Neue Sammlungspräsentation »let‘s talk. sprechen über kUNSt«
Museum Ostwall im Dortmunder U
Timm Ulrichs. Wolf im Schafspelz – Schaf im Wolfspelz. Ein Verwandlungskunststück. 2005/2010. © VG Bild-Kunst, Bonn 2026
AUSGABE 4/2026
Alle drei Jahre betrachtet das Museum Ostwall seine Sammlung aus einem neuen Blickwinkel. Mit „let’s talk. sprechen über kUNSt“ rücken Werke in den Mittelpunkt, die sich mit unserem Zusammenleben auseinandersetzen. Wie kommen wir trotz unterschiedlicher Lebensrealitäten miteinander ins Gespräch? Und wie können Museen Raum für diesen Austausch schaffen? Die Ausstellung vereint Malerei, Skulptur, Installation, Fotografie und Video vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute, u.a. von Paula Modersohn-Becker, August Macke, Gabriele Münter, Wolf Vostell, Takako Saito, Nan Goldin und Wolfgang Tillmans. Die Werke erzählen von Begegnungen, Beziehungen und Konflikten. Dabei treten expressionistische Malerei, Fluxus und Gegenwartskunst miteinander in Dialog. Ina Webers „Raucherecke“ zeigt etwa einen alltäglichen Ort der Begegnung, während andere Arbeiten Geschlechterrollen, Krieg oder gesellschaftliche Zugehörigkeit aufgreifen. Die Ausstellung bietet auch Gelegenheit, selbst aktiv zu werden: Eine Schreibstation lädt dazu ein, Menschen zu schreiben, zu denen der Kontakt abgebrochen ist; an einem Nachbau von Takako Saitos „Sound Chess“ lassen sich eigene Spielregeln erproben.
let‘s talk. sprechen über kUNSt
Neue Sammlungspräsentation
05.09.26–2029
Museum Ostwall im Dortmunder U
Leonie-Reygers-Terrasse
44137 Dortmund
Di–So 11–18, Do+Fr 11–20 Uhr
dortmunder-u.de
Aktuelle Beiträge aus dem Umland
- Kunstmuseum Ahlen: Anna & Bernhard Blume13.10.26 - 11:32
Wenn der Alltag aus den Fugen gerät, wird er bei Anna und Bernhard Blume zur Kunst. Das Künstlerduo aus Westfalen verwandelte in seinen inszenierten Fotografien vertraute Alltagssituationen in absurde, oft komische Szenen und hinterfragte dabei bürgerliche Konventionen, Geschlechterrollen und gesellschaftliche Ordnungsvorstellungen. Unter dem Titel „Ein Ding der Unmöglichkeit“ widmet das Kunstmuseum Ahlen dem Werk der beiden eine umfassende Retrospektive mit großformatigen Schwarz-Weiß-Fotografien, Polaroid-Serien, Objekten und Zeichnungen. Erstmals treten ihre Arbeiten in einen Dialog mit zeitgenössischen Videowerken, die ähnliche Fragen nach Identität, Wirklichkeit und der Macht der Bilder aufgreifen.
- Josef Albers Museum Quadrat Bottrop: Longing for Trust13.10.26 - 11:21
Wem vertrauen wir und was geschieht, wenn dieses Vertrauen erschüttert wird? Die Ausstellung „Longing for Trust“ im Josef Albers Museum Quadrat Bottrop beschäftigt sich mit einem Grundpfeiler unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Werke internationaler Künstlerinnen und Künstler seit den späten 1950er Jahren, darunter Marina Abramović und Ulay, Hans Haacke, Martin Kippenberger, Yoko Ono und Andreas Siekmann, beleuchten unterschiedliche Facetten von Vertrauen. Die Arbeiten zeigen, wie Vertrauen entsteht, auf die Probe gestellt oder durch Macht und Kontrolle beeinflusst wird. Damit greift die Ausstellung ein Thema auf, das angesichts gesellschaftlicher Unsicherheiten zunehmend an Bedeutung gewinnt.
- Kunsthalle Dortmund: Industrial – Seidenstraßen 300013.10.26 - 10:49
Die Neue Seidenstraße verbindet China mit Europa und verändert weltweit Handelswege, Arbeitsbedingungen und Lebensräume. Die Ausstellung „Industrial: Seidenstraßen 3000“ in der Kunsthalle Dortmund untersucht die Auswirkungen dieses globalen Netzwerks aus künstlerischer Perspektive. 23 Künstlerinnen und Künstler aus 16 Ländern beschäftigen sich in Fotografien, Filmen, Videos und Installationen mit den Menschen und Orten entlang der Handelsrouten. Dabei geht es um Migration, wirtschaftlichen Strukturwandel und geopolitische Veränderungen ebenso wie um die oft unsichtbaren Bedingungen globaler Produktion. Auch die Ausstellungsarchitektur greift die Ästhetik internationaler Warenströme auf.
