Kunstmuseum Ahlen: Tina Blau

Sie zählt zu den bedeutendsten österreichischen Landschaftsmalerinnen und ist außerhalb ihrer Heimat dennoch kaum bekannt. Mit „Im Freien. Tina Blau – eine Impressionistin aus Wien“ zeigt das Kunstmuseum Ahlen in Kooperation mit dem Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern erstmals eine museale Ausstellung der Künstlerin in Deutschland. Rund 40 Leihgaben aus Wiener Museen und internationalen Privatsammlungen zeichnen ihre Entwicklung zwischen 1862 und 1916 nach. Als Pionierin der Freilichtmalerei malte sie direkt vor dem Motiv und prägte den Aufbruch zur Moderne in Wien und München.

Stadtmuseum Beckum: Ute Bartel

Die Wahrnehmung und Veränderung von Wirklichkeit mit fotografischen Mitteln stehen im Mittelpunkt der Arbeiten von Ute Bartel. Mit dem Blick einer Bildhauerin nutzt sie die Kamera, um Dinge, Situationen und Orte des Alltags festzuhalten. Die fotografische Aufnahme bildet dabei nicht das fertige Werk, sondern den Ausgangspunkt eines oft vielschichtigen Arbeitsprozesses. Im Atelier entwickelt Bartel ihre Motive weiter und überführt sie in Collagen, Cutouts und raumgreifende Arbeiten.

Schlieker Haus Bochum: Rolf Escher

Kaffeehäuser waren über viele Jahrzehnte weit mehr als Orte für Kaffee und Gespräche. In Städten wie Venedig, Wien, Paris, Budapest, Rom oder Prag trafen sich Schriftsteller, Künstler und Intellektuelle, entwickelten Ideen und prägten das kulturelle Leben Europas. Diesen besonderen Orten widmet sich der Zeichner Rolf Escher in der Ausstellung „Erinnerungsort Kaffeehaus“ im Schlieker Haus Bochum. Die Schau versammelt rund 70 Zeichnungen, Aquarelle und Druckgrafiken aus sechs Jahrzehnten. Escher hält darin die Atmosphäre historischer Cafés fest und erinnert zugleich an Persönlichkeiten wie Franz Kafka, Joseph Roth oder Thomas Mann, die mit der Kaffeehauskultur verbunden waren.

FARB Borken: Nina Bruchhaus

Mit „Medusas Blick“ präsentiert das FARB Borken die erste Einzelausstellung von Nina Bruchhaus in ihrer Geburtsstadt. Die 1990 geborene Künstlerin beschäftigt sich in ihrer Malerei mit Motiven aus der Antike und Renaissance sowie mit Fragen moderner Weiblichkeit. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen großformatige Gemälde von intensiver Farbigkeit, in denen figürliche Anspielungen und abstrakte Malerei miteinander verschmelzen. Der Titel verweist auf die Gestalt der Medusa aus der griechischen Mythologie, deren Blick der Legende nach Menschen zu Stein erstarren ließ. Antike Frauenfiguren wie Venus, Aphrodite, die Musen oder auch Medusa bilden immer wieder den Ausgangspunkt von Bruchhaus’ Malerei.

Glasmuseum Lette: Entwicklungen 50 – 30 – 20

Ein dreifaches Jubiläum gibt Anlass zur neuen Ausstellung im Glasmuseum Lette. Vor etwa 50 Jahren soll Lilly Ernsting die Sammelleidenschaft für das Medium Glas ergriffen haben. Daraus entstand eine Sammlung zeitgenössischer Glaskunst mit Werken aus dem europäischen Raum, die heute rund 3.000 Werke umfasst. 1996 gründeten Lilly und Kurt Ernsting das Glasmuseum, das 2026 sein 30-jähriges Bestehen feiert. Zehn Jahre später folgte die Eröffnung des Glasdepots, das die kontinuierlich gewachsene Sammlung seit nunmehr 20 Jahren beherbergt.

MKK Dortmund: Konsum

Um Alltagsdinge zwischen Nutzen, Sehnsucht und Überfluss geht es in der aktuellen Ausstellung KONSUM im Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund. Gezeigt werden Exponate aus mehreren Jahrhunderten. Bedürfnisse, Besitz und Konsumgewohnheiten stehen dabei in engem Zusammenhang mit den jeweiligen Rahmenbedingungen. Wie viele Dinge habe ich? Was brauche ich wirklich? Wie hat sich Konsum im Laufe der Zeit verändert? Zu sehen sind etwa 500 Alltagsgegenstände – darunter Geschirr, Kleidung, Möbel sowie technische Geräte, Luxusgüter und Massenprodukte.

