Museum Schloss Cappenberg: Gerta Overbeck

Zechen, Stahlwerke, Friseurläden und Cafés: Gerta Overbeck fand ihre Motive im Alltag und in der industriellen Arbeitswelt des Ruhrgebiets. Das Museum Schloss Cappenberg widmet der Dortmunder Malerin mit „Über Tage. Gerta Overbeck – Neue Sachlichkeit im Ruhrgebiet“ eine umfassende Ausstellung. Anlässlich ihres 50. Todestages 2027 nimmt die Schau auch Freundschaften und künstlerische Verbindungen zu Grethe Jürgens, Anneliese Kretschmer, Ernst Thoms und Gustav Schenk in den Blick. Cappenberg, wo Overbeck aufwuchs und später wieder lebte, bildet dafür einen besonderen Bezugspunkt.

HELLWEG – ein LICHTWEG: Nächte der Lichtkunst

Zum neunten Mal lädt das regionale Städtenetzwerk HELLWEG – ein LICHTWEG zu den „Nächten der Lichtkunst“ ein. 51 dauerhaft installierte Lichtkunstwerke verwandeln historische und industriekulturelle Orte zwischen Ahlen, Lippstadt und Unna in weithin sichtbare Kunststandorte. Ergänzt wird der Lichtweg durch temporäre Arbeiten in Kirchen und historischen Gebäuden, darunter Werke von François Morellet, Timm Ulrichs und Spencer Finch. Führungen, Lichtreisen, Vorträge und Gespräche eröffnen zusätzliche Perspektiven auf die Kunst und die Geschichte der Region.

Museum Abtei Liesborn: Malerei 26

Mit „Malerei 26“ setzt die Kunstakademie Münster ihre langjährige Ausstellungsreihe mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe fort. Im Museum Abtei Liesborn präsentieren Henrike Fechler, Anne Gößling, Kashi Grätz, Abdelaziz Mahmud und Lara Morsey aktuelle Positionen junger Malerei. Seit 2004 bietet die Reihe ausgewählten Studierenden die Gelegenheit, ihre Arbeiten außerhalb der Hochschule in einem neuen räumlichen Kontext zu zeigen. Zugleich fragt sie danach, wie sich Malerei angesichts veränderter Formen der Bildproduktion und -verbreitung behauptet und weiterentwickelt.

Von der Heydt-Museum: Schön & streng

Mit „Schön & streng: Die Macht des Ornaments“ rückt das Von der Heydt-Museum das Ornament als eigenständiges Bildprinzip in den Mittelpunkt. Werke von Henri Matisse, Paul Klee und August Macke treffen auf Abstraktion und Op-Art sowie internationale Gegenwartskunst. Die Ausstellung zeigt, wie geometrische und musterhafte Ordnungen Bilder strukturieren und den Blick lenken. Zugleich verfolgt sie Ornamente durch unterschiedliche Kulturräume und fragt nach ihrer Bedeutung für Identität, Migration und kulturelle Übersetzung.

Skulpturenpark Waldfrieden: Willi Baumeister, Franz Krause und Oskar Schlemmer

Farbe tropft, fließt und wird gesprüht, Sand und Feuer verändern die Oberflächen: Willi Baumeister, Franz Krause und Oskar Schlemmer erprobten in den frühen 1940er-Jahren ungewöhnliche Möglichkeiten der Lackmalerei. Die Ausstellung „Farbe! Farbe!“ im Skulpturenpark Waldfrieden zeigt kleinformatige Versuchstafeln, deren experimentelle Verfahren spätere Entwicklungen des Abstrakten Expressionismus und Informel vorwegnehmen. Entstanden sind die Arbeiten im Wuppertaler Arbeitskreis des Lackfabrikanten Kurt Herberts. Ergänzt wird die Schau durch das nach Schlemmers Plänen rekonstruierte, begehbare Lackkabinett.

