Sonntagsrundgänge

Rundgang 1: Innenstadt, Sonntag 30.08.2020, 11–13 Uhr

Installation und Grafik stehen im Fokus dieser Tour: Den Auftakt bildet die dst.galerie mit Beate Höings monumentaler Bodenarbeit „playing by heart“. Von den Ornamenten der Orientteppiche inspiriert, ist das Material, aus dem die Coesfelder Künstlerin ihre 2x3m lange Arbeit fertigt, überraschend: Es handelt sich um zerschlagenes Porzellan. Ebenso ungewöhnlich die Mixtur aus Kunst und Mode einer Crossover-Ausstellung im no cube: Bildhauerin Anne Kückelhaus und Modedesignerin Tanja Kriebel präsentieren ihre gemeinsam geschaffene Kollektion aus tragbarer Kunst. Die Tour endet mit Farbholzschnitten von Anastasiya Nesterova in der Galerie Nettels, die um die Themen Wasser, Landschaft und weite Horizonte kreisen.

Treffpunkt: dst.galerie, Hafenstr. 21, 48153 Münster | ausgebucht

Rundgang 2: Hafen, Sonntag 06.09.2020, 11–13 Uhr

Noch vor der Vernissage darf auf dieser Tour das Ausstellungsprojekt 1799m2 der Düsseldorfer Künstler Andreas Bee, Gisela Happe, Jürgen Hille, Jan Kolata und Peter Schwickerath betreten werden. Der Titel spielt auf die Fläche der Ausstellungshalle Hawerkamp an, in die raumgreifende Installationen einziehen werden. Deutlich enger wird es wenige hundert Meter weiter im So-66, in der die Künstlerinnen dieser Produzentengalerie „Träume von helleren Tagen“ hegen. Mit dem raumprogramm stellt die Tour schließlich eine ganz junge, erst in diesem Frühjahr eröffnete Galerie vor. Sie widmet sich in der Reihe „Architektur und Zeichnung“ dem in Münster sehr bekannten Architekten Peter L. Wilson.

Treffpunkt: Hafenplatz, Höhe Vapiano (Hafen) | ausgebucht

Rundgang 3: Innenstadt, Sonntag 13.09.2020, 11–13 Uhr

Drei alteingesessene Galerien – dreimal Malerei – so lauten die Zutaten dieser Tour, bei der wir auf der ersten Station in der Galerie Frye & Sohn den Werken des Schanze-Künstlers Ernst Hase begegnen – ein Nachtrag an das 100jährige Jubiläum dieser münsterschen Künstlergemeinschaft im vergangenen Jahr. Auch die zweite Station widmet sich einer Künstlerin aus Münster: Das Werk Catinka Anczykowskis, welches die Galerie Clasing & Etage ausstellt, ist geprägt von Ölbildern in aquarellartigem Duktus und Collagen mit Seidenpapieren. Es war ihr Vater Heinrich Clasing, der die gleichnamige Galerie 1935 gründete, nachdem er sein Studium beim Bauhaus in Dessau und Berlin abgeschlossen hatte. Ein Zeitsprung ins Hier und Jetzt führt uns zur letzten Station in die Galerie Ostendorff und zu den Bildern dreier Künstler aus Berlin, die mit der Kraft der Farbe arbeiten – allerdings mit sehr unterschiedlichen Zielsetzungen.

Treffpunkt: Rathausinnenhof, 48143 Münster | ausgebucht

Rundgang 4: Hafen, Sonntag 27.09.2020, 11–13 Uhr

Die Tour in den Hafen führt auf einer ersten Station in die Galerie Laing zu zwei Künstlern, die in einem alten Bunker in Düsseldorf Tür an Tür arbeiten: Jiny Lan und Dieter Nuhr. Den Bildern der chinesischen Malerin Lan stellt der bekannte Satiriker und bildende Künstler Nuhr Fotografien von altem Mauerwerk entgegen, die in Komposition und Farbklang ebenfalls an Malerei erinnern. Fotografie gibt es auch in der Kunsthalle Münster zu sehen: Direkt am Eingang in Form des Auges eines Hundes – „Dog Eye“ so der treffende Titel der Ausstellung von Daniel Steegmann Mangrané. Es durchläuft in der Ausstellung in einem Netz aus Arbeiten unterschiedlicher Medien eine spannende Metamorphose.

Treffpunkt: Hafenplatz, Höhe Vapiano (Hafen) | ausgebucht

Rundgang 5: Norden, Sonntag 04.10.2020, 11–13 Uhr

Eine Galerie und ein Kunstverein liegen auf dieser Tour rund um den Germania Campus. Den Auftakt macht das FB69 mit einer Ausstellung zum Frauenfußball – einem weder auf dem Platz noch in der Kunst besonders beachteten Thema. Für den Galeristen Kolja Steinrötter sieht das anders aus: Er trainiert in seiner Freizeit eine Frauen­fußball­mannschaft und stellt seit langem ausschließlich Künstlerinnen aus. Diese spielen in der Gruppenschau „See her play“ auf den Mangel an Sichtbarkeit und die fehlende Unterstützung durch Sponsoren im Frauenfußball an – ein Thema, das leider auch Frauen im Kunstbetrieb nicht unbekannt ist. Passend dazu widmet sich der zweite Tour-Stopp im Förderverein Aktuelle Kunst der Rauminstallation „The new normal“ von Beate Körner aus Leipzig, die unseren Blick auf Bekanntes und Gewohntes kritisch reflektiert.

Treffpunkt: Wasserbecken am Germania-Campus | ausgebucht

Rundgang 6: Innenstadt, Sonntag 11.10.2020, 11–13 Uhr

Zwei klassischen Galerien und einer Schaufensterausstellung widmet sich diese Tour: Die artlet Galerie stellt mit Marcus Günther einen Neuzugang vor, der sich in seinen Bildern in einem Mix aus Optimismus und Pessimismus mit dem Menschen und seiner Umwelt auseinandersetzt. Peter Telljohann hingegen zählt schon seit mehr als 30 Jahren zu den Künstlern der Hachmeister Galerie, die in diesem Herbst seine Zeichnungen und Papiermalereien ausstellt. Kenner schätzen vor allem die schier unerschöpfliche Vielfalt an Formen und Materialien, die das Werk des 1955 in Ibbenbüren geborenen und in Köln lebenden Künstlers auszeichnet. Der Rundgang schließt mit Yoana Tuzharovas Installation „Pentimentum – Refugium der Zukunft“ im Kirchenfoyer, die sich künstlerisch der Spur des Wischens auf dem Handy-Display widmet.

Treffpunkt: Rathausinnenhof | ausgebucht