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Erinnerungen aufschlagen: Was private Fotoalben über uns erzählen

Draiflessen Collection

Lebohang Kganyes Arbeit „Ka 2-phisi yaka e pinky II“ aus der Serie „Ke Lefa Laka: Her-story“ mit zwei Frauen in rosafarbenen Kleidern neben großen PflanzenLebohang Kganye. Ka 2-phisi yaka e pinky II. aus der Serie Ke Lefa Laka: Her-story. 2013. © Lebohang Kganye. Courtesy of the artist. Foto: Fred Dott
Lebohang Kganyes Arbeit „Ka 2-phisi yaka e pinky II“ aus der Serie „Ke Lefa Laka: Her-story“ mit zwei Frauen in rosafarbenen Kleidern neben großen Pflanzen
Lebohang Kganyes Arbeit „Ka 2-phisi yaka e pinky II“ aus der Serie „Ke Lefa Laka: Her-story“ mit zwei Frauen in rosafarbenen Kleidern neben großen Pflanzen

Lebohang Kganye. Ka 2-phisi yaka e pinky II. aus der Serie Ke Lefa Laka: Her-story. 2013. © Lebohang Kganye. Courtesy of the artist. Foto: Fred Dott

Fotografie „Nastya und Mila“ von Karine Zenja Versluis mit einem jungen Mädchen und einem Hund, die in einem von Sonnenlicht durchzogenen Innenraum auf einem Sofa liegenKarine Zenja Versluis. Nastya und Mila. Charkiw, 2018. Courtesy of the artist/artist
Fotografie „Nastya und Mila“ von Karine Zenja Versluis mit einem jungen Mädchen und einem Hund, die in einem von Sonnenlicht durchzogenen Innenraum auf einem Sofa liegen
Fotografie „Nastya und Mila“ von Karine Zenja Versluis mit einem jungen Mädchen und einem Hund, die in einem von Sonnenlicht durchzogenen Innenraum auf einem Sofa liegen

Karine Zenja Versluis. Nastya und Mila. Charkiw, 2018. Courtesy of the artist/artist

AUSGABE 4/2026 – Autorin: Liv Patterson

Alte Fotografien erzählen Geschichten, auch dann, wenn wir die Gesichter darauf nicht kennen. Die Ausstellung „Erinnerungen aufschlagen“ in der Draiflessen Collection in Mettingen zeigt, wie private Fotoalben die Vergangenheit festhalten und zugleich neu erzählen. Präsentiert werden 17 Alben aus dem Umfeld der Familie Brenninkmeijer, die vom späten 19. Jahrhundert bis in die 1940er-Jahre entstanden sind und zum eigenen Archivbestand gehören. Ihnen stehen Werke internationaler Künstlerinnen und Künstler gegenüber, die sich mit Fotografie, Familiengeschichte und Erinnerung beschäftigen. Dabei geht es darum, was Bilder bewahren und wie sie unsere Vorstellung von der Vergangenheit verändern.

Fotografien scheinen vergangene Momente unverändert festzuhalten. Doch schon die Auswahl und Anordnung der Bilder beeinflusst, welche Geschichten ein Album erzählt. Die historischen Fotoalben zeigen Familienfeste, Reisen, Kindheit und gesellschaftliche Ereignisse. Dabei spiegeln sie neben persönlichen Erinnerungen auch die kulturellen Vorstellungen und Konventionen ihrer Zeit wider. Im Zusammenspiel mit den zeitgenössischen Kunstwerken wird das Fotoalbum selbst zum Gegenstand der Betrachtung. Die Künstlerinnen und Künstler hinterfragen, was in Bildern sichtbar wird und was verborgen bleibt. Welche Aufnahmen sind es wert, bewahrt zu werden? Wer gehört dazu, wer bleibt außen vor? Und wie zuverlässig erzählt ein Foto überhaupt von dem, was einmal war? Die Ausstellung macht deutlich: Erinnerungen werden nicht allein durch das geprägt, was wir erlebt haben, sondern auch durch die Bilder, die wir immer wieder ansehen. So wird das private Fotoalbum zu einem Spiegel gesellschaftlicher Vorstellungen und persönlicher Wahrnehmungen. Zwischen vertrauten Motiven und fremden Gesichtern entsteht ein Spannungsfeld, das die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung dazu einlädt, auch die eigenen Erinnerungen zu reflektieren.

