Kunstmuseum Pablo Picasso Münster

Abbildung von Günter Haese Rundell. 1986

Guenter Haese. Rundell. 1986 © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Abbildung von Le Corbusier. Guitare. Pile d'Assiettes et Lanterne. 1920

Le Corbusier. Guitare. Pile d’Assiettes et Lanterne. 1920 © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Blick über den Tellerrand: In einer Ausstellung um die Welt

In der Schau „Ein Fest für die Augen“ erlebt man eine wahre Weltreise über vier Kontinente. Der facettenreiche Blick des Picasso-Museums ist so ungewöhnlich erfrischend weit, dass man aus dem Staunen nicht herauskommt: Neben Picasso sind Werke von Tony Cragg, Mark Tobey, Carsten Gliese und anderen zu sehen – außerdem beeindruckende Kunst der Nok-Kultur (400 v. Chr.), Khmer-Skulpturen aus dem 12. Jh. sowie Masken aus Mali, Kamerun und Gabun – sogenannte afrikanische Volkskunst. Einem privaten Sammler aus Westfalen ist es zu verdanken, dass man die viel beschworene Inspiration europäischer Künstlergrößen wirklich nachfühlen kann.

Picasso kennt man in Münster nur allzu gut. Wohlbekannt sind etwa seine kubistisch-kantigen Porträts junger Frauen. Im Picasso-Museum kann man seinen künstlerischen Dialog mit geometrischen afrikanischen Masken und ethnologischen Figuren derzeit geradezu hören. Ebenso stehen die abstrakten Gemälde des Amerikaners Mark Tobey, die mal wie Gestein, mal wie Spuren einer geheimen Schrift wirken, im Einklang mit ausgestellten Khmer-Steinköpfen. Wer auch immer diese Stücke in seiner Sammlung zusammengetragen hat, hat ein besonderes Gespür für Harmonie und ein Verständnis dafür, dass – entgegen rechter Tendenzen in Europa und der Welt – kultureller Austausch Gleichheit und nicht Unterschiede sichtbar macht. Parallel dazu ist bis Ende April die Ausstellung „Honoré Daumier – Die menschliche Komödie“ geöffnet, in der Arbeiten aus der neuen Daumier-Sammlung des Hauses gezeigt werden. Der ‚Michelangelo der Karikatur‘ erfasste seinerzeit menschliche Stereotypen, Schwächen und Muster menschlichen Irrsinns, die zum einen noch aktuell sind und nicht an Witz verloren haben, zum anderen aber überholt sind – und aus kritischer Distanz positiven gesellschaftlichen Wandel sichtbar machen. | Janneke Schoene

bis 28.04.19

Kunstmuseum Pablo Picasso Münster
Picassoplatz 1
48143 Münster
Tel. 0251-4144710
Di–So 10–18 Uhr

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