LWL-Museum für Kunst und Kultur

Domplatz 10 | 48143 Münster

William Turner. Fishermen at Sea. Exhibited 1796 © Tate: Accepted by the nation as part of the Turner Bequest 1856. Photo © Tate, 2019

William Turner. The Fall of an Avalanche in the Grisons. Exhibited 1810. © Tate: Accepted by the nation as part of the Turner Bequest 1856. Photo © Tate, 2019

Von der Urgewalt der Natur: William Turner – Horror and Delight

Von Birgit Schlepütz | Er war gefesselt von der rauen See, dem Sehnsuchtsziel Venedig und der Bergwelt der Alpen: Joseph Mallord William Turner (1775–1851), der wohl bedeutendste Landschaftsmaler der Romantik. Noch bis Ende Januar zeigt das LWL-Museum für Kunst und Kultur Malereien und Aquarelle seiner Reisen in die Schweiz und nach Italien. Die gezeigten Werke thematisieren gleichermaßen das Schreckliche wie das Schöne, das er auf diesen Reisen wahrnahm – vor allem die Erhabenheit und Urgewalt der Natur, die er in atmosphärischer Dichte in seinen Werken einfing.

William Turners Anfänge liegen in der Londoner Royal Academy of Arts. Sein zeichnerisches Talent und sein intensives Interesse für die Landschaftsmalerei wecken früh das Interesse an ihm als aufstrebendem Künstler. Mit 27 Jahren ist er finanziell ein gemachter Mann und selbst Vollmitglied der Academy, mit 32 Jahren erhält er dort eine Professur für Perspektive. Seine erste Überfahrt auf das europäische Festland unternimmt Turner im Sommer 1802 mit dem Auftrag, im Louvre alte Meister zu studieren. Den Aufenthalt in der „ärgerlichen Stadt“ verschiebt er jedoch auf die Rückreise im Herbst und macht sich auf in die Berge. Insgesamt 38 Mal setzt Turner über den Ärmelkanal und lässt sich von den Alpen, von Rom oder von Venedig zu teils dramatischen Motiven inspirieren. Rund 80 dieser Werke zeigt die aktuelle Ausstellung – und stellt sie 30 weiteren Werken von Zeitgenossen wie Caspar Wolf, Claude-Joseph Vernet oder John Martin gegenüber. Zugleich nimmt sie Turners ungewöhnlich erfolgreiche Karriere in den Blick: So sind sowohl sein erstes Ölgemälde „Fisherman at Sea“ zu sehen, das er mit 21 Jahren an der Royal Academy ausstellte, als auch Spätwerke wie „Peace – Burial at Sea” von 1842.

bis 26.01.20

LWL Museum für Kunst und Kultur
Domplatz 10
48143 Münster
Tel. 0251-590701
Di–So 10–18 Uhr
www.lwl.org/LWL/Kultur/museumkunstkultur