Kunstmuseum Ahlen

Abbildung von Günter Fruhtrunk. o.T. 1965

Günter Fruhtrunk. o.T. 1965. Sammlung Maximilian und Agathe Weishaupt. © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Abbildung von Günter Fruhtrunk. Schwarzes Thema und Rot. 1968

Günter Fruhtrunk. Schwarzes Thema und Rot. 1968. Sammlung Maximilian und Agathe Weishaupt. © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Günter Fruhtrunk: Dicke Balken und Aldi-Tüten als Ikonen

Wozu überhaupt noch malen? Und was? „Mich interessiert nicht Darstellung als Ausführung von Geplantem, sondern Kraft und Dauer des mannigfaltig bewegten und bewegenden Denkens und Fühlens“, so Günter Fruhtrunk, der die Frage nach dem Wozu und Was mit kraftvoll ausformulierten Kompositionen aus konkreten Formgeflechten beantwortete. Stichwort: Konkrete Kunst. Konstruktionen aus Balken und Linien, rhythmisch in Szene gesetzt und flirrend in ihren Farbwirkungen. Das Kunstmuseum Ahlen zeigt nun 20 von Fruhtrunks Hauptwerken aus der Sammlung Maximilian und Agathe Weishaupt.

Günter Fruhtrunk (1923-1982) steht stellvertretend für die Ära eines modernen Kunstschaffens in der jungen BRD. Heute zählt der Künstler zu den wichtigsten Vertretern der Konkreten Kunst. Fruhtrunk übertrug das Lebensgefühl seiner Zeit in eine global verständliche Kunstsprache. Seine charakteristisch-schiefen Balkenmuster waren Kontrapunkt einer vom Gestus dominierten abstrakten Malerei, aber auch Sinnbild für Massenproduktion und -konsum. Die diagonal und orthogonal gesetzten Gefüge rhythmisieren die Bildflächen in technisch perfekt inszenierte Farbbänder. Ein Brotjob machte uns alle zu Besitzern eines Fruhtrunks: 1970 entwarf der Künstler die in Balkenbändern designte Aldi-Nord-Discountertüte. So wurde sein millionenfach verbreitetes Werk zu einer Ikone der Konsumgesellschaft. Zeitgleich zur Fruhtrunk-Schau präsentiert das Museum Werkserien des 2016 verstorbenen Fotokünstlers Andreas Horlitz unter dem Titel „Reflection“. Die erste Rückschau aus dem Nachlass zeigt neben den wunderkammerähnlichen Leuchtkästen, Glas- und Spiegelarbeiten zum Thema Porträt und Kopiermontagen. | Sebastian Osterhaus

bis 19.05.19

Kunstmuseum Ahlen
Museumsplatz 1
Tel. 02382-91830
59227 Ahlen
Mi–Fr 14–18, Sa+So 11–18 Uhr

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