Ella Bergmann-Michel und Robert Michel
Kunstmuseum im Marstall Paderborn
Ella Bergmann-Michel. Sonntag für jedermann. 1917. Kunstsammlung der Stadt Paderborn © VG Bild-Kunst, Bonn 2026
AUSGABE 3/2026
Mit der Ausstellung „Mechanik des Lebens“ widmet sich das Kunstmuseum Paderborn zwei heute zu Unrecht wenig bekannten Positionen der Klassischen Moderne. Ella Bergmann-Michel, 1895 in Paderborn geboren, und Robert Michel lernten sich während ihres Studiums am Bauhaus in Weimar kennen und arbeiteten ihr Leben lang eng zusammen. Beide beschäftigten sich intensiv mit den neuen Bildwelten ihrer Zeit. Typografie, Reklame, Fotografie, Film und industrielle Technik fanden ebenso Eingang in ihre Arbeiten, wie Einflüsse des Dadaismus, Konstruktivismus und der expressionistischen Avantgarde. Der Ausstellungstitel verweist auf ein zentrales gemeinsames Interesse: die Auseinandersetzung mit den Veränderungen der Moderne. Industrie, Technik, Arbeit und soziale Prozesse werden in ihren Werken nicht nur formal untersucht, sondern auch kritisch reflektiert. Besonders ihre Collagen, Zeichnungen und Druckgrafiken verbinden organische Formen mit maschinenhaften Strukturen. Die Ausstellung präsentiert Werke aus der städtischen Kunstsammlung und gibt Einblick in das Schaffen eines Künstlerpaares, das von den kulturellen und technischen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts geprägt wurde.
Ella Bergmann-Michel und Robert Michel. Mechanik des Lebens
26.09.26–24.01.27
Kunstmuseum im Marstall
Im Schlosspark 9
33104 Paderborn
Di–So 10–18 Uhr
paderborn.de/kunstmuseum
Aktuelle Beiträge aus dem Umland
- Kunsthaus Kloster Gravenhorst: WestFarbe10.07.26 - 12:42
Im Englischen gibt es zwei Wörter für das, was im Deutschen schlicht „Farbe“ heißt: „colour“ bezeichnet die Farbigkeit, „paint“ das Malmaterial. Dieser Unterschied inspirierte den Künstler und Kurator Christoph Dahlhausen zur Ausstellungsreihe „WestFarbe“, die nun im Kloster Gravenhorst Station macht. Die Gruppenausstellung versammelt zahlreiche künstlerische Positionen, die sich auf unterschiedliche Weise mit Farbe auseinandersetzen. Werke aus der Sammlung der Werner Richard – Dr. Carl Dörken Stiftung begegnen dabei Installationen, Objekten und Videoarbeiten. Mal erscheint Farbe als leuchtende Fläche, mal als körperhafte Materie, mal als konzeptionelle Setzung. So eröffnet die Ausstellung einen vielschichtigen Blick auf ein Medium, das oft selbstverständlich erscheint, dessen Wirkung unsere Wahrnehmung jedoch entscheidend prägt.
- Kunstmuseum im Marstall: Ella Bergmann-Michel und Robert Michel10.07.26 - 12:26
Mit der Ausstellung „Mechanik des Lebens“ widmet sich das Kunstmuseum Paderborn zwei heute zu Unrecht wenig bekannten Positionen der Klassischen Moderne. Ella Bergmann-Michel, 1895 in Paderborn geboren, und Robert Michel lernten sich während ihres Studiums am Bauhaus in Weimar kennen und arbeiteten ihr Leben lang eng zusammen. Beide beschäftigten sich intensiv mit den neuen Bildwelten ihrer Zeit. Typografie, Reklame, Fotografie, Film und industrielle Technik fanden ebenso Eingang in ihre Arbeiten, wie Einflüsse des Dadaismus, Konstruktivismus und der expressionistischen Avantgarde. Der Ausstellungstitel verweist auf ein zentrales gemeinsames Interesse: die Auseinandersetzung mit den Veränderungen der Moderne. Industrie, Technik, Arbeit und soziale Prozesse werden in ihren Werken nicht nur formal untersucht, sondern auch kritisch reflektiert. Besonders ihre Collagen, Zeichnungen und Druckgrafiken verbinden organische Formen mit maschinenhaften Strukturen.
