Haus Opherdicke

Abbildung von Gerta Overbeck-Schenk. Hyppodrom. 1926.

Gerta Overbeck-Schenk. Hyppodrom. 1926. Sammlung Lehmann

Abbildung von Hanna Koschinsky. Drei Frauenköpfe. 1916–1918

Hanna Koschinsky. Drei Frauenköpfe. 1916–1918.
Gerhard-Marcks-Stiftung, Bremen

Vom Malweib zur Künstlerin: Die neue Frau

1919 erhielten die Frauen in Deutschland das Wahlrecht – und in der Berliner Hochschule der Bildenden Künste erstmals eine eigene Klasse. Damit eröffnete sich den bis dato als „Malweiber“ verspotteten Schülerinnen der Damenmalschulen sukzessive der Kunstmarkt und mit ihm der Weg in ein professionelles Künstlerinnen-Leben. Auf diese Zeit blickt die Ausstellung „Die neue Frau“ zurück und zeigt Malereien, Grafiken und Skulpturen, die um das Jahr 1919 entstanden. Darunter Arbeiten von Gerda Overbeck-Schenk oder Hanna Koschinsky. Bettina Marx ergänzt die Ausstellung um eine zeitgenössische Position.

Insgesamt blickt die Schau auf die Karriere und Arbeiten von 23 Künstlerin-nen. Darunter fünf, die zwischen 1900 und 1915 in der Avantgarde-Metropole Paris arbeiteten: Ida Gerhardi, Elisabeth Schmitz, Paula Modersohn-Becker, Käthe Kollwitz und Hanna Koschinsky. Ihre Frauenporträts widmen sich dem Bild, der Situation und dem Selbstverständnis der Frau. Hannah Höch, eine der Hauptakteurinnen der deutschen Avantgarde, lebte und arbeitete in Berlin. Ihre Holzschnitte, Collagen und Fotomontagen untersuchen den öffentlichen Raum, das Verhältnis der Geschlechter und die Visualisierung des Körpers in den Medien. Das Berliner Großstadtleben der 20er-Jahre thematisieren die karikaturhaften Zeichnungen und Aquarelle von Jeanne Mammen, die unter anderem als Illustratorin für Zeitschriften wie „Simplicissimus“ und „Jugend“ arbeitete. Diesen und weiteren Künstlerinnen begegnen auf dem Parcours die Installationen von Bettina Marx. Sie intervenieren räumlich, schaffen aber auch Verbindungen zu den historischen Positionen: über das papierene Material, auf dem Marx zeichnet, aquarelliert und malt; über das Holz, das ihre Kolleginnen für Druckplatten oder Holzschnitte verwendeten und mit dem sie in seiner gewachsenen Form umgeht – nicht zuletzt als raumgreifende Skulpturen, die mit den bildhauerischen historischen Arbeiten korrespondieren. | Birgit Schlepütz

bis 18.08.19

Haus Opherdicke
Dorfstr. 29
Tel. 02301-9183972
59439 Holzwickede
Di–So 10.30–17.30 Uhr

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