Kunstmuseum Ahlen: Sammlung Weishaupt

Mit der Ausstellung „Aus Leidenschaft: Die Sammlung Maximilian und Agathe Weishaupt zu Gast“ gibt das Kunstmuseum Ahlen seltene Einblicke in eine Privatsammlung. Ihre Sammlertätigkeit begann das Ehepaar Weishaupt Mitte der 1980er Jahre; die zahlreichen Werke werden nur selten öffentlich ausgestellt. Nachdem das Kunstmuseum Ahlen 2019 bereits eine Auswahl aus der Sammlung zeigte, folgt nun eine umfassende Präsentation, die ihre thematische, stilistische und nationale Vielfalt sichtbar macht. Dazu wird die gesamte Ausstellungsfläche des Museums bespielt: Je nach Raum gibt es Schwerpunktsetzungen, die kein Ergebnis kunsthistorischer Zuordnungen sind, sondern aus assoziativen Bezügen resultieren. Daneben werden auch einzelnen Künstler:innen eigene Räume gewidmet.

Stadtmuseum Beckum: Gudrun Kemsa

Mit „Floating Spaces“ zeigt das Stadtmuseum Beckum Fotografien und Videos der Düsseldorfer Künstlerin Gudrun Kemsa (*1961), die vertraute Orte in ein neues Licht rücken. Zu sehen sind urbane und natürliche Räume: Einkaufsstraßen, U-Bahnhöfe, Architektur, Parks, Wälder oder das Meer. Diese sonst so vertrauten Orte wirken jedoch seltsam befremdlich – mal theatralisch überzeichnet, mal verschwommen und nebulös, mal nahezu abstrakt. Die Werke entziehen sich einer eindeutigen Lesbarkeit und eröffnen ungewohnte Perspektiven auf scheinbar bekannte Szenen. Fotografie und Video versteht Kemsa als Erweiterung der Wahrnehmung. Ihre Arbeiten laden dazu ein, Sehgewohnheiten zu hinterfragen und Bekanntes neu zu entdecken.

Quadrat Bottrop: Richard Paul Lohse

Als Höhepunkt des Jubiläumsjahres 2026 präsentiert das Josef Albers Museum Quadrat Bottrop eine umfassende Einzelausstellung des Schweizer Malers, Grafikers und Theoretikers Richard Paul Lohse (1902–1988), einer Schlüsselfigur der konstruktiv-konkreten Kunst. Bereits 1976 widmete das damals neu eröffnete Museum dem Künstler eine erste Einzelausstellung; sein Werk „Drei horizontale Teilungen“ (1949/72) wurde zugleich zum ersten Ankauf des Hauses und markierte den Beginn der Sammlung jenseits von Josef Albers. Die aktuelle Ausstellung ist die erste große Retrospektive Lohses seit mehr als 20 Jahren. Sie verknüpft ein wichtiges Kapitel der Bottroper Museumsgeschichte mit aktuellen Fragen nach gesellschaftlichen Utopien und sozialer Gleichheit.

Glasmuseum Lette: Neuerwerbungen 2025

Zu Beginn eines jeden Jahres präsentiert das Glasmuseum Lette seine Neuankäufe. Die „Neuerwerbungen 2025“ zeigen erneut, wie vielfältig und experimentierfreudig zeitgenössische Glaskunst sein kann. Zu den Neuzugängen zählt ein Objekt des japanischen Künstlers Shige Fujishiro. Seine filigranen Arbeiten verschieben vertraute Alltagsgegenstände ins Surreale und entfalten eine ebenso irritierende wie poetische Wirkung. Auch ein Blick in die britische Glasszene brachte neue Entdeckungen. Aus dem Londoner Studio London Glassblowing, gegründet vom Glasbläser Peter Layton, gelangten mehrere Arbeiten in die Sammlung, darunter Werke von Harry Morgan, Tim Rawlinson, Layne Rowe und Louis Thompson sowie zwei Glasobjekte Laytons selbst. Besondere Aufmerksamkeit verdient zudem „Inflatable 61“ der niederländischen Künstlerin Linda van Huffelen. Das Objekt entsteht in einer aufwendigen Technik, bei der verschmolzenes Glas im Ofen mit Druckluft aufgeblasen wird.

Dortmunder U: Müll

Eine ganz neue Antwort auf die oft scherzhafte Frage „Ist das Kunst oder kann das weg?“ gibt die Schau „Müll. Eine Ausstellung über die globalen Wege des Abfalls“, die noch bis Ende Juli im Dortmunder U zu sehen ist. Sie zeigt rund 50 verschiedene Werke von internationalen Künstler:innen des 20. und 21. Jahrhunderts, die über und mit den Hinterlassenschaften unserer Zivilisation arbeiten. Sie nutzen unterschiedliche Medien wie Skulpturen, Installationen oder Grafiken, um auf Abhängigkeiten und Auswirkungen rund um unsere Konsumgesellschaft aufmerksam zu machen. Denn unser Verhalten hat Folgen auf der ganzen Welt, die allerdings größtenteils vor unseren Augen verborgen bleiben.