Erinnerungen aufschlagen
18.10.26–07.02.27

Draiflessen Collection
Georgstr. 18
49497 Mettingen
Mi–So 11–17 Uhr
www.draiflessen.com

Aktuelle Beiträge aus dem Umland

  • Lebohang Kganyes Arbeit „Ka 2-phisi yaka e pinky II“ aus der Serie „Ke Lefa Laka: Her-story“ mit zwei Frauen in rosafarbenen Kleidern neben großen Pflanzen
    Draiflessen Collection: Erinnerungen aufschlagen07.10.26 - 13:47

    Private Fotoalben bewahren Erinnerungen – und erzählen zugleich immer nur eine Auswahl der Vergangenheit. Die Ausstellung „Erinnerungen aufschlagen“ in der Draiflessen Collection stellt 17 historische Alben aus dem Umfeld der Familie Brenninkmeijer zeitgenössischen künstlerischen Positionen gegenüber. Fotografien von Familienfesten, Reisen und Kindheit treffen auf Werke, die nach Sichtbarkeit, Zugehörigkeit und kulturellen Konventionen fragen. So wird das Fotoalbum selbst zum Gegenstand der Betrachtung und zum Spiegel dafür, wie Bilder unsere persönlichen und gesellschaftlichen Vorstellungen von Vergangenheit prägen.

  • Johanna Reichs Arbeit „Aevorìs Kresta“ von 2025 mit drei schwebend wirkenden farbigen Formen und vertikal angeordneten Schriftzeichen auf hellem Grund
    Städtische Galerie Paderborn: Johanna Reich07.10.26 - 13:29

    Was verändert sich, wenn künstliche Intelligenz zunehmend unsere Sprache formuliert und Bedeutungen erzeugt? Johanna Reich geht dieser Frage in „Élthyris – Der Klang des Ungesagten“ nach und verbindet dabei Malerei, sinnliche Wahrnehmung und maschinelle Sprachproduktion. Gemeinsam mit einer KI entwickelte die Künstlerin die eigene Sprache Hynitha, die ihre Bilder in Worte übersetzt und daraus Gedichte verfasst. Die Ausstellung fragt damit auch, wer künftig unsere Sprache gestaltet und wie sich unser Verhältnis zur Welt verändert, wenn Maschinen zunehmend das Sprechen und Schreiben übernehmen.

  • Skulptur „Kassandra“ von Thomas Duttenhoefer aus dem Jahr 2023, Kopf und Oberkörper einer weiblichen Figur in einer expressiv modellierten Oberfläche
    Diözesanmuseum Paderborn: Prophezeiungen07.10.26 - 11:48

    Was hält die Zukunft bereit – und wie lassen sich ihre Zeichen deuten? Das Diözesanmuseum Paderborn verfolgt in „Prophezeiungen – Wer deutet die Zeichen der Zeit?“ diese Fragen von der Spätantike bis in die Gegenwart. Orakelstäbchen und Darstellungen antiker Seherinnen treffen auf zeitgenössische Arbeiten von Michael Triegel, Christoph Brech, Barbara Dombrowski, Helmut Kirchlechner und Claudia Brieske. Interaktive Stationen mit Virtual und Augmented Reality, 360°-Film und künstlicher Intelligenz erweitern die Ausstellung und laden dazu ein, über unsere Vorstellungen von Zukunft nachzudenken.

  • Gan-Erdene Tsends Gemälde „Karussell“ von 2025 mit einer schwebend wirkenden Person auf einem Stuhl über einer kargen, sandigen Landschaft
    Kloster Bentlage: Gan-Erdene Tsend07.10.26 - 11:22

    Was wir sehen und was uns innerlich beschäftigt, fällt in den Bildern von Gan-Erdene Tsend nicht immer zusammen. Seit 2009 arbeitet der deutsch-mongolische Künstler mit dem Motiv der Spiegelung und verbindet damit Fragen nach Erinnerung, Identität und Verlust. Im Kloster Bentlage zeigt Tsend neue Werke, in denen Erfahrungen seiner Kindheit nahe der Wüste Gobi auf seine heutige Lebenswirklichkeit zwischen Münster und Ulaanbaatar treffen. Mongolische Tradition, karge Landschaften und kulturelle Distanz prägen dabei eine Malerei zwischen sichtbarer Wirklichkeit und inneren Bildern.

