Ragnar Kjartansson bei den Ruhrfestspielen
Kunsthalle Recklinghausen
Ragnar Kjartansson. Sunday Without Love. 2025. Courtesy of the artist, Luhring Augustine, New York and i8 Gallery, Reykjavik
Ragnar Kjartansson. Figures in Landscape (Tuesday). 2018. Courtesy of the artist, Luhring Augustine, New York and i8 Gallery, Reykjavik
NEWS 12.05.26
Mit seinen zwischen Melancholie, Ironie und Musik oszillierenden Arbeiten zählt der 1976 geborene isländische Künstler Ragnar Kjartansson seit Jahren zu den bekanntesten zeitgenössischen Künstlern des nordischen Raums. Die diesjährige Kunstausstellung der Ruhrfestspiele in der Kunsthalle Recklinghausen widmet ihm nun mit Videoarbeiten und Gemälden aus den vergangenen Jahren eine umfangreiche Schau. Kjartansson bewegt sich mit großer Selbstverständlichkeit zwischen bildender Kunst, Musik und Performance. Bevor er international als Künstler bekannt wurde, stand er als Frontmann der Band Trabant auf der Bühne – und bis heute spielt Musik in seinen Werken eine zentrale Rolle. Viele seiner Arbeiten setzen sich selbstironisch mit Themen wie Liebe, Melancholie, Identität sowie Macht und Ohnmacht auseinander und dekonstruieren zugleich kulturelle und männliche Rollenbilder. Dabei greift er bewusst auf kunsthistorische Traditionen zurück, insbesondere auf das Genre der Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts und die feministische Performancekunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
In Recklinghausen treffen mehrere Videoinstallationen erstmals in Deutschland aufeinander, darunter „Sunday Without Love“ (2025), „No Tomorrow“ (2022), „Figures in Landscape“ (2018) und „S.S. Hangover“ (2013). Ergänzt wird die Ausstellung durch die neue Gemäldeserie „Weekdays in Arcadia“. Immer wieder greift Kjartansson darin Motive der Kunstgeschichte auf – etwa romantische Landschaftsbilder oder Gesten der Performancekunst – und übersetzt sie in eine zeitgenössische Bildsprache. Internationale Aufmerksamkeit erhielt der Künstler spätestens mit seinem Auftritt auf der Biennale von Venedig. Seine Arbeiten waren unter anderem im Metropolitan Museum of Art, im Palais de Tokyo in Paris, dem Barbican Centre in London sowie dem Louisiana Museum bei Kopenhagen zu sehen. Kjartanssons Schau in Recklinghausen ist die erste institutionelle Kooperation zwischen der Kunsthalle, den Ruhrfestspielen und dem Kumu Tallinn, einem der bedeutendsten Kunstmuseen Nordeuropas. Praktisch für Festivalbesucher:innen: Wer am selben Tag eine Karte für die Ruhrfestspiele hat, kann die Ausstellung kostenlos besuchen.
Ragnar Kjartansson. Sunday Without Love
03.05.–16.08.26
Kunsthalle Recklinghausen
Große-Perdekamp-Str. 25–27
45657 Recklinghausen
Di–So 11–18 Uhr
www.kunsthalle-recklinghausen.com
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