- Ikonen-Museum: Viten, Wunder und Legenden10.07.26 - 11:15
Was haben mittelalterliche Ikonen und Comics gemeinsam? Mehr, als auf den ersten Blick zu erwarten wäre. Die Jubiläumsausstellung „Viten, Wunder und Legenden“ zum 70-jährigen Bestehen des Ikonen-Museums rückt die erzählerische Seite der Ikonenkunst in den Mittelpunkt. Viele der gezeigten Werke erzählen in klar abgegrenzten, mit Texten versehenen Bildfeldern vom Leben der Heiligen, von Wundern, Prüfungen und Legenden. Mitunter verlaufen diese Bilder wie ein gezeichneter Erzählstreifen um die zentrale Figur herum. Die Geschichten handeln von Heldenmut, selbstloser Hilfe, Glauben oder den Verlockungen des Bösen. Manche Motive wie der Drachentöter Georg oder der heilige Nikolaus sind bis heute vertraut. Andere wirken fremd und mysteriös: Ikonen, die übers Wasser wandeln, Heilige auf Säulen, Mönche, die auf krallenbewehrten Pferden reiten.
- Kloster Bentlage: Traces of Bentlage10.07.26 - 11:00
Das Kloster Bentlage und die umgebende Kulturlandschaft bilden den Ausgangspunkt dreier künstlerischer Interventionen von Ann Aspinwall und Susan Goethel Campbell. Sie greifen historische Orte und verborgene Spuren des Geländes auf und übersetzen sie in zeitgenössische Arbeiten. Im Salinenpark werden Baumschatten zu Sonnenuhren und machen den Lauf der Zeit sichtbar. Zwischen den Gradierwerken verwandeln sich einst zum Schutz der Bäume vor der Sole-Gischt errichtete Wände in durchscheinende Bildflächen. Am Kloster selbst wird ein längst verschwundener Kutschenpfad markiert, der früher zur Kutschenremise führte.
- Quadrat Bottrop: Richard Paul Lohse27.03.26 - 12:26
Als Höhepunkt des Jubiläumsjahres 2026 präsentiert das Josef Albers Museum Quadrat Bottrop eine umfassende Einzelausstellung des Schweizer Malers, Grafikers und Theoretikers Richard Paul Lohse (1902–1988), einer Schlüsselfigur der konstruktiv-konkreten Kunst. Bereits 1976 widmete das damals neu eröffnete Museum dem Künstler eine erste Einzelausstellung; sein Werk „Drei horizontale Teilungen“ (1949/72) wurde zugleich zum ersten Ankauf des Hauses und markierte den Beginn der Sammlung jenseits von Josef Albers. Die aktuelle Ausstellung ist die erste große Retrospektive Lohses seit mehr als 20 Jahren. Sie verknüpft ein wichtiges Kapitel der Bottroper Museumsgeschichte mit aktuellen Fragen nach gesellschaftlichen Utopien und sozialer Gleichheit.
- Dortmunder U: Müll27.03.26 - 12:06
Eine ganz neue Antwort auf die oft scherzhafte Frage „Ist das Kunst oder kann das weg?“ gibt die Schau „Müll. Eine Ausstellung über die globalen Wege des Abfalls“, die noch bis Ende Juli im Dortmunder U zu sehen ist. Sie zeigt rund 50 verschiedene Werke von internationalen Künstler:innen des 20. und 21. Jahrhunderts, die über und mit den Hinterlassenschaften unserer Zivilisation arbeiten. Sie nutzen unterschiedliche Medien wie Skulpturen, Installationen oder Grafiken, um auf Abhängigkeiten und Auswirkungen rund um unsere Konsumgesellschaft aufmerksam zu machen. Denn unser Verhalten hat Folgen auf der ganzen Welt, die allerdings größtenteils vor unseren Augen verborgen bleiben.
