsentiert werden so vielschichtige wie unterschiedliche Werke von Hans Breder, Chao-Kang Chung, Friedhelm Falke, Peter Hopkins, Olav Christopher Jenssen, Markus Lüpertz, Knud Nielsen, Peter Telljohann, Mark Tobey und Christoph Worringer.
Ausstellungshalle Hawerkamp: Diptychen von Udo Scheel
In diesem Jahr vollendet der Maler, ehemalige Professor und Rektor der Kunstakademie Münster Udo Scheel sein 80. Lebensjahr. Die Ausstellungshalle Hawerkamp zeigt aus diesem Anlass eine Auswahl seiner neuen großformatigen Diptychen. 1989 bezog Udo Scheel eine Werkhalle am Hawerkamp als Atelier und entwickelte hier seine bis zu sechs Meter breiten Bildformate.
LWL-Landeshaus: Jüdisches Leben in Deutschland
Im Jahr 2021 leben Jüdinnen und Juden seit 1700 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands: Ein Dekret Kaiser Konstantins von 321 gilt als ältester Beleg jüdischen Lebens im deutschsprachigen Raum. Eine wechselvolle Zeit, die von Ausgrenzung und Verfolgung erzählt, aber auch von Toleranz und Miteinander.
Kunstmuseum Ahlen: Christian Rohlfs
Der Maler Christian Rohlfs, der von 1849–1938 vorwiegend in Hagen lebte, ging in seiner langen und produktiven Schaffenszeit einen eigenwilligen künstlerischen Weg zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion. Er verstand sich dabei als experimentierfreudiger Praktiker. Typisch für Rohlfs Kunst sind eine sinnliche Farbmalerei sowie wechselnde Formen von Verdichtung und Auflösung, von Konzentration und Dynamisierung.
Stadtmuseum Beckum: Dorissa Lem
Klänge sind dem Werk der Kölner Künstlerin Dorissa Lem eingeschrieben; sie arbeitet häufig zu Musik, zu musikalischen Themen und gelegentlich auch im Austausch mit Musiker*innen. Gleichzeitig spricht der Ausstellungstitel „Polyphonie“ auch von einer aufeinander abgestimmten Vielfalt ihrer Arbeitsbereiche: Holzskulptur spielt im Raum mit Malerei oder Zeichnung und Frottage.
Kolvenburg Billerbeck: Heimat jetzt?!
„Wir bleiben zuhause“ ist vielen ein in Zeiten von Corona vertrauter Satz. Doch was heißt das eigentlich, ein Zuhause zu haben und Heimatgefühle zu entwickeln? Wie stehen und standen die Menschen im Münsterland zu ihrer Heimat – heute, vor 20, 50 oder gar 200 Jahren? Die Ausstellung „Heimat – Jetzt?!“ in der Kolvenburg wirft einen Blick auf das sich ändernde Heimatgefühl in unserer Region.
TextilWerk Bocholt: use-less. Slow Fashion
Egal ob Nylonstrümpfe, T-Shirts oder Jeans – die Produktion von Kleidung hat komplexe Folgen für Mensch und Umwelt. In der interaktiven Ausstellung „use-less. Slow Fashion“ im TextilWerk Bocholt stellen angehende ModedesignerInnen der Hochschule Hannover vor, wie Mode langlebig, ressourcensparend und schön gestaltet werden kann.
FARB Borken: Grafische Meisterblätter
Große Namen der Moderne sind aktuell in Borken zu Gast. Ein Schatz von 66 grafischen Meisterblättern aus der Sammlung des LWL-Museums für Kunst und Kultur kommt ins FARB. Die aus Münster angereisten Arbeiten auf Papier überraschen nicht nur mit großen Namen, sondern auch durch ihre stilistische und thematische Bandbreite.
Quadrat Bottrop: Common Ground
Das Quadrat Bottrop präsentiert gleich zwei Künstler auf einmal. Die Ausstellung ist mit Common Groud, gemeinsame Basis, überschrieben. Sie lenkt den Blick auf das, was die beiden verbindet – und beleuchtet notwendigerweise auch, was sie unterscheidet. Geht es bei den Werken des deutschen Bildhauers Anton Himstedt vor allem um die Wirkung im Raum, spielt bei dem Amerikaner Joseph Egan die Farbe eine wichtige Rolle.
Dortmunder U: Valie Export
Ein runder Brotlaib vor dem Bauch, ein Messer in der Hand – was passiert hier gerade? „Die Irritation des Blicks“ ist ein Grundprinzip der Arbeiten Valie Exports und Titel ihrer Ausstellung im Schaufenster des Museums Ostwall im Dortmunder U. Bis heute haben die Arbeiten der Medien-, Performance- und Filmkunst-Pionierin nichts an ihrer Brisanz verloren.
Haus Opherdicke: Herbert Rolf Schlegel
Selbstbewusste Frauen und androgyne Figuren sind nur zwei Themen von Herbert Rolf Schlegel, einem weitgehend unbekannten Künstler der deutschen Avantgarde, die überraschend gut in die heutige Zeit passen. Nicht nur in Sachen Gender lohnt sich ein Blick auf das Werk des Malers, der von 1889–1972 lebte.
Kunsthaus Kloster Gravenhorst: Christina Kubisch
Das DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst öffnet am 12. März seine Türen mit der Ausstellung „WEAVING“. Im Rahmen des münsterlandweiten Klangkunstfestivals SOUNDSEEING sind gleich mehrere Klanginstallationen der international renommierten Künstlerin Christina Kubisch zu sehen und zu hören.
Klangkunst-Festival Soundseeing
Im Münsterland heißt es ab sofort „Ohren und (hoffentlich) Museen auf“ für außergewöhnliche Klänge. Bereits seit 12 Jahren ermöglicht das spartenübergreifende Soundseeing-Festival ein tiefes sinnliches Erleben von Klängen im Raum. Den Rahmen bilden drei Einzelausstellungen der KlangkünstlerInnen Christina Kubisch, Frauke Eckhardt und Christof Schläger an drei Standorten.
Burg Vischering: Freiherr vom Stein und die Westfalen
Mit der Ausstellung „Zeitenwende – Freiherr vom Stein und die Westfalen“ eröffnet die Burg Vischering ihr Festjahr zum 750-jährigen Jubiläum. Mit hochkarätigen Leihgaben und noch nie gezeigten Werken aus der eigenen Sammlung beleuchtet die Schau, welch großen Einfluss Freiherr vom Stein (1757–1831) als Reformator unter preußischer Krone auf die Menschen in Westfalen ausübte.
Städtische Galerie Paderborn: Karel Dierickx
Karel Dierickx (1940–2014) zählt zu den bekanntesten Vertretern belgischer Gegenwartskunst. Er lehrte an der Akademie der Künste in Gent und vertrat Belgien 1984 auf der Biennale in Venedig. Wer seine Kunst betrachtet, sieht Landschaften, Porträts, Stillleben und Plastiken, die weder figurativ noch im eigentlichen Sinne abstrakt sind. Es sind Werke, die sich erst bei näherem Betrachten öffnen.
Kloster Bentlage: Herrmann Willers
Bekannt geworden ist Hermann Willers vor allem durch seine einfühlsamen Stadtporträts von Rheine, Tecklenburg, Münster und Berlin. Außerdem durch den Bildband „florales“ – eine Hymne an die Vergänglichkeit der Natur. Mit sicher fokussiertem Blick konzentriert sich der 1966 in Rheine geborene Fotograf in dieser Serie auf das Detail: Indem er das Kleine groß und das Große klein zeigt, stiftet er den Betrachter zum genauen Hinsehen an.
Westpreussisches Landesmuseum: Rolf Löhrmann
„Ich möchte die Reißzwecke auf dem Sessel der Bequemlichkeit sein“, sagt Rolf Löhrmann über seine Arbeit. Löhrmann, der an der Berliner Hochschule der Künste studierte, lebt und arbeitet als freischaffender Maler und Grafiker in Rheine. Unter dem Titel „Augenblicke“ zeigt er aktuell im Westpreußischen Landesmuseum Werke, die sich mit den uns täglich erreichenden Medienbildern von Krieg, Flucht und Verfolgung auseinandersetzen.
Skulpturenpark Waldfrieden: Joseph Beuys
Joseph Beuys hat mit der 1968 formulierten Devise „Jeder Mensch ist ein Künstler“ die Grenzen der Kunst neu definiert. Für ihn war jedes Kunstwerk ein Medium der Erkenntnis und ein Experimentierfeld für seine weitreichenden Ideen, die er oft im Zuge von öffentlichen Gesprächen und Aktionen entwickelte.
1. Quartal
Galerie der Gegenwart: Kate Andrews
Für die 16. Ausgabe der Projektreihe RADAR installiert die Künstlerin Kate Andrews großformatige und kleinformatige Zeichnungen sowie ein Netz aus Seilen. Ihr Ausstellungstitel „Unfeigned Hoax, Veritable Nonsense“ beschreibt einen Zustand, dem wir vor allem in den Medien täglich begegnen. Er kann als eine zweischneidige und bisweilen verfängliche Formulierung übersetzt werden.
Westfälischer Kunstverein: Camilla Steinum
Die Ausstellung im Westfälischen Kunstverein zeigt sich als Parcours violetter Gitterstäbe und skulpturaler Objekte. Es gibt einen Weg hindurch, einen außen herum und immer wieder Durchgänge. Die Frage ist nun: Hat die Künstlerin Camilla Steinum dort ein zeitgenössisches Labyrinth geschaffen oder einen Laufstall? Beide Assoziationen liegen nahe und führen zugleich zum zentralen künstlerischen…
LWL-Museum für Kunst und Kultur: Ersatztermine der FilmGalerie
Hartnäckig und optimistisch hält die FilmGalerie die cineastische Fahne hoch: Die vier ausstehenden Filme der pandemiebedingt abgesagten Herbststaffel werden samt Einführungsreferaten unverdrossen nachgeholt. Das Oberthema dieser Reihe – die bange Frage nach den Folgen der Pandemie, nach dem Zustand unserer Gesellschaft nach der Krise – hat auch drei Monate später nichts an Aktualität verloren.
Kunsthalle Münster: 37. Förderpreisausstellung
Anfang 2021 wird die Kunsthalle Münster zur Bühne für die 37. Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster. Anstatt sich an thematischen Vorgaben zu orientieren, ergibt sich das Ausstellungskonzept aus den individuellen künstlerischen Positionen von 13 Studierenden, die die Möglichkeit erhalten, ihre Arbeiten einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren.
Kunsthaus Kannen: In der Meeresweite meiner Seele
Das Kunsthaus Kannen präsentiert in einer Gruppenausstellung Werke von Marc Czyzewski, Jürgen Essing, Werner Otto Lexa, Hans Oberle, Sven Redlich, Mark Stevens, Nicole Szlachetka und Lisa Urban. Unter dem Titel „In der Meeresweite meiner Seele…“ werden Objekte, Zeichnungen und Malerei gezeigt, die innere Bilder, Begegnungen und Empfindungen sichtbar machen.
Haus der Niederlande: KunstOrt Münsterland 2021
Das Münsterland bietet mit seiner Parklandschaft und seinen bodenständigen Bewohnern ein hohes Maß an Vielfalt. Über aktuelle Themen wie den Klimawandel, die Digitalisierung und den kulturellen Wandel wird hier ein offener Diskurs geführt, an dem sich nun auch Künstlerinnen und Künstler beteiligen sollen.
Kulturzentrum Kap.8: Thomas Kuhlenbeck
Das Kap.8 präsentiert mit Thomas Kuhlenbeck einen freischaffenden Illustrator, der sich in der Ausstellungsreihe „Potenziale“ von seiner künstlerischen Seite zeigt. Unter dem Titel „Treibgut“ präsentiert er komplex und rätselhaft wirkende Bilder, in denen Frauenfiguren eine tragende Rolle spielen. Seine jüngsten Werke sind vom Diskurs zum Klimawandel inspiriert und zeigen eine postapokalyptische Welt, in der die Menschen zu Spielbällen der alles verwüstenden Elemente werden.
SO-66: Objekte im Winterlicht
Mit einem Lichtkunst-Konzept bespielen die SO-66 Künstlerinnen ihren gesamten Galerieraum, der während der Wintermonate geschlossen bleibt. Durch das Schaufenster aber lässt sich in der dunklen Zeit ein leuchtendes künstlerisches Spiel von verschiedensten Licht-Objekten und Projektionen verfolgen.
dst.galerie: uatsh-tide-uatsh
30 Tage, 1100 km Wasser, ungezählte Paddelschläge – ab 9. Januar 2021 gegen kurz nach 9 Uhr präsentieren die Künstlerinnen Katharina Kneip und Masako Kato sowie die Komponistin Duoni Liu ihr Kooperationsprojekt uatsh-tide-uatsh im Schaufenster der dst.galerie. Innerhalb von 30 Tagen paddelten Katharina Kneip und Masako Kato im Frühjahr 2020 in einem Kajak von Münster nach Kopenhagen und filmten – bis auf die Schlafenszeiten durchgehend – jeweils mit einer Actionkamera, jede aus ihrer Perspektive.
Dortmunder U: Rainer Fetting
Der New Yorker Tänzer Desmond Cadogan ist seit vielen Jahren das wichtigste Modell des Deutschen Künstlers Rainer Fetting (*1949). Überlebensgroße Bilder, die mitunter mehrere Leinwände einnehmen, hat er von ihm geschaffen und mit der Büste „Man in Bathtub (Desmond)“ 1986 auch angefangen, plastisch zu arbeiten. Zum 70. Geburtstag zeigt das Dortmunder U eine Retrospektive mit über 130 Werken Fettings aus fünf Jahrzehnten – darunter viele Desmond-Porträts.
Kunsthaus Kloster Gravenhorst: Winterlicht 2020
Das „Winterlicht“ ist Konzept und liebgewonnene Tradition gleichermaßen: Seit 2008 sind im Innen- und Außenraum des DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst Licht- und Videoinstallationen von international renommierten Lichtkünstlerinnen und -künstlern zu erleben. Das Zusammenspiel von Licht und Schatten, hell und dunkel sowie alt und neu offenbart ganz eigene Stimmungen, neue Bilder und mehrdimensionale Werke.
Kunstverein Lippstadt: Jörg Kratz und Javkhlan Ariunbold
Unter dem Titel „Im schwarzen Tor des Waldes“ zeigen Jörg Kratz und Javkhlan Ariunbold im Kunstverein Lippstadt Bilder von imaginären Landschaften, Wäldern und Innenräumen. Die Ausstellung lenkt den Blick auf jüngst entstandene Werkgruppen der beiden Künstler, in denen Naturräume zu offenen, nicht lokalisierbaren Orten werden, die nur in der Vorstellung bewohnbar erscheinen. Javkhlan Ariunbold wurde 1990 in Ulaanbaatar (Mongolei) geboren.
Kunsthalle Recklinghausen: Emergence – plus drei
Der GWK-Förderpreis Kunst geht in diesem Jahr an die Bildhauerin und Zeichnerin Justyna Janetzek aus Münster. Im polnischen Klosterbrück geboren, machte sie 2016 ihr Diplom an der Kunstakademie Münster und war Meisterschülerin bei den Professoren Maik und Dirk Löbbert. Provozierend, aber immer sensibel, greift die 34-Jährige mit ortsspezifischen Skulpturen aus lackiertem Stahlrohr und farbigen Flächen, die wie Zeichnungen im Raum anmuten, in Außen- und Innenräume ein und verwandelt sie irritierend.
Westpreußisches Landesmuseum: Künstler im Exil
Nicht nur Anhänger jüdischen Glaubens, sondern alle politisch Andersdenkenden wurden zwischen 1933 und 1945 von den Nationalsozialisten verfolgt. Unter ihnen befanden sich zahlreiche Künstler, die in der Zeit der Weimarer Republik zur künstlerischen Avantgarde zählten. Das Westpreußische Landesmuseum präsentiert in seiner neuen Ausstellung Werke von Malerinnen und Malern, die aus den damals deutschen Gebieten Pommern, Posen, Schlesien, West- und Ostpreußen stammten.
2020
4. Quartal
LWL-Museum für Kunst und Kultur: Passion Leidenschaft
Starke Gefühle wie Liebe oder Hass, Neid oder Wut, Begehren oder Eifersucht existieren, seitdem es Menschen gibt. Ein künstlerisches Thema sind sie im westlichen Kulturkreis seit der Antike. Von dort aus schlägt die Ausstellung im LWL-Museum für Kunst und Kultur einen großen Bogen durch die abendländische Kunstgeschichte bis ins Jetzt. In jedem der sechs Themenräume fokussiert sie…
LWL-Museum für Kunst und Kultur: Eine Frage der Herkunft
Szenarien zum Eigentums- oder Besitzwechsel von Kunstwerken gibt es viele: Vererbung, Scheidung, Sterbefälle, Tauschgeschäfte, Geldnot, Beschlagnahmung, Raub. Um die Biografie eines Kunstwerks und seine rechtmäßigen Eigentümer zu kennen, gehört in Deutschland notwendigerweise die Forschung zu dessen Verbleib zwischen 1933 und 1945. Wurde es den Besitzern möglicherweise unrechtmäßig durch das NS-Regime entzogen? In wessen Hände gelangte es nach dem Krieg?
Kunsthalle Münster: Daniel Steegmann Mangrané
Mit „Dog Eye“ zeigt die Kunsthalle Münster die erste Einzelausstellung des in Brasilien lebenden Künstlers in einer deutschen Institution. Seine Werke – darunter Installationen, Filme, Soundarbeiten, Fotografien, Zeichnungen, Hologramme und Skulpturen – zeichnen sich durch einen poetischen Ansatz aus.
Stadtmuseum Münster: Gunda Scheel
Manche Werke der in Düsseldorf geborenen und mittlerweile in Münster beheimateten Gunda Scheel wirken wie fotorealistische Stillleben, dabei handelt es sich nicht um exakte Zeichnungen, sondern um Schwarzweißfotografien. Sicherlich ist es kein Zufall, dass Scheel als studierte Grafikerin, die am Ende ihrer kunstakademischen Ausbildung die Fotografie für sich entdeckte, mit den historisch verwandten Kunsttraditionen spielt.
FB69: See her play
Kolja Steinrötter ist Galerist und seit 2011 auch Trainer einer Fußballmannschaft: den Frauen des SV Blau-Weiß Aasee. Kunst und Frauenfußball, von Beginn an stellte er Gemeinsamkeiten fest: Beide Bereiche werden von Männern und Geld dominiert, während Frauen allenfalls für Imagekampagnen taugen.
Hachmeister Galerie: Peter Telljohann
Unter Kunstkennern gilt der 1955 in Ibbenbüren geborene und seit langem in Köln lebende Peter Telljohann als deutscher Künstler mit dem größten Repertoire an Formensprache, Strukturfindung und Materialauswahl. Schier unerschöpflich scheint die Vielfalt gattungsübergreifender Kompositionen, die sein umfangreiches Werk auszeichnet.
Galerie Laing: Jörg Kratz und Javkhlan Ariunbold
Jörg Kratz und Javkhlan Ariunbold zeigen bis Ende Februar 2021 in der Galerie Laing die Wandmalerei „Asterions Haus“. Mit dieser ortsbezogenen Arbeit greift das Künstlerduo das Labyrinth in der Kathedrale von Chartres auf und nimmt mit dem Titel Bezug auf eine Kurzgeschichte des argentinischen Dichters Jorge Luis Borges, dessen Labyrinth weder Türen noch Schlösser kennt – und doch ist Asterion ein Gefangener darin.
no cube: Hyun-Gyoung Kim und Annette Kuhl
Die in Berlin lebende Künstlerin Annette Kuhl (geb. 1960) und die in Münster lebende Künstlerin Hyun Gyoung Kim (geb. 1970) präsentieren im no cube eine gemeinsame Ausstellung. Beide haben zusammen in der Kunstakademie Münster bei Prof. Reiner Ruthenbeck (als Meisterschülerinnen) und bei Prof. Katharina Fritsch studiert.
Auktionshaus zeitGenossen: Jubiläumsauktion #30
Seit dem Jahr 2012 ist das Auktionshaus zeitGenossen in Münsters Kreuzviertel ansässig und feiert am 21. November seine 30. Auktion. Vom barocken Kruzifix, über das Heinrich-Neuy-Aquarell zum modernen Designobjekt findet sich bei dieser Auktion alles, was das Sammlerherz höher schlagen lässt. Wer sich den Auktionskatalog im Ladenlokal in der Melchersstraße besorgt, wird auf ein bekanntes Gesicht treffen.
Bad Rothenfelde: lichtsicht 7 Projektions-Triennale
Die riesigen Gradierwerke von Bad Rothenfelde werden in diesem Herbst und Winter schon zum siebten Mal zur Projektionsfläche für Lichtkunst. Auf einem etwa einen Kilometer langen Kunstparcours rund um die bis zu 14 Meter hohen Holzgestelle, von denen gesunde Sole über Schwarzdornzweige tröpfelt, entsteht nach Einbruch der Dunkelheit Lichtkunst auf insgesamt 10.000 Quadratmetern.
FARB Borken: Imi Knoebel
Nach einem aufwendigen Umbau hat das Forum Altes Rathaus Borken – kurz FARB – eine spektakuläre Ausstellung mit einem der bedeutendsten Vertreter der abstrakten Kunst zu bieten. Imi Knoebel, der in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag feiert, gewährt einen Einblick in drei Werkgruppen aus drei Jahrzehnten seiner beeindruckenden Karriere, darunter nie gesehene Zeichnungen, das großformatige Aluminiumbild „Eva quer durch Sylt“ und brandneue Arbeiten aus seiner „Anima Mundi“-Serie.
Gustav-Lübcke-Museum: Otmar Alt
Zu seinem 80. Geburtstag würdigt das Gustav-Lübcke-Museum den international angesehenen Künstler Otmar Alt mit einer großen Jubiläumsausstellung. Sein Werk steht für eine energiegeladene Kunst, die Menschen ermutigt, beflügelt und optimistisch stimmt. Die Schau spannt einen Bogen von frühen informellen Arbeiten über leuchtende, puzzleartige Kompositionen und fantastische Kosmos-Bilder zu expressiven Darstellungen und plakativen Kompositionen bis hin zu seinen jüngsten Serienbildern.
Marta Herford: Brigitte Waldach
In Brigitte Waldachs Zeichnungen überlagern sich Musik, Literatur und Bilder. Buchstaben verdichten sich zu Körpern. Geschichte und Geschichten tauchen auf und verschwinden wieder. Dinge, die zuvor nicht zusammengehörten, verbinden sich auf dem Papier. So verknüpft ihr Zeichnungs-Zyklus zu den Goldberg-Variationen Bachs strenges Kompositionsprinzip mit Ausschnitten aus Thomas Bernhards Roman „Der Untergeher“, historischen Stadtansichten, der Schöpfungsgeschichte, Sternbildern und der Relativitätstheorie.
Museumsquartier Osnabrück: 300 Jahre Justus Möser
Die Stadt Osnabrück feiert 300 Jahre Justus Möser (1720–1794). Anlässlich des Geburtstags ihres berühmten und vielseitig begabten Denkers zeigt das Museumsquartier die Sonderausstellung „Möser“. Mit einer Graphic Novel von Peter Eickmeyer und Gaby von Borstel im Zentrum des Ausstellungsprojekts wird das Leben und Wirken Mösers mittels eines zeitgenössischen Mediums in die Gegenwart geholt.
Falkenhofmuseum: Bürgersinn und Seelenheil
Aus Anlass des 500-jährigen Kirchenjubiläums von Rheines Stadt- und Marktkirche St. Dionysius lädt das Falkenhof Museum zum Besuch der Ausstellung „Bürgersinn und Seelenheil“ ein. In einer außergewöhnlichen Inszenierung präsentiert die Schau den Kirchenschatz mit vielen Exponaten aus der Erbauungszeit der Kirche: Gewändern mit Bildstickereien, liturgische Geräte, Skulpturen und Dokumente.
3. Quartal
Galerie Frye und Sohn: Thomas Weczerek
Der Maler und Bildhauer Thomas Weczerek arbeitet im Sommer in Italien. Seine Stillleben und Landschaften verströmen den betörenden Duft eines mediterranen Sommertags. Die Dinge scheinen ihre feste Kontur zu verlieren. Sie sind nicht grafisch hart umrissen von der schattenlosen Helligkeit des hochsommerlichen Mittags, sondern in das indirektere Licht des Spätnachmittags getaucht.
Galerie Laing: Jiny Lan und Dieter Nuhr
In einem alten Hochbunker aus dem Zweiten Weltkrieg in Düsseldorf arbeiten die chinesische Künstlerin Jiny Lan und der Satiriker, Autor und bildende Künstler Dieter Nuhr Tür an Tür. Mit einer Ausstellung in der Galerie Laing setzen die beiden in diesem Sommer die Ateliergemeinschaft auf neuer Ebene fort.
Galerie Clasing + Etage: Catinka Anczykowski
Das künstlerische Schaffen Catinka Anczykowskis (*1940) ist geprägt vom familiären Kunstleben in Münster. Ihr Vater Heinrich Clasing (1911–1989) war gelernter Buchbinder und studierte in den 1930er Jahren am Bauhaus in Dessau und Berlin. Sie selbst besuchte von 1959–1961 die Werkkunstschule Münster.
dst.galerie: Ich schreib dir von zuhause
50 Künstlerinnen und Künstler, 50 Postkarten, eine Bitte: ein Bild zu finden für die aktuell im Raum stehenden Fragen, für eine Hoffnung, einen Wunsch, eine Sehnsucht. Alles ganz frei! Der Blogger Kai Eric Schwichtenberg hat Künstler aus seinem Bekanntenkreis gebeten, das beschränkende Maß einer Postkarte kreativ zu nutzen, um ihren Gefühlen und Gedanken in der Corona-Zeit Ausdruck zu verleihen.
Kunsthaus Kannen: Wo bin ich?
Wo bin ich? – Um sich als Mensch zu orientieren, bedarf es eines festen Punktes. Orte erweisen sich als vertraut oder fremd, sie zeigen nach außen oder öffnen sich nach innen. Die neue Ausstellung im Kunsthaus Kannen präsentiert eine bunte Reihe von Illustrationen, Gemälden, Grafiken und Multimedia aus dem Kunsthaus und zwei kalifornischen Studios, Creative Growth und Creativity Explored, die sich mit der Titelfrage „Wo bin ich?“ beschäftigen.
Münster-Kinderhaus: Kunst am Rand 2020
Kunstgenuss unter freiem Himmel, ohne Corona-Sorge – das gelingt in diesem Sommer besonders gut in Münster-Kinderhaus. Insgesamt 40 Künstlerinnen und Künstler präsentieren sich hier in der dritten Auflage von „Kunst am Rand“ an fünf Orten im halböffentlichen Raum: dem landwirtschaftlichen Integrationsbetrieb Gut Kinderhaus, den Anlagen des Sportclubs Westfalia Kinderhaus, der Waldschule, dem alten Pfarrhaus St. Josef und dem Außenbereich am Lepra- und Heimatmuseum.
WestLotto: Kultur in NRW unterstützen
Die Kulturszene in Nordrhein-Westfalen ist akut bedroht: Das Coronavirus hat Konzerte, Aufführungen und Museumsbesuche unmöglich gemacht. Auch wenn der Betrieb nun eingeschränkt wiederaufgenommen wird, stehen vor allem selbstständige Künstlerinnen und Künstler vor großen Problemen. Denn ihnen brechen bereits heute bis in die nächsten Jahre hinein die nötigen Aufträge weg.
Kunstmuseum Pablo Picasso: Simply the Best
Für Pablo Picasso galt die Devise „Der ganze Reiz der Kunst liegt im Beginnen“. In diesem Sinn steht das Kunstmuseum Pablo Picasso wohl auch zu seinem 20-jährigen Bestehen noch am Beginn seiner Sammlungsgeschichte. In seiner Jubiläumsausstellung richtet es den Blick auf die Neuerwerbungen dieser Jahre.
Galerie Ostendorff: Made in Berlin
Farben, die auf Leinwänden zu explodieren scheinen, poetische oder architektonische Landschaften und Räume entstehen lassen – Die Galerie Ostendorff präsentiert zeitgenössische Malerei, die in der Hauptstadt Berlin entstanden ist. Alle drei Künstler arbeiten mit der Kraft der Farbe. Ihre Methoden und Zielsetzungen sind jedoch sehr unterschiedlich.
Städtische Museen und Galerien Paderborn: Get Dressed!
Das Kleid steht im Fokus eines großen Ausstellungsprojekts in Paderborn. Neben den Aspekten Kunst und Mode wird vor allem die Rolle des Kleides in Gesellschaft, Geschichte und Natur beleuchtet. Werke so bekannter Künstler wie Joseph Beuys, Pablo Picasso oder Dieter Roth beschäftigen sich in der Städtischen Galerie in der Reit-halle mit dem vergänglichen, bewegten, absurden und sozialen Kleid.
Stadtmuseum Beckum: Manuel Schroeder
Mit den künstlerischen Mitteln von Fotografie, Klanginstallation, Video- und Lichtkunst erforscht der Bildende Künstler Manuel Schroeder aus Berlin seit vielen Jahren das Material Beton an den Orten seiner Ursprünge in Deutschland und Osteuropa. Sein Kunstprojekt widmet sich dem historischen und zukünftigen Umgang mit diesem speziellen Material und dessen vielfältigen Formen und Erscheinungen im öffentlichen Raum, zu denen auch der allmähliche Verfall gehört.
Museumsquartier Osnabrück: Nussbaum anders sehen
Einen überraschenden Blick auf das Werk des Malers Felix Nussbaum zeigt das Felix-Nussbaum-Haus im Museumsquartier Osnabrück. Die Ausstellung „Nussbaum anders sehen“ bietet Besuchern unerwartete Entdeckungen, selten ausgestellte Werke und einen vertieften Einblick in die Motiv- und Themenkreise des Malers.
Skulpturenpark Waldfrieden: Sean Scully
Der Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal zeigt eine Ausstellung des irischen Künstlers Sean Scully (*1945), der vielen Besuchern des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster für seine unlängst gezeigte Schau abstrakter Gemälde mit horizontalen und vertikalen Streifen in Erinnerung ist. Dieses malerische Motiv setzt Scully in Wuppertal in monumentalen Skulpturen räumlich um: Türme und „Stacks“ aus alten Eisenbahnschwellen, Corten- oder Edelstahl, Muranoglas oder Bronze ragen an verschiedenen Stellen im Innen- und Außenbereich aus dem Boden.