  • Gerta Overbecks Gemälde „Mutter und Kind beim Friseurladen“ von 1924 mit einer Frau und einem Kind vor der farbenreichen Szenerie eines Friseursalons
    Museum Schloss Cappenberg: Gerta Overbeck01.10.26 - 11:27

    Zechen, Stahlwerke, Friseurläden und Cafés: Gerta Overbeck fand ihre Motive im Alltag und in der industriellen Arbeitswelt des Ruhrgebiets. Das Museum Schloss Cappenberg widmet der Dortmunder Malerin mit „Über Tage. Gerta Overbeck – Neue Sachlichkeit im Ruhrgebiet“ eine umfassende Ausstellung. Anlässlich ihres 50. Todestages 2027 nimmt die Schau auch Freundschaften und künstlerische Verbindungen zu Grethe Jürgens, Anneliese Kretschmer, Ernst Thoms und Gustav Schenk in den Blick. Cappenberg, wo Overbeck aufwuchs und später wieder lebte, bildet dafür einen besonderen Bezugspunkt.

  • Rote Neonarbeit von François Morellet mit geschwungenen, leuchtenden Linien vor dunklem Hintergrund
    HELLWEG – ein LICHTWEG: Nächte der Lichtkunst01.10.26 - 10:51

    Zum neunten Mal lädt das regionale Städtenetzwerk HELLWEG – ein LICHTWEG zu den „Nächten der Lichtkunst“ ein. 51 dauerhaft installierte Lichtkunstwerke verwandeln historische und industriekulturelle Orte zwischen Ahlen, Lippstadt und Unna in weithin sichtbare Kunststandorte. Ergänzt wird der Lichtweg durch temporäre Arbeiten in Kirchen und historischen Gebäuden, darunter Werke von François Morellet, Timm Ulrichs und Spencer Finch. Führungen, Lichtreisen, Vorträge und Gespräche eröffnen zusätzliche Perspektiven auf die Kunst und die Geschichte der Region.

  • Ausstellungsansicht der Reihe „Malerei“ der Kunstakademie Münster mit mehreren Gemälden in einem großzügigen Museumsraum
    Museum Abtei Liesborn: Malerei 2601.10.26 - 10:04

    Mit „Malerei 26“ setzt die Kunstakademie Münster ihre langjährige Ausstellungsreihe mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe fort. Im Museum Abtei Liesborn präsentieren Henrike Fechler, Anne Gößling, Kashi Grätz, Abdelaziz Mahmud und Lara Morsey aktuelle Positionen junger Malerei. Seit 2004 bietet die Reihe ausgewählten Studierenden die Gelegenheit, ihre Arbeiten außerhalb der Hochschule in einem neuen räumlichen Kontext zu zeigen. Zugleich fragt sie danach, wie sich Malerei angesichts veränderter Formen der Bildproduktion und -verbreitung behauptet und weiterentwickelt.

  • Henri Matisses „Intérieur à la Fougère Noire“ von 1948 mit Pflanzen, Figuren und ornamental gemusterten Farbflächen
    Von der Heydt-Museum: Schön & streng01.10.26 - 9:38

    Mit „Schön & streng: Die Macht des Ornaments“ rückt das Von der Heydt-Museum das Ornament als eigenständiges Bildprinzip in den Mittelpunkt. Werke von Henri Matisse, Paul Klee und August Macke treffen auf Abstraktion und Op-Art sowie internationale Gegenwartskunst. Die Ausstellung zeigt, wie geometrische und musterhafte Ordnungen Bilder strukturieren und den Blick lenken. Zugleich verfolgt sie Ornamente durch unterschiedliche Kulturräume und fragt nach ihrer Bedeutung für Identität, Migration und kulturelle Übersetzung.