- Museum Ostwall: let’s talk. sprechen über kUNSt13.10.26 - 10:32
Wie kommen Menschen trotz unterschiedlicher Lebensrealitäten miteinander ins Gespräch? Mit „let’s talk. sprechen über kUNSt“ widmet das Museum Ostwall im Dortmunder U seine neue Sammlungspräsentation dem gesellschaftlichen Miteinander. Werke von Paula Modersohn-Becker, August Macke, Gabriele Münter, Wolf Vostell, Nan Goldin und Wolfgang Tillmans treten in einen Dialog über Beziehungen, Konflikte und Zugehörigkeit. Malerei, Skulptur, Fotografie und Videokunst aus mehr als einem Jahrhundert eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf unser Zusammenleben. Interaktive Stationen laden dazu ein, selbst aktiv zu werden und die Ausstellung mitzugestalten.
- Kunsthaus Kloster Gravenhorst: Yoana Tuzharova13.10.26 - 10:02
Leuchtende Formen, intensive Farben und geheimnisvolle Schatten prägen das diesjährige „Winterlicht“ im Kunsthaus Kloster Gravenhorst. Die Künstlerin Yoana Tuzharova gestaltet unter dem Titel „as many sunrises and sunsets as places to be“ eine begehbare Landschaft aus skulpturalen Objekten und Licht. Ihre Installation spielt mit vertrauten Zeichen und unserer Wahrnehmung von Formen, die je nach Beleuchtung unterschiedliche Bedeutungen annehmen. Damit setzt Tuzharova die seit 2008 bestehende Ausstellungsreihe fort, die jeden Winter zeitgenössische Lichtkunst in die historische Klosterarchitektur bringt.
- Museum Haus Opherdicke: Blühende Oasen08.10.26 - 16:19
Mit „Blühende Oasen“ präsentiert das Museum Haus Opherdicke Werke aus der bedeutenden Kunstsammlung von Frank Brabant. Im Mittelpunkt stehen Bilder, die sich mit Naturräumen und ihrer Nutzung durch den Menschen beschäftigen. Die Ausstellung vereint bekannte und weniger bekannte Künstler und eröffnet neue Perspektiven auf unterschiedliche künstlerische Handschriften. Brabant, der seine Sammlung seit den 1960er-Jahren aufbaute, gilt als leidenschaftlicher Förderer insbesondere jener Künstler, die während des Nationalsozialismus als Vertreter der sogenannten „verlorenen Generation“ verfolgt oder vergessen wurden. Seine Sammlung umfasst heute rund 700 Kunstwerke.
- Galerie Lengershaus: Aleš Sobota08.10.26 - 16:03
Licht und Schatten, Bewegung und Ruhe: Die Schwarz-Weiß-Fotografien von Aleš Sobota leben von ungewöhnlichen Perspektiven und spannungsvollen Bildkompositionen. Unter dem Titel „Dazwischen“ präsentiert die Galerie Lengershaus Arbeiten aus den Jahren 1980 bis 2026. Der 1951 in Tschechien geborene Fotograf hält flüchtige Augenblicke fest und verleiht ihnen durch die Wahl von Ausschnitt und Perspektive eine neue Ordnung. Architektur, Landschaften und Menschen begegnen sich dabei in mitunter surreal wirkenden Konstellationen. Auch Erfahrungen aus seinem Berufsalltag als Arzt und Beobachtungen seiner Familie finden Eingang in seine fotografische Arbeit.
- Kunsthalle Lingen: Ishmat Habib08.10.26 - 15:05
Mit dem Lingener Kunstpreis 2026 wird der indonesische Künstler Ishmat Habib ausgezeichnet. Die damit verbundene Ausstellung „Codex“ in der Kunsthalle Lingen ist seine erste institutionelle Einzelausstellung. In seinen expressiven Gemälden entwickeln Landschaften und Pflanzen ein Eigenleben und verbinden sich mit spirituellen Vorstellungen aus der javanischen Philosophie. Habib, der 1998 in Bantul geboren wurde und heute in Berlin lebt, greift dabei auch gesellschaftliche Fragen nach Machtverhältnissen, Migration und der Zerstörung natürlicher Lebensräume auf. So entsteht eine vielschichtige Bildwelt zwischen kultureller Überlieferung und gegenwärtiger Erfahrung.