Westpreußisches Landesmuseum: 1920 – Eine Provinz verschwindet
Mit der Ausstellung „1920 – Eine Provinz verschwindet“ ruft das Westpreußische Landesmuseum die Abläufe dieser Jahre in Erinnerung und geht der Frage nach, wie sich die territorialen Veränderungen auf die Menschen auswirkten, die zu hunderttausenden ihre Heimat verließen oder in die vormals deutschen Gebiete zuwanderten.
Kunsthalle Recklinghausen: Die Ikonen-Sammlung Zerlin
Eine spektakuläre Schenkung des passionierten Kunstsammlers Dr. Reiner Zerlin an das Ikonen-Museum Recklinghausen ist Anlass für eine beeindruckende Sonderausstellung, die bis Ende August in der Kunsthalle Recklinghausen gastiert. Die Werkschau gibt Einblicke in alle Themen der sakralen Kunst und umfasst auch Objekte aus dem Bereich der Alltagsfrömmigkeit sowie liturgische Gegenstände, die bisher nicht in der Sammlung des Museums vertreten waren.
Diözesanmuseum Paderborn: Rubens und der Barock im Norden
Es sind Bilder voller Licht und Farbe, die der flämische Künstler in einem Zeitalter der nüchternen Darstellungen schuf. Die Lebendigkeit und Dramatik seiner Werke erstaunt noch heute. Er überraschte die Zeitgenossen mit zahlreichen Bezügen zur Antike und seine üppigen Aktdarstellungen sind bis heute sprichwörtlich. Die Rede ist natürlich von Peter Paul Rubens, der bereits zu Lebzeiten den Status einer Legende innehatte.
Quadrat Bottrop: Bernhard Fuchs
Der Fotograf Bernhard Fuchs setzt diese Aspekte der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Natur in ein neues Verhältnis. Sein bevorzugter Gegenstand sind die Waldungen in seiner Heimatregion, dem Mühlviertel in Oberösterreich. Durch seine enge persönliche Beziehung zu der Landschaft, die er im Bild festhält, und seine schnörkellose Arbeitsweise entstehen eindrucksvolle Werke, die eine beruhigende Stille erzeugen und zugleich eine vielschichtige Geschichte erzählen.
Kolvenburg Billerbeck: Danny Minnick
„Skateboarding itself is art, and I just expanded that to the canvas“. So beschreibt Street-Artist Danny Minnick seine künstlerische Ambition. Früher Skateprofi, setzt 2010 eine Achillessehnen-Verletzung seiner sportlichen Laufbahn ein Ende. Mit Farbe, Spraydose und Grafitti-Stift findet der in Seattle geborene Künstler ein neues Ventil, sich auszudrücken – sowohl in U-Bahn-Stationen von Metropolen wie London und Miami als auch auf Papier und Leinwand.
2. Quartal
Kunsthalle Münster: Moon machine, landing
2019 jährte sich der Todestag des Ausnahmemusikers Louis Thomas Hardin alias Moondog (1916–1999) zum zwanzigsten Mal. Der als „Wikinger der 6th Avenue“ bekannte blinde Komponist, Dichter und Musiktheoretiker war eine wichtige Figur der Gegenkultur der 1960er und 70er Jahre.
Galerie der Gegenwart: Paula Fröhlich
Mit „Loop“ zeigt die Ausstellungsreihe RADAR in der Galerie der Gegenwart eine Arbeit von Paula Fröhlich (*1994), die von außen zu besichtigen ist. Die Studentin an der Kunstakademie Münster beschäftigt sich mit den Bedingungen, Räumlichkeit zu konstruieren. Mit Spiegeln, lilafarbigen Flächen und Linien erzeugt die sie eine Wiederholung der Architektur des Ausstellungsraumes. Ausgehend vom Standpunkt des Betrachters und den tageszeitabhängigen Lichtverhältnissen entsteht ein spannungsgeladenes Wechselverhältnis zwischen realem und konstruiertem Raum.
Haus der Niederlande: Steve C.E. Knoll
Steve C.E. Knoll studiert an der Kunstkademie Münster. Der 1993 in Bielefeld geborene Künstler besitzt afrikanische Wurzeln. Sie haben ihn zu einem künstlerischen Gedankenexperiment angeregt, das unter dem Titel „The M-Word“ im Haus der Niederlande präsentiert wird und in dessen Zentrum Fragen der afro-europäischen Interkulturalität stehen.
Hachmeister Galerie: Große Formate
Große Formate stellen für ein Museum meist kein Problem dar. Für eine Galerie sind sie jedoch eine Herausforderung, der sich aktuell die Hachmeister Galerie stellt: Sie zeigt bis Mitte Juni abstrakte und konzeptuelle Malerei in wandfüllenden Formaten von Karl Bungert, Karel Dierickx, Friedhelm Falke, Milo Köpp, Andreas Karl Schulze, Peter Telljohann und Christoph Worringer.
Galerie Clasing + Etage: Materialbilder von Susanne Hegmann
Rote Schnurensembles, Steine, Papiere, Folien, botanische Sammlungen, Holzfurniere, Fotografien und vieles mehr bilden die Quellen für das zeichnerisch-malerische Werk von Susanne Hegmann. Aus ihnen gestaltet sie Collagen, bei denen das Material in seiner ästhetischen Funktion unaufhörlich zwischen Bildträger und Bildmittel changiert.
Kunsthalle Münster: Gruppenausstellung Sensing Scale
Wir werden beherrscht durch technokratische Megastrukturen und Datenströme, die sich in unsere Welt einschreiben, durch die Wirtschaft und Finanzökonomie, die über allem regiert. Wie beeinflussen diese Netzwerke unser Denken, unser Handeln, unsere visuelle Kultur und unsere Wahrnehmung? Diesen Fragen widmet sich in der Kunsthalle Münster die Gruppenausstellung „Sensing Scale“.
LWL-Museum für Kunst und Kultur: Norbert Tadeusz
Norbert Tadeusz (1940–2011) war einer der wichtigsten figurativen Maler seiner Generation. Seine enge Beziehung zu Düsseldorf und dem dortigen Kunstmuseum ist vielen bekannt. Weniger im Blick ist seine Verbindung zu Münster, auf die das LWL-Museum für Kunst und Kultur mit seiner aktuellen Werkschau aufmerksam macht. Zwischen 1973 und 1988 war Norbert Tadeusz zunächst als Dozent und später als Professor an der heutigen Kunstakademie Münster tätig.
Kunstmuseum Pablo Picasso: Beauty is a line
Im Picasso-Museum Münster und im Rijksmuseum Twenthe in Enschede verbindet die Linie derzeit als thematische Klammer zwei Ausstellungen an zwei Standorten. Die Kuratoren entwarfen dazu eine Schau mit jeweils eigenem Fokus, die als Einheit gesehen und gelesen werden will. Inhaltlich geht es hier wie dort um die Schönheit und Funktion der Linie als Gestaltungsmittel in der Kunst.
LWL-Museum für Kunst und Kultur: Karel Dierickx
Karel Dierickx (1940–2014) zählt zu den bekanntesten Vertretern belgischer Gegenwartskunst, lehrte an der Akademie der Künste in Gent und vertrat Belgien 1984 auf der Biennale in Venedig. Wer seine Kunst betrachtet, sieht Landschaften, Porträts, Stillleben und Plastiken, die weder figurativ noch im eigentlichen Sinne abstrakt sind. Eher laden sie ein, sich ihnen anzunähern und dabei auch das innere Auge scharf zu stellen für seine Botschaften an die Intuition und das Gefühl.
Kunstmuseum Ahlen: Bilder von Jobst Tilmann
Wer sich für abstrakte Malerei begeistert, dem sei die retrospektive Ausstellung von Jobst Tilmann ans Herz gelegt. Das Kunstmuseum Ahlen zeigt anlässlich des 70. Geburtstags des Malers über 150 seiner Werke aus mehr als 35 Schaffensjahren, die sowohl von Vielseitigkeit als auch konzeptueller Stringenz zeugen. Tilmann lebte jahrelang überwiegend in Frankreich, wo er sich schon früh von verlassenen Steinbrüchen inspirieren ließ.
Haus Opherdicke: Künstler im Exil im hohen Norden
Die Ausstellung „Nach Norden – Deutsche Künstlerinnen und Künstler im skandinavischen Exil“ im Haus Opherdicke präsentiert Werke aus der umfangreichen Sammlung Memoria Thomas B. Schumann sowie von zwei Privatsammlungen aus Schweden und der Schweiz. Den Bogen zur Gegenwart schlagen die Werke rund um Emigration und Exil der zeitgenössischen schwedischen Künstlerin Ann Böttcher.
Zentrum für Internationale Lichtkunst: Neon Delight
Im Alltag oft als grell verhasst, ist Neonlicht das in der Lichtkunst am meisten verwendete Material. In der Kunst hat es indes eine gänzlich andere Wirkung, als in seiner ursprünglichen Nutzung als plakative Werbetechnik. Die Ausstellung „Neon Delight“ im Zentrum für Internationale Lichtkunst wirft einen repräsentativen Überblick auf den vielseitigen Einsatz des Neonlichts in der Lichtkunst von den 1960ern bis in die Gegenwart.
TextilWerk Bocholt: Mythos Neue Frau
Zigarettenspitze, Bubikopf und Paillettenkleid – das waren die Markenzeichen der modernen Frau in den 1920er Jahren. Doch war diese revolutionäre Art sich zu kleiden ein Akt der weiblichen Emanzipation oder entstand sie aus praktischer Notwendigkeit? Dieser Frage widmet sich die Ausstellung „Mythos Neue Frau – Mode zwischen Kaiserreich, Weltkrieg und Republik“ im Bocholter TextilWerk.
Kloster Bentlage: Werner Henkel
Für Werner Henkel ist die Natur Material, Raum und Thema seiner Kunst zugleich. In seinen Werken lotet er ihre Schönheit und Vergänglichkeit aus und untersucht die Verletzlichkeit der Mensch-Natur-Beziehung. Seiner Arbeit liegt dabei ein kommunikativer Naturbegriff zugrunde: Wuchsformen der Pflanzen, Tierspuren oder mineralische Strukturen deutet er als spezifische Zeichen und Gesten.
Stadtmuseum Paderborn: Fotografien von Kalle Noltenhans
Die Dämmerung taucht Paderborn in ein besonderes Licht. Die Stimmung, die dadurch entsteht, hat der Paderborner Fotograf Kalle Noltenhans am Beispiel markanter Gebäude und Straßenzüge eingefangen. Das Licht in seinen Fotografien besitzt ein großes Spektrum an Spielarten, wodurch die Stadt im Halbdunkel unbekannte Geschichten zu erzählen scheint. Seit 1974 fotografiert Noltenhans seine Heimatstadt.
Städtische Galerie Paderborn: Dorothy Fratt und Stefan Rohrer
Für die amerikanische Künstlerin Dorothy Fratt (1923–2017) bedeutete Farbe alles. Fernab der großen Kunstmetropolen entwickelte sie seit den 1950er-Jahren eine ganz persönliche Bildsprache, die in flächiger Malweise Farbräume neben- und ineinander setzte.
Böckstiegel-Museum: Käthe Kollwitz
In Kooperation mit dem Berliner Käthe-Kollwitz-Museum zeigt das Böckstiegel-Museum die Ausstellung „Mit Stärke seine Arbeit tun – Die Künstlerin Käthe Kollwitz“. Die Ausstellung mit rund 70 Werken Kollwitz’ (1867–1945) spannt einen Bogen von ihren künstlerischen Anfängen in Berlin und München über die Jahre ihrer Auseinandersetzung mit der Avantgarde ihrer Zeit bis hin zu den 1920er und frühen 1930er Jahren.
Glashütte Gernheim: Timo Sarpaneva
Reduzierte Formen und nuancenreiche Farbspiele sind charakteristisch für Timo Sarpaneva (1926–2006). In Kooperation mit dem Finnischen Glasmuseum Riihimäki zeigt das LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim eine Ausstellung mit Objekten des bedeutenden finnischen Designers. Obwohl Sarpaneva auch mit anderen Materialien arbeitete, war Glas stets sein favorisierter Werkstoff.
Otto Modersohn Museum: Modersohn und Kirkeby
„Sein Leben ist die Natur,“ sagte Paula Becker einst über ihren Weggefährten und Ehemann Otto Modersohn. Schon in seiner Kindheit studierte der 1865 in Soest geborene Künstler alle Facetten der Natur, beobachtete und sammelte Tiere, insbesondere Vogelbalge und Insekten, presste Blumen und Pflanzen in Alben und lernte die dazugehörigen lateinischen Fachbegriffe.
1. Quartal
Haus Opherdicke: Künstler im Exil im hohen Norden
Rund eine halbe Million Menschen verließen Deutschland während der nationalsozialistischen Diktatur – unter ihnen rund 10.000 Künstler, Musiker und Schriftsteller. In einer Gruppenausstellung zeigt das Haus Opherdicke Werke von Künstlerinnen und Künstlern die den Weg ins Exil nach Skandinavien wählten. Einer von ihnen war Hans Tombrock (1895–1966), der 1933 mit Frau und Kind zunächst in die Schweiz emigrierte und sich nach Stationen in Österreich, der Tschechoslowakei, Polen, Lettland und Estland 1937 in der Nähe von Stockholm niederließ. Hier lernte er Bertolt Brecht kennen.
Dortmunder U: Idan Hayosh
Zum sechsten Mal loben die Freunde des Museums Ostwall den MO-Kunstpreis „Dada, Fluxus und die Folgen“ aus. Preisträger ist der israelische Künstler Idan Hayosh, 1979 in Tel Aviv geboren und in Essen lebend. Mit ihm nimmt der MO-Kunstpreis erstmals einen anderen Aspekt von Fluxus in den Fokus: Im Gegensatz zur lustigen, spielerischen Seite konfrontieren Hayoshs Installationen den Betrachter mit Militär, Gewalt und Krieg.
Westpreußisches Landesmuseum: Auf beiden Seiten der Barrikade
2019 jährte sich zum 75. Mal der Warschauer Aufstand. Aus diesem Anlass zeigt das Westpreußische Landesmuseum eine Ausstellung zur Fotografie und Kriegsberichterstattung im Warschauer Aufstand 1944. Die von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg unter Mitarbeit des Museums des Warschauer Aufstandes in Warschau konzipierte Schau erinnert an die historischen Ereignisse.
Stadtmuseum Beckum: Richard R. Cox
Für den Soester Maler Richard A. Cox bildet die Natur eine nie endende Inspirationsquelle. Sein Interesse gilt vor allem dem Wechsel von Licht und Dunkelheit und den damit verbundenen Veränderungen der Wahrnehmung. Seine aktuelle Gemäldeserie „Am Wegesrand“, die das Beckumer Stadtmuseum ab Mitte Januar ausstellt, ist ein direktes Ergebnis dieser Beobachtungen.
Kloster Bentlage: Bernd Pöppelmann
Der Mensch und sein ambivalentes Verhältnis zur Natur stehen im Fokus einer Ausstellung im Kloster Bentlage. Unter dem Titel „Spuren“ zeigt Bernd Pöppelmann Gemälde, die sich im Spannungsfeld zwischen der bunten Vielfalt des Lebens und ihrer Gefährdung durch den Menschen bewegen. Der Steinfurter Künstler malt die Prozesse der Umweltgestaltung durch den Menschen und die daraus resultierenden landschaftlichen Veränderungen.