Westfälischer Kunstverein: Sanna Helena Berger

Mit ihrer ersten institutionellen Einzelausstellung „Œuvre (working title)“ hinterfragt Sanna Helena Berger im Westfälischen Kunstverein die klassische Idee einer Retrospektive. Für die schwedische Künstlerin ist ein Werk kein abgeschlossenes Kapitel, sondern ein offener Prozess, dessen Bedeutung sich immer wieder verändern kann. Bereits entstandene, unfertige oder beiseitegelegte Arbeiten treffen in einer ortsbezogenen Installation auf gezielte Eingriffe in den Ausstellungsraum. So entstehen neue Verbindungen und Lesarten, die dazu einladen, Bekanntes immer wieder neu zu betrachten.

Kunsthalle Münster: Euridice Zaituna Kala

In ihrer ersten großen Einzelausstellung in Deutschland verbindet Euridice Zaituna Kala persönliche Erinnerungen mit historischen Recherchen und den bis heute spürbaren Folgen des Kolonialismus. Unter dem Titel „Daylighting: aber es ist Wasser, das spricht“ entwickelt sie in der Kunsthalle Münster eine Installation, die danach fragt, welche Geschichten bewahrt und welche verdrängt oder vergessen werden. Großformatige Glasscheiben in Stahlrahmen strukturieren den Raum und verbinden Fotografien, Pflanzen, Schriftfragmente und farbiges Licht zu transparenten Bildräumen. Für Münster entstehen neue Arbeiten, die Vergangenheit, Architektur und kollektive Erinnerungen miteinander in Beziehung setzen.

Kunstmuseum Pablo Picasso: Picasso und die Keramik

Als Pablo Picasso 1946/47 im südfranzösischen Vallauris die Keramik für sich entdeckt, beginnt eine intensive Phase des Experimentierens mit Formen und Techniken. In der Töpferei Madoura entstehen über 25 Jahre hinweg Tausende Arbeiten, in denen Vasen zu Körpern und Gebrauchsgegenstände zu Kunstwerken werden. Das Picasso-Museum zeigt fast 70 Keramiken, darunter auch bemalte Fliesen. Ausgewählte Arbeiten werden antiken Stücken aus dem Archäologischen Museum der Universität Münster gegenübergestellt und machen Picassos spielerischen Umgang mit historischen Vorbildern sichtbar.

Stadtmuseum Münster: Pan Walther

Pan Walther zählt zu den bedeutenden deutschen Fotografen der Nachkriegszeit. Seit Mitte der 1950er Jahre führten ihn Fotoreisen nach Südeuropa und Nordafrika, wo zahlreiche Porträts von Menschen in ihrem alltäglichen Umfeld entstanden. In Jugoslawien, Griechenland, Spanien, Italien, Tunesien und der Türkei fotografierte Walther spontan auf Straßen, Plätzen und bei der Arbeit. Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen verbinden den Blick auf die Persönlichkeit der Porträtierten mit Eindrücken von Ländern, die für viele Nachkriegsdeutsche damals noch unbekannte Sehnsuchtsorte waren.

Stadtmuseum Münster: Jenseits der Mauern

Mit „Jenseits der Mauern – Gefängnisarchitektur aus Sicht junger Menschen“ hält die Friedrich-Hundt-Gesellschaft einen historischen Umbruch in Münster fotografisch fest. Schülerinnen und Schüler des Adolph-Kolping-Berufskollegs und der Realschule Wolbeck fotografierten die alte Justizvollzugsanstalt an der Gartenstraße ebenso wie den Neubau. Entstanden sind eindrucksvolle Bildserien, die Architektur und Atmosphäre mit einem unverstellten, teils künstlerischen Blick erfassen. Zugleich gewähren die Fotografien seltene Einblicke in sonst verschlossene Bereiche und dokumentieren das Ende eines bedeutenden Kapitels der Stadtgeschichte.