Diözesanmuseum Paderborn: Prophezeiungen

Was hält die Zukunft bereit – und wie lassen sich ihre Zeichen deuten? Das Diözesanmuseum Paderborn verfolgt in „Prophezeiungen – Wer deutet die Zeichen der Zeit?“ diese Fragen von der Spätantike bis in die Gegenwart. Orakelstäbchen und Darstellungen antiker Seherinnen treffen auf zeitgenössische Arbeiten von Michael Triegel, Christoph Brech, Barbara Dombrowski, Helmut Kirchlechner und Claudia Brieske. Interaktive Stationen mit Virtual und Augmented Reality, 360°-Film und künstlicher Intelligenz erweitern die Ausstellung und laden dazu ein, über unsere Vorstellungen von Zukunft nachzudenken.

Museum Schloss Cappenberg: Gerta Overbeck

Zechen, Stahlwerke, Friseurläden und Cafés: Gerta Overbeck fand ihre Motive im Alltag und in der industriellen Arbeitswelt des Ruhrgebiets. Das Museum Schloss Cappenberg widmet der Dortmunder Malerin mit „Über Tage. Gerta Overbeck – Neue Sachlichkeit im Ruhrgebiet“ eine umfassende Ausstellung. Anlässlich ihres 50. Todestages 2027 nimmt die Schau auch Freundschaften und künstlerische Verbindungen zu Grethe Jürgens, Anneliese Kretschmer, Ernst Thoms und Gustav Schenk in den Blick. Cappenberg, wo Overbeck aufwuchs und später wieder lebte, bildet dafür einen besonderen Bezugspunkt.

HELLWEG – ein LICHTWEG: Nächte der Lichtkunst

Zum neunten Mal lädt das regionale Städtenetzwerk HELLWEG – ein LICHTWEG zu den „Nächten der Lichtkunst“ ein. 51 dauerhaft installierte Lichtkunstwerke verwandeln historische und industriekulturelle Orte zwischen Ahlen, Lippstadt und Unna in weithin sichtbare Kunststandorte. Ergänzt wird der Lichtweg durch temporäre Arbeiten in Kirchen und historischen Gebäuden, darunter Werke von François Morellet, Timm Ulrichs und Spencer Finch. Führungen, Lichtreisen, Vorträge und Gespräche eröffnen zusätzliche Perspektiven auf die Kunst und die Geschichte der Region.

Museum Abtei Liesborn: Malerei 26

Mit „Malerei 26“ setzt die Kunstakademie Münster ihre langjährige Ausstellungsreihe mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe fort. Im Museum Abtei Liesborn präsentieren Henrike Fechler, Anne Gößling, Kashi Grätz, Abdelaziz Mahmud und Lara Morsey aktuelle Positionen junger Malerei. Seit 2004 bietet die Reihe ausgewählten Studierenden die Gelegenheit, ihre Arbeiten außerhalb der Hochschule in einem neuen räumlichen Kontext zu zeigen. Zugleich fragt sie danach, wie sich Malerei angesichts veränderter Formen der Bildproduktion und -verbreitung behauptet und weiterentwickelt.

Von der Heydt-Museum: Schön & streng

Mit „Schön & streng: Die Macht des Ornaments“ rückt das Von der Heydt-Museum das Ornament als eigenständiges Bildprinzip in den Mittelpunkt. Werke von Henri Matisse, Paul Klee und August Macke treffen auf Abstraktion und Op-Art sowie internationale Gegenwartskunst. Die Ausstellung zeigt, wie geometrische und musterhafte Ordnungen Bilder strukturieren und den Blick lenken. Zugleich verfolgt sie Ornamente durch unterschiedliche Kulturräume und fragt nach ihrer Bedeutung für Identität, Migration und kulturelle Übersetzung.

