Ikonen-Museum: Viten, Wunder und Legenden

Was haben mittelalterliche Ikonen und Comics gemeinsam? Mehr, als auf den ersten Blick zu erwarten wäre. Die Jubiläumsausstellung „Viten, Wunder und Legenden“ zum 70-jährigen Bestehen des Ikonen-Museums rückt die erzählerische Seite der Ikonenkunst in den Mittelpunkt. Viele der gezeigten Werke erzählen in klar abgegrenzten, mit Texten versehenen Bildfeldern vom Leben der Heiligen, von Wundern, Prüfungen und Legenden. Mitunter verlaufen diese Bilder wie ein gezeichneter Erzählstreifen um die zentrale Figur herum. Die Geschichten handeln von Heldenmut, selbstloser Hilfe, Glauben oder den Verlockungen des Bösen. Manche Motive wie der Drachentöter Georg oder der heilige Nikolaus sind bis heute vertraut. Andere wirken fremd und mysteriös: Ikonen, die übers Wasser wandeln, Heilige auf Säulen, Mönche, die auf krallenbewehrten Pferden reiten.

Kloster Bentlage: Traces of Bentlage

Das Kloster Bentlage und die umgebende Kulturlandschaft bilden den Ausgangspunkt dreier künstlerischer Interventionen von Ann Aspinwall und Susan Goethel Campbell. Sie greifen historische Orte und verborgene Spuren des Geländes auf und übersetzen sie in zeitgenössische Arbeiten. Im Salinenpark werden Baumschatten zu Sonnenuhren und machen den Lauf der Zeit sichtbar. Zwischen den Gradierwerken verwandeln sich einst zum Schutz der Bäume vor der Sole-Gischt errichtete Wände in durchscheinende Bildflächen. Am Kloster selbst wird ein längst verschwundener Kutschenpfad markiert, der früher zur Kutschenremise führte.

Westfälischer Kunstverein: Steffani Jemison

Vögel, Stimmen und die Sehnsucht nach dem Fliegen stehen im Mittelpunkt der Ausstellung „Augur“ von Steffani Jemison im Westfälischen Kunstverein. Die US-amerikanische Künstlerin (* 1981 in Berkeley) verbindet Klang, Skulptur, Zeichnung und Video zu einer raumgreifenden Installation, die sich mit Bewegung, Freiheit und den Möglichkeiten des Entkommens beschäftigt.

Kunstmuseum Pablo Picasso: Pariser Moderne

Die Pariser Kunstszene des 20. Jahrhunderts war ein Laboratorium der Moderne – ein Ort, an dem Kunstschaffende etablierte Konventionen hinterfragten und neue Ausdrucksformen erprobten. Diese kreative Dynamik brachte einige der prägenden Kunstpositionen ihrer Zeit hervor. Das Picassomuseum gewährt nun mit mehr als 200 Werken aus der Privatsammlung Helmut Klewan einen Blick auf jene Künstlerinnen und Künstler, die diese Moderne entscheidend mitgestaltet haben.

Galerie Ostendorff: Maxim Wakultschik

Maxim Wakultschik, gebürtig aus Belarus, kam Anfang der 1990er Jahre nach Deutschland und studierte nach einem ersten Gastaufenthalt an der Kunstakademie Düsseldorf Freie Kunst bei Jannis Kounellis und Beate Schiff. Ausgehend von der Malerei entwickelte er früh eine eigenständige Formensprache und wandte sich bald Reliefs, Skulpturen und raumgreifenden Objekten zu.

RADAR: Swinda Oelke

Licht macht Räume sichtbar und wird meist erst dann wahrgenommen, wenn es in Gestalt eines Strahls auf etwas trifft. Die Künstlerin Swinda Oelke beschäftigt sich seit Jahren mit den technischen Bedingungen von Lichtbildprojektionen. Im RADAR-Raum des Westfälischen Kunstvereins untersucht sie nun mit der ortsspezifischen Installation „Ray Optics“, wie Licht Räume erfasst, strukturiert und verändert. Ausgangspunkt ihrer Arbeiten sind häufig Beamer und andere Geräte der Bildprojektion. Dabei interessiert sie weniger das projizierte Bild als die technische Konstruktion dahinter.

LWL-Museum für Kunst und Kultur: Zwei Werke von Gerhard Richter für Münster

Vier Jahrzehnte lang hingen sie in einem Schulgebäude in Soest, nun sind zwei ungewöhnliche Arbeiten von Gerhard Richter als Dauerleihgaben in der Sammlungspräsentation des Landesmuseums zu sehen. Die Gemälde „Strich (auf Blau)“ von 1979 und „Strich (auf Rot)“ von 1980 gehören mit ihren 20 Metern Länge zu den ungewöhnlichsten Werken im Bestand des Museums.

Kunsthaus Kannen: Kunsthaus Kannen Preis 2026

Mit „AUSGEZEICHNET! – der Kunsthaus Kannen Preis 2026“ ruft das in Münster-Amelsbüren angesiedelte Museum für Outsider Art und zeitgenössische Kunst erstmals einen Wettbewerb ins Leben, der sich gezielt an Künstlerinnen und Künstler mit Behinderungen richtet. Die Ausstellung versammelt alle eingereichten Arbeiten und gibt Einblick in die große Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen zwischen Outsider Art und zeitgenössischer Kunst.

Stadtmuseum Münster: Leo Burgholz

Über Jahrzehnte prägte Leo Burgholz das Kunstleben in Münster, heute ist sein Name kaum noch bekannt. Eine Ausstellung im Stadtmuseum widmet sich nun dem Maler und Grafiker, der seit 1939 als Kanzler der Künstlervereinigung Schanze wirkte und zu den prägenden Figuren der regionalen Kunstszene gehörte. Grundlage der Präsentation ist ein umfangreicher Nachlass aus Familienbesitz, der erstmals einen umfassenderen Blick auf sein Werk ermöglicht.

Kap.8: Franka Boltz und Kathrin Menke

Auf den ersten Blick könnten die Arbeiten von Katrin Menke und Franka Boltz kaum unterschiedlicher sein. Während die Autodidaktin Menke ihre Blätter mit Figuren, Geschichten und Beobachtungen füllt, arbeitet die an der Kunstakademie ausgebildete Franka Boltz mit Überlagerungen und Leerstellen. Die Ausstellung „Schichtwechsel“ im Kap.8 bringt beide Positionen zusammen. Katrin Menke richtet ihren Blick auf den Alltag in Münster.