- Kunstmuseum Gelsenkirchen: Kunstpreis der Kunststiftung NRW 202627.03.26 - 11:50
Der Kunstpreis der Kunststiftung NRW – Nam June Paik Award wird in diesem Jahr im Kunstmuseum Gelsenkirchen verliehen. Der international renommierte Preis zählt zu den bedeutendsten Auszeichnungen für zeitgenössische Kunst in Nordrhein-Westfalen. Preisträger ist der in Berlin und Aachen lebende Künstler Michael Beutler (*1976), der für die historische Villa des Museums eine ortsspezifische Installation entwickelt hat. Seine Arbeit verwandelt das Gebäude in eine künstlerisch-handwerkliche Produktionsstätte: eine mehrstöckige Werkstatt, in der Altpapier zu skulpturalen Objekten verarbeitet wird. Aus recycelten Büchern, Papieren und Katalogen entstehen vor Ort neue Papierbahnen, deren Herstellung über mehrere Geschosse hinweg sichtbar wird.
- Museum Haus Opherdicke: Zeitraumschweben27.03.26 - 9:31
Seit jeher üben Vorstellungen von der Zukunft eine enorme Faszination auf uns aus. Das Unbekannte regt die Fantasie an und findet seit Jahrzehnten vielfältigen Ausdruck in der Kunst. Die aktuelle Ausstellung „Zeitraumschweben“ im Haus Opherdicke widmet sich genau diesem Thema und beleuchtet das Verhältnis zwischen Mensch und Zukunft. Anhand von Gemälden, Papierarbeiten, Skulpturen und Videoarbeiten begeben sich die Besucher:innen auf eine Spurensuche durch verschiedene Epochen. Dabei werden die Themenfelder Architektur, Zeit, Körper und Traum verknüpft, um zu zeigen, wie sich unsere Ambitionen und Ängste im Laufe der Zeit gewandelt haben.
- Draiflessen Collection: Mix & Match27.03.26 - 8:43
In der Ausstellung „Mix & Match“ begegnen sich Archiv und Sammlung der Draiflessen Collection auf ungewöhnliche Weise. In vier Themenräumen werden Objekte aus unterschiedlichen Zeiten und Bereichen miteinander kombiniert – von Druckgrafik und Buchkunst über Fotografien und Film bis hin zu Mode und zeitgenössischer Kunst. Die vier Elemente Erde, Feuer, Luft und Wasser strukturieren den Rundgang und lenken den Blick auf Materialien, Motive und Themen. So entstehen überraschende Verbindungen zwischen Werken und Objekten, die auf den ersten Blick wenig gemein haben.
- Kulturgut Nottbeck: Die Zukunft der Literatur27.03.26 - 8:34
Zum 25. Geburtstag richtet das Museum für Westfälische Literatur den Blick nach vorn. Die Jubiläumsausstellung „Die Zukunft der Literatur“ fragt danach, wie sich Literatur und ihre Vermittlung in den kommenden Jahren verändern könnten. Welche Rolle wird Künstliche Intelligenz im Schreiben spielen? Gehen traditionelle
Lesergruppen verloren – oder entstehen neue? Welche Chancen haben unabhängige Verlage – und wie lässt sich Literatur heute im Museum zeigen? Die Ausstellung greift diese Fragen in unterschiedlichen Formaten auf. - Kunstmuseum im Marstall: Tanya Poole26.03.26 - 14:54
Tanya Poole (*1971 in Kanada) untersucht in Malerei und Zeichnung die Verbindungen zwischen Mensch, Natur und Wissenschaft. Ihre Arbeiten entstehen aus einer intensiven Beobachtung der Menschen, Tiere und Landschaften in ihrer Umgebung. Dabei interessiert sie besonders das Dazwischen – jene Bereiche, in denen wissenschaftliche Erkenntnis, Naturbeobachtung und persönliche Erfahrung ineinandergreifen. Ihre großformatigen Tuschezeichnungen verbinden Präzision mit einer stillen, poetischen Bildsprache. Das Kunstmuseum im Marstall zeigt mit „The Eyes and the Guide“ Arbeiten aus verschiedenen Werkserien.
