Marta Museum Herford

Abbildung von Omer Fast. The Invisible Hand. 2018

Omer Fast. The Invisible Hand. 2018. Foto: Vega Fang

Roee Rosen. The Dust Chanel. 2016

unten: Roee Rosen. The Dust Chanel. 2016. Galleria Riccardo Crespi, Milan

Auf der Suche nach Wahrheit und Sinn: Wenn Künstler vom Alltagswahn erzählen

Fünf internationale Künstlerinnen und Künstler aus Israel loten im Marta Herford aus, was das Unterwegssein für unsere globalisierte Gesellschaft bedeuten kann. Was passiert hier und heute, wenn man sich aufmacht, um etwas Neues zu entdecken? Welchen Begriff von Heimat können wir überhaupt noch verwenden? Inwieweit sind wir überfordert damit, eine Gesellschaft zusammenzuhalten, die sich vor allem durch ihre Brüche auszeichnet? Die Künstlerinnen und Künstler nähern sich diesen schweren Fragen auf eine humorvolle, hintergründige Art. Sie beleuchten höchst unterschiedliche Lebenswelten, in denen es immer auch um die Sehnsucht nach dem individuellen Sinn im Leben geht.

Die unter anderem aufgrund ihrer documenta- und Biennalen-Teilnahme bekannten Künstler und Künstlerinnen Yael Bartana, Guy Ben-Ner, Keren Cytter, Omer Fast und Roee Rosen zeichnen sich in dieser Ausstellung für je einen Videofilm sowie Zeichnungen, Fotos und mehr verantwortlich. Die erzählenden Werke drehen sich dabei genauso um den Kampf mit dem Alltag wie auch um die großen Themen der Menschheit: Krieg und Frieden, Sehnsucht und Suche, Märchen und Wirklichkeit. Dabei sprechen sie mit ihrem feinen Humor alle Sinne an und laden ganz praktisch zum Perspektivwechsel und zum Nachdenken ein. Ob es um religiöse Kultstätten geht oder ein Drama im privaten Haushalt: „Die Realität ist … absurder als jeder Film“ ‒ einen passenderen Titel hätten die Kuratoren für diese Ausstellung kaum wählen können. Dabei kommen Witz und Vergnügen nicht zu kurz. Geht es hier also mehr um Unterhaltung als um Kunst? Mitnichten, wie Marta-Direktor Roland Nachtigäller ausführt: „Diese Geschichten über Vertreibung, Gewaltbedrohung oder freiwillige Aufbrüche haben sicher alle ihre Wurzeln in der israelischen Gegenwart, charakterisieren aber zunehmend auch den Zustand eines Europas im tiefgreifenden Wandel.“ | Katja Angenent

bis 10.06.19

Marta Herford
Goebenstr. 2–10
Tel. 05221-9944300
32052 Herford
Di–So 11–18 Uhr

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