- Draiflessen Collection: Erinnerungen aufschlagen07.10.26 - 13:47
Private Fotoalben bewahren Erinnerungen – und erzählen zugleich immer nur eine Auswahl der Vergangenheit. Die Ausstellung „Erinnerungen aufschlagen“ in der Draiflessen Collection stellt 17 historische Alben aus dem Umfeld der Familie Brenninkmeijer zeitgenössischen künstlerischen Positionen gegenüber. Fotografien von Familienfesten, Reisen und Kindheit treffen auf Werke, die nach Sichtbarkeit, Zugehörigkeit und kulturellen Konventionen fragen. So wird das Fotoalbum selbst zum Gegenstand der Betrachtung und zum Spiegel dafür, wie Bilder unsere persönlichen und gesellschaftlichen Vorstellungen von Vergangenheit prägen.
- Städtische Galerie Paderborn: Johanna Reich07.10.26 - 13:29
Was verändert sich, wenn künstliche Intelligenz zunehmend unsere Sprache formuliert und Bedeutungen erzeugt? Johanna Reich geht dieser Frage in „Élthyris – Der Klang des Ungesagten“ nach und verbindet dabei Malerei, sinnliche Wahrnehmung und maschinelle Sprachproduktion. Gemeinsam mit einer KI entwickelte die Künstlerin die eigene Sprache Hynitha, die ihre Bilder in Worte übersetzt und daraus Gedichte verfasst. Die Ausstellung fragt damit auch, wer künftig unsere Sprache gestaltet und wie sich unser Verhältnis zur Welt verändert, wenn Maschinen zunehmend das Sprechen und Schreiben übernehmen.
- Diözesanmuseum Paderborn: Prophezeiungen07.10.26 - 11:48
Was hält die Zukunft bereit – und wie lassen sich ihre Zeichen deuten? Das Diözesanmuseum Paderborn verfolgt in „Prophezeiungen – Wer deutet die Zeichen der Zeit?“ diese Fragen von der Spätantike bis in die Gegenwart. Orakelstäbchen und Darstellungen antiker Seherinnen treffen auf zeitgenössische Arbeiten von Michael Triegel, Christoph Brech, Barbara Dombrowski, Helmut Kirchlechner und Claudia Brieske. Interaktive Stationen mit Virtual und Augmented Reality, 360°-Film und künstlicher Intelligenz erweitern die Ausstellung und laden dazu ein, über unsere Vorstellungen von Zukunft nachzudenken.
- Kloster Bentlage: Gan-Erdene Tsend07.10.26 - 11:22
Was wir sehen und was uns innerlich beschäftigt, fällt in den Bildern von Gan-Erdene Tsend nicht immer zusammen. Seit 2009 arbeitet der deutsch-mongolische Künstler mit dem Motiv der Spiegelung und verbindet damit Fragen nach Erinnerung, Identität und Verlust. Im Kloster Bentlage zeigt Tsend neue Werke, in denen Erfahrungen seiner Kindheit nahe der Wüste Gobi auf seine heutige Lebenswirklichkeit zwischen Münster und Ulaanbaatar treffen. Mongolische Tradition, karge Landschaften und kulturelle Distanz prägen dabei eine Malerei zwischen sichtbarer Wirklichkeit und inneren Bildern.
- Museum Schloss Cappenberg: Gerta Overbeck01.10.26 - 11:27
Zechen, Stahlwerke, Friseurläden und Cafés: Gerta Overbeck fand ihre Motive im Alltag und in der industriellen Arbeitswelt des Ruhrgebiets. Das Museum Schloss Cappenberg widmet der Dortmunder Malerin mit „Über Tage. Gerta Overbeck – Neue Sachlichkeit im Ruhrgebiet“ eine umfassende Ausstellung. Anlässlich ihres 50. Todestages 2027 nimmt die Schau auch Freundschaften und künstlerische Verbindungen zu Grethe Jürgens, Anneliese Kretschmer, Ernst Thoms und Gustav Schenk in den Blick. Cappenberg, wo Overbeck aufwuchs und später wieder lebte, bildet dafür einen besonderen Bezugspunkt.
- HELLWEG – ein LICHTWEG: Nächte der Lichtkunst01.10.26 - 10:51
Zum neunten Mal lädt das regionale Städtenetzwerk HELLWEG – ein LICHTWEG zu den „Nächten der Lichtkunst“ ein. 51 dauerhaft installierte Lichtkunstwerke verwandeln historische und industriekulturelle Orte zwischen Ahlen, Lippstadt und Unna in weithin sichtbare Kunststandorte. Ergänzt wird der Lichtweg durch temporäre Arbeiten in Kirchen und historischen Gebäuden, darunter Werke von François Morellet, Timm Ulrichs und Spencer Finch. Führungen, Lichtreisen, Vorträge und Gespräche eröffnen zusätzliche Perspektiven auf die Kunst und die Geschichte der Region.