Gustav-Lübcke-Museum: Daniel Richter und George Grosz

Was verbindet den Maler Daniel Richter mit George Grosz, dem scharfen Chronisten der Weimarer Republik? Die Ausstellung „Krieg und Konfitüre“ in Hamm bringt beide Künstler erstmals in einen direkten Dialog. Der Titel verweist auf einen Gegensatz, der ihre Arbeiten unterschiedlich prägt: das Nebeneinander von politischer Krise und privatem Alltag, von Gewalt und Normalität. Auf rund 800 Quadratmetern begegnen sich die gesellschaftskritischen Zeichnungen und Gemälde von George Grosz (1893–1959) und die bildgewaltigen Malereien Daniel Richters (*1962), der zu den prägenden Positionen der deutschen Gegenwartskunst zählt. Trotz des zeitlichen Abstands von mehreren Jahrzehnten richten beide ihren Blick auf gesellschaftliche und politische Umbrüche sowie die Frage, wie Menschen in Zeiten der Verunsicherung handeln und leben. Die Gegenüberstellung eröffnet neue Perspektiven auf zwei Künstler, die ihre jeweilige Gegenwart aufmerksam beobachten und mit den Mitteln der Kunst kommentieren.

Marta Herford: Mindset Los Angeles

Unter dem Titel „Mindset Los Angeles“ widmet das Marta Herford sein gesamtes Haus der Kunst- und Kulturszene der kalifornischen Metropole. Zwei Ausstellungen beleuchten den Einfluss, den Los Angeles seit den 1950er Jahren auf Kunst, Architektur und Gesellschaft ausgeübt hat. Die Schau „Frank Gehry und die Cool School“ geht den künstlerischen Prägungen Gehrys nach, die sein Architekturverständnis formten und sich im Museumsbau des Marta widerspiegeln. Arbeiten von Ed Ruscha, David Hockney, Judy Chicago, Richard Serra und anderen zeigen die experimentierfreudige Kunstszene von Los Angeles seit den 1950er Jahren.

Kunsthaus Kloster Gravenhorst: WestFarbe

Im Englischen gibt es zwei Wörter für das, was im Deutschen schlicht „Farbe“ heißt: „colour“ bezeichnet die Farbigkeit, „paint“ das Malmaterial. Dieser Unterschied inspirierte den Künstler und Kurator Christoph Dahlhausen zur Ausstellungsreihe „WestFarbe“, die nun im Kloster Gravenhorst Station macht. Die Gruppenausstellung versammelt zahlreiche künstlerische Positionen, die sich auf unterschiedliche Weise mit Farbe auseinandersetzen. Werke aus der Sammlung der Werner Richard – Dr. Carl Dörken Stiftung begegnen dabei Installationen, Objekten und Videoarbeiten. Mal erscheint Farbe als leuchtende Fläche, mal als körperhafte Materie, mal als konzeptionelle Setzung. So eröffnet die Ausstellung einen vielschichtigen Blick auf ein Medium, das oft selbstverständlich erscheint, dessen Wirkung unsere Wahrnehmung jedoch entscheidend prägt.

Kunstmuseum im Marstall: Ella Bergmann-Michel und Robert Michel

Mit der Ausstellung „Mechanik des Lebens“ widmet sich das Kunstmuseum Paderborn zwei heute zu Unrecht wenig bekannten Positionen der Klassischen Moderne. Ella Bergmann-Michel, 1895 in Paderborn geboren, und Robert Michel lernten sich während ihres Studiums am Bauhaus in Weimar kennen und arbeiteten ihr Leben lang eng zusammen. Beide beschäftigten sich intensiv mit den neuen Bildwelten ihrer Zeit. Typografie, Reklame, Fotografie, Film und industrielle Technik fanden ebenso Eingang in ihre Arbeiten, wie Einflüsse des Dadaismus, Konstruktivismus und der expressionistischen Avantgarde. Der Ausstellungstitel verweist auf ein zentrales gemeinsames Interesse: die Auseinandersetzung mit den Veränderungen der Moderne. Industrie, Technik, Arbeit und soziale Prozesse werden in ihren Werken nicht nur formal untersucht, sondern auch kritisch reflektiert. Besonders ihre Collagen, Zeichnungen und Druckgrafiken verbinden organische Formen mit maschinenhaften Strukturen.