Stadtmuseum Münster: Münsters Malerinnen

Sie waren bekannte Künstlerinnen ihrer Zeit, stellten erfolgreich aus und taten alles, um von ihrer Kunst zu leben – und dennoch gerieten sie in Vergessenheit. Mit der Ausstellung „Münsters Malerinnen zwischen Biedermeier und Expressionismus“ richtet das Stadtmuseum den Blick auf zwölf Künstlerinnen, die im 19. Jahrhundert in Münster geboren wurden oder aufwuchsen. Viele von ihnen ließen sich als Privatschülerinnen von renommierten Professoren ausbilden, die an Kunstakademien in Dresden, Düsseldorf, Berlin oder München lehrten. Zu Lebzeiten in Münster und darüber hinaus präsent und geschätzt, verschwanden ihre Namen nach ihrem Tod schnell aus dem kunsthistorischen Gedächtnis – eine Lücke, die nun geschlossen werden soll.

Stadthausgalerie: hell is other people (if you’re lucky)

Die anderen können anstrengend sein. Sie nerven, widersprechen, stellen alles infrage und machen das Zusammenleben kompliziert. Bewertungen, Missverständnisse und Konflikte prägen unser Miteinander – eine Erfahrung, die Jean-Paul Sartre mit seinem Satz „Die Hölle, das sind die anderen“ auf den Punkt brachte. Heute, in einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Spaltungen, tut es gut, diesen Gedanken auch mal anders zu lesen: Könnte nicht gerade in der Konfrontation ein Potenzial liegen, das uns weiterbringt? Die Ausstellung „hell is other people (if you’re lucky)“ in der Stadthausgalerie kehrt den Versuch, Reibungen zu neutralisieren, bewusst um und begreift Öffentlichkeit als Spannungsraum, in dem Differenzen sichtbar werden dürfen und nicht zwingend aufgelöst werden müssen.

RADAR: Tornike Gognadze

Mit „Merry-Go-Round“ zeigt der Westfälische Kunstverein in der Reihe RADAR eine Installation des 1999 in Tiflis geborenen und in Frankfurt am Main lebenden Künstlers Tornike Gognadze. Im abgedunkelten Ausstellungsraum ist sein Kurzfilm „Boom Ball“ (2025) zu sehen, für dessen Präsentation Gognadze eine kinoartige Situation schafft. Ein schwarzer Vorhang verschließt die Glasfront des sonst von außen einsehbaren Raums. Farbige Spots an der Längswand lenken den Blick auf die Projektion. Der Film zeigt zwei Personen, die an einem langen Tisch über Kindheitserinnerungen und persönliche Anekdoten sprechen. Doch im Verlauf des Gesprächs beginnen ihre Erinnerungen auseinanderzudriften.

Kunsthalle Münster: 42. Förderpreisausstellung

Zum 42. Mal laden die Freunde der Kunstakademie Münster zur Förderpreisausstellung in die Kunsthalle Münster ein. 13 Studierende aus unterschiedlichen Klassen präsentieren ihre aktuellen Arbeiten: Anna Charlotte Frevel, Woorim Ha, Henrik Jansen, Yuna Jeong, Mari Kim, Julius Kotzke, Alex Liedtke, Jakob Mönch, Hannah Moraw, Anton Schmutzler, Nicole Widner, Jihyeok Yang und Frieda Zander. Ein gemeinsames Thema gibt es nicht – und genau das macht den besonderen Reiz der Ausstellung aus. Statt einer kuratorischen Klammer entsteht ein offener Parcours durch sehr unterschiedliche künstlerische Ansätze.