- Museum Abtei Liesborn: Malerei 2601.10.26 - 10:04
Mit „Malerei 26“ setzt die Kunstakademie Münster ihre langjährige Ausstellungsreihe mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe fort. Im Museum Abtei Liesborn präsentieren Henrike Fechler, Anne Gößling, Kashi Grätz, Abdelaziz Mahmud und Lara Morsey aktuelle Positionen junger Malerei. Seit 2004 bietet die Reihe ausgewählten Studierenden die Gelegenheit, ihre Arbeiten außerhalb der Hochschule in einem neuen räumlichen Kontext zu zeigen. Zugleich fragt sie danach, wie sich Malerei angesichts veränderter Formen der Bildproduktion und -verbreitung behauptet und weiterentwickelt.
- Von der Heydt-Museum: Schön & streng01.10.26 - 9:38
Mit „Schön & streng: Die Macht des Ornaments“ rückt das Von der Heydt-Museum das Ornament als eigenständiges Bildprinzip in den Mittelpunkt. Werke von Henri Matisse, Paul Klee und August Macke treffen auf Abstraktion und Op-Art sowie internationale Gegenwartskunst. Die Ausstellung zeigt, wie geometrische und musterhafte Ordnungen Bilder strukturieren und den Blick lenken. Zugleich verfolgt sie Ornamente durch unterschiedliche Kulturräume und fragt nach ihrer Bedeutung für Identität, Migration und kulturelle Übersetzung.
Farbe tropft, fließt und wird gesprüht, Sand und Feuer verändern die Oberflächen: Willi Baumeister, Franz Krause und Oskar Schlemmer erprobten in den frühen 1940er-Jahren ungewöhnliche Möglichkeiten der Lackmalerei. Die Ausstellung „Farbe! Farbe!“ im Skulpturenpark Waldfrieden zeigt kleinformatige Versuchstafeln, deren experimentelle Verfahren spätere Entwicklungen des Abstrakten Expressionismus und Informel vorwegnehmen. Entstanden sind die Arbeiten im Wuppertaler Arbeitskreis des Lackfabrikanten Kurt Herberts. Ergänzt wird die Schau durch das nach Schlemmers Plänen rekonstruierte, begehbare Lackkabinett.
- Kunstmuseum Ahlen: Tina Blau13.07.26 - 15:51
Sie zählt zu den bedeutendsten österreichischen Landschaftsmalerinnen und ist außerhalb ihrer Heimat dennoch kaum bekannt. Mit „Im Freien. Tina Blau – eine Impressionistin aus Wien“ zeigt das Kunstmuseum Ahlen in Kooperation mit dem Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern erstmals eine museale Ausstellung der Künstlerin in Deutschland. Rund 40 Leihgaben aus Wiener Museen und internationalen Privatsammlungen zeichnen ihre Entwicklung zwischen 1862 und 1916 nach. Als Pionierin der Freilichtmalerei malte sie direkt vor dem Motiv und prägte den Aufbruch zur Moderne in Wien und München.
- Stadtmuseum Beckum: Ute Bartel13.07.26 - 15:31
Die Wahrnehmung und Veränderung von Wirklichkeit mit fotografischen Mitteln stehen im Mittelpunkt der Arbeiten von Ute Bartel. Mit dem Blick einer Bildhauerin nutzt sie die Kamera, um Dinge, Situationen und Orte des Alltags festzuhalten. Die fotografische Aufnahme bildet dabei nicht das fertige Werk, sondern den Ausgangspunkt eines oft vielschichtigen Arbeitsprozesses. Im Atelier entwickelt Bartel ihre Motive weiter und überführt sie in Collagen, Cutouts und raumgreifende Arbeiten.
- Schlieker Haus Bochum: Rolf Escher13.07.26 - 15:19
Kaffeehäuser waren über viele Jahrzehnte weit mehr als Orte für Kaffee und Gespräche. In Städten wie Venedig, Wien, Paris, Budapest, Rom oder Prag trafen sich Schriftsteller, Künstler und Intellektuelle, entwickelten Ideen und prägten das kulturelle Leben Europas. Diesen besonderen Orten widmet sich der Zeichner Rolf Escher in der Ausstellung „Erinnerungsort Kaffeehaus“ im Schlieker Haus Bochum. Die Schau versammelt rund 70 Zeichnungen, Aquarelle und Druckgrafiken aus sechs Jahrzehnten. Escher hält darin die Atmosphäre historischer Cafés fest und erinnert zugleich an Persönlichkeiten wie Franz Kafka, Joseph Roth oder Thomas Mann, die mit der Kaffeehauskultur verbunden waren.