- Städtische Galerie Paderborn: Joséphine Sagna26.03.26 - 14:45
Die 1989 in Stuttgart geborene und in Ulm aufgewachsene Künstlerin Joséphine Sagna setzt sich in ihren Arbeiten mit der Sichtbarkeit und den Erfahrungen Schwarzer Frauen in einer weißen Mehrheitsgesellschaft auseinander. Mit deutsch-senegalesischen Wurzeln verbindet sie Empowerment, politisches Statement und die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität. Ihre Arbeiten thematisieren strukturellen Rassismus, hinterfragen gängige Stereotypen und zeigen die Stärke Schwarzer Frauen. In kräftigen Farben, mit unterschiedlichsten Techniken, mit Überlagerungen, Schrift und wilden Gesten formuliert die Künstlerin Selbstbewusstsein, Wut, Stärke und Zärtlichkeit zugleich.
- Schloss Cappenberg: Alfred Schmidt26.03.26 - 14:26
Alfred Schmidt (1930–1997) hat einen ungewöhnlichen künstlerischen Weg eingeschlagen: Mitte der 1970er-Jahre verlagerte er seine Arbeit aus dem Atelier in die Bergwerke des Ruhrgebiets. Mit Zeichenbrett, Papier und Tusche ging er „unter Tage“ und arbeitete in unmittelbarer Nähe zu den Bergleuten, in einer Umgebung, die von Enge, Lärm und körperlicher Anstrengung geprägt war. Die Ausstellung „Alfred Schmidt …unter Tage“ auf Schloss Cappenberg zeigt Zeichnungen und Texte aus diesem Arbeitszusammenhang.
- Museum Wilhelm Morgner: Ignacio Uriarte26.03.26 - 13:44
Mit dichten Kritzeleien auf Papier und strengen Installationen zeigt der 1972 in Krefeld geborene und heute in Valencia lebende Ignacio Uriarte, welche Poesie in den Materialien und Routinen des Büroalltags liegen kann. Aus Stiften oder Linealen entwickelt er überraschend lebendige Kompositionen. Seit mehr als 15 Jahren gehören Uriartes Werke zum Kernbestand der Sammlung Schroth. Dazu zählen Zeichnungen, die vollständig mit der Schreibmaschine entstanden sind, ebenso wie eine Installation aus Linealen oder Arbeiten, die auf streng kalkulierten Zahlen- und Ordnungsstrukturen basieren.
- Carlernst Kürten-Stiftung: Peter Stohrer26.03.26 - 13:17
Die Ausstellung „Rasterrauschen“ in der Carlernst Kürten-Stiftung zeigt einen Ausschnitt aus dem Werk des 2017 verstorbenen Malers und Kurators Peter Stohrer. Der Titel ist dabei wörtlich zu nehmen: Eine Installation aus Bildern und Objekten, aus Malerei auf Holzkörpern, Leinwand und großformatigen Papieren, rhythmisiert und dynamisiert den Raum. Stohrer selbst bezeichnete solche Anordnungen als „Jazz“ – ein Bild, das das Wechselspiel von Ordnung und Auflösung treffend beschreibt.
- Von der Heydt-Museum: Carl Grossberg05.01.26 - 11:16
Das Von der Heydt-Museum widmet sich der Wiederentdeckung eines der zentralen Maler der Neuen Sachlichkeit: Carl Grossberg (1894–1940). Sein in nur knapp zwei Jahrzehnten entstandenes Werk kreist um Architektur, Technik und Industrie. Mit formaler Klarheit und strenger Komposition entwickelte er eine Bildsprache, die von einem neuen, fotografischen Sehen geprägt ist und den technischen Fortschritt im frühen 20. Jahrhundert reflektiert.
- Skulpturenpark Waldfrieden: Rebecca Horn05.01.26 - 10:55
Mit der Ausstellung „Emotion in Motion“ widmet der Wuppertaler Skulpturenpark der 2024 verstorbenen Rebecca Horn eine umfassende Retrospektive. Gezeigt werden dreizehn Werke aus vier Jahrzehnten, darunter großformatige kinetische Skulpturen, die durch ihre Mechanik Klänge erzeugen. Rebecca Horn gilt als eine der bedeutendsten deutschen Künstlerinnen ihrer Generation. Ihr Werk umfasst Performances, Zeichnungen, Filme, Dichtung und Installationen. Früh entwickelte sie sogenannte Körperextensionen – objekthafte Erweiterungen des Körpers, die in performativen Situationen die Verletzlichkeit und Begrenzung menschlicher Existenz thematisieren.





