Gustav-Lübcke-Museum

Abbildung von Eberhard Viegener. Der Schnapstrinker. 1917

Eberhard Viegener. Der Schnapstrinker. 1917. © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Abbildung von Fritz Viegener. Verbombte. 1953 

Fritz Viegener. Verbombte. 1953 

Foto – Farbe – Form: Auf den Spuren der Viegener-Brüder

In seiner aktuellen Sonderausstellung vereint das Hammer Gustav-Lübcke-Museum die Werke dreier Brüder unter einem Dach. Zu sehen sind Grafiken, Malereien, Fotografien und Skulpturen von Josef, Eberhard und Fritz Viegener. Die in Soest geborenen Brüder haben während des 20. Jahrhunderts vor allem in Westfalen ihre künstlerischen Spuren hinterlassen. Sie gehören zu einer Generation, die zwei Weltkriege, Inflation und die Schrecken des NS-Regimes miterlebten. Diese Erfahrungen spiegeln sich auch in ihren Arbeiten wider, taten jedoch ihrem Optimismus und Schaffensdrang keinen Abbruch. 

Josef Viegener (1899–1992) fand in der Fotografie sein Ausdrucksmittel. Mit seinem 1925 in Hamm eröffneten Fotoatelier gelang es ihm, einen beachtlichen Kundenkreis zu gewinnen. Neben der Porträtfotografie widmete er sich der Dokumentation von Industrielandschaften sowie des städtischen Lebens in Hamm. In seinen freien Arbeiten griff er Impulse der fotografischen Moderne auf. Diese zeichnen sich durch Klarheit und Einfühlsamkeit aus. Eberhard Viegener (1890–1967) machte sich kurz nach dem Ersten Weltkrieg als Maler und Grafiker einen Namen. In seinem Werk zeigt sich der Einfluss zeitgenössischer Strömungen wie etwa des Expressionismus. Jedoch wusste er stets eigene Akzente zu setzen. In seinen Malereien beschäftigte er sich mit der Landschaft, dem Porträt und dem Stillleben – mit sichtlicher Zuneigung für Natur, Mensch und Dinge. Fritz Viegeners (1888–1967) Leidenschaft galt der Bildhauerei und der Grafik. Ohne akademische Ausbildung erarbeitete er sich seine Kenntnisse durch Studium von Kunstwerken sowie die intensive Beobachtung der Natur. Er widmete sich religiösen Themen, der Landschaft und der Natur. Auch verarbeitete er Kriegserfahrungen so beispielsweise in seiner 1953 entstandenen Holzskulptur „Verbombte“. | Gudrun Schmiesing

bis 06.10.19

Gustav Lübke Museum
Neue Bahnhofstr. 9
59065 Hamm
Tel. 02381-175714
Di–Sa 10–17, So 10–18 Uhr

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