  • Abstrakte Lackmalerei „Ohne Titel“ von Oskar Schlemmer aus dem Jahr 1941 mit hellen, netzartigen Strukturen auf dunklem Grund
    Skulpturenpark Waldfrieden: Willi Baumeister, Franz Krause und Oskar Schlemmer01.10.26 - 9:08

    Farbe tropft, fließt und wird gesprüht, Sand und Feuer verändern die Oberflächen: Willi Baumeister, Franz Krause und Oskar Schlemmer erprobten in den frühen 1940er-Jahren ungewöhnliche Möglichkeiten der Lackmalerei. Die Ausstellung „Farbe! Farbe!“ im Skulpturenpark Waldfrieden zeigt kleinformatige Versuchstafeln, deren experimentelle Verfahren spätere Entwicklungen des Abstrakten Expressionismus und Informel vorwegnehmen. Entstanden sind die Arbeiten im Wuppertaler Arbeitskreis des Lackfabrikanten Kurt Herberts. Ergänzt wird die Schau durch das nach Schlemmers Plänen rekonstruierte, begehbare Lackkabinett.

  • Abbildung von Tina Blau. An der Donau bei Szobb. 1874
    Kunstmuseum Ahlen: Tina Blau13.07.26 - 15:51

    Sie zählt zu den bedeutendsten österreichischen Landschaftsmalerinnen und ist außerhalb ihrer Heimat dennoch kaum bekannt. Mit „Im Freien. Tina Blau – eine Impressionistin aus Wien“ zeigt das Kunstmuseum Ahlen in Kooperation mit dem Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern erstmals eine museale Ausstellung der Künstlerin in Deutschland. Rund 40 Leihgaben aus Wiener Museen und internationalen Privatsammlungen zeichnen ihre Entwicklung zwischen 1862 und 1916 nach. Als Pionierin der Freilichtmalerei malte sie direkt vor dem Motiv und prägte den Aufbruch zur Moderne in Wien und München.

  • Abbildung von Ute Bartel. The Cloud. 2026
    Stadtmuseum Beckum: Ute Bartel13.07.26 - 15:31

    Die Wahrnehmung und Veränderung von Wirklichkeit mit fotografischen Mitteln stehen im Mittelpunkt der Arbeiten von Ute Bartel. Mit dem Blick einer Bildhauerin nutzt sie die Kamera, um Dinge, Situationen und Orte des Alltags festzuhalten. Die fotografische Aufnahme bildet dabei nicht das fertige Werk, sondern den Ausgangspunkt eines oft vielschichtigen Arbeitsprozesses. Im Atelier entwickelt Bartel ihre Motive weiter und überführt sie in Collagen, Cutouts und raumgreifende Arbeiten.

  • Abbildung von Rolf Escher. Café Florian, Venedig. 2026
    Schlieker Haus Bochum: Rolf Escher13.07.26 - 15:19

    Kaffeehäuser waren über viele Jahrzehnte weit mehr als Orte für Kaffee und Gespräche. In Städten wie Venedig, Wien, Paris, Budapest, Rom oder Prag trafen sich Schriftsteller, Künstler und Intellektuelle, entwickelten Ideen und prägten das kulturelle Leben Europas. Diesen besonderen Orten widmet sich der Zeichner Rolf Escher in der Ausstellung „Erinnerungsort Kaffeehaus“ im Schlieker Haus Bochum. Die Schau versammelt rund 70 Zeichnungen, Aquarelle und Druckgrafiken aus sechs Jahrzehnten. Escher hält darin die Atmosphäre historischer Cafés fest und erinnert zugleich an Persönlichkeiten wie Franz Kafka, Joseph Roth oder Thomas Mann, die mit der Kaffeehauskultur verbunden waren.

  • Abbildung von Emma Woffenden. Elephant Escape. 2024
    Glasmuseum Lette: Entwicklungen 50 – 30 – 2013.07.26 - 13:46

    Ein dreifaches Jubiläum gibt Anlass zur neuen Ausstellung im Glasmuseum Lette. Vor etwa 50 Jahren soll Lilly Ernsting die Sammelleidenschaft für das Medium Glas ergriffen haben. Daraus entstand eine Sammlung zeitgenössischer Glaskunst mit Werken aus dem europäischen Raum, die heute rund 3.000 Werke umfasst. 1996 gründeten Lilly und Kurt Ernsting das Glasmuseum, das 2026 sein 30-jähriges Bestehen feiert. Zehn Jahre später folgte die Eröffnung des Glasdepots, das die kontinuierlich gewachsene Sammlung seit nunmehr 20 Jahren beherbergt.