Skulpturenpark Waldfrieden: Willi Baumeister, Franz Krause und Oskar Schlemmer

Farbe tropft, fließt und wird gesprüht, Sand und Feuer verändern die Oberflächen: Willi Baumeister, Franz Krause und Oskar Schlemmer erprobten in den frühen 1940er-Jahren ungewöhnliche Möglichkeiten der Lackmalerei. Die Ausstellung „Farbe! Farbe!“ im Skulpturenpark Waldfrieden zeigt kleinformatige Versuchstafeln, deren experimentelle Verfahren spätere Entwicklungen des Abstrakten Expressionismus und Informel vorwegnehmen. Entstanden sind die Arbeiten im Wuppertaler Arbeitskreis des Lackfabrikanten Kurt Herberts. Ergänzt wird die Schau durch das nach Schlemmers Plänen rekonstruierte, begehbare Lackkabinett.

Stadtmuseum Beckum: Ute Bartel

Die Wahrnehmung und Veränderung von Wirklichkeit mit fotografischen Mitteln stehen im Mittelpunkt der Arbeiten von Ute Bartel. Mit dem Blick einer Bildhauerin nutzt sie die Kamera, um Dinge, Situationen und Orte des Alltags festzuhalten. Die fotografische Aufnahme bildet dabei nicht das fertige Werk, sondern den Ausgangspunkt eines oft vielschichtigen Arbeitsprozesses. Im Atelier entwickelt Bartel ihre Motive weiter und überführt sie in Collagen, Cutouts und raumgreifende Arbeiten.

Glasmuseum Lette: Entwicklungen 50 – 30 – 20

Ein dreifaches Jubiläum gibt Anlass zur neuen Ausstellung im Glasmuseum Lette. Vor etwa 50 Jahren soll Lilly Ernsting die Sammelleidenschaft für das Medium Glas ergriffen haben. Daraus entstand eine Sammlung zeitgenössischer Glaskunst mit Werken aus dem europäischen Raum, die heute rund 3.000 Werke umfasst. 1996 gründeten Lilly und Kurt Ernsting das Glasmuseum, das 2026 sein 30-jähriges Bestehen feiert. Zehn Jahre später folgte die Eröffnung des Glasdepots, das die kontinuierlich gewachsene Sammlung seit nunmehr 20 Jahren beherbergt.

MKK Dortmund: Konsum

Um Alltagsdinge zwischen Nutzen, Sehnsucht und Überfluss geht es in der aktuellen Ausstellung KONSUM im Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund. Gezeigt werden Exponate aus mehreren Jahrhunderten. Bedürfnisse, Besitz und Konsumgewohnheiten stehen dabei in engem Zusammenhang mit den jeweiligen Rahmenbedingungen. Wie viele Dinge habe ich? Was brauche ich wirklich? Wie hat sich Konsum im Laufe der Zeit verändert? Zu sehen sind etwa 500 Alltagsgegenstände – darunter Geschirr, Kleidung, Möbel sowie technische Geräte, Luxusgüter und Massenprodukte.

Gustav-Lübcke-Museum: Daniel Richter und George Grosz

Was verbindet den Maler Daniel Richter mit George Grosz, dem scharfen Chronisten der Weimarer Republik? Die Ausstellung „Krieg und Konfitüre“ in Hamm bringt beide Künstler erstmals in einen direkten Dialog. Der Titel verweist auf einen Gegensatz, der ihre Arbeiten unterschiedlich prägt: das Nebeneinander von politischer Krise und privatem Alltag, von Gewalt und Normalität. Auf rund 800 Quadratmetern begegnen sich die gesellschaftskritischen Zeichnungen und Gemälde von George Grosz (1893–1959) und die bildgewaltigen Malereien Daniel Richters (*1962), der zu den prägenden Positionen der deutschen Gegenwartskunst zählt. Trotz des zeitlichen Abstands von mehreren Jahrzehnten richten beide ihren Blick auf gesellschaftliche und politische Umbrüche sowie die Frage, wie Menschen in Zeiten der Verunsicherung handeln und leben. Die Gegenüberstellung eröffnet neue Perspektiven auf zwei Künstler, die ihre jeweilige Gegenwart aufmerksam beobachten und mit den Mitteln der Kunst kommentieren.