LWL-Museum für Kunst und Kultur

Domplatz 10 | 48143 Münster

Früchte des Zorns. USA 1940. 20th Century Fox

Höhere Gewalt (Turist). Schweden 2014. Alamode Film

Die FilmGalerie widmet sich bereits der Zeit nach der Krise

Der perspektivische Blick auf die Situation „nach der Krise“ ist einer der zentralen Aspekte der Diskussionen in den Zeiten von Corona. Es ist die bange Frage, welche Folgen die Pandemie auf unsere Gesellschaft, auf soziale, wirtschaftliche, politische und auch mentale Strukturen haben wird. Die absehbaren volkswirtschaftlichen Schäden und Prekarisierungs-Effekte, die tiefe narzisstische Kränkung unseres Weltgefühls sowie die Auswirkungen des social distancing stimmen nur gedämpft optimistisch. Dabei wird es sich um nichts anderes handeln, als um eine anthropologisch universelle Grundsituation: Die Neuausrichtung nach dem Zusammenbruch des Bestehenden, die innere und äußere Neudefinition in einer Balance aus alten Standards und Bedürfnissen sowie neuen Rahmenbedingungen.

Die Herbststaffel der FilmGalerie greift dieser Situation gewissermaßen vor und beleuchtet, wie der Film Übergangssituationen dieser Art verhandelt hat. Allerdings wird es darin nicht allein um die Bewältigung von medizinischen oder Naturkatastrophen gehen – Neuanfänge vollziehen sich in den unterschiedlichsten Kontexten: In „Höhere Gewalt“ etwa ist es die Neu-Sortierung einer Familie, insbesondere des Vaters nach dem Gesichtsverlust in Sachen Rollenerwartung und Männlichkeit. In „Aniara“ dagegen steht nichts Geringeres an, als der Wiederaufbau der menschlichen Zivilisation nach der Zerstörung der Erde. Die Familie in „Früchte des Zorns“ wiederum will auf dem Weg nach Westen der Großen Depression der 30er Jahre entkommen, während „Central Station“ eine alte Dame und einen kleinen Jungen beim Neustart ihrer festgefahrenen Leben begleitet. Der Protagonist von „Synonymes“ schließlich versucht sich durch die komplette Negierung seiner Herkunft und Vergangenheit als Phönix aus der Asche.

Di 27.10. | 19.30 Uhr | Höhere Gewalt (Turist)
SE 2014, Farbe, 118 Minuten, dt.
Regie: Ruben Östlund, Einführung: Dr. Daniel Müller Hofstede

Do 05.11. | 19.30 Uhr | Synonymes
F/ISR/D 2018, Farbe, 124 Minuten, dt.
Regie: Nadav Lapid, Einführung: Dr. Daniela Sannwald (Berlin)

Do 12.11. | 19.30 Uhr | Aniara
SE 2018, Farbe, 101 Minuten, dt.
Regie: Pella Kågerman, Einführung: Elke Kania M.A. (Köln)

Di 17.11. | 19.30 Uhr | Früchte des Zorns (The Grapes of Wrath)
USA 1940, sw, 128 Minuten, dt.
Regie: John Ford, Einführung: Uwe W. Appelbe (Bonn)

Mi 25.11. | 19.30 Uhr | Central Station (Central do Brasil)
BRA/F 1997, Farbe, 99 Minuten, dt.
Regie: Walter Salles, Einführung: Prof. Dr. Reinhold Zwick (Münster)

Eintritt 5 Euro pro Abend / Keine Abendkasse, VVK an der Museumskasse oder online: https://bit.ly/LWLMKK-Online-Tickets

Museumskasse:
LWL-Museum für Kunst und Kultur
Domplatz 10
48143 Münster
Tel. +49 251-590701
www.lwl-museum-kunst-kultur.de

Kunstmuseum Pablo Picasso Münster
Picassoplatz 1
48143 Münster
Tel. 0251-4144710
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