Münsters Malerinnen zwischen Biedermeier und Expressionismus
Stadtmuseum Münster
Marianne Wagener. Zwillinge. 1873. Stadtmuseum Münster. Foto: Sarah Kottmeier
Johanna Helfferich. Porträt von zwei Töchtern des Robert Bernhardt Terfloth. 1902. Stadtmuseum Münster. Foto: Sarah Kottmeier
AUSGABE 2/2026 – Autorin: Kristina Schade
Sie waren bekannte Künstlerinnen ihrer Zeit, stellten erfolgreich aus und taten alles, um von ihrer Kunst zu leben – und dennoch gerieten sie in Vergessenheit. Mit der Ausstellung „Münsters Malerinnen zwischen Biedermeier und Expressionismus“ richtet das Stadtmuseum den Blick auf zwölf Künstlerinnen, die im 19. Jahrhundert in Münster geboren wurden oder aufwuchsen. Viele von ihnen ließen sich als Privatschülerinnen von renommierten Professoren ausbilden, die an Kunstakademien in Dresden, Düsseldorf, Berlin oder München lehrten. Zu Lebzeiten in Münster und darüber hinaus präsent und geschätzt, verschwanden ihre Namen nach ihrem Tod schnell aus dem kunsthistorischen Gedächtnis – eine Lücke, die nun geschlossen werden soll.
Die Ausstellung ist der zweite Teil einer dreiteiligen Reihe, mit der das Stadtmuseum erstmals die Bedeutung von Künstlerinnen für das regionale Kunstgeschehen vom 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert sichtbar macht. Nach dem Auftakt 2025 mit Werken von Elisabeth König und Maria Alberti aus dem 18. Jahrhundert richtet der aktuelle Teil den Blick auf die Zeit zwischen 1830 und 1940. Zu sehen sind unter anderem BiedermeierPorträts von Sophie Wenning, Bildnisse stadtbekannter Persönlichkeiten von Marianne Wagener und Agnes Sprickmann-Kerkering, Stillleben von Elise Michelis, Gemälde von Sophie Hundt und Johanna Helfferich sowie Landschaften von Luise von der Forst und Alma Gürtler. Expressionistische Zeichnungen von Christel Runne und Exlibris im Jugendstil von Anni Coppenrath, Martha von Viebahn und Laura Schaberg ergänzen das Spek-trum. Die Ausstellung zeigt nicht nur die stilistische Vielfalt, sondern auch das Spannungsfeld, in dem diese Künstlerinnen arbeiteten: zwischen eingeschränktem Zugang zur akademischen Ausbildung, dem Ringen um Sichtbarkeit und der Schwierigkeit, von ihrer Kunst zu leben.
Münsters Malerinnen zwischen Biedermeier und Expressionismus
08.05.–20.09.26
Stadtmuseum Münster
Salzstr. 28
48143 Münster
Di–Fr 10–18, Sa–So 11–18 Uhr
stadt-muenster.de/museum
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