Villa van Delden: Erhard Wilde
Knapp dreißig Jahre hat Erhard Wilde (*1941) als Kartograf gearbeitet, bevor er sich ab 1990 der Kunst widmete. Die beruflichen Wurzeln der freien Kataster-Zeichnung sind in seinem Werk unübersehbar: Das Kalligrafische in Form von Ornamenten, Linien und Symbolen prägt vor allem seine grafischen Blätter.
Otto Modersohn Museum: Dunkle Romantik
„Was nicht in der Phantasie umgestaltet wird, bleibt stets geistloser Abklatsch.“ Diese Beobachtung des Landschaftsmalers Otto Modersohn (1865–1943) erinnert an die Überzeugungen der Romantiker, die der schöpferischen Einbildungskraft den Vorrang gegenüber einer vermeintlich objektiven Naturdarstellung gaben.
Museumsquartier Osnabrück: Friedenspreis für Fotografie 2019
Was ist Frieden? Gibt es ihn überhaupt, ob im Großen oder im Kleinen, und wie lässt er sich mit den Mitteln der Fotografie darstellen? Vor diesen Fragestellungen standen die Teilnehmer des diesjährigen Felix Schoeller Photo Awards. Denn im Rahmen des Wettbewerbs hatten sich die Felix Schoeller Group und die Stadt Osnabrück etwas Besonderes einfallen lassen.
Kunsthaus Kloster Gravenhorst: Winterlicht 2019
Es ist eine Idee mit über zehnjähriger Tradition: Seit 2008 lassen sich im Innen- und Außenraum des ehemaligen Klostergebäudes Gravenhorst in der dunklen Jahreszeit Licht- und Videoinstallationen international renommierter Lichtkünstlerinnen und -künstler erleben. Das Zusammenspiel von dem einstigen Ort spiritueller Andacht und moderner Kunst unter dem Motto „Winterlicht“ führt dabei zu ganz besonderen Momenten, die jedoch nur temporär erlebbar werden.
artlet-studio: Marc Giai-Miniet und Martina Lückener
Der Kölner Fotograf Christian Ahrens (*1964) befasst sich mit dem in Köln so häufigen Blick von der Brücke auf den Rhein – jedoch nicht auf die Skyline der Stadt, sondern senkrecht nach unten aufs Wasser. Hier findet er seine Motive, deren Ästhetik sich erst auf den zweiten Blick offenbart: die Rheinschiffe, die täglich hundertfach die Stadt passieren.
Halle Münsterland: 44. Art und Antik Messe
Seit 1976 ist die Art & Antik Messe ein Begriff für Kunstkenner. Für die 44. Ausgabe werden Anfang 2020 rund 70 nationale und internationale Aussteller in der Halle Münsterland erwartet. Sie sorgen für eine große Auswahl exklusiver Antiquitäten und Kunstwerke, die von einer unabhängigen Jury ausgewählt wurden.
Kulturzentrum Kap.8: Harald Forst und Saskia Jirka
Zum Jahresauftakt der Ausstellungsreihe „Potenziale“ stellt das Kulturzentrum Kap.8 in Kinderhaus zwei Künstlerpersönlichkeiten vor: Harald Forst und Saskia Jirka, beide in Gremmendorf lebend. Das Künstlerduo hat auf ganz unterschiedlichen Wegen zur Kunst gefunden: Saskia Jirka, 1985 geboren, studierte Kunst in Osnabrück und ist inzwischen als Kunstpädagogin tätig.
Kunstakademie Münster: Rundgang 2020
Wenn es Anfang Februar voll wird in der Kunstakademie, hat das Tradition: Tausende Besucher strömen jedes Jahr in die Gebäude am Leonardo Campus, um sich die große Jahresausstellung anzuschauen. Die künstlerischen Klassen zeigen in ihren Ateliers Einzelpositionen oder konzeptionelle Gemeinschaftsarbeiten.
no cube: Naturbetrachtung aus zwei Blickwinkeln
In den Malereien und Collagen von Stephanie Hamacher-Backhaus und den Fotografien und Videos ihrer Schwester Nikola Hamacher dreht sich alles um das Thema Vegetation. So unterschiedlich die Medien sind, in denen die beiden arbeiten, finden sich Überschneidungen in ihrer künstlerischen Herangehensweise – wie ihre intensive Auseinandersetzung mit Natur in ihren Farben, Formen und Strukturen, ihr besonderer Sinn für die florale Formenvielfalt, der sie selbst im urban versiegelten Umfeld fündig werden lässt.
dst.galerie: Tuschezeichnungen von Dorthe Goeden
Mit ihrer dritten Einzelausstellung ist Dorthe Goeden in der dst.galerie zu Gast. Waren es 2017 und 2018 vor allem Papierschnitte, präsentiert sie nun Zeichnungen, in denen die Linie das zentrale gestalterische Element bildet. In ihrer Arbeit „pattern“ zitiert, manipuliert, vervielfältigt und spiegelt die Künstlerin in zwölf Tuschezeichnungen zwei ‚Erinnerungsorte’.
Galerie Clasing + Etage: Marion Niessing und Susanne Hegmann
Marion Niessings bevorzugte Technik ist die Gouache, deren Farbgrundlage aus kreidigen Pigmenten besteht, die sowohl dünn als auch pastos aufgetragen werden können. Für die Künstlerin aus Münster bedeutet das Arbeiten in Gouache Malerei auf Papier in ihrer reinsten Form. Sie lässt Farbpfützen auf den Bildträger fließen, sodass Fließspuren des Trocknungsvorgangs bewusst sichtbar bleiben und die Flächen nach dem Trocknen eine samtene, matte Oberfläche aufweisen.
Hachmeister Galerie: Fotoarbeiten von Hans Breder
Nackte Frauenkörper, große Spiegel, die von den Modellen gehalten werden, fließendes Wasser – aus diesen Grundelementen schuf der deutschgebürtige Amerikaner Hans Breder (1935–2017) Skulpturen, die von äußerst kurzer Dauer waren und deshalb auf Fotos festgehalten wurden. Durch die Verschränkung von Raum und Körper, durch das Isolieren und Teilen einzelner Körperteile und deren Multiplikation im spiegelnden Abbild ent-standen surreal anmutende Ansichten des menschlichen Körpers, die im Kontext der klassischen Bildhauerei stehen.
Stadtmuseum Münster: Hans Kraft
Kontrastreiche Farbenspiele, kräftige Formen und skurrile Figuren dominieren seine Werke. Doch Hans Kraft (1895–1978) war mehr als ein Werbegrafiker. Mit der Ausstellung „Form – Fläche – Farbe“ widmet sich das Stadtmuseum ausgewählten Werken des in Paderborn geborenen Malers und Grafikers, der sich 1930 der Freien Künstlergemeinschaft Schanze in Münster anschloss.
Westfälischer Kunstverein: The Black Wave
Im Januar 2019 verstarb mit Dušan Makavejev einer der Hauptvertreter des Neuen Jugoslawischen Films. Mit seinen Filmen war er ein eigenwilliger Vertreter des kritischen Autorenkinos im ehemaligen Jugoslawien. Interna-tionales Aufsehen erregte er mit dem Skandalfilm „WR – Mysterien des Organismus“, der in Jugoslawien verboten wurde und dazu führte, dass Makavejev Anfang der 1970er-Jahre das Land verlassen musste.
Stadtmuseum Münster: 100 Jahre Schanze
Zum 100-jährigen Jubiläum der Freien Künstlergemeinschaft Schanze blickt das Stadtmuseum auf die Gründergeneration zurück und lässt die künstlerischen Beiträge aus den Jahren zwischen 1919/1920 und 1930 ebenso Revue passieren wie das ausgefallene Vereinsleben der Schanze.
Marta Herford: Im Licht der Nacht
Eine Plattenbausiedlung mitten in der Nacht – die Straßen ausgestorben, die Fenster dunkel. Nur die kleine Bushaltestelle ist hell erleuchtet – vielleicht ist sie die einzige Verbindung zur Großstadt. Wie im Zeitraffer wechseln die Lichtstimmungen über Hans Op de Beecks Miniaturlandschaft. Samtenes Schwarz, grelles Kunstlicht, fahles Grau – ganz dunkel wird es hier eigentlich nie.
Kunstmuseum Pablo Picasso: Beauty is a line
Die Linie ist ab Februar das verbindende Thema der Doppelausstellung „Beauty is a line“, für die das Kunstmuseum Pablo Picasso und das Rijksmuseum Twenthe im niederländischen Enschede kooperieren. Mit je eigenen Schwerpunkten spüren sie dort der Schönheit, der Funktion und der gestalterischen Bedeutung der Linie in der Kunst nach. Das Picasso-Museum zeigt Werke aus den europäischen Salons um das Jahr 1900, De Stijl- und Bauhaus-Künstler, US-amerikanische Minimal Artists, surrealistische Linienkünstler sowie Action Painter.
LWL-Museum für Kunst und Kultur: William Turner
Er war gefesselt von der rauen See, dem Sehnsuchtsziel Venedig und der Bergwelt der Alpen: Joseph Mallord William Turner (1775–1851), der wohl bedeutendste Landschaftsmaler der Romantik. Noch bis Ende Januar zeigt das LWL-Museum für Kunst und Kultur Malereien und Aquarelle seiner Reisen in die Schweiz und nach Italien. Die gezeigten Werke thematisieren gleichermaßen das Schreckliche wie das Schöne, das er auf diesen Reisen wahrnahm – vor allem die Erhabenheit und Urgewalt der Natur, die er in atmosphärischer Dichte in seinen Werken einfing.
2019
4. Quartal
Galerie Clasing + Etage: Clasing und die Schanze
Die gemeinsame Geschichte der Galerie Clasing und der Künstlergemeinschaft Schanze reicht zurück bis in die Anfänge des Kleinen Raums Clasing. Zur Eröffnungsausstellung 1935 präsentierte der Bauhausschüler Heinrich Clasing die Gründungsgeneration mit Werken von Werner Bröker, Carl Busch, Ernst Hase, Wilhelm Palmers, Aloys Röhr und Arnold Schlick.
Stadtmuseum Münster: 100 Jahre Schanze
Eine Künstlergemeinschaft, die auf eine hundertjährige Geschichte zurückblicken kann, ist im Kunstbetrieb eine Seltenheit. 1919 schlossen sich in Münster sechs Maler und Bildhauer zusammen, um gemeinsam Werbung für moderne Kunst zu machen. Die Künstlergemeinschaft Schanze ging hierbei neue Wege, schaffte es mit Austellungen und anderen Aktionen wie ausgefallenen Karnevalsfesten Aufmerksamkeit zu erregen und zu einer bekannten Institution in der Stadt zu werden.
Hachmeister Galerie: Neue Werke von Christoph Worringer
2010 – Neun Jahre sind seit Christoph Worringers großer Einzelausstellung im Westfälischen Landesmuseum vergangen. Damals weitgehend unbekannt, präsentierte der an der Kunstakademie Münster ausgebildete Maler großformatige Gemälde mit männlichen Figuren, die augenscheinlich ihn selbst abbildeten.
Galerie Frye und Sohn: H. H. Graf von Merveldt
Als Kosmopolit wird er beschrieben – und dies ist aufgrund der vielen Orte, die Hanns Hubertus Graf von Merveldt (1901–1969) bereiste, sehr treffend. Die breite Palette an Landschaften spiegelt sich auch in seinem Œuvre wider. Doch nicht nur die Stadtansichten, Straßenszenen und Porträts, sondern auch der Umgang mit Pinsel und Farbe sind Ausdruck der Vielfältigkeit Merveldts.
Herforder Kunstverein: Thomas Baumgärtel im Dialog
Ein ungewöhnliches Kunstprojekt setzt Zeichen: In Kooperation mit der Stiftung für Bildung und Kultur in Witten zeigt der Herforder Kunstverein Werke des international bekannten „Bananensprayers“ Thomas Baumgärtel im Dialog mit Arbeiten renommierter zeitgenössischer Künstler wie Kiddy Citny, Eberhard Bitter, Christophe-Emmanuel Bouchet, Armin Müller-Stahl und Thierry Noir.
Marta Herford: Im Licht der Nacht
Die Erfindung der Glühlampe ist eine Errungenschaft des 19. Jahrhunderts, die vor allem in den pulsierenden Metropolen der Welt dem natürlichen Wechsel von Tag und Nacht ein Ende setzte. Grell erleuchtete Tankstellen und Einkaufszentren, Schichtarbeit und Nachtclubs sind nur einige Facetten dieser Entwicklung.
Performance Factory Enschede: Gerhard Uhlig
Gerhard Uhlig (1924–2015) war Maler, Grafiker, Fotograf und Kunstdidaktiker. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er in Leipzig, Dresden, München, Kassel und Stuttgart bei namhaften Größen wie Willi Baumeister und Johannes Itten.
Stadtmuseum Münster: Thomas Kellner – Black & White
Dadaist Marcel Duchamp parodierte die Ehrfurcht vor Meisterwerken der Kunstgeschichte, indem er eine Kopie der Mona Lisa bemalte und zu seiner eigenen Arbeit erklärte. Die Fotoserie „Black & White“ von Thomas Kellner sowie die gleichnamige Ausstellung in Münster bilden zwar etwas ganz anderes ab, spiegeln aber eine ähnliche Attitüde. Der Siegener Fotograf zerlegt bekannte Sehenswürdigkeiten der Welt, indem er sie in analoge Detailaufnahmen zerstückelt und dann neu zusammensetzt.
Museum für Lackkunst: Das Inro im alten Japan
Das als Inro bekannte verschachtelte Lackbehältnis fand bereits im 14. Jahrhundert als ‚China-Import’ seinen Weg nach Japan. Ursprünglich war es für die Aufbewahrung von Siegeln und Tinte gedacht und wurde als ‚exotisches’ Mitbringsel vom Festland dekorativ in Szene gesetzt. Spätestens Ende des 16. Jahrhunderts war es in China und Japan en vogue, Inros mit einer Kordel und einem kunstvoll geschnitzten Anhänger namens netsuke am Gewand bzw. am Gürtel zu befestigen. Da der Japan-typische Kimono keine gewöhnlichen Taschen hat, erwies sich dieser modische Schachzug als besonders praktisch.
Museumsquartier Osnabrück: Friedenspreis für Fotografie
Erstmals lobt die Friedensstadt Osnabrück den „Deutschen Friedenspreis für Fotografie“ aus, der am 19. Oktober zusammen mit dem Felix Schoeller Foto Award vergeben wird. Die beiden hochdotierten Wettbewerbe richten sich an professionelle Fotografinnen und Fotografen weltweit.
Stadtmuseum Beckum: Schönheit und Wahrheit
Unter den Händen der Beckumer Goldschmiede und Metallgestalter Lara-Maria de Silva und Matthias Bücker–de Silva entstehen florale Schmuckstücke und kostbares Gerät für liturgische Handlungen. Die Ausstellung „Schönheit und Wahrheit“ im Stadtmuseum Beckum wirft einen Blick auf zwei ganz unterschiedliche Facetten ein und desselben Handwerks: Matthias Bücker-de Silva (*1960) fertigt Sakralgeräte aus edlen Materialien wie Edelsteinen, Bergkristallen, fossilen Hölzern, Keramik, Bronze, weißem Marmor und Alabaster – entweder detailreich oder schlicht.
