Triple is funny, but double makes the money
Kunsthalle Münster
Soya Arakawa. 鏡板/Kagami-lta. Alle Abbildungen: Ausstellungsansichten Kunsthalle Münster 2023
Olga Holzschuh. hide and seek
Magdalena Los
Ausgabe 1/2023 – Autorin: Dr. Annette Georgi
Das Förderprogramm Residence NRW+ bietet ausgewählten Künstlern und Kuratoren seit 2020 die Möglichkeit, durch gemeinsames Wohnen und Arbeiten in Münster in einen intensiven Austausch zu treten und die Bereiche des künstlerischen Schaffens und Präsentierens miteinander zu verknüpfen. Die finanzielle Absicherung der Stipendiaten und die kontinuierliche Begleitung durch einen fachkundigen Ansprechpartner ermöglichen eine konzentrierte Weiterentwicklung der eigenen Position. Gleichzeitig bietet das enge Miteinander eine inspirierende Bereicherung und eröffnet neue Perspektiven. Vier Künstlerinnen, ein Künstler und zwei Kuratorinnen präsentieren nun gemeinsam unter dem Titel „Triple is funny, but double makes the money“ in der Kunsthalle Münster die Ergebnisse ihrer Arbeit.
Soya Arakawa arbeitet in verschiedenen darstellenden Techniken und integriert als Performancekünstler sängerische und tänzerische Aspekte in sein vielschichtiges Werk. An der Schnittstelle zwischen bildender und darstellender Kunst arbeitet auch das Künstlerinnenduo Nicola Gördes und Stella Rossié. Seit 2013 präsentieren sie gemeinsame Film- und Performancearbeiten, die oft gesellschaftliche Verhältnisse und Geschlechterrollen thematisieren. Olga Holzschuh setzt sich mit Auswirkungen von Innovationen auseinander und hinterfragt in Installationen und Performances die Folgen für Gesellschaft und Individuum. Imaginäre digitale Räume kennzeichnen das Werk von Magdalena Los. Auf Basis einer malerischen Herangehensweise reflektiert sie mit surreal-comichaften oder naturalistischen Motiven die moderne Lebenswelt. Die Kuratorin Lisa Klosterkötter hat bei ihren Projekten die Ausstellungssituation oft mit Performances und Interventionen ergänzt. Alica Reymond ist neben ihrer Tätigkeit als Kuratorin auch als Autorin von Texten zur Gegenwartskunst tätig.
Triple is funny, but double makes the money.
18.02.–16.04.23
Kunsthalle Münster
Hafenweg 28
48155 Münster
Di–So 12–18 Uhr
www.kunsthallemuenster.de
Aktuelle Beiträge aus Münster
- Kunstmuseum Pablo Picasso: Christo und Jeanne-Claude25.03.26 - 10:33
Das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude war bekannt für monumentale Installationen im öffentlichen Raum, bei denen Gebäude und Landschaften für einen begrenzten Zeitraum mit Stoff verhüllt und neu inszeniert wurden. Zu ihren bekanntesten Projekten zählen unter an-derem die Verhüllung des Berliner Reichstags und die Installation The Gates im New Yorker Central Park. Die Umsetzung erforderte oft jahrzehntelange Planung. Dabei entstanden Zeichnungen, Drucke, Collagen und Modelle, die nicht nur bloße Vorarbeiten, sondern eigenständige Kunstwerke darstellten. Sie machten die Ideen für Akteure und Stakeholder wie Ingenieure, Architekten, Politiker und Behörden erfahrbar und ihr Verkauf sicherte die Finanzierung der Projekte.
- Stadtmuseum Münster: Münsters Malerinnen25.03.26 - 10:12
Sie waren bekannte Künstlerinnen ihrer Zeit, stellten erfolgreich aus und taten alles, um von ihrer Kunst zu leben – und dennoch gerieten sie in Vergessenheit. Mit der Ausstellung „Münsters Malerinnen zwischen Biedermeier und Expressionismus“ richtet das Stadtmuseum den Blick auf zwölf Künstlerinnen, die im 19. Jahrhundert in Münster geboren wurden oder aufwuchsen. Viele von ihnen ließen sich als Privatschülerinnen von renommierten Professoren ausbilden, die an Kunstakademien in Dresden, Düsseldorf, Berlin oder München lehrten. Zu Lebzeiten in Münster und darüber hinaus präsent und geschätzt, verschwanden ihre Namen nach ihrem Tod schnell aus dem kunsthistorischen Gedächtnis – eine Lücke, die nun geschlossen werden soll.
- Open House 2026 im Speicher II25.03.26 - 9:18
Von Malerei, Fotografie und Installation bis hin zu Video, Klangkunst und Performance: Einmal im Jahr öffnen die Ateliers im Speicher II ihre Türen und geben Einblick in das künstlerische Schaffen des vergangenen Jahres. Das Open House 2026 lädt am zweiten Wochenende im Mai dazu ein, aktuelle Werke zu entdecken und die kreative Atmosphäre des Hauses zu erleben. Performances, Gesprächsrunden und kostenfreie Führungen ermöglichen einen direkten Austausch mit den Künstler:innen und bieten spannende Einblicke in deren Arbeitsprozesse.
