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Jelena Bulajić – Untitled (after)

Kunsthalle Münster

Abbildung von Jelena Bulajić. After Stone 1-1-3. 2025Jelena Bulajić. After Stone 1-1-3. 2025. Courtesy of the artist. Foto: Kunsthalle Münster/Moritz Hagedorn
Abbildung von Jelena Bulajić. After Stone 1-1-3. 2025
Abbildung von Jelena Bulajić. After Stone 1-1-3. 2025

Jelena Bulajić. After Stone 1-1-3. 2025. Courtesy of the artist. Foto: Kunsthalle Münster/Moritz Hagedorn

Abbildung von Untitled (after Tillmans, Atlantique).2025Untitled (after Tillmans, Atlantique). 2025. Foto: Kunsthalle Münster/Moritz Hagedorn
Abbildung von Untitled (after Tillmans, Atlantique).2025
Abbildung von Untitled (after Tillmans, Atlantique).2025

Untitled (after Tillmans, Atlantique). 2025. Foto: Kunsthalle Münster/Moritz Hagedorn

AUSGABE 1/2026 – Autorin: Kristina Schade

Die Malerei wurde schon oft totgesagt. Und doch erweist sie sich im Kontrast zur allgegenwärtigen digitalen Bilderflut als ein Medium von besonderer Relevanz. Während unser Blick durch das endlose Scrollen auf dem Handy zunehmend abstumpft, kann Malerei einen Gegenraum eröffnen – einen Ort der Verlangsamung, der Befragung dessen, was wir sehen. Aber was interessiert uns eigentlich, wenn wir ein Bild betrachten? Das Motiv? Oder seine Oberfläche, seine Materialität, seine Haptik? Ist das, was wir sehen, tatsächlich alles – oder entfalten sich beim genauen Hinsehen Überlagerungen und Brüche? Mit diesen Fragen setzt sich die serbische Künstlerin Jelena Bulajić in ihrer Ausstellung „Untitled (after)“ auseinander – eine Untersuchung, die sie durch die malerische Aneignung von Werken Gian Lorenzo Berninis, Wolfgang Tillmans’ und Hiroshi Sugimotos entfaltet.

Die Ausstellung ist minimalistisch. Zu sehen sind vier fotorealistische Schwarz-Weiß-Malereien, eine Wand-installation aus 47 dunklen Plexiglasplatten sowie drei skulpturale Objekte der Serie „After Stone“ – letztere ein Novum im Werk der Malerin. Auf den ersten Blick wirken sie massiv. Tatsächlich bestehen sie aus Porzellanabgüssen realer Steine: federleicht, fragil, nur wenige Millimeter dick. Was wie Natur erscheint, entpuppt sich als Reproduktion, deren Künstlichkeit fast schon an einen 3-D-Druck erinnert. Dieses Wechselspiel zwischen Original und Abbild durchzieht die gesamte Ausstellung. Auch Bulajić’ Gemälde beruhen auf vorhandenen Bildvorlagen. Für die Serie „After Sugimoto“ greift sie auf Tierfotografien von Hiroshi Sugimoto zurück, die sie digital invertiert und mit einer Mischung aus Marmorstaub, gemahlenem Granit, Kalkstein und Kaolin malerisch übersetzt. Das großformatige „Untitled (after Tillmans, Atlantique)“ nach einer Fotografie von Wolfgang Tillmans zeigt die monumentale Darstellung einer brechenden Welle. Erst bei näherer Betrachtung offenbart sich die materielle Machart: Acryl, Farbstift, Grafit. In dieser Verschiebung vom Motiv zur Oberfläche entsteht eine Spannung zwischen Naturbild und malerischer Übersetzung – ein Moment, in dem sich das Bild als Konstruktion zu erkennen gibt und seine Bedeutung neu verhandelt.

Jelena Bulajić – Untitled (after)
13.12.–29.03.26

Kunsthalle Münster
Hafenweg 28
48155 Münster
Di–So 12–18 Uhr
kunsthallemuenster.de

Aktuelle Beiträge aus Münster

  • Abbildung von Eugen Bracht. Mondnacht in der Wüste. 1909
    LWL-Museum für Kunst und Kultur: Reiselustig02.01.26 - 12:35

    Ob Strand oder Berge, Museum oder Urlaub auf Balkonien – Reisen ist ein großes Abenteuer, das alle verbindet. Und mittendrin: ein kleiner Stoffhase mit Fernweh. In der Ausstellung „Reiselustig – Unterwegs mit dem Hasen Felix“ begleitet der berühmte Hase Familien auf eine Entdeckungstour rund ums Urlaub machen – früher, heu-te und morgen. In sechs aufwändig gestalteten Themenräumen begegnet man nicht nur dem reisenden Kuscheltier, das seiner Freundin Sophie von unterwegs schreibt, sondern auch historischen Gemälden, Fotografien und Objekten, die zeigen, wie sich Urlaubsziele und Reisegewohnheiten im Lauf der Jahrzehnte verändert haben.

  • Abbildung von Lia Darjes. Plate XXXI 2023
    Stadtmuseum Münster: Lia Darjes02.01.26 - 10:56

    Ein Rabe stibitzt ein Stück Kernobst, ein Eichhörnchen knabbert an einer Wassermelone – die Stilllebenreihe „Wildstücke“ der Fotografin Lia Darjes, die die Friedrich-Hundt-Gesellschaft im Stadtmuseum zeigt, versammelt nächtliche Gartentafeln, die von tierischen Gästen erobert werden. Entstanden sind die Fotografien im Garten der Berliner Künstlerin. Darjes bewegt sich bewusst in der Grauzone zwischen Inszenierung und Zufall. Zunächst arrangiert sie die Szenerie, dann zieht sie sich zurück. Eine Kamera bleibt vor Ort, die durch Tierbewegungen ausgelöst wird. Ihre brillanten Farben verdanken die Bilder dem Einsatz von Blitzlicht, das das Hauptmotiv gezielt hervorhebt, während der Hintergrund durch Unterbelichtung fast schwarz erscheint.