Dortmunder U: Artists and Agents
Performancekunst galt im ehemaligen Ostblock als eine besonders subversive Kunstform und stand deshalb im Fokus der Geheimdienste. Einen Eindruck vom Ausmaß dieser Überwachung gibt die Ausstellung „Artists & Agents – Performancekunst und Geheimdienste“ im Hartware MedienKunstVerein in Dortmund.
Kunsthalle Münster: Katia Kamelis algerischer Roman
Katia Kamelis französische Mutter erzählte ihr eine völlig andere Geschichte Algeriens, als ihr algerischer Vater. „Geschichte ist Fiktion“ sagt sie unter anderem deshalb und hinterfragt in ihrer aktuellen Ausstellung die historische Authentizität von Erzählungen. Allem voran mit der dreiteiligen Film-Serie „Der algerische Roman“. Sie steht im Zentrum einer Schau, in der Katia Kameli die Macht und die Rolle von Storytellern, Postkarten, Medien-Fotografien, Fahnen oder Narrativen beleuchtet und das historische Potenzial dieser Zeichen untersucht.
Museumsquartier Osnabrück: Bauhaustapete – neu aufgerollt
Wer ans Bauhaus denkt, denkt zunächst an Möbel und Alltagsgegenstände in kühnem, funktionalem Design sowie an moderne, schnörkellose Architektur. Doch am Bauhaus wurden nicht nur dreidimensionale Objekte wie die berühmte Wagenfeld-Leuchte, sondern auch zweidimensionale Tapeten entworfen. 1929 hatte Emil Rasch, Eigentümer der in Bramsche ansässigen Tapetenfabrik Gebr. Rasch & Co, eine Idee: Initiiert durch seine Schwester Maria, Kandinsky-Schülerin am Bauhaus, begann Rasch für eine neue Tapetenkollektion eine Kooperation mit Studierenden und Lehrenden des Bauhauses.
Kunstmuseum Pablo Picasso: Im Rausch der Farbe
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts schuf eine neue Bewegung innerhalb der französischen Avantgarde Unerhörtes: Die Fauves, die „Wilden“, unter der Führung von Henri Matisse und André Derain spielten mit der Malerei der Impressionisten und kreierten daraus etwas völlig Neues. „Im Rausch der Farbe – Von Gauguin bis Matisse. Meisterwerke aus dem Musée d’Art moderne de Troyes“ heißt die Schau, die sich im Picassomuseum bis in den Januar hinein ganz dem Fauvismus widmet. Gezeigt werden Werke aus der Sammlung des französischen Textilmagnaten Pierre Lévy, die noch nie zuvor in Deutschland zu sehen waren.
Haus Opherdicke: Wundersam wirklich
Selbstbewusst und selbstkritisch blickt der niederländische Künstler Dick Ket aus dem Gemälde. Er stellt sich in seinem „Selbstporträt mit Barett“ von 1933 als Maler dar: Unter seinem Kittel ist ein Kragenpullover mit Fliege zu erkennen, dazu trägt er eine Baskenmütze. Mit dem zur Schau gestellten Pinsel und der Malpalette zeigt er seine Hände, die durch eine chronische Krankheit deformiert sind. Dazu malt er mit nüchternem Blick Objekte, die ihn umgeben und die er auf der Bildfläche bedeutungsvoll arrangiert hat: ein Holzperd, mehrere Flaschen, im Hintergrund ein spiegelverkehrtes Weltkriegsplakat.
Kunstmuseum Ahlen: Adam Barker-Mill
Geht es hier um Design oder um Kunst? – Diese Frage stellt sich spätestens dann nicht mehr, wenn man die beinahe magische Wirkung der Werke von Adam Barker-Mill leibhaftig spürt. Seine Objekte und Installationen sind zwar formal einfach gehalten, doch wenn die Lichter angehen entfalten sie ihre volle Wirkung auf den Betrachter.
Quadrat Bottrop: Josef Albers’ Frühwerk in Bottrop
100 Jahre Bauhaus – 100 Jahre Bottrop: Während in Weimar neue künstlerische, gestalterische und pädagogische Wege beschritten werden, bestimmen Kohleförderung und Kokerei den Alltag der frischernannten Stadt im Ruhrgebiet. Mitten in die Zeit der Hochindustrialisierung hinein wird Josef Albers in Bottrop geboren. Seinen künstlerischen Weg bis zum Eintritt ins Bauhaus im Jahr 1920 verfolgt die Ausstellung „Der junge Josef Albers. Aufbruch in die Moderne“. Als Beitrag des Josef Albers Museum Quadrat Bottrop zum Projekt „100 jahre bauhaus im westen“ erlaubt sie Einblicke in das wenig bekannte Frühwerk des Künstlers und späteren Bauhausmeisters.
LWL-Museum für Kunst und Kultur: William Turner
Er gilt als der bedeutendste britische Landschaftsmaler der Romantik: Joseph Mallord William Turner (1775–1851). Als er 1802 zum ersten Mal die Schweiz bereist, führt diese Begegnung mit der ihm bis dahin unbekannten und urgewaltigen Bergwelt zu einem künstlerischen Höhepunkt seines Schaffens. Er sieht das Erhabene der Natur, nimmt zugleich ihre Furcht einflößende Urgewalt wahr und übersetzt sowohl das Schöne als auch das Schreckliche in seine Bilder.
LWL-Museum für Kunst und Kultur: FilmGalerie im Herbst 2020
Es sind Natur-Sujets und Landschaftsdarstellungen, die in der großen Winterausstellung des LWL-Museums für Kunst und Kultur zum britischen Maler J.M.W. Turner eine zentrale Rolle spielen. Ein guter Anlass für die FilmGalerie des Museums, sich im Herbst endlich einmal mit der Inszenierung von Natur und Landschaft in den bewegten Bildern zu befassen. Denn nicht nur in der bildenden Kunst oder der Literatur, sondern auch und besonders im Film ist Landschaft stets mehr als einfach nur ein Setting.
Otto Modersohn Museum: Barbizon und Modersohn
Im frühen 19. Jahrhundert versammelten sich einige französische Maler im Dorf Barbizon, nahe dem Wald von Fontainebleau und unweit, aber abseits der pulsierenden Großstadt Paris, um in der unberührten Natur Landschaften einzufangen. Die Schule von Barbizon hat auch im Werk Otto Modersohns, Mitbegründers der Künstlerkolonie Worpswede, deutliche Spuren hinterlassen. In einer Sonderausstellung zeigt das Tecklenburger Modernsohn-Museum nun Meisterwerke von Corot bis Rousseau aus einer Privatsammlung, die ihre Betrachter den Einfluss nachspüren und in der Weite des Horizonts schwelgen lassen.
3. Quartal
Städtische Galerie Paderborn: Seet van Hout
In der Ausstellungsreihe „Sommeredition“ zeigt die Galerie in der Reithalle Arbeiten der niederländischen Künstlerin Seet van Hout. Van Hout kombiniert in ihren Werken fließende Malerei und gezeichnete Stickerei zu atmosphärischen Bildräumen. Die Künstlerin aus Nijmegen arbeitet nicht mit dem Pinsel, sondern lässt Farbe über die Leinwände fließen.
Kunsthaus Kloster Gravenhorst: Soundseeing
Wie vielfältig Klangkunst sein kann, ist in diesem Sommer im DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst zu erleben. Zwei Künstlerinnen und ein Künstler präsentieren hier ab Mitte Juli im Rahmen des münstlerlandweiten Klangkunstfestivals SOUNDSEEING Klanginstallationen und Objekte. Im großen Saal sowie im Außenraum laden spielerische Klangobjekte von Erwin Stache die Besucher zur Interaktion ein.
Burg Vischering: Mateusz Szczypiński
Zum Münsterland Festival part10 in diesem Herbst widmet sich die Burg Vischering der jungen, zeitgenössischen Kunstszene Polens. Ein vielversprechendes Talent ist Mateusz Szczypiński (*1986), dessen Werk sich zwischen Malerei und Collage bewegt. Der in Krakau lebende Künstler arbeitet mit bekannten Zitaten der Kunstgeschichte und baut daraus entrückte Utopien.
Quadrat Bottrop: Schau zum Spätwerk Ulrich Erbens
Ulrich Erben (*1940) gehört zu den Klassikern der Farbmalerei in Deutschland. Der Düsseldorfer Künstler hat über Jahre eine Bildsprache von großer Klarheit und Transparenz entwickelt: Einfache geometrische Formen und zurückgenommene Farben in feinen Übergängen kennzeichnen seine Malerei, die vor allem in den späten Jahren eine nochmalige Vereinfachung und Verdichtung erfahren hat.
Stiftskirche Schloss Cappenberg: Joachim Karsch
Im Zweiten Weltkrieg wurden zwei Drittel seiner Skulpturen zerstört. Am Ende nahm der Krieg nicht nur seine Werke – auch der Künstler selbst zerbrach am Krieg. Die Rede ist von dem aus Schlesien stammenden Bildhauer und Grafiker Joachim Karsch (1897–1945). Sein Sohn Florian hat die noch verfügbaren Werke akribisch zusammengetragen und dafür gesorgt, dass sie jetzt in der Cappenberger Stiftskirche ausgestellt werden.
Kunstmuseum Ahlen: Intermezzo 2019
Das Ahlener Kunstmuseum präsentiert in seiner Ausstellungsreihe „Intermezzo“ in diesem Sommer und Herbst unter dem Titel „Geteilte Wirklichkeit“ vier zeitgenössische Positionen, die mit unterschiedlichen Medien wie Malerei, Fotografie, Video- und Aktionskunst geteilte Wirklichkeiten erlebbar machen.
Alter Hof Schoppmann: Gerhard Uhlig
Gerhard Uhlig (1924–2015) war Maler, Grafiker, Fotograf und Kunstdidaktiker. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er in Leipzig, Dresden, München, Kassel und Stuttgart bei namhaften Größen wie Joseph Hegenbarth, Max Schwimmer, Johannes Itten und insbesondere Willi Baumeister. Als Illustrator arbeitete er für große Zeitschriften, stellte seine Gemälde und Grafiken deutschlandweit aus und publizierte kunstästhetische Schriften.
Museum Abtei Liesborn: SALIGIA
Sieben PKW-Anhänger, sieben Künstler, sieben Stationen umreißen das Ausstellungsprojekt SALIGIA. Die Wanderausstellung mit Werken von Wiebke Bartsch, Stefan Demming, Ottmar Hörl, Katharina Krenkel, Beate Passow, Dietmar Schmale und Peer Christian Stuwe beschäftigt sich mit dem künstlerischen Motiv der sieben Todsünden. Als mobile Installationen, die alle auf derselben Grundkonstruktion eines PKW-Anhängers basieren, gehen die Kunstwerke bis Mitte 2021 auf Ausstellungstournee. SALIGIA ist ein Kooperationsprojekt des Klosters Bentlage mit dem Museum Religio in Telgte, der Stadt Münster, die Saligia zum Schauraum 2019 präsentierte, dem kult in Vreden, dem Museum Abtei Liesborn, der Gemeinde Saerbeck und den Flottmann-Hallen in Herne.
Museum Haus Opherdicke: Die neue Frau
1919 erhielten die Frauen in Deutschland das Wahlrecht – und in der Berliner Hochschule der Bildenden Künste erstmals eine eigene Klasse. Damit eröffnete sich den bis dato als „Malweiber“ verspotteten Schülerinnen der Damenmalschulen sukzessive der Kunstmarkt und mit ihm der Weg in ein professionelles Künstlerinnen-Leben. Auf diese Zeit blickt die Ausstellung „Die neue Frau“ zurück und zeigt Malereien, Grafiken und Skulpturen, die um das Jahr 1919 entstanden.
Marta Herford: Rebellische Pracht
Walter Gropius hätte sich beim Anblick der aktuellen Ausstellung im Marta wohl im Grabe umgedreht. Als Gegenakzent zum allgegenwärtigen Bauhaus-Jubiläum präsentiert das Herforder Museum Designobjekte, die einen radikal anderen Weg einschlagen. „Rebellische Pracht“ heißt die Schau, die sich den „Design-Punks“ der 1970er und 80er Jahre widmet.
Gustav-Lübcke-Museum: Die Gebrüder Viegener
In seiner aktuellen Sonderausstellung vereint das Hammer Gustav-Lübcke-Museum die Werke dreier Brüder unter einem Dach. Zu sehen sind Grafiken, Malereien, Fotografien und Skulpturen von Josef, Eberhard und Fritz Viegener. Die in Soest geborenen Brüder haben während des 20. Jahrhunderts vor allem in Westfalen ihre künstlerischen Spuren hinterlassen.
Kunsthalle Schnake: Spirits in Stone
In ihrer „Skulpturensommer“ betitelten Ausstellung gibt die Kunsthalle Schnake einen einmaligen Einblick in die Geschichte der Bildhauerbewegung des südafrikanischen Landes Simbabwe. Bisher noch nicht gezeigte Arbeiten von Bildhauern der ersten Stunde wie Bernard Matemera oder Nicholas Mukomberanwa, deren Arbeiten bereits im Museum of Modern Art in New York und im Musée Rodin in Paris gezeigt wurden, dokumentieren die Anfänge dieser Bewegung in den 1960er Jahren.
Galerie Ostendorff: Oskar Koller
Vor allem die Aquarelle machten Oskar Koller (1925–2004) weit über die Grenzen seiner Heimatstadt Nürnberg bekannt. In dieser von ihm meisterlich beherrschten Technik konnte er seine große Stärke, den scheinbar mühelosen Umgang mit der Farbe, besonders gut ausspielen. Seine bevorzugten Motive waren Landschaften, Blumen, Bäume und besonders die Menschen. Oft spielt in seinen scheinbar flüchtig hingeworfenen Darstellungen, das weiß belassene Papier eine entscheidende Rolle.
Stadtmuseum Münster: Thomas Kellner
Gebäude zerfallen in Stücke, schwanken von einer Seite zur anderen: Thomas Kellners Fotografien von weltbekannten Sehenswürdigkeiten vermitteln den Eindruck tanzender Architektur. In seiner Serie „Black & White“, die Schwarzweißaufnahmen von 1997 bis 2005 zeigt, arbeitet der in Siegen lebende Fotograf mit einer speziellen Montagetechnik: Er nimmt nach genau geplanter Reihenfolge Detailbilder auf, um sie später in Form von Kontaktbögen zu einem Bild zusammenzuführen.
Volksbank Münster: Ausstellung zum Förderpreis Kunst
Der Name ist Programm: In der Ausstellung „NEUN“ präsentiert die Volksbank Münster Arbeiten von neun regionalen Künstlerinnen und Künstlern, die sie mit ihrem Förderprogramm Kunst unterstützt. Am Roggenmarkt lassen sich auf zwei Etagen spannende Entdeckungen machen.
Galerie Clasing + Etage: Fritz Levedag
Unter dem Ausstellungstitel „100 Jahre Bauhaus“ präsentiert die Galerie Clasing Zeichnungen und Aquarelle des gebürtig aus Münster stammenden Künstlers Fritz Levedag.
