Markus Karstieß im Dialog mit der Sammlung
Von der Heydt-Museum Wuppertal
Markus Karstieß. Figur Nr. 7. 2020. Courtesy der Künstler © VG Bild-Kunst, Bonn 2025. Foto: Markus Karstieß
Markus Karstieß. Wayfarers (surf). 2024. Courtesy der Künstler © VG Bild-Kunst, Bonn 2025. Foto: Markus Karstieß
AUSGABE 4/2025 – Autorin: Nina Lenze
„Freundschaftsanfrage Nr. 3“ heißt die aktuelle Ausstellung im Von der Heydt-Museum, die von Oktober 2025 bis Februar 2026 Skulpturen des zeitgenössischen Bildhauers Markus Karstieß präsentiert. Die Ausstellung ist der dritte Teil einer fortlaufenden Ausstellungsreihe, die jeweils eine:n zeitgenössische:n Künstler:in zum Dialog mit dem Sammlungsbestand einlädt. Markus Karstieß hat sich für seine künstlerische Auseinandersetzung berühmte Werke der klassischen Moderne ausgesucht und diese zur Selbstbefragung seiner eigenen Arbeit genutzt. Sein Werkstoff ist die Keramik. Gezeigt werden teils großformatige Skulpturen in glamourösen, schillernden Farben, die zwischen Mensch und Fabelwesen, zwischen Figuration und Abstraktion changieren.
Der 1971 in Haan geborene Künstler widmet sich seit vielen Jahren dem archaischen Werkstoff Keramik. Dabei experimentiert er mit verschiedenen uralten keramischen Verfahren und erschafft Skulpturen, die eigenwillig in ihrer Formgebung sind, voll expressiver Kraft stecken und rätselhaft, fast verstörend anmuten. Ihre in schillernden Farben glänzenden Oberflächen erwecken einen betörenden Eindruck. Es scheint, als würde der Künstler in ihnen den Möglichkeiten der Materie Keramik nachspüren wollen. In seinem Dialog mit der Sammlung des Museums folgt Markus Karstieß keiner bestimmten Formensprache, Epoche oder Kunstrichtung. Vielmehr lässt er sich von persönlichen Motiven, berührenden Kunstwerken und Parallelen zu seinen eigenen Arbeiten zu ungewöhnlichen Inszenierungen inspirieren. Anknüpfungspunkte findet er vor allem in der Malerei, zum Beispiel in Gemälden von Edvard Munch oder Paula Modersohn-Becker. Die Ausstellung lädt ein, das Werk des Bildhauers zu erleben und kunsthistorische Bezüge zum Sammlungsbestand zu entdecken. Markus Karstieß hat an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert und an vielen nationalen und internationalen Ausstellungen teilgenommen. Heute ist er Professor für ‚Freie Kunst Keramik‘ am Institut für Künstlerische Keramik und Glas der Hochschule Koblenz.
Markus Karstieß. Freundschaftsanfrage No. 3
11.10.25–08.02.26
Von der Heydt-Museum
Turmhof 8
42103 Wuppertal
Di–So 11–18, Do 11–20 Uhr
von-der-heydt-museum.de
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Seit 2008 verwandelt sich das Kloster Gravenhorst in den Wintermonaten in einen Ort der Lichtkunst. Unter dem Titel „Winterlicht“ treten renommierte Lichtkünstler:innen in Dialog mit historischen Räumen, die einst der spirituellen Andacht dienten. Das Zusammenspiel von Ort, Licht und Dunkelheit trifft seit Jahren beim Publikum auf große Resonanz. In dieser Wintersaison bespielt Tatjana Busch die Ausstellungsräume. Ihr Werk umfasst sowohl Objektarbeiten als auch raumgreifende Installationen mit Licht, Klang und kinetischen Elementen. Beide Bereiche sind eng miteinander verbunden.
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Auf seinen Reisen durch Mexiko entwickelte der Künstler Tom Sam ein besonderes Interesse für die dortigen Straßenzüge und farbigen Fassaden der Häuser. Jede Nachbarschaft wird durch eine charakteristische Farbigkeit geprägt, die Ausdruck individueller Harmonievorstellungen und Tradition ist. Die Menschen orientieren sich nicht nur räumlich durch sie, sondern identifizieren sich auch mit den jeweiligen Farbkompositionen. Tom Sam greift diese Eindrücke auf und entwickelt aus Fotografien abstrakte Farbflächen, die ineinandergreifend ein eigenes Formengeflecht bilden.
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Gefühle wie Freude, Liebe, Eifersucht, Wut, Trauer oder Angst prägen unser Leben. Doch wie begegnen uns Emotionen in der Kunst? Und was löst Kunst in uns aus? Die Ausstellung FEEL THE ART! lädt dazu ein, Kunst nicht nur zu betrachten, sondern bewusst zu erleben. Welche Emotionen erkennen wir in den Werken – und welche entstehen dabei in uns selbst?
