Museum Haus Opherdicke: Blühende Oasen

Mit „Blühende Oasen“ präsentiert das Museum Haus Opherdicke Werke aus der bedeutenden Kunstsammlung von Frank Brabant. Im Mittelpunkt stehen Bilder, die sich mit Naturräumen und ihrer Nutzung durch den Menschen beschäftigen. Die Ausstellung vereint bekannte und weniger bekannte Künstler und eröffnet neue Perspektiven auf unterschiedliche künstlerische Handschriften. Brabant, der seine Sammlung seit den 1960er-Jahren aufbaute, gilt als leidenschaftlicher Förderer insbesondere jener Künstler, die während des Nationalsozialismus als Vertreter der sogenannten „verlorenen Generation“ verfolgt oder vergessen wurden. Seine Sammlung umfasst heute rund 700 Kunstwerke.

Galerie Lengershaus: Aleš Sobota

Licht und Schatten, Bewegung und Ruhe: Die Schwarz-Weiß-Fotografien von Aleš Sobota leben von ungewöhnlichen Perspektiven und spannungsvollen Bildkompositionen. Unter dem Titel „Dazwischen“ präsentiert die Galerie Lengershaus Arbeiten aus den Jahren 1980 bis 2026. Der 1951 in Tschechien geborene Fotograf hält flüchtige Augenblicke fest und verleiht ihnen durch die Wahl von Ausschnitt und Perspektive eine neue Ordnung. Architektur, Landschaften und Menschen begegnen sich dabei in mitunter surreal wirkenden Konstellationen. Auch Erfahrungen aus seinem Berufsalltag als Arzt und Beobachtungen seiner Familie finden Eingang in seine fotografische Arbeit.

Kunsthalle Lingen: Ishmat Habib

Mit dem Lingener Kunstpreis 2026 wird der indonesische Künstler Ishmat Habib ausgezeichnet. Die damit verbundene Ausstellung „Codex“ in der Kunsthalle Lingen ist seine erste institutionelle Einzelausstellung. In seinen expressiven Gemälden entwickeln Landschaften und Pflanzen ein Eigenleben und verbinden sich mit spirituellen Vorstellungen aus der javanischen Philosophie. Habib, der 1998 in Bantul geboren wurde und heute in Berlin lebt, greift dabei auch gesellschaftliche Fragen nach Machtverhältnissen, Migration und der Zerstörung natürlicher Lebensräume auf. So entsteht eine vielschichtige Bildwelt zwischen kultureller Überlieferung und gegenwärtiger Erfahrung.

Draiflessen Collection: Erinnerungen aufschlagen

Private Fotoalben bewahren Erinnerungen – und erzählen zugleich immer nur eine Auswahl der Vergangenheit. Die Ausstellung „Erinnerungen aufschlagen“ in der Draiflessen Collection stellt 17 historische Alben aus dem Umfeld der Familie Brenninkmeijer zeitgenössischen künstlerischen Positionen gegenüber. Fotografien von Familienfesten, Reisen und Kindheit treffen auf Werke, die nach Sichtbarkeit, Zugehörigkeit und kulturellen Konventionen fragen. So wird das Fotoalbum selbst zum Gegenstand der Betrachtung und zum Spiegel dafür, wie Bilder unsere persönlichen und gesellschaftlichen Vorstellungen von Vergangenheit prägen.

Städtische Galerie Paderborn: Johanna Reich

Was verändert sich, wenn künstliche Intelligenz zunehmend unsere Sprache formuliert und Bedeutungen erzeugt? Johanna Reich geht dieser Frage in „Élthyris – Der Klang des Ungesagten“ nach und verbindet dabei Malerei, sinnliche Wahrnehmung und maschinelle Sprachproduktion. Gemeinsam mit einer KI entwickelte die Künstlerin die eigene Sprache Hynitha, die ihre Bilder in Worte übersetzt und daraus Gedichte verfasst. Die Ausstellung fragt damit auch, wer künftig unsere Sprache gestaltet und wie sich unser Verhältnis zur Welt verändert, wenn Maschinen zunehmend das Sprechen und Schreiben übernehmen.

