Herbst-Staffel der FilmGalerie präsentiert „Neuer Ungarischer Film“
LWL-Museum für Kunst und Kultur
Ruben Brandt, Collector. 2018. © drop out cinema
Körper und Seele. 2017. © Alamode Film
NEWS 29.09.26
Es gibt drei gute, regelrecht dringende Gründe, in diesem Jahr endlich die alte Idee aufzunehmen, dem Filmland Ungarn eine eigene Staffel zu widmen. Dies sind zum einen, am Beginn dieses Jahres, der Tod des ungarischen Filmregisseurs Béla Tarr, eines Meisters des Weltkinos. Ferner die deutliche Abwahl der nationalkonservativen Regierung Viktor Orbáns im April, die unser Vertrauen in die Selbstheilungskräfte von Demokratien ein Stück weit wiederherstellen könnte. Sowie schließlich die Tatsache, dass die filmische Tradition Ungarns wirklich einen besonderen Blick verdient.
Als eines der ersten Länder hat sich Ungarn mit dem neuen Medium Film auseinandergesetzt und es zum Teil seines kulturellen Selbstverständnisses gemacht. Und es waren tatsächlich zahlreiche Ungarn, wie etwa William Fox, Adolph Zukor oder Michel Curtiz, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufbrachen und als Studio-Gründer und Regisseure zu Geburtshelfern Hollywoods wurden. Auch unter dem Kommunismus konnte das Filmschaffen des Landes seine Vitalität retten und auf internationalen Festivals Anerkennung ernten. Trotz aller finanziellen Gängelung während der Regierungszeit Orbáns konnte sich der ungarische Autorenfilm in unabhängigen Low-Budget-Produktionen halten und mit größeren Produktionen sogar den Oscar, den Goldenen Bären und Preise in Cannes abräumen. Diese Begabung zur Widerständigkeit, diese Erfindungsgabe, politische Vorgaben subtil zu unterlaufen und sich immer wieder neu zu erfinden – dieses offensichtliche Erbgut des Filmlands Ungarn möchte die Herbststaffel an fünf Abenden deutlich machen.
FilmGalerie Herbst 2026:
Neuer Ungarischer Film
Mi 04.11. | 19 Uhr | Eine Erklärung für Alles
HU/SVK 2023, Farbe, 127 Minuten, O.m.d.U
R: Gábor Reisz, Einführung: Jörg Taszman (Berlin)
Di 10.11. | 19 Uhr | Körper und Seele
Ungarn 2017, Farbe, 116 Min., dt.
R: Ildikó Enyedi, Einführung: Uwe W. Appelbe (Bonn)
Di 17.11. | 19 Uhr | Just the Wind
HU/D/F 2011, Farbe, 91 Min., O.m.d.U
R: Bence Fliegauf, Einführung: Daniel Müller Hofstede (Münster)
Di 24.11. | 19 Uhr | Ruben Brandt, Collector
HU 2018, Farbe, 94 Min. dt.
R: Milorad Krstić, Einführung: Elke Kania (Köln)
Mi 02.12. | 19 Uhr | Das Turiner Pferd
HU/F/D/CH 2011, sw, 150 Min., O.m.d.U
R: Béla Tarr, Einführung: Prof. Dr. R. Zwick (Regensburg)
Infos zur LWL-FilmGalerie
Eintritt 10 €/erm. 5 € pro Abend / LWL-Museum für Kunst und Kultur
Tel. 0251-5907 201 / www.lwl-museum-kunst-kultur.de
LWL-Museum für Kunst und Kultur
Domplatz 10
48143 Münster
Tel. 0251-590701
www.lwl-museum-kunst-kultur.de
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