Kunstmuseum Gelsenkirchen: Kunstpreis der Kunststiftung NRW 2026

Der Kunstpreis der Kunststiftung NRW – Nam June Paik Award wird in diesem Jahr im Kunstmuseum Gelsenkirchen verliehen. Der international renommierte Preis zählt zu den bedeutendsten Auszeichnungen für zeitgenössische Kunst in Nordrhein-Westfalen. Preisträger ist der in Berlin und Aachen lebende Künstler Michael Beutler (*1976), der für die historische Villa des Museums eine ortsspezifische Installation entwickelt hat. Seine Arbeit verwandelt das Gebäude in eine künstlerisch-handwerkliche Produktionsstätte: eine mehrstöckige Werkstatt, in der Altpapier zu skulpturalen Objekten verarbeitet wird. Aus recycelten Büchern, Papieren und Katalogen entstehen vor Ort neue Papierbahnen, deren Herstellung über mehrere Geschosse hinweg sichtbar wird.

Marta Herford: ars viva 2026

Mit der Ausstellung „ars viva 2026 – Ryan Cullen, Nazanin Noori, Prateek Vijan“ präsentiert das Marta Herford die drei Preisträger:innen des renommierten Förderpreises und richtet den Blick auf eine junge Generation von Kunstschaffenden. Die eigens für die Schau entwickelten Arbeiten greifen auf unterschiedliche Weise aktuelle gesellschaftliche, politische und kulturelle Verflechtungen auf. Ryan Cullen bewegt sich zwischen Malerei und Skulptur und untersucht, wie Bilder entstehen und welche ideologischen Strukturen ihnen zugrunde liegen. Nazanin Noori verbindet Architektur, Klang und Skulptur zu dichten, multisensorischen Inszenierungen, in denen sich poetische und musikalische Einflüsse aus verschiedenen Kulturen überlagern. Prateek Vijan richtet seinen Blick auf Fragen von Zugang und Ausschluss und reflektiert daraus hervorgehende institutionelle Strukturen ebenso wie deren persönliche und gesellschaftliche Folgen.

Museum Haus Opherdicke: Zeitraumschweben

Seit jeher üben Vorstellungen von der Zukunft eine enorme Faszination auf uns aus. Das Unbekannte regt die Fantasie an und findet seit Jahrzehnten vielfältigen Ausdruck in der Kunst. Die aktuelle Ausstellung „Zeitraumschweben“ im Haus Opherdicke widmet sich genau diesem Thema und beleuchtet das Verhältnis zwischen Mensch und Zukunft. Anhand von Gemälden, Papierarbeiten, Skulpturen und Videoarbeiten begeben sich die Besucher:innen auf eine Spurensuche durch verschiedene Epochen. Dabei werden die Themenfelder Architektur, Zeit, Körper und Traum verknüpft, um zu zeigen, wie sich unsere Ambitionen und Ängste im Laufe der Zeit gewandelt haben.

Galerie Lengershaus: Hain Eric Diekel

Der deutsch-französische Maler Hain Eric Diekel begreift die Landschaft als lebendigen, sich stetig wandelnden Erfahrungsraum. Ausgangspunkt seiner Malerei ist der kleine Ort Darney in den französischen Vogesen, wo der Künstler lebt und arbeitet – eine waldreiche Region mit alten Eichenbeständen. Im Zentrum der Ausstellung in der Galerie Lengershaus steht ein Zyklus aus 365 Gemälden, die innerhalb eines Jahres entstanden sind. Im einheitlichen Format angelegt, wirken sie wie ein malerisches Tagebuch: tägliche Reaktionen auf Licht, Farbe und Stimmungen, unmittelbar in Malerei übersetzt. Die Arbeiten bewegen sich an der Grenze zur Abstraktion, ohne den Bezug zur Natur ganz aufzugeben.

Kunsthalle Lingen: Daniel Laufer

Der in Hannover geborene und in Berlin lebende Künstler Daniel Laufer (*1975) zeigt in der Kunsthalle Lingen raumgreifende Filminstallationen. In einer eigens entwickelten Ausstellungsarchitektur präsentiert er mehrere Filme aus den vergangenen Jahren, darunter „Mac Guffin of a Daydream“ (2025), „The Geometry of Hope“ (2022) und „Timeline“ (2019). Sie sind Teil eines installativen Arrangements, in dem Requisiten wie Tische, Sofas oder Bilder die filmischen Szenen aufgreifen und in den Raum erweitern. So entstehen begehbare Situationen, in denen die Szenerien der Filme physisch erfahrbar werden. Der Ausstellungstitel „Zeitfragmente“ verweist auf das Prinzip, das allen Arbeiten Daniel Laufers zugrunde liegt: Durch Schnitte, Verschiebungen und Pausen lösen die Filme die vertrauten lineare Zeitstrukturen auf.