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Jonathas de Andrade – Olho da Rua (Out Loud)

Stadthausgalerie

Abbildung von Jonathas de Andrade. Olho da Rua [Out Loud]. Installationsansicht Stadthausgalerie Münster 2025Jonathas de Andrade. Olho da Rua [Out Loud]. Installationsansicht Stadthausgalerie Münster 2025. Foto: Kunsthalle Münster/Volker Renner
Abbildung von Jonathas de Andrade. Olho da Rua [Out Loud]. Installationsansicht Stadthausgalerie Münster 2025
Abbildung von Jonathas de Andrade. Olho da Rua [Out Loud]. Installationsansicht Stadthausgalerie Münster 2025

Jonathas de Andrade. Olho da Rua [Out Loud]. Installationsansicht Stadthausgalerie Münster 2025. Foto: Kunsthalle Münster/Volker Renner

Abbildung von Jonathas de Andrade. Olho da Rua [Out Loud]. 2022Jonathas de Andrade. Olho da Rua [Out Loud]. 2022. Fondazione In Between Art Film
Abbildung von Jonathas de Andrade. Olho da Rua [Out Loud]. 2022
Abbildung von Jonathas de Andrade. Olho da Rua [Out Loud]. 2022

Jonathas de Andrade. Olho da Rua [Out Loud]. 2022. Fondazione In Between Art Film

AUSGABE 3/2025 – Autorin: Mona Eilers

Kunst im öffentlichen Raum hat in Münster einen besonderen Stellenwert, verantwortlich für die Werke im Stadtraum ist die Kunsthalle Münster. Mit der Ausstellung „Olho da Rua [Out Loud]“ in der Stadthausgalerie beschäftigt sie sich mit sozialen und politischen Fragen von Öffentlichkeit und Sichtbarkeit. Im Zentrum steht das gleichnamige Ein-Kanal-Video des brasilianischen Künstlers Jonathas de Andrade, das er zusammen mit Obdachlosen während der Pandemie und der Regierungszeit von Jair Bolsonaro filmte. Für den Künstler, der in Recife lebt und arbeitet und 2022 den brasilianischen Pavillon auf der 59. Venedig Biennale bespielte, ist es die erste Einzelausstellung in einer deutschen Institution.

Der Inhalt des Films „Olho da Rua [Out Loud]“ wird von seinen Akteur:innen geleitet. Sie sind Teil einer Gemeinschaft von rund 100 Obdachlosen, die im Stadtzentrum von Recife leben. Für die Videoaufnahmen partizipierten sie an Übungen, die von Augusto Boals „Theater der Unterdrückten“ inspiriert sind. Auf spielerische Weise werden Kunst und Theater zum Katalysator eines politisch-emanzipatorischen Bewusstseins. In acht Akten trägt die kollektive Dynamik durch Szenen des Kochens, Essens, Tanzens, durch politische Forderungen und wortlose Blicke. Die Beteiligten bestimmen, was sie tun, sagen und anhaben. Zwischen Fiktion und Dokumentation reproduziert der Film nicht das Bild eines problembehafteten Alltags, sondern macht den Gefilmten eine eigenmächtige Sichtbarmachung möglich. Zur Zeit der Aufnahmen nahm die Obdachlosigkeit durch den damaligen Präsidenten Jair Bolsonaro und seinen Umgang mit der Corona-Pandemie stark zu. Obwohl die Lebensumstände der Menschen öffentlich sichtbar sind, werden sie nicht angesprochen. Für die Ausstellung neu entstanden ist die Installation „Árvore do Teatro do Olho da Rua (Theaterbaum des Auges der Straße)“, die durch Begriffe wie „Atem“, „Beobachtung“, „Ungnade“ oder „Rechte“ den Raum vernetzt und die Stadthausgalerie als Lebensraum, als Wohnzimmer oder Hinterhof erkennbar macht.

Jonathas de Andrade. Olho da Rua [Out Loud]
24.05.–20.07.25

Stadthausgalerie
Platz des Westfälischen Friedens
Mi–So 12–18 Uhr
www.kunsthalle-muenster.de

Aktuelle Beiträge aus Münster

  • Abbildung von Eugen Bracht. Mondnacht in der Wüste. 1909
    LWL-Museum für Kunst und Kultur: Reiselustig02.01.26 - 12:35

    Ob Strand oder Berge, Museum oder Urlaub auf Balkonien – Reisen ist ein großes Abenteuer, das alle verbindet. Und mittendrin: ein kleiner Stoffhase mit Fernweh. In der Ausstellung „Reiselustig – Unterwegs mit dem Hasen Felix“ begleitet der berühmte Hase Familien auf eine Entdeckungstour rund ums Urlaub machen – früher, heu-te und morgen. In sechs aufwändig gestalteten Themenräumen begegnet man nicht nur dem reisenden Kuscheltier, das seiner Freundin Sophie von unterwegs schreibt, sondern auch historischen Gemälden, Fotografien und Objekten, die zeigen, wie sich Urlaubsziele und Reisegewohnheiten im Lauf der Jahrzehnte verändert haben.