  • Abbildung von: Kugelfernseher Nivico 3240 GM Videosphere. JVC, 1970–1971
    MKK Dortmund: Konsum13.07.26 - 11:50

    Um Alltagsdinge zwischen Nutzen, Sehnsucht und Überfluss geht es in der aktuellen Ausstellung KONSUM im Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund. Gezeigt werden Exponate aus mehreren Jahrhunderten. Bedürfnisse, Besitz und Konsumgewohnheiten stehen dabei in engem Zusammenhang mit den jeweiligen Rahmenbedingungen. Wie viele Dinge habe ich? Was brauche ich wirklich? Wie hat sich Konsum im Laufe der Zeit verändert? Zu sehen sind etwa 500 Alltagsgegenstände – darunter Geschirr, Kleidung, Möbel sowie technische Geräte, Luxusgüter und Massenprodukte.

  • Abbildung von George Grosz. Dämmerung. 1922. © VG Bild-Kunst, Bonn 2026
    Gustav-Lübcke-Museum: Daniel Richter und George Grosz13.07.26 - 11:21

    Was verbindet den Maler Daniel Richter mit George Grosz, dem scharfen Chronisten der Weimarer Republik? Die Ausstellung „Krieg und Konfitüre“ in Hamm bringt beide Künstler erstmals in einen direkten Dialog. Der Titel verweist auf einen Gegensatz, der ihre Arbeiten unterschiedlich prägt: das Nebeneinander von politischer Krise und privatem Alltag, von Gewalt und Normalität. Auf rund 800 Quadratmetern begegnen sich die gesellschaftskritischen Zeichnungen und Gemälde von George Grosz (1893–1959) und die bildgewaltigen Malereien Daniel Richters (*1962), der zu den prägenden Positionen der deutschen Gegenwartskunst zählt. Trotz des zeitlichen Abstands von mehreren Jahrzehnten richten beide ihren Blick auf gesellschaftliche und politische Umbrüche sowie die Frage, wie Menschen in Zeiten der Verunsicherung handeln und leben. Die Gegenüberstellung eröffnet neue Perspektiven auf zwei Künstler, die ihre jeweilige Gegenwart aufmerksam beobachten und mit den Mitteln der Kunst kommentieren.

  • Abbildung von John Baldessari. Throwing Three Balls in the Air to Get a Straight Line (Best of Thirty-Six Attempts). 1973. Sprengel Museum Hannover © 1973 – 2026 John Baldessari Family Foundation, Courtesy Estate of John Baldessari; Sprüth Magers
    Marta Herford: Mindset Los Angeles13.07.26 - 10:54

    Unter dem Titel „Mindset Los Angeles“ widmet das Marta Herford sein gesamtes Haus der Kunst- und Kulturszene der kalifornischen Metropole. Zwei Ausstellungen beleuchten den Einfluss, den Los Angeles seit den 1950er Jahren auf Kunst, Architektur und Gesellschaft ausgeübt hat. Die Schau „Frank Gehry und die Cool School“ geht den künstlerischen Prägungen Gehrys nach, die sein Architekturverständnis formten und sich im Museumsbau des Marta widerspiegeln. Arbeiten von Ed Ruscha, David Hockney, Judy Chicago, Richard Serra und anderen zeigen die experimentierfreudige Kunstszene von Los Angeles seit den 1950er Jahren.

  • Abbildung von Ella Bergmann-Michel. Sonntag für jedermann. 1917. Kunstsammlung der Stadt Paderborn © VG Bild-Kunst, Bonn 2026
    Kunstmuseum im Marstall: Ella Bergmann-Michel und Robert Michel10.07.26 - 12:26

    Mit der Ausstellung „Mechanik des Lebens“ widmet sich das Kunstmuseum Paderborn zwei heute zu Unrecht wenig bekannten Positionen der Klassischen Moderne. Ella Bergmann-Michel, 1895 in Paderborn geboren, und Robert Michel lernten sich während ihres Studiums am Bauhaus in Weimar kennen und arbeiteten ihr Leben lang eng zusammen. Beide beschäftigten sich intensiv mit den neuen Bildwelten ihrer Zeit. Typografie, Reklame, Fotografie, Film und industrielle Technik fanden ebenso Eingang in ihre Arbeiten, wie Einflüsse des Dadaismus, Konstruktivismus und der expressionistischen Avantgarde. Der Ausstellungstitel verweist auf ein zentrales gemeinsames Interesse: die Auseinandersetzung mit den Veränderungen der Moderne. Industrie, Technik, Arbeit und soziale Prozesse werden in ihren Werken nicht nur formal untersucht, sondern auch kritisch reflektiert. Besonders ihre Collagen, Zeichnungen und Druckgrafiken verbinden organische Formen mit maschinenhaften Strukturen.

