Ângela Ferreira – Kunstausstellung der Ruhrfestspiele
Kunsthalle Recklinghausen
Ângela Ferreira. Rádio Fanon. 2022. Ausstellungsansicht Frac – Marseille, 2022. Foto: Laurent Lecat
Ângela Ferreira. Entrer dans la mine. 2013. Foto: Guy Tillim
NEWS 08.05.23
In der diesjährigen Ausstellung der Ruhrfestspiele zeigt die Kunsthalle Recklinghausen die 1958 in Mosambik geborene, in Südafrika aufgewachsene und in Lissabon lebende Künstlerin Ângela Ferreira. Es ist ihre erste Einzelausstellung in Deutschland, nachdem sie 2007 als erste afrikanische Künstlerin überhaupt Portugal auf der Biennale in Venedig vertrat und in zahlreichen führenden Museen und Ausstellungshäusern weltweit eingeladen war. Ferreira untersucht in ihren Werken die Auswirkungen des Kolonialismus und Postkolonialismus auf aktuelle Gesellschaften – oftmals im Zusammenhang mit der architektonischen Moderne auf dem afrikanischen Kontinent und an anderen Orten europäischer Kolonialisierung. Ihre skulpturalen, akustischen und videografischen Hommagen beziehen sich dabei sowohl auf die wirtschaftliche, politische und kulturelle Geschichte Afrikas als auch auf Werke von Persönlichkeiten wie Ingrid Jonker, Jimi Hendrix, Diego Rivera oder Miriam Makeba. Die Ausstellung umfasst Werke aus über drei Jahrzehnten, die nun in einer großen Überblicksschau über drei Etagen in ihrer poetischen, politischen und ästhetischen Komplexität zusammenkommen.
In ihrer Werkgruppe „Rádio Voz da Liberdade“ beschäftigt sich Ângela Ferreira mit der Funktion von Radiosendern im Rahmen weltweiter Unabhängigkeitsbestrebungen und wirft dabei einen Blick auf den gleichnamigen Guerilla-Radiosender der von 1962–1974 in Algerien und Portugal (dort unter der Diktatur António de Oliveira Salazar) zu hören war. Mit „Radio Fanon“ ist die neuste Arbeit dieser Werkgruppe zu sehen. Entstanden im Jahr 2022 beschreibt die Installation ein Transistorradio mit Fernsehbildschirm. In der Arbeit „Entrer dans la mine“ widmet sich Ângela Ferreira den Erinnerungen und Liedern der MinenarbeiterInnen im Kongo und wirft einen kritischen Blick auf das Spannungsfeld zwischen Arm und Reich, zwischen globalem Norden und Süden und den daraus resultierenden kontroversen Lebensrealitäten. Die Arbeit aus dem Jahr 2013, die sich kritisch mit den Arbeitsbedingungen im globalen Bergbau auseinandersetzt und damit einen Bogen zum Kohlebergbau im Ruhrgebiet schlägt, erlebt in Recklinghausen als Installation über dem Eingang der Kunsthalle eine Wiederaufführung.
Ângela Ferreira. Kunstausstellung der Ruhrfestspiele.
07.05.–06.08.23
Kunsthalle Recklinghausen
Große-Perdekamp-Str. 25–27
45657 Recklinghausen
www.kunsthalle-recklinghausen.com
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