Kunstmuseum Pablo Picasso Münster

Abbildung von Roger Bissière. Morgenlicht. 1960

Roger Bissière. Morgenlicht. 1960. Fondation Jean et Suzanne Planque. © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Abbildung von Alfred Manessier. Sand VII

Alfred Manessier. Sand VII.  © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Lichte Strukturen und Farbsinfonien: Abstraktion in Frankreich

1941 stellen sie erstmals gemeinsam in Paris aus: Jean Bazaine, Roger Bissière, Elvire Jan, Alfred Manessier, Jean Le Moal und Gustave Singier. Ohne Manifest oder Programm führt sie ab 1950 ihr Weg in eine immer abstraktere Bildsprache. Sie experimentieren mit der Glasmalerei, nehmen teils mehrfach an der documenta teil, reüssieren aber ab den 1970er-Jahren kaum mehr auf dem vom amerikanischen abstrakten Expressionismus und der Pop-Art bestimmten Kunstmarkt. Das Picassomuseum zeigt nun deutschlandweit einmalig über hundert ihrer Gemälde.

„Durch das Licht – Abstraktion in Frankreich“ zeigt vielgestaltige Arbeiten, die von lichten Strukturen und Farbsinfonien bestimmt sind. Maßgeblich geprägt hat die Künstler die Formensprache des Kubismus und des Surrealismus – vor allem aber ihre Auseinandersetzung mit der Glasmalerei. Sie wirkte stark auf ihr malerisches Schaffen zurück und führte zugleich zu ihren nachhaltigsten Erfolgen. Alfred Manessier zum Beispiel stattete in den 1960er- und frühen 1970er-Jahren deutsche Kirchen wie das Essener Münster, St. Gereon in Köln oder die Bremer Liebfrauenkirche mit Fenster-Arbeiten aus. Die in Münster gezeigten Gemälde der sechs Künstler überspannen einen Zeitraum von vier Jahrzehnten ab den 1950er-Jahren und entstammen einer Schweizer Privatsammlung sowie verschiedenen französischen und Schweizer Museen. 

Zeitgleich gibt die Schau „Picasso und die Nachkriegsmoderne“ anhand von Porträts, Stillleben und Akten aus dem Museumsbestand intime Einblicke in Picassos Schaffen der 1950er- und 1960er-Jahre: einer Zeit zwischen Figuration und Abstraktion, politischem Engagement und dem Rückzug ins Private sowie massenmedialer Berühmtheit und der intensiven Beschäftigung mit der Kunst der Alten Meister. | Birgit Schlepütz

bis 29.09.19

Kunstmuseum Pablo Picasso Münster
Picassoplatz 1
48143 Münster
Tel. 0251-4144710
Di–So 10–18 Uhr

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