Diözesanmuseum Paderborn: Prophezeiungen

Was hält die Zukunft bereit – und wie lassen sich ihre Zeichen deuten? Das Diözesanmuseum Paderborn verfolgt in „Prophezeiungen – Wer deutet die Zeichen der Zeit?“ diese Fragen von der Spätantike bis in die Gegenwart. Orakelstäbchen und Darstellungen antiker Seherinnen treffen auf zeitgenössische Arbeiten von Michael Triegel, Christoph Brech, Barbara Dombrowski, Helmut Kirchlechner und Claudia Brieske. Interaktive Stationen mit Virtual und Augmented Reality, 360°-Film und künstlicher Intelligenz erweitern die Ausstellung und laden dazu ein, über unsere Vorstellungen von Zukunft nachzudenken.

Kloster Bentlage: Gan-Erdene Tsend

Was wir sehen und was uns innerlich beschäftigt, fällt in den Bildern von Gan-Erdene Tsend nicht immer zusammen. Seit 2009 arbeitet der deutsch-mongolische Künstler mit dem Motiv der Spiegelung und verbindet damit Fragen nach Erinnerung, Identität und Verlust. Im Kloster Bentlage zeigt Tsend neue Werke, in denen Erfahrungen seiner Kindheit nahe der Wüste Gobi auf seine heutige Lebenswirklichkeit zwischen Münster und Ulaanbaatar treffen. Mongolische Tradition, karge Landschaften und kulturelle Distanz prägen dabei eine Malerei zwischen sichtbarer Wirklichkeit und inneren Bildern.

Museum Schloss Cappenberg: Gerta Overbeck

Zechen, Stahlwerke, Friseurläden und Cafés: Gerta Overbeck fand ihre Motive im Alltag und in der industriellen Arbeitswelt des Ruhrgebiets. Das Museum Schloss Cappenberg widmet der Dortmunder Malerin mit „Über Tage. Gerta Overbeck – Neue Sachlichkeit im Ruhrgebiet“ eine umfassende Ausstellung. Anlässlich ihres 50. Todestages 2027 nimmt die Schau auch Freundschaften und künstlerische Verbindungen zu Grethe Jürgens, Anneliese Kretschmer, Ernst Thoms und Gustav Schenk in den Blick. Cappenberg, wo Overbeck aufwuchs und später wieder lebte, bildet dafür einen besonderen Bezugspunkt.

HELLWEG – ein LICHTWEG: Nächte der Lichtkunst

Zum neunten Mal lädt das regionale Städtenetzwerk HELLWEG – ein LICHTWEG zu den „Nächten der Lichtkunst“ ein. 51 dauerhaft installierte Lichtkunstwerke verwandeln historische und industriekulturelle Orte zwischen Ahlen, Lippstadt und Unna in weithin sichtbare Kunststandorte. Ergänzt wird der Lichtweg durch temporäre Arbeiten in Kirchen und historischen Gebäuden, darunter Werke von François Morellet, Timm Ulrichs und Spencer Finch. Führungen, Lichtreisen, Vorträge und Gespräche eröffnen zusätzliche Perspektiven auf die Kunst und die Geschichte der Region.

Museum Abtei Liesborn: Malerei 26

Mit „Malerei 26“ setzt die Kunstakademie Münster ihre langjährige Ausstellungsreihe mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe fort. Im Museum Abtei Liesborn präsentieren Henrike Fechler, Anne Gößling, Kashi Grätz, Abdelaziz Mahmud und Lara Morsey aktuelle Positionen junger Malerei. Seit 2004 bietet die Reihe ausgewählten Studierenden die Gelegenheit, ihre Arbeiten außerhalb der Hochschule in einem neuen räumlichen Kontext zu zeigen. Zugleich fragt sie danach, wie sich Malerei angesichts veränderter Formen der Bildproduktion und -verbreitung behauptet und weiterentwickelt.