Kunsthaus Kannen: Alles aus Erde, Lehm und Ton
Gebrannter Ton und Lehm sind die ältesten Werkstoffe der Geschichte. Schon vor tausenden Jahren verarbeiteten Menschen sie zu nützlichen Objekten, etwa zu Gefäßen. Sie fertigten aber auch Figuren oder Tierplastiken und ließen ihrer Kreativität freien Lauf. In „Alles aus Erde, Lehm und Ton“ zeigt das Kunsthaus Kannen derzeit, wie flexibel und vielfältig das Medium genutzt werden kann.
Kunstmuseum Pablo Picasso: Abstraktion in Frankreich
1941 stellen sie erstmals gemeinsam in Paris aus: Jean Bazaine, Roger Bissière, Elvire Jan, Alfred Manessier, Jean Le Moal und Gustave Singier. Ohne Manifest oder Programm führt sie ab 1950 ihr Weg in eine immer abstraktere Bildsprache. Sie experimentieren mit der Glasmalerei, nehmen teils mehrfach an der documenta teil, reüssieren aber ab den 1970er-Jahren kaum mehr auf dem vom amerikanischen abstrakten Expressionismus und der Pop-Art bestimmten Kunstmarkt.
LWL-Museum für Kunst und Kultur: Sean Scully
Sean Scully in Münster – das ist bereits eine Sensation. Aber es sind nicht nur die bekannten großformatigen Bilder des renommierten Künstlers zu sehen, sondern auch Pastelle, Aquarelle, Zeichnungen, Skizzenbücher, Druckgrafiken, Fotografien und drei Skulpturen.
Westfälischer Kunstverein: L’Intrus Redux
„Mein Herz wurde nun zu einem Fremden“, schreibt der französische Philosoph Jean-Luc Nancy in „L’Intrus: Der Eindringling“ (2000), einem Essay über seine Herztransplantation. Die aktuelle Werkschau im Westfälischen Kunstverein bedient sich dieser Metapher, um die Beziehung zwischen dem Ich und dem Fremden zu beleuchten. Die Vorstellung, dass die eigene Identität durch die Abgrenzung vom Anderen entsteht, wird in der internationalen Gruppenausstellung kritisch hinterfragt. So wird das Fremde zugleich als überlebenswichtig und unheimlich imaginiert, indem es im eigenen (sozialen) Körper verortet wird.
2. Quartal
Kunstmuseum Ahlen: Günter Fruhtrunk
Wozu überhaupt noch malen? Und was? „Mich interessiert nicht Darstellung als Ausführung von Geplantem, sondern Kraft und Dauer des mannigfaltig bewegten und bewegenden Denkens und Fühlens“, so Günter Fruhtrunk, der die Frage nach dem Wozu und Was mit kraftvoll ausformulierten Kompositionen aus konkreten Formgeflechten beantwortete.
Dortmunder U: Ein Gefühl von Sommer
Windmühlen, Wasser, flaches Land und endlose Weite – das sind die Charakteristika der niederländischen Landschaft. Nicht nur für die alten Meister, auch für die Maler der Moderne bietet sie eine unerschöpfliche Inspirationsquelle. Dies zeigt das Museum am Ostwall in seiner neuen Ausstellung „Ein Gefühl von Sommer“.
Marta Herford: Die Realität ist absurder als jeder Film
Fünf internationale Künstlerinnen und Künstler aus Israel loten im Marta Herford aus, was das Unterwegssein für unsere globalisierte Gesellschaft bedeuten kann. Was passiert hier und heute, wenn man sich aufmacht, um etwas Neues zu entdecken? Welchen Begriff von Heimat können wir überhaupt noch verwenden? Inwieweit sind wir überfordert damit, eine Gesellschaft zusammenzuhalten, die sich vor allem durch ihre Brüche auszeichnet?
Kloster Bentlage: Annette Hurst
Das Kloster Bentlage zeigt in Kooperation mit den Stadtmuseen in Siegburg und Beckum abstrakte Zeichnungen und großformatige Gebilde aus Karton und Wellpappe der Kölner Künstlerin Annette Hurst (*1962). Entstanden sind die Zeichnungen im schweizerischen Engadin mit Blick auf den Inn inmitten einer weiten Berglandschaft.
Falkenhofmuseum: Druckgrafik des 20. Jahrhunderts
Rund 2000 Werke von Dürer bis in die Gegenwart umfasst die grafische Sammlung des Falkenhof Museums. 41 Druckgrafiken und Zeichnungen hieraus werden in einer aktuellen Ausstellung präsentiert. Darunter befinden sich viele Werke namhafter Künstler wie Max Beckmann, August Macke, Wassily Kandinsky und Pablo Picasso, die zu ihrer Entstehungszeit eine revolutionäre Abkehr von den Konventionen der Kunst bedeuteten.
Stadtmuseum Beckum: Walther Schwiete
Autos mit aufgeblendeten Scheinwerfern, rauchende Schornsteine, gekreuzte Messer: Der in Berlin und Paderborn lebende Künstler Walther Schwiete gestaltet Motive aus dem Alltag, der Werbung oder der Zeitgeschichte, indem er kleinste Bausteine aus Polyethylen zu Bild-Intarsien verarbeitet, Styroporplatten mit Ätzungen aus Silberlack versieht oder selbst gebaute Metallstempel in Sperrholztafeln brennt. Vor allem Arbeiten aus der letztgenannten und zugleich jüngsten Werkgruppe – die sogenannten „Brandings“.
Museum Haus Opherdicke: Die neue Frau
Hundert Jahre Frauenwahlrecht sind Anlass für die Ausstellung „Die Neue Frau – Künstlerinnen als Avantgarde“ im Haus Opherdicke. Die Schau rückt insbesondere die Schaffensphase von Künstlerinnen um das Jahr 1919 in den Vordergrund. In der jungen Weimarer Republik durften Frauen nicht nur wählen, sondern wurden erstmals an Hochschulen angenommen und zu Professorinnen berufen.
Quadrat Bottrop: Michael Wolf – Bottrop-Ebel 76
Männer vor Trinkhallen, Bergmänner beim Martinsumzug, Mofa-Gangs in Parka und Jeansjacke – das Quadrat Bottrop wirft mit der aktuellen Fotoausstellung „Bottrop-Ebel 76“ einen Blick zurück ins Ruhrgebiet der 1970er Jahre. Die Schwarzweiß-Bilder, die der heute 65-jährige Fotograf Michael Wolf 1976 in Ebel aufgenommen hat, zeigen das Leben im Bottroper Stadtteil aus der Nähe.
TextilWerk Bocholt: Fashion Material von Stephan Hann
Der Berliner Künstler Stephan Hann schneidert aus Materialien, denen wir normalerweise keine Beachtung schenken, atemberaubende Kleider: so verwandelt er Champagnerkorken, Videobänder oder Tabletten-Blister in Kombination mit Seide, Spitze oder Swarovski-Kristallen in Kunst-Kleider. Hann sieht sich als Bewahrer von alltäglichen Kulturgütern, deren materielle Ästhetik er nutzt, um das Vergängliche in der Mode in künstlerische Dauer zu überführen.
Westfälischer Kunstverein: Nel Aerts
Eine junge Malerin und Performancekünstlerin aus Antwerpen, die sich von Picasso und Stoffmustern inspirieren lässt, und ein aufstrebender Fotokünstler, der Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Wuppertaler Arbeiterinnen im Umgang mit komplexen Webmaschinen präsentiert. Auf ihre ganz eigene Art setzen sich die aktuellen Ausstellungen von Nel Aerts und Heiko Schäfer im Westfälischen Kunstverein mit Rollenbildern auseinander sowie mit der Frage, welche Rolle die Vergangenheit, d.h. die ‚männliche’ moderne Malerei einerseits und die klassische Fotografie andererseits, heute noch spielt.
Kunsthalle Münster: Christiane Blattmann
Verwebt, verbunden, vernetzt, verarbeitet – Christiane Blattmann kreiert verworrene Verbindungen von Materialien, Strukturen, Dingen, Geschichten und Charakteren. Die unter dem Titel „Un-Break My Walls“ präsentierten Werkreihen bestechen durch die fordernde Gegenwärtigkeit der Materialien und die daraus resultierenden Interaktionen.
Museum für Lackkunst: Nobuyuki Tanaka
Die Arbeiten des renommierten zeitgenössischen Lackkünstlers Nobuyuki Tanaka, welche nun erstmals in einer europäischen Einzelausstellung zu sehen sind, setzen sich mit ‚Urformen’ auseinander. Obwohl dieser thematische Fokus sowohl die Technik als auch die Motivwahl des japanischen Künstlers beeinflusst, führt sie nicht zu einer Kongruenz von Form und Inhalt, sondern zu faszinierenden Gegensätzen und einer Gleichzeitigkeit von Gegenwart und Vergangenheit.
Hachmeister Galerie: Malerei von Karl Bungert
Alltag in der Großstadt, Industrialisierung und der Konflikt von Mensch und Maschine. Das sind die bevorzugten Bildsujets von Karl Bungert (1928–1979). Er galt als Outsider, der sein Kunststudium nach vier Wochen abbricht und dessen Werk man zu Lebzeiten eher ablehnend gegenübersteht. Von einer breiteren Öffentlichkeit wahrgenommen wird er erst ab 1972, als wichtige Museen wie das Stedelijk-Museum in Amsterdam, die Kunsthalle Köln oder die Kunsthalle Recklinghausen seine Werke zeigen.
Kunstmuseum Pablo Picasso: Abstraktion in Frankreich
Nach dem Zweiten Weltkrieg rangen einige französische Künstler wie Jean Bazaine, Roger Bissière, Elvire Jan, Alfred Manessier oder Gustave Singier um eine völlig neue abstrakte Bildsprache. Sie schufen Kompositionen, die das Bild als gänzlich eigengesetzliche Welt präsentierten. Wegen ihrer oftmals leisen, subtilen Bildsprache feierten nur wenige von ihnen außerhalb ihres Heimatlandes Erfolge.
Center for Literature: Kunst beleuchtet Wurzeln der Ökologie
Auf der Burg Hülshoff zwischen Münster und Havixbeck, dem Geburtsort der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, entsteht seit einem halben Jahr das Center for Literature. Die Burg hat sich seitdem in einen Ort verwandelt, an dem Literatur sich an gesellschaftlichen Themen reibt und auf Film, Performance, Tanz, Musik, Medienkunst und Architektur trifft.
Kunstmuseum Pablo Picasso: Ein Fest für die Augen
In der Schau „Ein Fest für die Augen“ erlebt man eine wahre Weltreise über vier Kontinente. Der facettenreiche Blick des Picasso-Museums ist so ungewöhnlich erfrischend weit, dass man aus dem Staunen nicht herauskommt: Neben Picasso sind Werke von Tony Cragg, Mark Tobey, Carsten Gliese und anderen zu sehen – außerdem beeindruckende Kunst der Nok-Kultur (400 v. Chr.), Khmer-Skulpturen aus dem 12. Jh. sowie Masken aus Mali, Kamerun und Gabun – sogenannte afrikanische Volkskunst.
LWL-Museum für Kunst und Kultur: Tatjana Doll
Es sind bislang unveröffentlichte Gemälde, die Tatjana Doll derzeit im LWL-Museum für Kunst und Kultur zeigt. Eines davon steht unübersehbar im Foyer des Museums. Es ist ein großformatiges Werk aus einer Serie von Piktogrammen, das pars pro toto für Tatjana Dolls künstlerische Auseinandersetzung mit der Bildsprache des Alltags und dem Verhältnis von Kunst und Öffentlichkeit steht.
Theater Münster: Vortrags- und Filmreihe zu den 1920er Jahren
Nicht erst seit der Erfolgsserie „Babylon Berlin“ und der Verfilmung der „Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht sind die zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts ins öffentliche Interesse gerückt. Aus Anlass der Proklamation der Weimarer Republik vor hundert Jahren widmet sich das Theater Münster unter Beteiligung namhafter Wissenschaftler mit 55 Veranstaltungen von November 2018 bis Juli 2019 in einem breit angelegten Panorama den Zwanziger Jahren in ihrer künstlerischen und kulturellen Vielfalt.
1. Quartal
LWL-Museum für Kunst und Kultur: Sean Scully
Sean Scully zählt zu den wichtigsten Vertretern der abstrakten Kunst. Mit 98 Werken von den 1960er Jahren bis heute zeigt das LWL-Museum für Kunst und Kultur ab Mai wie der 1945 in Dublin geborene und in London aufgewachsene Künstler die Abstraktion neu interpretiert. Erarbeitet hat das Museum die Ausstellung zusammen mit der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, wo sie im letzten Jahr zu sehen war. Versammelt sind Werke aus allen Medien:
Kunsthaus Kannen: Archiv der Anonymen Zeichner
Wie verändert sich das eigene Urteil über ein Bild, wenn man nichts über den Künstler und dessen Herkunft weiß? Wie entwickelt sich sein Wert? Und wo sind die Grenzen zwischen Kunst und Nicht-Kunst zu ziehen? Im Kunsthaus Kannen werden in diesem Frühjahr 500 Zeichnungen aus dem „Archiv der Anonymen Zeichner“ präsentiert
Kunsthalle Münster: Mary Beth Edelson
Wenn eine Künstlerin die weibliche Identität erforscht, indem sie die Ikonografie des Weiblichen dekonstruiert – dann Mary Beth Edelson. 1933 in East Chicago geboren, gilt sie als eine der wichtigsten feministischen Künstlerinnen der 1970er-Jahre. Subtil und humorvoll, ironisch und provozierend stellt sie Frauen als im Beauvoir’schen Sinne eigenständige Subjekte vor, die sich nicht über ihre Beziehung zum Mann definieren.
Kunstmuseum Pablo Picasso: Honoré Daumier
Honoré Daumier gilt als „Michelangelo der Karikatur“. Über Jahrzehnte hinweg hat der Franzose hunderte Gemälde, Handzeichnungen und fast 4000 Lithografien geschaffen, die humorvoll das aufkommende Massenzeitalter im 19. Jahrhundert in Frankreich dokumentieren. Unter seinen Bewunderern und Sammlern waren auch Künstler wie van Gogh, Degas und Picasso.
Westpreußisches Landesmuseum: Julie Wolfthorn
Julie Wolfthorn (1864–1944) war eine begabte Malerin, Grafikerin und engagierte Frauenrechtlerin, deren außergewöhnliche Karriere durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten abrupt endete. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft erhielt sie Publikationsverbot und durfte ihre Werke nur noch im Rahmen des Jüdischen Kulturbundes ausstellen. Das Terrorregime nahm ihr die Existenzgrundlage und schließlich das Leben. 1944 starb Wolfthorn im Konzentrationslager Theresienstadt. Zu ihrem 75. Todestag wird die in Westpreußen geborene und weitgereiste Mitbegründerin der Berliner Secession mit einer Ausstellung gewürdigt.
Kunsthaus Kloster Gravenhorst: Winterlicht 2018
Die Winterzeit, eine dunkle Jahreszeit. Grund genug, sich in einer Ausstellung dem Thema Licht zu widmen. Doch was ist eigentlich Licht und wie verhält es sich im Raum? Was bedeutet die Abwesenheit von Licht für den Raum? Diesen Fragen können die Besucher der Winterlicht-Ausstellung im Kloster Gravenhorst nachgehen. Vier Rauminstallationen des Künstlers Kurt Laurenz Theinert beleuchten das Verhältnis von Licht und Raum. Wie der Titel „Orte ohne Absicht“ andeutet, sind die Werke ohne konkrete Botschaft.
