Heinrich Campendonk – Expressionismus in angewandter Form
Gustav-Lübcke-Museum
Heinrich Campendonk. Kreuzigung. Glasfenster für St. Mariä Himmelfahrt, Marienthal. Entwurf von 1926/1927. © VG Bild-Kunst Bonn 2025. Foto: Stefan Johnen
Tiere in einer Landschaft, um 1915. © VG Bild-Kunst, Bonn 2025. VAN HAM Kunstauktionen/Saša Fuis Photographie
AUSGABE 3/2025 – Autorin: Nina Lenze
Die Ausstellung „In aller Freundschaft! Heinrich Campendonk: Ein Blauer Reiter im Deutschen Werkbund“ zeigt eine umfangreiche Werkschau des Künstlers Heinrich Campendonk, der der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ angehörte. Ab 1919 war er zudem Mitglied im Deutschen Werkbund, wo abseits des Bauhauses moderne Gestaltungsideen entwickelt wurden. Im Gustav-Lübcke-Museum sind sowohl bekannte mystische Farb- und Tierweltmalereien als auch Bühnenbilder, Möbel, Textilien, Glasfenster und Plakate aus dem Bereich der Angewandten Kunst zu sehen. Campendonk stand im intensiven Austausch mit befreundeten Künstlern wie Franz Marc, August Macke, Paul Klee und anderen. Dieser künstlerische Dialog ist ebenfalls Teil der Ausstellung.
Die Ausstellung ist chronologisch aufgebaut, von den anfänglichen Stu-dienjahren in Krefeld bei Johan Thorn Prikker über seine Zeit beim Blauen Reiter ab 1911 bis hin zu den schaffensreichen 1920er Jahren, und zeigt eine große Bandbreite vom kleinen Format bis zur monumentalen Arbeit. Dabei wird Heinrich Campendonks fortwährendes Interesse am Kunstgewerbe deutlich. Schon während seiner Zeit beim Blauen Reiter entstanden etwa Entwürfe für Stickereien, die anschließend von seiner Ehefrau, einer ausgebildeten Textilhandwerkerin, umgesetzt wurden und hier in Dialog mit Stickereien von Franz und Maria Marc gebracht sind. 1926 erhielt er eine Professur für Glasmalerei, Mosaik und Wandbild an der Kunstakademie in Düsseldorf und gestaltete u. a. die Krypta des Bonner Münsters. Es werden mehrere Original-Probescheiben und posthume Ausführungen präsentiert wie z. B. ein expressionistisch-kubistisch anmutender Kreuzigungsentwurf für den Kreuzgang des Klosters in Marienthal. Die Gegenüberstellung von Heinrich Campendonk als freier Künstler und Gestalter im Kontext seiner Zeitgenossen wirft neue und unerwartete Perspektiven auf die Moderne. Ronja Friedrichs und Dr. Christiane Heiser haben die Ausstellung kuratiert.
Heinrich Campendonk. In aller Freundschaft!
25.05.–28.09.25
Gustav-Lübcke-Museum
Neue Bahnhofstr. 9
59065 Hamm
Di–Sa 10–17, So 10–18 Uhr
www.museum-hamm.de
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