Open House 2026 im Speicher II

Von Malerei, Fotografie und Installation bis hin zu Video, Klangkunst und Performance: Einmal im Jahr öffnen die Ateliers im Speicher II ihre Türen und geben Einblick in das künstlerische Schaffen des vergangenen Jahres. Das Open House 2026 lädt am zweiten Wochenende im Mai dazu ein, aktuelle Werke zu entdecken und die kreative Atmosphäre des Hauses zu erleben. Performances, Gesprächsrunden und kostenfreie Führungen ermöglichen einen direkten Austausch mit den Künstler:innen und bieten spannende Einblicke in deren Arbeitsprozesse.

Kunsthalle Münster: Zauri Matikashvili

Die Kunsthalle Münster zeigt unter dem Titel „You may not want to be here“ die erste institutionelle Einzelausstellung des georgischen Künstlers Zauri Matikashvili, der seit 2003 in Deutschland lebt. Gezeigt werden ältere Arbeiten und neue Produktionen, die einen Einblick in sein filmisches und performatives Schaffen geben. Im Zentrum seiner Filme stehen oft zufällige Begegnungen mit Menschen, die ihn für eine Weile, manchmal nur für einen kurzen Moment, an ihrem Leben teilhaben lassen.

Galerie NORD14: Dieter Sieger – Inspiration Memphis

Dieter Sieger (*1938) zählt zu den renommiertesten deutschen Designern der Gegenwart. Die Galerie NORD14 widmet dem in Münster beheimateten Grenzgänger zwischen Architektur, Design und freier Kunst eine Ausstellung, die sein Werk in einen Dialog mit der legendären Memphis-Bewegung stellt. Neben Malerei und Wandarbeiten werden vor allem neue Plastiken Siegers gezeigt und ausgewählten Originalen jener Designgruppe gegenübergestellt. Memphis, 1981 um den italienischen Designer Ettore Sottsass gegründet, stellte mit seinen Möbeln und Objekten den damals dominierenden Funktionalismus radikal in Frage.

Kunsthaus Kannen: Die Magie leerer Räume

Was geschieht, wenn ein Ausstellungsraum leer ist und Menschen ihn gemeinsam mit Ideen, Formen und Klängen füllen? Im Kunsthaus Kannen wird diese Frage zum Ausgangspunkt eines ungewöhnlichen Experiments. Unter dem Titel „10 ½ Wochen – die Magie leerer Räume“ verwandeln sich Ausstellungssaal, Ateliers und der angrenzende Garten über einen Zeitraum von 74 Tagen in offene Arbeits- und Begegnungsräume. Das Projekt setzt auf Zusammenarbeit statt fertiger Werke: Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen, Interessen und künstlerischen Ansätzen kommen zusammen, um sich den Raum anzueignen und ihn schrittweise zu gestalten.

Von der Heydt-Museum: Carl Grossberg

Das Von der Heydt-Museum widmet sich der Wiederentdeckung eines der zentralen Maler der Neuen Sachlichkeit: Carl Grossberg (1894–1940). Sein in nur knapp zwei Jahrzehnten entstandenes Werk kreist um Architektur, Technik und Industrie. Mit formaler Klarheit und strenger Komposition entwickelte er eine Bildsprache, die von einem neuen, fotografischen Sehen geprägt ist und den technischen Fortschritt im frühen 20. Jahrhundert reflektiert.

Skulpturenpark Waldfrieden: Rebecca Horn

Mit der Ausstellung „Emotion in Motion“ widmet der Wuppertaler Skulpturenpark der 2024 verstorbenen Rebecca Horn eine umfassende Retrospektive. Gezeigt werden dreizehn Werke aus vier Jahrzehnten, darunter großformatige kinetische Skulpturen, die durch ihre Mechanik Klänge erzeugen. Rebecca Horn gilt als eine der bedeutendsten deutschen Künstlerinnen ihrer Generation. Ihr Werk umfasst Performances, Zeichnungen, Filme, Dichtung und Installationen. Früh entwickelte sie sogenannte Körperextensionen – objekthafte Erweiterungen des Körpers, die in performativen Situationen die Verletzlichkeit und Begrenzung menschlicher Existenz thematisieren.