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Im Spannungsfeld zwischen Vergangenem und Kommendem, zwischen Schmerz und Hoffnung widmet sich die Ausstellung „Warten auf Noah“ im Kloster Bentlage einem Thema, das uralt scheint und zugleich erschreckend gegenwärtig ist: der Arche Noah. In Zeichnungen und Skulpturen setzen sich die beiden Künstlerinnen Simone Jänke und Sabine Klupsch aus Münster mit Motiven dieser biblischen Geschichte auseinander – als stille Reflexion über innere Vorgänge.
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Zum 50-jährigen Bestehen des Kreises Warendorf widmet das Museum Abtei Liesborn dem aus Oelde stammenden Künstler Antonius Höckelmann (1937–2000) eine umfassende Retrospektive. Höckelmann zählt zu den bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten der Region. Bekannt wurde er in den 1960er-Jahren durch großformatige Zeichnungen, später auch durch grotesk wuchernde Plastiken.
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„Form und Gestalt. Landschaft als Motiv“ lautet der Titel der Ausstellung von Gerhard Uhlig, die das Dezentrale Stadtmuseum von Januar bis April 2026 im Historischen Rathaus in Warendorf präsentiert. Als Kunstbeauftragter der Bezirksregierung Münster prägte Gerhard Uhlig (1924–2015) den Kunstunterricht am Gymnasium der 1970er- und 80er-Jahren maßgeblich. Wie sehr er zugleich als Künstler wirkte, wird in Warendorf deutlich: Im Mittelpunkt steht die Landschaft, die der Künstler über Jahrzehnte in vielfältigen Ausdrucksformen bearbeitete. Zu sehen sind frühe Arbeiten aus den 1950er-Jahren, Gemälde, Serigraphien und Collagen aus den 1960er- bis 1980er-Jahren sowie sein Spätwerk der frühen 2000er-Jahre.
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Mit „Akte und Blumenschicksale“ widmet sich das Böckstiegel-Museum zwei Werkgruppen, die in Peter August Böckstiegels Schaffen prägend sind. Während seine farbstarken Blumenstillleben fest mit seinem Namen verbunden sind, wirken die Aktdarstellungen im Kontext seiner vom bäuerlichen Leben geprägten Sujets eher ungewöhnlich. Dennoch begleiten sie ihn seit dem Dresdner Studium: von frühen anatomischen Studien über expressive Aquarelle und Lithografien aus der Zeit des Ersten Weltkriegs bis hin zu intimen Darstellungen seiner Ehefrau.
- Von der Heydt-Museum: Carl Grossberg05.01.26 - 11:16
Das Von der Heydt-Museum widmet sich der Wiederentdeckung eines der zentralen Maler der Neuen Sachlichkeit: Carl Grossberg (1894–1940). Sein in nur knapp zwei Jahrzehnten entstandenes Werk kreist um Architektur, Technik und Industrie. Mit formaler Klarheit und strenger Komposition entwickelte er eine Bildsprache, die von einem neuen, fotografischen Sehen geprägt ist und den technischen Fortschritt im frühen 20. Jahrhundert reflektiert.
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Mit der Ausstellung „Emotion in Motion“ widmet der Wuppertaler Skulpturenpark der 2024 verstorbenen Rebecca Horn eine umfassende Retrospektive. Gezeigt werden dreizehn Werke aus vier Jahrzehnten, darunter großformatige kinetische Skulpturen, die durch ihre Mechanik Klänge erzeugen. Rebecca Horn gilt als eine der bedeutendsten deutschen Künstlerinnen ihrer Generation. Ihr Werk umfasst Performances, Zeichnungen, Filme, Dichtung und Installationen. Früh entwickelte sie sogenannte Körperextensionen – objekthafte Erweiterungen des Körpers, die in performativen Situationen die Verletzlichkeit und Begrenzung menschlicher Existenz thematisieren.
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Was ist Heimat? Und was bedeutet es, wenn man eine neue finden muss? Anfang der 1960er-Jahre kamen viele Menschen aus der Türkei zum Arbeiten nach Deutschland – auch nach Ahlen zur Zeche „Westfalen“. Sie wurden Gastarbeiter genannt, obwohl sie meist wenig Gastfreundschaft erfuhren. Viele sind geblieben. Heute hat mehr als ein Drittel der Ahlener Bevölkerung eine doppelte oder nicht-deutsche Staatsangehörigkeit. Die Ausstellung „Süße Heimat. Deutsch-türkisches Leben in der Kunst“ nimmt diese Realität zum Ausgangspunkt.
- Quadrat Bottrop: Robert Smithson06.10.25 - 10:52
Das Josef Albers Museum widmet dem US-amerikanischen Künstler Robert Smithson (1938–1973) eine Einzelausstellung. Im Fokus steht sein in Europa entstandenes Werk. „Robert Smithson in Europa“ vereint zentrale Arbeiten aus den Niederlanden, Großbritannien, Italien und Deutschland – mit besonderem Blick auf das Rheinland und das Ruhrgebiet. In Kooperation mit der Holt/Smithson Foundation und internationalen Museen werden Schlüsselwerke wie „Mirror Displacement: Indoors“ und „Chalk-Mirror Displacement“ (1969) gezeigt.
