LWL-Museum für Kunst und Kultur

Foto vom Blick in die Ausstellung

Blick in die Ausstellung. Foto: Hanna Neander

Abbildung von Sean Scully. The Bather. 1983

The Bather. 1983 © Sean Scully

Mehr als Form und Farbe: Sean Scullys Werke zwischen zwei Polen

Sean Scully in Münster – das ist bereits eine Sensation. Aber es sind nicht nur die bekannten großformatigen Bilder des renommierten Künstlers zu sehen, sondern auch Pastelle, Aquarelle, Zeichnungen, Skizzenbücher, Druckgrafiken, Fotografien und – erstmalig in Deutschland – auch drei Skulpturen. Damit spiegelt „Vita Duplex“, so der Titel der Schau, sowohl den Anspruch des Künstlers als auch den erfreulichen Ehrgeiz der Ausstellungsmacher wider. Die präsentierte Vielfalt braucht natürlich Platz: In gleich sechs thematisch geordneten Räumen kann man sich ganz in Strukturen, Farben und Formen verlieren.

Der 1945 geborene Scully gehört zu den wichtigsten Künstlern der Gegenwart. Er malt abstrakte Kunst, die mit ihrer Farbigkeit und deutlich sichtbaren Struktur beim Betrachten unweigerlich etwas auslöst. Seine bekannten Bilder, die auch die Münsteraner Ausstellung dominieren, sind auf der ganzen Welt auf bedeutenden Kunstfestivals, Schauen und in allen bekannten Museen zur Gegenwartskunst zu sehen. Die Werke bestehen zum großen Teil aus übergroßen Tafeln mit mehrschichtig aufgetragener Ölfarbe und deutlich hervortretender Textur. Der irisch-amerikanische Künstler erschafft Muster und Landschaften mit vertikalen und horizontalen Streifen. Ergänzt wird die Werkschau durch poetische und philosophische Zitate des Künstlers zu Themen wie Verlust, Sehnsucht und Natur des Menschen. Auch an diese Dualität von Form und Sprache knüpft der Titel der Schau an: Das Grundmotiv des Wettstreits zwischen zwei Polen wie Ordnung und Störung, Hell und Dunkel oder Raum und Leere durchzieht die Ausstellung. | Katja Angenent

bis 08.09.19

LWL Museum für Kunst und Kultur
Domplatz 10
48143 Münster
Tel. 0251-590701
Di–So 10–18 Uhr

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