- Kunsthalle Münster: Zauri Matikashvili25.03.26 - 9:03
Die Kunsthalle Münster zeigt unter dem Titel „You may not want to be here“ die erste institutionelle Einzelausstellung des georgischen Künstlers Zauri Matikashvili, der seit 2003 in Deutschland lebt. Gezeigt werden ältere Arbeiten und neue Produktionen, die einen Einblick in sein filmisches und performatives Schaffen geben. Im Zentrum seiner Filme stehen oft zufällige Begegnungen mit Menschen, die ihn für eine Weile, manchmal nur für einen kurzen Moment, an ihrem Leben teilhaben lassen.
- Galerie NORD14: Dieter Sieger – Inspiration Memphis25.03.26 - 8:48
Dieter Sieger (*1938) zählt zu den renommiertesten deutschen Designern der Gegenwart. Die Galerie NORD14 widmet dem in Münster beheimateten Grenzgänger zwischen Architektur, Design und freier Kunst eine Ausstellung, die sein Werk in einen Dialog mit der legendären Memphis-Bewegung stellt. Neben Malerei und Wandarbeiten werden vor allem neue Plastiken Siegers gezeigt und ausgewählten Originalen jener Designgruppe gegenübergestellt. Memphis, 1981 um den italienischen Designer Ettore Sottsass gegründet, stellte mit seinen Möbeln und Objekten den damals dominierenden Funktionalismus radikal in Frage.
- Kunsthaus Kannen: Die Magie leerer Räume25.03.26 - 8:37
Was geschieht, wenn ein Ausstellungsraum leer ist und Menschen ihn gemeinsam mit Ideen, Formen und Klängen füllen? Im Kunsthaus Kannen wird diese Frage zum Ausgangspunkt eines ungewöhnlichen Experiments. Unter dem Titel „10 ½ Wochen – die Magie leerer Räume“ verwandeln sich Ausstellungssaal, Ateliers und der angrenzende Garten über einen Zeitraum von 74 Tagen in offene Arbeits- und Begegnungsräume. Das Projekt setzt auf Zusammenarbeit statt fertiger Werke: Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen, Interessen und künstlerischen Ansätzen kommen zusammen, um sich den Raum anzueignen und ihn schrittweise zu gestalten.
- LWL-Museum für Kunst und Kultur: Reiselustig02.01.26 - 12:35
Ob Strand oder Berge, Museum oder Urlaub auf Balkonien – Reisen ist ein großes Abenteuer, das alle verbindet. Und mittendrin: ein kleiner Stoffhase mit Fernweh. In der Ausstellung „Reiselustig – Unterwegs mit dem Hasen Felix“ begleitet der berühmte Hase Familien auf eine Entdeckungstour rund ums Urlaub machen – früher, heu-te und morgen. In sechs aufwändig gestalteten Themenräumen begegnet man nicht nur dem reisenden Kuscheltier, das seiner Freundin Sophie von unterwegs schreibt, sondern auch historischen Gemälden, Fotografien und Objekten, die zeigen, wie sich Urlaubsziele und Reisegewohnheiten im Lauf der Jahrzehnte verändert haben.
- Stadtmuseum Münster: Grafik im Dialog02.01.26 - 10:33
Die Aldegrever-Gesellschaft, ein Verein zur Förderung der grafischen Künste, widmet ihre Ausstellung im Stadtmuseum zwei prägenden Persönlichkeiten der grafischen Kunst: Rolf Escher und Wolfgang Troschke. „Grafik im Dialog“ zeigt die nachhaltige Wirkung der Lehre der beiden Professoren an der Fachhochschule Münster. Über Jahrzehnte begleiteten sie Generationen junger Künstlerinnen und Künstler. Viele davon erhielten eine Förderung durch die Aldegrever-Gesellschaft und wirken heute selbst in der Lehre. Zu sehen sind Druckgrafiken, Zeichnungen und konzeptionelle Serien, die das Prozesshafte grafischer Arbeit betonen.
- Projekt Hafenweg 22: Pascale Feitner24.09.25 - 14:15
Ein filigranes Netz aus Linien durchzieht das Treppenhaus am Hafenweg 22. Über vier Etagen spannt sich die Skulptur „Exoskelett“ von Pascale Feitner – eine raumgreifende Arbeit, die sich eng mit der Architektur verbindet. Aus der Distanz wirkt sie wie ein zeichnerisches Geflecht; erst beim Näherkommen offenbart sich ihre plastische Dimension. Inspiration fand die Künstlerin bei der Weidenjungfer, einer Libellenart, die im Münsterland beheimatet ist, aus dem Hafengebiet jedoch weitgehend verdrängt wurde.
- Kunsthaus Kannen: Jahresausstellung 202524.09.25 - 9:16
Bis Ende Januar lädt das Kunsthaus Kannen zu seiner 27. Jahres- und Verkaufsausstellung ein. Zu sehen sind über 300 Werke aus dem Bereich der Outsider Art, darunter zahlreiche Arbeiten aus den hauseigenen Ateliers sowie von Gastkünstler:innen aus ganz Deutschland. Die Ausstellung bietet Raum für neue, wenig bekannte Positionen jenseits akademischer Konventionen.
- LWL-Museum für Kunst und Kultur: Performance People03.01.25 - 12:20
Die Ausstellung „Performance People“ im Lichthof des LWL-Museums zeigt mit einer Auswahl an Objekten, Videos, Fotografien und Archivalien, wie Skulptur erweitert, verlebendigt und performt wird. Ausgangspunkt der Schau ist ein Dialog zwischen zwei Werken: Erstmals ist Dan Grahams „Oktogon für Münster“ (1987) nicht im Außenraum, sondern im Lichthof des Museums zu sehen.











