Westfälischer Kunstverein: Sanna Helena Berger

Mit ihrer ersten institutionellen Einzelausstellung „Œuvre (working title)“ hinterfragt Sanna Helena Berger im Westfälischen Kunstverein die klassische Idee einer Retrospektive. Für die schwedische Künstlerin ist ein Werk kein abgeschlossenes Kapitel, sondern ein offener Prozess, dessen Bedeutung sich immer wieder verändern kann. Bereits entstandene, unfertige oder beiseitegelegte Arbeiten treffen in einer ortsbezogenen Installation auf gezielte Eingriffe in den Ausstellungsraum. So entstehen neue Verbindungen und Lesarten, die dazu einladen, Bekanntes immer wieder neu zu betrachten.

Kunsthalle Münster: Euridice Zaituna Kala

In ihrer ersten großen Einzelausstellung in Deutschland verbindet Euridice Zaituna Kala persönliche Erinnerungen mit historischen Recherchen und den bis heute spürbaren Folgen des Kolonialismus. Unter dem Titel „Daylighting: aber es ist Wasser, das spricht“ entwickelt sie in der Kunsthalle Münster eine Installation, die danach fragt, welche Geschichten bewahrt und welche verdrängt oder vergessen werden. Großformatige Glasscheiben in Stahlrahmen strukturieren den Raum und verbinden Fotografien, Pflanzen, Schriftfragmente und farbiges Licht zu transparenten Bildräumen. Für Münster entstehen neue Arbeiten, die Vergangenheit, Architektur und kollektive Erinnerungen miteinander in Beziehung setzen.

Kunstmuseum Pablo Picasso: Picasso und die Keramik

Als Pablo Picasso 1946/47 im südfranzösischen Vallauris die Keramik für sich entdeckt, beginnt eine intensive Phase des Experimentierens mit Formen und Techniken. In der Töpferei Madoura entstehen über 25 Jahre hinweg Tausende Arbeiten, in denen Vasen zu Körpern und Gebrauchsgegenstände zu Kunstwerken werden. Das Picasso-Museum zeigt fast 70 Keramiken, darunter auch bemalte Fliesen. Ausgewählte Arbeiten werden antiken Stücken aus dem Archäologischen Museum der Universität Münster gegenübergestellt und machen Picassos spielerischen Umgang mit historischen Vorbildern sichtbar.

Stadtmuseum Münster: Pan Walther

Pan Walther zählt zu den bedeutenden deutschen Fotografen der Nachkriegszeit. Seit Mitte der 1950er Jahre führten ihn Fotoreisen nach Südeuropa und Nordafrika, wo zahlreiche Porträts von Menschen in ihrem alltäglichen Umfeld entstanden. In Jugoslawien, Griechenland, Spanien, Italien, Tunesien und der Türkei fotografierte Walther spontan auf Straßen, Plätzen und bei der Arbeit. Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen verbinden den Blick auf die Persönlichkeit der Porträtierten mit Eindrücken von Ländern, die für viele Nachkriegsdeutsche damals noch unbekannte Sehnsuchtsorte waren.

Stadtmuseum Münster: Jenseits der Mauern

Mit „Jenseits der Mauern – Gefängnisarchitektur aus Sicht junger Menschen“ hält die Friedrich-Hundt-Gesellschaft einen historischen Umbruch in Münster fotografisch fest. Schülerinnen und Schüler des Adolph-Kolping-Berufskollegs und der Realschule Wolbeck fotografierten die alte Justizvollzugsanstalt an der Gartenstraße ebenso wie den Neubau. Entstanden sind eindrucksvolle Bildserien, die Architektur und Atmosphäre mit einem unverstellten, teils künstlerischen Blick erfassen. Zugleich gewähren die Fotografien seltene Einblicke in sonst verschlossene Bereiche und dokumentieren das Ende eines bedeutenden Kapitels der Stadtgeschichte.

Paulusmuseum: Ich gehe, aber wohin?

Mit „Ich gehe, aber wohin?“ widmet das neue Paulusmuseum seine Eröffnungsausstellung dem Namenspatron des Doms. Rund 80 Exponate aus dem Domschatz und internationalen Sammlungen zeichnen den Weg des Paulus vom Christenverfolger zu einem der wichtigsten Missionare des frühen Christentums nach. Historische Skulpturen, Handschriften und Reliquien treffen dabei auf internationale Leihgaben und zeitgenössische Kunst. Zugleich schlägt die Ausstellung den Bogen zu heutigen Fragen nach Orientierung, Aufbruch, Neuanfang und den Dingen, denen Menschen besonderen Wert beimessen.

Kunsthaus Kannen: 28. Jahresausstellung

Zum 30-jährigen Bestehen präsentiert das Kunsthaus Kannen seine 28. Jahres- und Verkaufsausstellung mit mehr als 200 Werken aus dem Bereich der Outsider Art. Arbeiten aus den hauseigenen Ateliers treffen auf Positionen von Künstlerinnen und Künstlern aus dem In- und Ausland. Malerei, Zeichnung, Grafik und Skulptur zeigen die große Bandbreite dieser eigenständigen Kunstform. Viele Werke überraschen mit fantasievollen Bildwelten, ungewöhnlichen Materialien und einer unverwechselbaren Bildsprache.

Galerie Clasing & Etage: Daniel Anczykowski

Landschaften in und um Münster, Küsten in Frankreich und auf Sylt prägen die Malerei von Daniel Anczykowski. Viele seiner Arbeiten entstehen zunächst unter freiem Himmel und werden später im Atelier weiterentwickelt. Hinzu kommen Himmel- und Dachlandschaften aus Münster sowie Werke nach Fotografien von Reisen durch den Westen der USA. In Öl, Gouache, Pastell und Mischtechnik verwandelt Anczykowski Gesehenes und Empfundenes in eine eigene malerische Wirklichkeit.

Galerie NORD14: Jörg Meurer und Finn Kuwert

Dieselben Orte, dieselben Motive und doch ganz unterschiedliche Bilder: Jörg Meurer und Finn Kuwert zeigen in „JAPAN (UN)KNOWN“ ihre persönlichen fotografischen Sichtweisen auf Japan. Während einer gemeinsamen Reise entwickelten Vater und Sohn einen fotografischen Dialog zwischen bekannten Sehenswürdigkeiten und beiläufigen Alltagsszenen. Lange Belichtungszeiten, bewusste Kamerabewegungen und Überbelichtungen lassen dabei Bilder entstehen, die mitunter an Malerei erinnern.

SO66: Ludwig Maria Vongries

In „red bodies“ verwandelt Ludwig Maria Vongries die Produzentengalerie SO66 in eine raumgreifende Installation. Seine Skulpturen aus Holz und Stahl, überzogen mit glänzend rotem Epoxidharz, erinnern an Torsi und Körperfragmente. Inmitten verspiegelter Wände und Böden erscheinen die Arbeiten immer wieder in neuen Konstellationen. Dabei kreist die Ausstellung um Verletzlichkeit als eine Erfahrung, die Menschen verbindet und Empathie, Mitgefühl und Solidarität ermöglicht.