Kunstakademie Münster: Rundgang 2019
Wenn es Anfang Februar voll wird in der Kunstakademie, hat das Tradition: Tausende Besucher strömen jedes Jahr in die Gebäude am Leonardo Campus, um sich die große Jahresausstellung anzuschauen. Die künstlerischen Klassen zeigen in ihren Ateliers Einzelpositionen oder konzeptionelle Gemeinschaftsarbeiten.
Museum für Lackkunst: Laqueur friends
Seit seiner Eröffnung 1993 steht das Museum für Lackkunst unter der Leitung von Prof. Dr. Monika Kopplin, die nun in den Ruhestand verabschiedet wird. Der international anerkannten Expertin für Lackkunst ist es zu verdanken, dass sich das Museum zu einer wichtigen und weltweit bekannten Kunst- und Forschungsinstitution entwickelt hat.
Dortmunder U: MO-Kunstpreisträgerin Lili Fischer
Lili Fischer möchte mit ihren Objekten, Performances und Skulpturen Kunst und Natur vereinen. Hierzu überträgt die 2013 emeritierte Professorin für Performance der Kunstakademie Münster das Konzept der Feldforschung in ihre Kunst: Beobachtend, notierend, zeichnend, sammelnd und kategorisierend nähert sie sich der Natur, protokolliert ihre Eindrücke und integriert sie in ihr künstlerisches Handeln. Diesem Prinzip folgend nimmt die Werkgruppe der „Schnaken“ eine zentrale Rolle in ihrem Schaffen ein.
Hachmeister Galerie: Abstrakte Malerei
Mit Olav Christopher Jenssen, Hans Breder, Ulrich Erben und Friedhelm Falke präsentiert die Hachmeister Galerie vier unterschiedliche Positionen der abstrakten Malerei in einer gemeinsamen Ausstellung. Der Norweger Olav Christopher Jenssen ist in der Schau mit zwei expressiven Großformaten vertreten, während der vor wenigen Jahren verstorbene Amerikaner Hans Breder die Wände mit kleinformatigen Tafeln beherrscht.
Quadrat Bottrop: Fuchs, Matherly, Pils
Inmitten von Schwarz und Weiß, Konturen und Formen zeichnet sich ein knorriges Wesen ab. Große Ohren hat es, wilde Haare und ein maskenhaftes Gesicht. Auf den zweiten Blick sind da immer mehr Augen, Beine, Bäuche – die vermeintliche Gestalt setzt sich aus vielen kleinen Figuren zusammen. Einige schlafen, andere sind munter – alles scheint in Bewegung und bleibt doch alptraumartig surreal.
Galerie Clasing + Etage: Mona Schäfer
Das Problem kennt jeder: Kartoffeln treiben bei Licht aus und sind dann nicht mehr genießbar. Gerade dieses „triebhafte“ der Kartoffel hat Mona Schäfer zu ihrer Fotoserie „papas“ inspiriert, die sie aktuell in der Galerie Clasing ausstellt. Seit einigen Jahren kultiviert die Paderborner Künstlerin das Keimen.
Stadtmuseum Beckum: Susanna Taras
Als „Malerei mit Wolle“ bezeichnet Susanna Taras ihre aus profanen Materialien wie Wollfäden und Plastik gearbeiteten Blumenreliefs. Päonie, Nelke, Krokus, Tulpe, Hyazinthe und Veilchen – kaum eine Blume, die sie in der ihr eigenen Kunstsprache nicht schon zum artifiziellen Objekt gemacht hat. Blumen sind für die Künstlerin Ausdruck von Schönheit und Synonym für das Leben.
Burg Vischering: Meistergrafik von Rubens
Mit seinen üppigen weiblichen Akten prägt Peter Paul Rubens (1577–1640) bis heute unsere Vorstellungen von der Barockkunst. In seinen Grafiken, die meist nach Vorlage seiner Gemälde entstanden, brachte der flämische Maler sie besonders gelungen zur Geltung. Eine Ausstellung in der Burg Vischering stellt in diesem Frühjahr Rubens, meisterhaftes grafisches Schaffen vor und zeigt eindrucksvoll die begabte Hand des Künstlers. Dabei wird besonders auch die Rolle der Grafik als Element der „Vermarktung“ des Künstlers beleuchtet.
Zentrum für Internationale Lichtkunst: Bernardí Roig
Meist sorgen leuchtende Installationen in den Kellergewölben im Zentrum für Internationale Lichtkunst für eine stimmungsvolle Atmosphäre. In der aktuellen Ausstellung „Excess“ aber empfängt die Besucher eine düstere Welt – trotz vieler Leuchtstoffröhren. Der spanische Künstler Bernardí Roig, der schon auf der Biennale in Venedig ausgestellt hat, zeigt bis April großformatige Licht- und Multimediainstallationen, die eindringlich und kritisch erkunden, wie die Essenz des menschlichen Daseins dargestellt und vor allem Abgründe wie Angst und Einsamkeit authentisch abgebildet werden können.
Kloster Bentlage: Wolfgang Gärtner
Der Architekt Wolfgang Gärtner hat sich seit vielen Jahren der Zeichnung und Grafik verschrieben. Sein besonderes Interesse gilt dem Karneval in Venedig: Mehrfach hat er Venedig zur Zeit des Karnevals besucht und dort viele Skizzen als Anschauungsmaterial gefertigt. Auf den ersten Blick vermitteln seine Bilder durch ihre intensive Farbigkeit den Eindruck eines rauschenden Festes. Erst beim genauen Hinsehen ergeben sich verschiedene Ebenen, in denen sich das bunte Treiben offenbart.
Kunsthalle Recklinghausen: Das Geheimnis der Dinge
Die Darstellung von Dingen hat in der Geschichte der Malerei eine lange Tradition: subtile Bedeutungen, geheime Botschaften oder einfach die unspektakuläre Wirklichkeit – jede Epoche fand ihre eigenen Antworten auf die Frage nach dem, was wir in den Dingen sehen. In Recklinghausen widmet sich die Ausstellung „Das Geheimnis der Dinge“ der gegenstandsorientierten Malerei aus heutiger Sicht. Fünfzig malerische Positionen der Gegenwart werden hierzu vorgestellt.
Kunstmuseum im Marstall: Radierkunst
Mit Rolf Escher, Jochen Geilen und Friedemann Hahn präsentiert das Kunstmuseum Paderborn drei zeitgenössische Künstler, die sich einer jahrhundertealten Technik bedienen: der Radierung und des Kupferstichs. Rolf Escher spürt in seinen Blättern dem menschlichen Handeln an kulturell bedeutenden Stätten wie alten Bibliotheken, Theatern oder historischen Plätzen nach.
LWL-Museum für Kunst und Kultur: Multiples von Beuys
Aus dem Off schwebt ein gleichmütig vorgetragener Monolog aus „Ja, Ja, Jas“ und „Nee, Nee, Nees“ durch den Lichthof des LWL-Museums für Kunst- und Kultur. Das zum Sound gehörende Multiple besteht aus einer Tonbandspule, eingebettet in einen Stapel brauner Filzplatten. 1968 während einer FLUXUS-Veranstaltung aufgenommen, wirkt diese „Imitation eines Oma-Gesprächs“ wie ein beruhigendes Mantra, das die äußere und innere Welt für einen Moment stillstehen lässt.
LWL-Museum für Kunst und Kultur: Bauhaus und Amerika
Bauhaus in Amerika – das sind Künstler wie Josef Albers und László Moholy-Nagy, die in die USA emigrierten und dort fortsetzten, womit sie in Weimar, Dessau und Berlin begonnen hatten: die Gattungsgrenzen zwischen bildender, darstellender und angewandter Kunst zu sprengen. Es sind aber auch amerikanische Künstler wie Bruce Nauman oder Merce Cunningham, deren Lust am Experiment auf die europäische Kunst zurückwirkte.
2018
4. Quartal
Galerie Frye & Sohn: Bernd Miesch
Mit Bernd Miesch (1905–1965) präsentiert die Galerie Frye & Sohn einen Künstler aus Münster, der ein umfangreiches Werk hinterlassen hat. In den Ölbildern des Autodidakten dominieren zumeist verhaltene Erd- und Grautöne. In gedämpfter Farbgebung und düsterer Atmosphäre setzt er sich zum Beispiel mit seiner im Zweiten Weltkrieg zerstörten Stadt und ihrem Wiederaufbau auseinander. Seine ausgedehnten Studienreisen inspirierten ihn jedoch auch zu Bildern von südländischer Leuchtkraft.
Kloster Bentlage: GWK-Kunstpreis 2018
Lukas Zerbst erhält den diesjährigen Förderpreis Kunst der Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit GWK. Die Auszeichnung für herausragende Nachwuchskünstler aus Westfalen ist mit einem Preisgeld, einem Katalog und einer Ausstellung im Kloster Bentlage in Rheine dotiert. Die Arbeiten des 1988 in Polen geborenen Künstlers wirken zugleich spontan und durchdacht.
Kunstmuseum Ahlen und Marta Herford: Expo-Kunst
„Kunst und Technik – angewandt auf das moderne Leben“ – das optimistische Motto der Pariser Weltausstellung von 1937 konnte die dunklen Vorzeichen nicht verbergen, die das Großereignis überschatteten. Die ideologisch aufgeladenen Architekturen des deutschen und des sowjetischen Pavillons standen sich am Seineufer direkt gegenüber.
Hachmeister Galerie: Chao-Kang Chung
Chao-Kang Chungs Bilder sind wie Fenster, in denen sich die Realität in mehrfacher Weise manifestiert. Auf den ersten Blick vermeint der Betrachter Wandvitrinen oder Schaukästen zu vernehmen. Doch es handelt sich nur um eine Illusion. Was man als räumlichen Körper des Bildes erkennt, ist gemalt. Alles wirkt eigentümlich gespiegelt, teils durchsichtig: die Transparenz eines Glases, durch das etwas sichtbar wird, die Realität des Ausstellungsraumes und die Wand dahinter.
Herforder Kunstverein: Wilhelm Heiner
Eine retrospektiv angelegte Schau zum Bielefelder Künstler Wilhelm Heiner (1902–1965), der mit seinem facettenreichen Werk Spuren in Ostwestfalen hinterlassen hat, zeigen in einer Doppelausstellung der Herforder Kunstverein und das neueröffnete Museum Peter August Böckstiegel in Werther. Während in Herford Heiners Beschäftigung mit Theater, Tanz und Musik im Fokus steht, beleuchtet die Ausstellung in Werther sein Schaffen als Bildhauer, Maler und Zeichner.
Kulturzentrum Kap.8: Susanne von Bülow
Mit der Ausstellung „Personen im Bade“ knüpft das Kulturzentrum Kap.8 in Münster-Kinderhaus an ein Thema an, das eine lange Tradition in der Kunst vieler Kulturen und Epochen hat. Oftmals ging es um die Schönheit badender Körper, im Expressionismus wurde das Motiv mit einer gesellschaftlichen Utopie und einer ursprünglichen, naturverbundenen Lebensform verknüpft. Susanne von Bülow aus Münster wirft einen ganz anderen Blick auf diese Thematik.
Burg Vischering: Leon Löwentraut
Leon Löwentraut (* 1998) aus Düsseldorf zählt zu den jüngsten und gefragtesten Nachwuchskünstlern der Gegenwart. Ob in New York, Singapur, London oder Berlin – überall sorgt sein expressiver Malstil für Aufmerksamkeit. Von Picasso, Matisse und Basquiat inspiriert, kombiniert Löwentraut Farben und Formen gestisch wild, oftmals mit der Tube selbst, anstatt mit dem Pinsel.
Kunstmuseum Pablo Picasso: Marc Chagall
Pablo Picasso soll über seinen Kollegen Marc Chagall einmal gesagt haben: „Wenn er malt, weiß man nicht, ob er dabei schläft oder wach ist. Irgendwo in seinem Kopf muss er einen Engel haben.“ Das Zusammenspiel von Traum und Wirklichkeit, von Fantasie und eigener Biografie ist das zentrale Thema der Ausstellung „Marc Chagall – Der wache Träumer“, die am 13. Oktober in Münster eröffnet wird.
Galerie Clasing + Etage: Geoffrey Hendricks
Seine vom Himmel inspirierten Arbeiten verliehen dem Amerikaner Geoffrey Hendricks (1931–2018) den Beinamen „Wolkenmaler“ und machten ihn in den 1960er Jahren zu einem bedeutenden Vertreter der Fluxus-Bewegung. Scheinbar alltäglichen Gegenständen wie Schuhen, Plattencovern oder Unterhosen verlieh er einen himmelblauen Wolken-Anstrich. In diesem Mai ist Geoffrey Hendricks im Alter von 86 Jahren gestorben. An ihn erinnert bis zum Jahresende eine Retrospektive in der Galerie Clasing & Etage.
LWL-Museum für Kunst und Kultur: Bauhaus und Amerika
Farbiges Licht, durch geometrische Schablonen auf Leinwände projiziert: 1922 entwickelten Ludwig Hirschfeld-Mack und Kurt Schwerdtfeger nach einem Laternenfest am Staatlichen Bauhaus das künstlerische Konzept der „reflektorischen Farblichtspiele“. Auch Laszlo Moholy-Nagy, einer der bedeutendsten Lehrer des Bauhauses, experimentierte intensiv mit Licht und Farbe, Raum und Bewegung.
Kunsthalle Lingen: Georgia Gardner Gray
Alle zwei Jahre wird der renommierte Lingener Kunstpreis vergeben, der sich seit 1983 ausschließlich an Künstlerinnen und Künstler richtet, die im Medium der Malerei arbeiten. In diesem Jahr erhält ihn Georgia Gardner Gray. 1988 in New York geboren und heute in Berlin lebend, präsentiert Gray ihre Bilder stets in Korrespondenz mit Objekten. In ihren farbenreichen Werken reflektiert sie mit Hilfe der Charaktere auf der Leinwand aktuelle Codes des Benehmens und hinterfragt hierüber gesellschaftliche Konventionen.
Kunsthalle Schnake: Perlagia Mutyavaviri
Perlagia Mutyavaviri zählt mit ihren Werken zur Avantgarde der zeitgenössischen Bildhauerszene in Zimbabwe. Mit Talent und Erfindungsgeist hat sie ihren eigenen Stil hervorgebracht. Wenn Mutyavaviri einen Stein in den Händen hält, beginnt eine Zwiesprache, bis dieser ihr seine Geschichte preiszugeben scheint. Dann erst beginnt sie, ihr Werk aus dem hartem Mineralgestein herauszuarbeiten. Wohin ihre Entdeckungsreise geht, weiß sie am Anfang noch nicht.
Museum für Lackkunst: Die Welt der Inrō
Der Kimono, das traditionelle japanische Gewand für Männer und Frauen, hat aus heutiger Sicht einen großen Nachteil: Es fehlen Taschen, in denen die kleinen Dinge des täglichen Gebrauchs untergebracht werden können. Im alten Japan führte dieses Problem zur Kreation neuer Accessoires, der sogenannten Sagemono (‚Hängesachen’), die mit einem Band und einem kunstvoll geschnitzten Anhänger am Gürtel befestigt wurden.