- Lippisches Landesmuseum: 150 Jahre Hermannsdenkmal06.10.25 - 10:19
Das Hermannsdenkmal feiert 2025 sein 150-jähriges Bestehen. Eine Ausstellung im Lippischen Landesmuseum nimmt das Jubiläum zum Anlass, die Geschichte des Denkmals kritisch zu beleuchten – von der antiken Varusschlacht über das Lebenswerk des Erbauers Ernst von Bandel bis hin zur heutigen touristischen Attraktion. Unter dem Titel „Denk: Mal! – 150 Jahre Hermannsdenkmal“ zeigt die Schau: Das Hermannsdenkmal war nie nur ein steinernes Geschichtsbild. Es war politisches Symbol, Projektionsfläche nationaler Narrative und ist heute ein Beispiel dafür, wie sich historische Deutung im Laufe der Zeit verändert.
- Gustav-Lübcke-Museum: Schwarz und Weiß01.10.25 - 12:20
Schwarz und Weiß gehören seit Jahrhunderten zu den prägenden Gestaltungselementen der Kunst. Sie bilden die Grundlagen der Druckgrafik, werden aber auch bewusst als gestalterische Mittel für kraftvolle, expressive Kompositionen oder minimalistische Konzepte eingesetzt. Das Gustav-Lübcke-Museum in Hamm widmet diesem Thema die Ausstellung „Schwarz & Weiß – Kontraste der Sammlung“. Die Schau bietet vielfältige Einblicke in die bedeutende grafische Sammlung des Hauses.
- Draiflessen Collection: Magische Frauen30.09.25 - 15:23
Die Sammelausstellung „Magische Frauen“ in der Draiflessen Collection widmet sich künstlerischen Positionen des 20. und 21. Jahrhunderts, die die Dämonisierung weiblicher Magie und Spiritualität ablehnen und diese Mysterien stattdessen als Quelle feministischer Selbstbestimmung, kultureller Erinnerung und kollektiver Verbundenheit sichtbar und erfahrbar machen.
- Städtische Galerie Paderborn: Walther Schwiete30.09.25 - 15:02
Die Städtische Galerie in der Reithalle Paderborn präsentiert die Einzelausstellung „Eigen ± Sinn“ von Walther Schwiete (*1956). Der in Berlin und Paderborn lebende Bildhauer arbeitet mit Materialien, die man aus Industrie und Alltag kennt: Polyethylen, Holz und Styropor. Aus diesen Werkstoffen fertigt er bildhafte Intarsien, versieht Styroporplatten mit Silberlack und bearbeitet sie mit Ätzungen zu komplexen Oberflächenstrukturen. In seiner Werkgruppe der „Brandings“ nutzt Walther Schwiete Feuer, Rauch und eigens entwickelte Brandstempel, um Motive in Sperrholz einzubrennen.
- Kunsthaus Rietberg: Oskar Kurt Döbrich26.09.25 - 10:51
Der Münsteraner Künstler Oskar Kurt Döbrich (1911–1970), in seinem Freundeskreis kurz OKD genannt, gehört zu jener Generation, deren künstlerische Entwicklung durch den Nationalsozialismus tiefgreifend geprägt wurde. Früh gefördert von seinen Lehrern Leo Burgholz und Josef Wedewer, begann er 1933 ein Kunststudium an der Staatlichen Akademie in Berlin. Dort prägten ihn vor allem die Techniken der Alten Meister und die Zeichner der Romantik – Einflüsse, die sein Werk bis zuletzt durchziehen. In dieser Zeit entstanden Kontakte zu Otto Pankok und Conrad Felixmüller, mit denen ihn ein reger Austausch verband.
- Schloss Cappenberg: Konrad Klapheck26.09.25 - 10:13
Maschinen als Metaphern: Mit seinen „dienenden Maschinen“ – Apparaten ohne erkennbare Funktion – stellte der Düsseldorfer Maler und Grafiker Konrad Klapheck (1935–2023) zentrale Fragen zu Technik, Arbeit und gesellschaftlichen Machtstrukturen. Die Ausstellung „Nicht von Menschenhand“ im Museum Schloss Cappenberg widmet sich diesen Werken, in denen Maschinen symbolisch für kulturelle Rollen und gesellschaftliche Zwänge stehen.
- Kunstmuseum Ahlen: Ein Genuss! Früchte in der Kunst07.07.25 - 15:02
Einen besonderen Genuss verspricht die gleichnamige Ausstellung im Kunstmuseum Ahlen. Gezeigt werden Kunstwerke, die sich auf ganz unterschiedliche Weise mit Obst auseinandersetzen. Das Thema mag zunächst trivial anmuten, doch das ist es keineswegs. Nicht nur in Form von Stillleben haben die verschiedensten Früchte schon immer eine besondere Anziehungskraft auf Kunstschaffende besessen. Seit Anbeginn der Malerei dienen sie als Vorlage für besonders farbige Motive, sind aber auch Symbole für die großen Themen der Menschheit: Sünde und Sinnlichkeit, Schönheit und Verfall, Lebensfreude und Glauben. Die in Ahlen gezeigten Werke stammen von einigen der renommiertesten Kunstschaffenden des 20. und 21. Jahrhunderts.