  • Abbildung von Wolfgang Troschke. 2011
    Stadtmuseum Münster: Grafik im Dialog02.01.26 - 10:33

    Die Aldegrever-Gesellschaft, ein Verein zur Förderung der grafischen Künste, widmet ihre Ausstellung im Stadtmuseum zwei prägenden Persönlichkeiten der grafischen Kunst: Rolf Escher und Wolfgang Troschke. „Grafik im Dialog“ zeigt die nachhaltige Wirkung der Lehre der beiden Professoren an der Fachhochschule Münster. Über Jahrzehnte begleiteten sie Generationen junger Künstlerinnen und Künstler. Viele davon erhielten eine Förderung durch die Aldegrever-Gesellschaft und wirken heute selbst in der Lehre. Zu sehen sind Druckgrafiken, Zeichnungen und konzeptionelle Serien, die das Prozesshafte grafischer Arbeit betonen.

  • Abbildung von Hanns Hubertus Graf von Merveldt. Bahnhof. 1929
    Galerie Ostendorff: Wege und Gegenwege02.01.26 - 9:48

    Unter dem Titel „Wege und Gegenwege: Westfälische Kunst im frühen 20. Jahrhundert“ zeigt die Galerie Ostendorff Werke von Vertretern einer gegen Ende des 19. Jh. geborenen Künstlergeneration, die im westfälischen Raum in der ersten Hälfte des 20. Jh. ihre wichtigsten Werke schuf. Die Zusammenschau zeigt neben stilistischer Vielfalt auch die unterschiedlichen künstlerischen Entwicklungen. Zu den zentralen Positionen zählt Peter August Böckstiegel (1889–1951), einer der bedeutenden Vertreter des westfälischen Expressionismus. In seinen Arbeiten übersetzte er bäuerliches Umfeld, Porträts und Landschaften in eine kraftvolle Bildsprache.

  • Abbildung von Jelena Bulajić. After Stone 1-1-3. 2025
    Kunsthalle Münster: Jelena Bulajić25.09.25 - 8:56

    Die Kunsthalle Münster zeigt die erste institutionelle Einzelausstellung der serbischen Künstlerin Jelena Bulajić in Deutschland. In ihrem Werk lotet sie die Möglichkeiten der Malerei in all ihren Facetten aus. Nicht das Motiv steht dabei im Zentrum, sondern die Beschaffenheit des Bildes selbst – seine Oberfläche, seine Materialität, seine Wirkung. Risse, Schichtungen, feine Linien werden zu Trägern von Bedeutung und zum eigentlichen Thema.

  • Abbildung von Pascale Feitner. Exoskelett
    Projekt Hafenweg 22: Pascale Feitner24.09.25 - 14:15

    Ein filigranes Netz aus Linien durchzieht das Treppenhaus am Hafenweg 22. Über vier Etagen spannt sich die Skulptur „Exoskelett“ von Pascale Feitner – eine raumgreifende Arbeit, die sich eng mit der Architektur verbindet. Aus der Distanz wirkt sie wie ein zeichnerisches Geflecht; erst beim Näherkommen offenbart sich ihre plastische Dimension. Inspiration fand die Künstlerin bei der Weidenjungfer, einer Libellenart, die im Münsterland beheimatet ist, aus dem Hafengebiet jedoch weitgehend verdrängt wurde.

  • Abbildung von Petra Semeniuk. Frau
    Kunsthaus Kannen: Jahresausstellung 202524.09.25 - 9:16

    Bis Ende Januar lädt das Kunsthaus Kannen zu seiner 27. Jahres- und Verkaufsausstellung ein. Zu sehen sind über 300 Werke aus dem Bereich der Outsider Art, darunter zahlreiche Arbeiten aus den hauseigenen Ateliers sowie von Gastkünstler:innen aus ganz Deutschland. Die Ausstellung bietet Raum für neue, wenig bekannte Positionen jenseits akademischer Konventionen.

  • Abbildung von Dan Graham. Oktogon für Münster. Skulptur Projekte in Münster 1987
    LWL-Museum für Kunst und Kultur: Performance People03.01.25 - 12:20

    Die Ausstellung „Performance People“ im Lichthof des LWL-Museums zeigt mit einer Auswahl an Objekten, Videos, Fotografien und Archivalien, wie Skulptur erweitert, verlebendigt und performt wird. Ausgangspunkt der Schau ist ein Dialog zwischen zwei Werken: Erstmals ist Dan Grahams „Oktogon für Münster“ (1987) nicht im Außenraum, sondern im Lichthof des Museums zu sehen.

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Seit 1998 stellt das Magazin kunst raum münster jeweils vierteljährlich das regionale Kunstgeschehen vor. Mit rund 200 Terminen und vielen Aus­­stellungs­besprechungen bietet es die umfassendste gedruckte Zusammen­stellung von Kunstterminen für Münster und das Münsterland bis in die angrenzende Weser-Ems-Region, Ostwestfalen-Lippe und das Ruhrgebiet. Die gedruckte Ausgabe erscheint in einer Auflage von 10.000 Exemplaren.

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