Kunsthalle Münster

Abbildung von Christiane Blattmann. Augurs. 2018

Christiane Blattmann. Augurs. 2018. Courtesy Damien & the Love Guru

Abbildung von Christiane Blattmann. Opera Shoes. 2018

Christiane Blattmann. Opera Shoes. 2018. Courtesy the artist

Christiane Blattmann: Auflösung als ästhetische Strategie

Desorientierung bei der Betrachtung von Kunst kann befremdlich sein, wenn man als Rezipient aus dem Gesehenen nicht schlau wird. Es gibt aber auch eine produktive, geradezu Unruhe stiftende Art, bei der Betrachtung von Kunst: Immer, wenn wir im Unklaren gelassen werden und nachsinnen. Die Werke der jungen Hamburger Künstlerin Christiane Blattmann zehren davon. Ihre skulpturalen und installativen Materialmix-Arbeiten bewegen sich auffällig zwischen einem ‚Sowohl-als-auch‘ und ‚Weder-noch‘. Blattmanns positive Desorientierung stiftenden Arbeiten sind nun in der Kunsthalle Münster zu sehen.

Verwebt, verbunden, vernetzt, verarbeitet – Christiane Blattmann kreiert verworrene Verbindungen von Materialien, Strukturen, Dingen, Geschichten und Charakteren. Die unter dem Titel „Un-Break My Walls“ präsentierten Werkreihen bestechen durch die fordernde Gegenwärtigkeit der Materialien und die daraus resultierenden Interaktionen. Die in Hamburg und Brüssel arbeitende Künstlerin spielt die jeweiligen Materialeigenschaften in ihren skulpturalen Arbeiten gegeneinander aus und führt das Wesen der Gattung Skulptur bis an ihre Grenzen. Die hybriden Objekte präsentieren sich in dieser gattungsspezifischen Auflösung als eine provokant gesetzte Ästhetik-Strategie. Die zum Teil raumgreifenden Arbeiten zeugen von einem großen Interesse Blattmanns an dem Skulpturalen von Architektur und dem damit verbundenen Dialog von Arbeit und Raum. Werke wie „6-Senses“ oder „High Rise Boots“ sind durchdrungen von der theoretischen Auseinandersetzung der Künstlerin mit architektonischen Prinzipien. Dieses Spiel aus Materialdialog und Gegensätzlichkeit treibt die kulturpolitisch engagierte Künstlerin gekonnt auf die Spitze. | Sebastian Osterhaus

06.04.–21.07.19

Kunsthalle Münster
Hafenweg 28
48155 Münster
Tel. 0251-6744675
Di–Fr 14–19, Sa+So 12–18 Uhr

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