  • Abbildung von Griechische Ikone mit dem heiligen Georg und Szenen aus seinem Leben. Privatsammlung Niederlande
    Ikonen-Museum: Viten, Wunder und Legenden10.07.26 - 11:15

    Was haben mittelalterliche Ikonen und Comics gemeinsam? Mehr, als auf den ersten Blick zu erwarten wäre. Die Jubiläumsausstellung „Viten, Wunder und Legenden“ zum 70-jährigen Bestehen des Ikonen-Museums rückt die erzählerische Seite der Ikonenkunst in den Mittelpunkt. Viele der gezeigten Werke erzählen in klar abgegrenzten, mit Texten versehenen Bildfeldern vom Leben der Heiligen, von Wundern, Prüfungen und Legenden. Mitunter verlaufen diese Bilder wie ein gezeichneter Erzählstreifen um die zentrale Figur herum. Die Geschichten handeln von Heldenmut, selbstloser Hilfe, Glauben oder den Verlockungen des Bösen. Manche Motive wie der Drachentöter Georg oder der heilige Nikolaus sind bis heute vertraut. Andere wirken fremd und mysteriös: Ikonen, die übers Wasser wandeln, Heilige auf Säulen, Mönche, die auf krallenbewehrten Pferden reiten.

  • Abbildung von Richard Paul Lohse. 16 progressive asymmetrische Farbgruppen 1956/60. Richard Paul Lohse-Stiftung, Zürich. Foto: Stefan Altenburger © VG Bild-Kunst, Bonn 2026
    Quadrat Bottrop: Richard Paul Lohse27.03.26 - 12:26

    Als Höhepunkt des Jubiläumsjahres 2026 präsentiert das Josef Albers Museum Quadrat Bottrop eine umfassende Einzelausstellung des Schweizer Malers, Grafikers und Theoretikers Richard Paul Lohse (1902–1988), einer Schlüsselfigur der konstruktiv-konkreten Kunst. Bereits 1976 widmete das damals neu eröffnete Museum dem Künstler eine erste Einzelausstellung; sein Werk „Drei horizontale Teilungen“ (1949/72) wurde zugleich zum ersten Ankauf des Hauses und markierte den Beginn der Sammlung jenseits von Josef Albers. Die aktuelle Ausstellung ist die erste große Retrospektive Lohses seit mehr als 20 Jahren. Sie verknüpft ein wichtiges Kapitel der Bottroper Museumsgeschichte mit aktuellen Fragen nach gesellschaftlichen Utopien und sozialer Gleichheit.

  • Abbildung von Julian Rosefeldt. In the Land of Drought. 2015/2017
    Draiflessen Collection: Mix & Match27.03.26 - 8:43

    In der Ausstellung „Mix & Match“ begegnen sich Archiv und Sammlung der Draiflessen Collection auf ungewöhnliche Weise. In vier Themenräumen werden Objekte aus unterschiedlichen Zeiten und Bereichen miteinander kombiniert – von Druckgrafik und Buchkunst über Fotografien und Film bis hin zu Mode und zeitgenössischer Kunst. Die vier Elemente Erde, Feuer, Luft und Wasser strukturieren den Rundgang und lenken den Blick auf Materialien, Motive und Themen. So entstehen überraschende Verbindungen zwischen Werken und Objekten, die auf den ersten Blick wenig gemein haben.

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Seit 1998 stellt das Magazin kunst raum münster jeweils vierteljährlich das regionale Kunstgeschehen vor. Mit rund 200 Terminen und vielen Aus­­stellungs­besprechungen bietet es die umfassendste gedruckte Zusammen­stellung von Kunstterminen für Münster und das Münsterland bis in die angrenzende Weser-Ems-Region, Ostwestfalen-Lippe und das Ruhrgebiet. Die gedruckte Ausgabe erscheint in einer Auflage von 10.000 Exemplaren.

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