Diözesanmuseum Paderborn: Kunst der Gotik
Zum 950-jährigen Jubiläum des Paderborner Doms zeigt das Diözesanmuseum eine Ausstellung zur europäischen Baukultur des 13. Jahrhunderts. Ausgehend von Paderborn wirft die Schau einen Blick auf eine Epoche voller bahnbrechender Neuerungen in Architektur und Kunst. Den Besucher erwarten bedeutende Architekturfragmente, Skulpturen und Baupläne, darunter die ältesten erhaltenen Architekturzeichnungen aus Reims.
Museum Haus Opherdicke: Edgar Ende
Edgar Ende (1901–1965) gilt als einer der wichtigsten deutschen Vertreter des Surrealismus. Seine symbolisch aufgeladenen Motive bewegen sich zwischen Traum- und Albtraum, sind in ihrer subjektiven Wirklichkeit ebenso konkret wie absurd und befremdlich. Mit seinen visionären Bildern setzte er nicht zuletzt einen Gegenentwurf zu den Schrecken des Krieges. Unter dem Titel „Melancholie und Verheißung“ zeigt das Haus Opherdicke derzeit Endes Werke, darunter Gemälde, Grafiken und Skizzen.
Marta Herford: Kreaturen nach Maß
Sieben Uhr morgens: Vogelgesang aus dem Handywecker. Als erstes muss der Hund raus. Draußen ist es noch kühl – gut, dass der neue Wollmantel wohlig warm hält. Dann Frühstück: Wurstbrötchen und ein Milchkaffee aus der Mickymaus-Tasse… Die kurze Alltagsgeschichte zeigt, wie komplex die Beziehungen zwischen Mensch und Tier sind. Tiere leisten uns Gesellschaft, liefern Wolle, Fleisch und Milch und begegnen uns als vermenschlichte Protagonisten in Kinderbüchern, Comics und Filmen.
Stadtmuseum Münster: Miia Autio
In ihrer Fotoserie „Variation of White“ zeigt Miia Autio aus Finnland scheinbar dunkelhäutige Menschen in bunter Kleidung. Auf den ersten Blick ist alles so wie es scheint, schließlich hat Autio ihre Fotos in Tansania aufgenommen. Wer genau hinsieht, erkennt jedoch: für den Abzug hat sie nicht das Positiv, sondern das Negativ verwendet. Die abgelichteten Personen sind in Wirklichkeit hellhäutig, es handelt sich um Menschen mit Albinismus. Mit ihren Fotografien zeigt Miia Autio uns, wie aus vorschnellen Schlüssen Vorurteile entstehen können.
dst.galerie: Papierschnitte von Dorthe Goeden
Wer sich Dorthe Goedens Papierschnitten nähert, glaubt, es handelt sich um Zeichnungen: überaus fein in der Struktur wirken sie wie ein fragiles Geflecht aus Linien. Erst auf den zweiten Blick offenbart sich der handwerkliche Entstehungsprozess: In mühevoller Kleinarbeit schneidet die Künstlerin aus Münster die Formen mit dem Skalpell aus dem papierenen Bildträger heraus. Ihre Werke fixiert sie mit feinen Metallstiften an der Wand oder auf weißem Grund.































































































































































































































































































































































































































































































Galerie der Gegenwart: Camillo und Ulrike Grewe
„Hallo, habe unlesbare Signale von dir erhalten, melde mich bald“ lautet der Titel der Gemeinschaftsausstellung von Ulrike Grewe (*1949) und Camillo Grewe (*1988), die bis 24. Oktober in der Galerie der Gegenwart gezeigt wird. Bei dem unkonventionellen Künstlerduo handelt es sich um Mutter und Sohn. Die beiden entwickelten die Idee einer künstlerischen Zusammenarbeit während des ersten Corona-Lockdowns.
Kunstmuseum Pablo Picasso: Rendezvous der vier Freunde
Die vier französischen Künstler Charles Camoin, Albert Marquet, Henri Manguin und Henri Matisse lernten sich in den 1880er-Jahren in Paris kennen. Sie begegneten sich als Studenten während ihrer Ausbildung im Atelier von Gustave Moureau und blieben ein Leben lang verbunden. Immer wieder malten sie zu verschiedenen Zeiten Seite an Seite und tauschten Hunderte von Briefen aus, die neben den Kunstwerken die enge kameradschaftliche Bande belegen, die sie untereinander knüpften.
Nimmersatt? Gesellschaft ohne Wachstum denken
Auch wenn er als globales Paradigma etabliert ist: Der Kapitalismus produziert und verstärkt soziale Ungleichheiten und billigt das Ausbeuten von Ressourcen. Wie aber können Gesellschaften aussehen, die sich nicht am kapitalistischen Wachstum orientieren? Sind wir fähig, einen anderen Weg zu gehen, um den Kollaps abzuwenden? Diese komplexen Fragen verfolgen das LWL-Museum für Kunst und Kultur, der Westfälische Kunstverein und die Kunsthalle Münster in einer gemeinsamen Ausstellung.
Stadtmuseum Münster: Schwimmbad-Fotografien von Gerhard Westrich
Der Berliner Fotograf Gerhard Westrich konzentriert sich in seiner 2019 entstandenen Serie „Schwimmbad“, die das Stadtmuseum aktuell zeigt, auf das Schwimmen und die Bewegungen, die ein schwimmender Mensch im Wasser vollführt. Begleitet von unzähligen Luftbläschen treten einzelne Muskelpartien oder Adern in seinen Aufnahmen deutlich hervor und lenken den Blick auf den Körper.
Museum für Lackkunst: Breaking out of Tradition
Gesellschaftliche Umbrüche im Japan des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts stürzten die Lackkunst in eine Existenzkrise und fungierten zugleich als Motor ihrer institutionellen, technischen und stilistischen Erneuerung. An die Stelle von traditionellen Lackmeisterfamilien, Werkstätten und fürstlichen Mäzenen traten Kunstakademien, Museen und Vereine, die sich fortan mit öffentlicher Unterstützung um die Förderung der Lackkunst bemühten.
Galerie mike karstens: Sigmar Polke zum 80. Geburtstag
Für den Kunsthistoriker Götz Adriani war der deutsche Künstler Sigmar Polke „ein Alchimist, den man sich am Hofe Rudolf II in Prag vorstellen“ konnte. Der kaiserliche Herrscher und Förderer von Kunst und Wissenschaft aus der Zeit der Renaissance hätte sicher Gefallen an Polke gefunden, dessen Werke durch Experimente mit ungewöhnlichen Untergründen und chemischen Substanzen einen unbeschreiblich innovativen Charakter aufweisen.
Galerie Ostendorf: Konrad Klapheck – Magischer Realist der Maschinen
Konrad Klapheck (*1935) malte jahrzehntelang akribisch Maschinen. Vor allem Schreib- und Nähmaschinen hatten es ihm angetan und wurden zu wiederkehrenden Motiven in seinem Werk. Obgleich er sich Ende der 1990er-Jahre auch der menschlichen Figur zuwandte, ist er als „magischer Realist der Maschinen“ in die Kunstgeschichte eingegangen. 1955 malte er als junger Akademiestudent sein erstes Porträt einer Continental, die er sich eigens dafür in einem Schreibmaschinengeschäft ausgeliehen hatte.
Kunstmuseum Ahlen: RESET – Krise als Chance
„Haben Sie es schon mit einem Neustart versucht?“ Ein Reboot ist oft die erste Lösung, die der IT-Support bei Problemen vorschlägt. Doch lässt sich dieses Vorgehen auch auf globale Krisen, wie den Klimawandel, das Artensterben oder die Covid-19-Pandemie übertragen? Das Kunstmuseum Ahlen wagt das Gedankenexperiment: Was wäre, wenn Krisen zum Ausgangspunkt für einen Neuanfang werden könnten?
lichtsicht7 Projektions-Triennale in Bad Rothenfelde
Wer im letzten Herbst glaubte, Corona könne der lichtsicht7 als Freiluftevent nichts anhaben, wurde mit dem November-Lockdown eines Besseren belehrt. Auch die Bad Rothenfelder Projektions-Triennale musste schließen – nur eine Woche nach ihrer Eröffnung. Nun gibt es die gute Nachricht: Die lichtsicht7 startet neu und dürfte damit wieder zum Besuchermagneten werden. Ab 22. Oktober werden Video- und ProjektionskünstlerInnen aus der ganzen Welt ihre Werke in den abendlichen Salznebel der Gradierwerke projizieren.
Kolvenburg Billerbeck: Norbert Thomas
„Von der Fläche in den Raum“ heißt eine Ausstellung in der Kolvenburg mit Werken des renommierten Vertreters der konkreten Kunst, Norbert Thomas. Gezeigt werden Gemälde, Grafiken und Skulpturen mit großformatigen geometrischen Rastern. Norbert Thomas gehört der Generation von Künstlern an, die den künstlerischen Prozess einer eigenen Systematik unterordnet, die er seit Jahren verfolgt.
Quadrat Bottrop: Patrick Faigenbaum
Patrick Faigenbaum ist ein international bekannter Fotograf, dessen Arbeit in Europa und den USA bereits prominent vorgestellt wurde. Seine Ausstellung im Quadrat Bottrop mit Werken aus den Jahren 1986–2016 ist die erste Werkschau in Deutschland seit mehr als 20 Jahren. Mitte der 80er Jahre trat der 1954 in Paris geborene Künstler mit einer Serie von Porträts von Adelsfamilien in Rom, Florenz und Neapel hervor. Waren diese frühen Arbeiten schwarz/weiß, beginnt er Ende der 90er Jahre auch in Farbe zu arbeiten.
Dortmunder U: Technoschamanismus
Ausgehend von der Figur des Schamanen, die Joseph Beuys Zeit seines Lebens kultivierte, zeigt der Dortmunder Hartware MedienKunstVerein in diesem Herbst eine Ausstellung mit technoschamanistisch inspirierten Kunstwerken. Aus ihnen spricht der Wunsch nach einer Transformation der westlichen Moderne in Anlehnung an die von Beuys eingesetzten künstlerischen Strategien zur Heilung der Gesellschaft mittels eines spirituellen Zugangs zur Umwelt.
Haus Opherdicke: Hermann Stenner
Der ostwestfälische Künstler Hermann Stenner (1891–1914) hinterließ trotz seiner kurzen Schaffenszeit von nur fünf Jahren ein beeindruckendes Werk. Der gebürtige Bielefelder gehörte zu den herausragenden Talenten nach der Jahrhundertwende. Er schuf rund 300 Gemälde sowie mehr als 1.500 Arbeiten auf Papier, bis er sich zum Kriegsdienst meldete und 1914 an der Ostfront fiel. Das Museum Haus Opherdicke widmet sich jetzt mit der Ausstellung „Hermann Stenner und seine Lehrer“ den wenigen Schaffensjahren des jungen Künstlers.
Museumsquartier Osnabrück: Friedenspreis für Fotografie 2021
Frieden hat viele Gesichter – er ist weitaus mehr als die Abwesenheit eines Krieges. Er kann neben der politischen sowohl ökologische, soziale, kulturelle als auch familiäre Bedeutungsebenen haben. Mit den vielfältigen Facetten von Frieden haben sich die Teilnehmer des „Deutschen Friedenspreises für Fotografie“ auseinandergesetzt. Gemeinsam mit der Felix Schöller Group hat die Stadt Osnabrück den Preis ausgelobt.
Heinrich Neuy Museum: Paul Citroen
Mit Paul Citroen (1896–1983) wirft das HeinrichNeuyMuseum den Blick auf einen Bauhauskünstler der aufgrund seiner jüdischen Herkunft Repressalien durch das NS-Regime ausgesetzt war. Als Sohn niederländisch-deutscher Eltern in Berlin geboren, studierte Citroen von 1922–24 am Bauhaus in Weimar. 1928 siedelte er nach Amsterdam über, wo er die dem Bauhaus verpflichtete Nieuwe Kunstschool gründete.
Otto Modersohn Museum: Karel Dierickx
Zerstörte Oberflächen, sich überlagernde Schichten, Spuren seiner Hände: Kunst war für den belgischen Künstler Karel Dierickx (1940–2014) ein schier unendlicher Schaffensprozess. Tastend und immer wieder verwerfend näherte er sich so jenem diffusen Wahrnehmungsraum zwischen Gegenständlichkeit und Abstaktion an. Ausgangspunkt waren dabei realistische Motive, die trotz seiner gestischen, impulsiven Eingriffe als Inspirationsquelle stets sichtbar bleiben.
Museum Abtei Liesborn: Spirit Africa
Mit „Spirit Africa“ zeigt das Museum Abtei Liesborn Werke aus der Sammlung Kunst Transit Berlin, einer Privatsammlung für afrikanische Gegenwartskunst. 15 KünstlerInnen aus Kenia, Uganda, Simbabwe, der Elfenbeinküste und Benin positionieren sich mit unterschiedlichen Medien, Stilen und Formen.
Von der Heydt-Museum: Aktionen von Joseph Beuys
Die Wuppertaler Fotografin Ute Klophaus (1940-2010) begleitete Beuys und sein Werk zwanzig Jahre lang fotografisch. Beuys wäre im Mai diesen Jahres 100 Jahre alt geworden. Darum zeigt das Von der Heydt-Museum nun die Ausstellung „Aus der Zeit gerissen. Joseph Beuys: Aktionen – fotografiert von Ute Klophaus 1965-1986“ und präsentiert im Rahmen des Jubiläumsprogramms „beuys 2021“ rund 230 Schwarz-Weiß-Bilder aus der Sammlung von Lothar Schirmer.
Münsterlandfestival: Grafikprojekt prINT
Von der Skizze auf dem Papier, übertragen auf einen Druckstock aus Holz, Metall, Karton, Linoleum oder Stein, im Ätzbad durch Säure verändert und durch vielschichtige Farbaufträge vertieft – die Druckgrafik war und ist ein spannendes Feld. Seit über 20 Jahren hat sich die Druckvereinigung Bentlage der Förderung der Druckgrafik verschrieben und betreibt dafür am Kloster Bentlage in Rheine zwei Werkstätten. Mit dem Grafikprojekt prINT beteiligt sich das Kloster Bentlage auch an dem alle zwei Jahre stattfindenden Münsterlandfestival.