Konrad Klapheck – Nicht von Menschenhand
Museum Schloss Cappenberg
Konrad Klapheck. Frustration. 1981. Kunsthalle Recklinghausen. Foto: Ferdinand Ullrich. © VG Bild-Kunst, Bonn 2025
Konrad Klapheck. Der Stammhalter. 1964. Märkisches Museum Witten. Foto: Eric Jobs, Bochum. © VG Bild-Kunst, Bonn 2025
AUSGABE 1/2026 – Autorin: Katja Angenent
Auf den ersten Blick zeigen die Werke scheinbar realistische Maschi-nen und Alltagsgegenstände – aber der Düsseldorfer Maler Konrad Klapheck (1935–2023) ist berühmt für eine ganz eigene Art des Surrealismus. Denn auf den zweiten Blick sind die vermeintlichen Abbilder der Wirklichkeit düster, verfremdet und keinem erkennbaren Zweck zuzuordnen, sodass sie fast bedrohlich wirken. Dazu kommen die Titel: Das Abbild eines Wasserschlauchs nannte der Künstler „Frustration“, eine Nähmaschine „Die Seherin“ und einen einzelnen Schuh „Der Eroberer“. Im Zusammenspiel von Bild und Titel ergeben sich viele Fragen, die seine Kunst zu etwas Besonderem machen.
Der Maler rückt das scheinbar Banale mit den Mitteln der Neuen Sachlichkeit in den Fokus. Zu den von Klapheck porträtierten Alltagsgegenständen gehören Wasserhähne, Bügeleisen, Uhren und anderes, das wir jeden Tag selbstverständlich benutzen. Er scheint die Betrachtenden durch das Medium des Bildes hindurch zu fragen: Was bedeutet es wirklich? Einen Hinweis geben seine Titel, die häufig auf einen gesellschaftskritischen Kontext schließen lassen. Insofern wird ihm sein Ruf als „Maschinenmaler“ eigentlich nicht gerecht, Klapheck war viel mehr als das. Davon können sich alle noch bis Ende April auf Schloss Cappenberg überzeugen. Dort werden seine Bilder, Zeichnungen und Druckgrafiken vor dem Hintergrund aktueller Diskurse zu Kommentatoren des gesellschaftlichen Geschehens. Ein entsprechendes Begleitprogramm lädt zur Vertiefung und Diskussion des Gesehenen ein. In Führungen werden Hintergründe vermittelt und bestimmte Aspekte näher beleuchtet. Kinder, Jugendliche und Familien können nach einer Kurzführung selbst kreativ werden. Aber auch beim reinen Ausstellungsbesuch wird eines deutlich: Klaphecks Bilder und Botschaften sind heute noch genauso relevant wie in den 1950er-Jahren, als er mit seiner ganz eigenen Art der präzisen, gegenständlichen und unheimlichen Maschinenmalerei begann.
Konrad Klapheck. Nicht von Menschenhand
16.11.25–26.04.26
Museum Schloss Cappenberg
Schlossberg 1b
59379 Selm
Di–So 10–17.30 Uhr
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