Ikonen-Museum: Viten, Wunder und Legenden

Was haben mittelalterliche Ikonen und Comics gemeinsam? Mehr, als auf den ersten Blick zu erwarten wäre. Die Jubiläumsausstellung „Viten, Wunder und Legenden“ zum 70-jährigen Bestehen des Ikonen-Museums rückt die erzählerische Seite der Ikonenkunst in den Mittelpunkt. Viele der gezeigten Werke erzählen in klar abgegrenzten, mit Texten versehenen Bildfeldern vom Leben der Heiligen, von Wundern, Prüfungen und Legenden. Mitunter verlaufen diese Bilder wie ein gezeichneter Erzählstreifen um die zentrale Figur herum. Die Geschichten handeln von Heldenmut, selbstloser Hilfe, Glauben oder den Verlockungen des Bösen. Manche Motive wie der Drachentöter Georg oder der heilige Nikolaus sind bis heute vertraut. Andere wirken fremd und mysteriös: Ikonen, die übers Wasser wandeln, Heilige auf Säulen, Mönche, die auf krallenbewehrten Pferden reiten.

Quadrat Bottrop: Richard Paul Lohse

Als Höhepunkt des Jubiläumsjahres 2026 präsentiert das Josef Albers Museum Quadrat Bottrop eine umfassende Einzelausstellung des Schweizer Malers, Grafikers und Theoretikers Richard Paul Lohse (1902–1988), einer Schlüsselfigur der konstruktiv-konkreten Kunst. Bereits 1976 widmete das damals neu eröffnete Museum dem Künstler eine erste Einzelausstellung; sein Werk „Drei horizontale Teilungen“ (1949/72) wurde zugleich zum ersten Ankauf des Hauses und markierte den Beginn der Sammlung jenseits von Josef Albers. Die aktuelle Ausstellung ist die erste große Retrospektive Lohses seit mehr als 20 Jahren. Sie verknüpft ein wichtiges Kapitel der Bottroper Museumsgeschichte mit aktuellen Fragen nach gesellschaftlichen Utopien und sozialer Gleichheit.

Draiflessen Collection: Mix & Match

In der Ausstellung „Mix & Match“ begegnen sich Archiv und Sammlung der Draiflessen Collection auf ungewöhnliche Weise. In vier Themenräumen werden Objekte aus unterschiedlichen Zeiten und Bereichen miteinander kombiniert – von Druckgrafik und Buchkunst über Fotografien und Film bis hin zu Mode und zeitgenössischer Kunst. Die vier Elemente Erde, Feuer, Luft und Wasser strukturieren den Rundgang und lenken den Blick auf Materialien, Motive und Themen. So entstehen überraschende Verbindungen zwischen Werken und Objekten, die auf den ersten Blick wenig gemein haben.

Schloss Cappenberg: Alfred Schmidt

Alfred Schmidt (1930–1997) hat einen ungewöhnlichen künstlerischen Weg eingeschlagen: Mitte der 1970er-Jahre verlagerte er seine Arbeit aus dem Atelier in die Bergwerke des Ruhrgebiets. Mit Zeichenbrett, Papier und Tusche ging er „unter Tage“ und arbeitete in unmittelbarer Nähe zu den Bergleuten, in einer Umgebung, die von Enge, Lärm und körperlicher Anstrengung geprägt war. Die Ausstellung „Alfred Schmidt …unter Tage“ auf Schloss Cappenberg zeigt Zeichnungen und Texte aus diesem Arbeitszusammenhang.