Galerie Clasing und Etage

Abbildung von Fritz Levedag. Ohne Titel. 1934

Ohne Titel. 1934

Abbildung von Fritz Levedag. Ohne Titel. 1951

Ohne Titel. 1951

Fritz Levedag: Transformierend konstruieren

„Ich ging nach Hause und dachte nach, grübelte und zerbrach mir den Kopf. Am nächsten Morgen brach für mich die Revolution aus“ – So erregt schilderte der gebürtig aus Münster stammende Fritz Levedag (1899–1951) seine ersten Begegnungen mit Werken von Paul Klee und Wassily Kandinsky während seiner Studienzeit an der Kunstakademie in Düsseldorf. Transformierendes Denken und konstruieren als künstlerisches Prinzip machen die Werke von Fritz Levedag zu einem besonderen Erlebnis. Unter dem Ausstellungstitel „100 Jahre Bauhaus“ präsentiert die Galerie Clasing Zeichnungen und Aquarelle des Künstlers.

100 Jahre Bauhaus können ohne das Werk des 1951 an den Folgen einer nicht ausgeheilten Kriegserkrankung verstorbenen Fritz Levedag nicht gedacht werden. Als Student von Paul Klee und Wassily Kandinsky am Bauhaus in Dessau (1926–29) kam er mit den künstlerischen Prinzipien dieser Virtuosen in Berührung und schuf in der Auseinandersetzung mit den Arbeiten seiner Lehrer ein wandlungsreiches Werk. In Wegen, Abstufungen, Übergängen und Verzweigungen gedacht – Fritz Levedags Arbeiten wohnen transformative Leitmotive inne, die der „reinen Verwendung“ von Linie, Form und Farbe widersprechen. Seine Zeichnungen und Aquarelle erscheinen wie konstruierte Unfixiertheiten.  Die Linienspiele, Formenkanons und das schillernde Überlappen von Farbflächen begehen stets konstruktive Pfade. Im „Bild mit rosa Bogen“ werden die Gegensätze aus nebeligen und begrenzten Formen deutlich erfahrbar. Levedag kann als Neudefinierer von Farben und Formen gesehen werden. Seine in der Galerie Clasing gezeigten Arbeiten erzählen von einer sinnlichen Leichtigkeit und Unbestimmbarkeit. | Sebastian Osterhaus

bis 30.08.19

Galerie Clasing & Etage
Prinzipalmarkt 37
48143 Münster
Di–Fr 10–18, Sa 10–13 Uhr

alle Beiträge aus Münster: