Draiflessen Collection: Mix & Match

In der Ausstellung „Mix & Match“ begegnen sich Archiv und Sammlung der Draiflessen Collection auf ungewöhnliche Weise. In vier Themenräumen werden Objekte aus unterschiedlichen Zeiten und Bereichen miteinander kombiniert – von Druckgrafik und Buchkunst über Fotografien und Film bis hin zu Mode und zeitgenössischer Kunst. Die vier Elemente Erde, Feuer, Luft und Wasser strukturieren den Rundgang und lenken den Blick auf Materialien, Motive und Themen. So entstehen überraschende Verbindungen zwischen Werken und Objekten, die auf den ersten Blick wenig gemein haben.

Kulturgut Nottbeck: Die Zukunft der Literatur

Zum 25. Geburtstag richtet das Museum für Westfälische Literatur den Blick nach vorn. Die Jubiläumsausstellung „Die Zukunft der Literatur“ fragt danach, wie sich Literatur und ihre Vermittlung in den kommenden Jahren verändern könnten. Welche Rolle wird Künstliche Intelligenz im Schreiben spielen? Gehen traditionelle
Lesergruppen verloren – oder entstehen neue? Welche Chancen haben unabhängige Verlage – und wie lässt sich Literatur heute im Museum zeigen? Die Ausstellung greift diese Fragen in unterschiedlichen Formaten auf.

Kunsthalle Osnabrück: EMAF 2026

Das European Media Art Festival (EMAF) in Osnabrück geht vom 22.–26. April in seine 39. Ausgabe und steht in diesem Jahr unter dem Titel „An Incomplete Assembly“. Begleitet wird das Festival von einer Ausstellung in der Kunsthalle Osnabrück, die über die Festivaltage hinaus bis zum 25. Mai zu sehen ist. Gezeigt werden Filme, Videos, Installationen und digitale Interventionen, die sich dem Leitmotiv der diesjährigen Ausgabe widmen: Versammlungen – also Situationen, in denen Stimmen, Bilder, Körper und Erzählungen zusammenkommen und sich zu kollektiven Ordnungen formieren.

Kunstmuseum im Marstall: Tanya Poole

Tanya Poole (*1971 in Kanada) untersucht in Malerei und Zeichnung die Verbindungen zwischen Mensch, Natur und Wissenschaft. Ihre Arbeiten entstehen aus einer intensiven Beobachtung der Menschen, Tiere und Landschaften in ihrer Umgebung. Dabei interessiert sie besonders das Dazwischen – jene Bereiche, in denen wissenschaftliche Erkenntnis, Naturbeobachtung und persönliche Erfahrung ineinandergreifen. Ihre großformatigen Tuschezeichnungen verbinden Präzision mit einer stillen, poetischen Bildsprache. Das Kunstmuseum im Marstall zeigt mit „The Eyes and the Guide“ Arbeiten aus verschiedenen Werkserien.

Städtische Galerie Paderborn: Joséphine Sagna

Die 1989 in Stuttgart geborene und in Ulm aufgewachsene Künstlerin Joséphine Sagna setzt sich in ihren Arbeiten mit der Sichtbarkeit und den Erfahrungen Schwarzer Frauen in einer weißen Mehrheitsgesellschaft auseinander. Mit deutsch-senegalesischen Wurzeln verbindet sie Empowerment, politisches Statement und die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität. Ihre Arbeiten thematisieren strukturellen Rassismus, hinterfragen gängige Stereotypen und zeigen die Stärke Schwarzer Frauen. In kräftigen Farben, mit unterschiedlichsten Techniken, mit Überlagerungen, Schrift und wilden Gesten formuliert die Künstlerin Selbstbewusstsein, Wut, Stärke und Zärtlichkeit zugleich.

Schloss Cappenberg: Alfred Schmidt

Alfred Schmidt (1930–1997) hat einen ungewöhnlichen künstlerischen Weg eingeschlagen: Mitte der 1970er-Jahre verlagerte er seine Arbeit aus dem Atelier in die Bergwerke des Ruhrgebiets. Mit Zeichenbrett, Papier und Tusche ging er „unter Tage“ und arbeitete in unmittelbarer Nähe zu den Bergleuten, in einer Umgebung, die von Enge, Lärm und körperlicher Anstrengung geprägt war. Die Ausstellung „Alfred Schmidt …unter Tage“ auf Schloss Cappenberg zeigt Zeichnungen und Texte aus diesem Arbeitszusammenhang.

Museum Wilhelm Morgner: Ignacio Uriarte

Mit dichten Kritzeleien auf Papier und strengen Installationen zeigt der 1972 in Krefeld geborene und heute in Valencia lebende Ignacio Uriarte, welche Poesie in den Materialien und Routinen des Büroalltags liegen kann. Aus Stiften oder Linealen entwickelt er überraschend lebendige Kompositionen. Seit mehr als 15 Jahren gehören Uriartes Werke zum Kernbestand der Sammlung Schroth. Dazu zählen Zeichnungen, die vollständig mit der Schreibmaschine entstanden sind, ebenso wie eine Installation aus Linealen oder Arbeiten, die auf streng kalkulierten Zahlen- und Ordnungsstrukturen basieren.

Carlernst Kürten-Stiftung: Peter Stohrer

Die Ausstellung „Rasterrauschen“ in der Carlernst Kürten-Stiftung zeigt einen Ausschnitt aus dem Werk des 2017 verstorbenen Malers und Kurators Peter Stohrer. Der Titel ist dabei wörtlich zu nehmen: Eine Installation aus Bildern und Objekten, aus Malerei auf Holzkörpern, Leinwand und großformatigen Papieren, rhythmisiert und dynamisiert den Raum. Stohrer selbst bezeichnete solche Anordnungen als „Jazz“ – ein Bild, das das Wechselspiel von Ordnung und Auflösung treffend beschreibt.

Westfälischer Kunstverein: Julia Heyward

Seit den frühen 1970er-Jahren lotet die amerikanische Künstlerin und Musikerin Julia Heyward (*1949) in ihren Performances die extremen Ausdrucksmöglichkeiten der Stimme aus und verbindet Sprache, Gesang, Musik und Bild zu dichten experimentellen Inszenierungen. Auf Zeitgenoss:innen wirkten ihre Auftritte mitunter verstörend und irritierend. „In ihrer Kehle wohnt der Teufel neben Engeln“, schrieb 1975 ein Kritiker über sie. Die Ausstellung „Voices of Many Voices“ im Westfälischen Kunstverein rückt diese frühen Arbeiten in den Mittelpunkt und lenkt dabei besonders den Blick auf Heywards experimentellen und kritischen Umgang mit Sprache. In Deutschland ist Julia Heyward bislang kaum bekannt. Gemeinsam mit einer parallelen Präsentation im Kunstverein Nürnberg wird ihr Werk nun erstmals in größerem Umfang außerhalb der USA gezeigt.

Kunstmuseum Pablo Picasso: Christo und Jeanne-Claude

Das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude war bekannt für monumentale Installationen im öffentlichen Raum, bei denen Gebäude und Landschaften für einen begrenzten Zeitraum mit Stoff verhüllt und neu inszeniert wurden. Zu ihren bekanntesten Projekten zählen unter an-derem die Verhüllung des Berliner Reichstags und die Installation The Gates im New Yorker Central Park. Die Umsetzung erforderte oft jahrzehntelange Planung. Dabei entstanden Zeichnungen, Drucke, Collagen und Modelle, die nicht nur bloße Vorarbeiten, sondern eigenständige Kunstwerke darstellten. Sie machten die Ideen für Akteure und Stakeholder wie Ingenieure, Architekten, Politiker und Behörden erfahrbar und ihr Verkauf sicherte die Finanzierung der Projekte.