  • Abbildung von Lia Darjes. Plate XXXI 2023
    Stadtmuseum Münster: Lia Darjes02.01.26 - 10:56

    Ein Rabe stibitzt ein Stück Kernobst, ein Eichhörnchen knabbert an einer Wassermelone – die Stilllebenreihe „Wildstücke“ der Fotografin Lia Darjes, die die Friedrich-Hundt-Gesellschaft im Stadtmuseum zeigt, versammelt nächtliche Gartentafeln, die von tierischen Gästen erobert werden. Entstanden sind die Fotografien im Garten der Berliner Künstlerin. Darjes bewegt sich bewusst in der Grauzone zwischen Inszenierung und Zufall. Zunächst arrangiert sie die Szenerie, dann zieht sie sich zurück. Eine Kamera bleibt vor Ort, die durch Tierbewegungen ausgelöst wird. Ihre brillanten Farben verdanken die Bilder dem Einsatz von Blitzlicht, das das Hauptmotiv gezielt hervorhebt, während der Hintergrund durch Unterbelichtung fast schwarz erscheint.

  • Abbildung von Wolfgang Troschke. 2011
    Stadtmuseum Münster: Grafik im Dialog02.01.26 - 10:33

    Die Aldegrever-Gesellschaft, ein Verein zur Förderung der grafischen Künste, widmet ihre Ausstellung im Stadtmuseum zwei prägenden Persönlichkeiten der grafischen Kunst: Rolf Escher und Wolfgang Troschke. „Grafik im Dialog“ zeigt die nachhaltige Wirkung der Lehre der beiden Professoren an der Fachhochschule Münster. Über Jahrzehnte begleiteten sie Generationen junger Künstlerinnen und Künstler. Viele davon erhielten eine Förderung durch die Aldegrever-Gesellschaft und wirken heute selbst in der Lehre. Zu sehen sind Druckgrafiken, Zeichnungen und konzeptionelle Serien, die das Prozesshafte grafischer Arbeit betonen.

  • Abbildung von Hanns Hubertus Graf von Merveldt. Bahnhof. 1929
    Galerie Ostendorff: Wege und Gegenwege02.01.26 - 9:48

    Unter dem Titel „Wege und Gegenwege: Westfälische Kunst im frühen 20. Jahrhundert“ zeigt die Galerie Ostendorff Werke von Vertretern einer gegen Ende des 19. Jh. geborenen Künstlergeneration, die im westfälischen Raum in der ersten Hälfte des 20. Jh. ihre wichtigsten Werke schuf. Die Zusammenschau zeigt neben stilistischer Vielfalt auch die unterschiedlichen künstlerischen Entwicklungen. Zu den zentralen Positionen zählt Peter August Böckstiegel (1889–1951), einer der bedeutenden Vertreter des westfälischen Expressionismus. In seinen Arbeiten übersetzte er bäuerliches Umfeld, Porträts und Landschaften in eine kraftvolle Bildsprache.

  • Abbildung von Jelena Bulajić. After Stone 1-1-3. 2025
    Kunsthalle Münster: Jelena Bulajić25.09.25 - 8:56

    Die Kunsthalle Münster zeigt die erste institutionelle Einzelausstellung der serbischen Künstlerin Jelena Bulajić in Deutschland. In ihrem Werk lotet sie die Möglichkeiten der Malerei in all ihren Facetten aus. Nicht das Motiv steht dabei im Zentrum, sondern die Beschaffenheit des Bildes selbst – seine Oberfläche, seine Materialität, seine Wirkung. Risse, Schichtungen, feine Linien werden zu Trägern von Bedeutung und zum eigentlichen Thema.

  • Abbildung von Pascale Feitner. Exoskelett
    Projekt Hafenweg 22: Pascale Feitner24.09.25 - 14:15

    Ein filigranes Netz aus Linien durchzieht das Treppenhaus am Hafenweg 22. Über vier Etagen spannt sich die Skulptur „Exoskelett“ von Pascale Feitner – eine raumgreifende Arbeit, die sich eng mit der Architektur verbindet. Aus der Distanz wirkt sie wie ein zeichnerisches Geflecht; erst beim Näherkommen offenbart sich ihre plastische Dimension. Inspiration fand die Künstlerin bei der Weidenjungfer, einer Libellenart, die im Münsterland beheimatet ist, aus dem Hafengebiet jedoch weitgehend verdrängt wurde.

  • Abbildung von Petra Semeniuk. Frau
    Kunsthaus Kannen: Jahresausstellung 202524.09.25 - 9:16

    Bis Ende Januar lädt das Kunsthaus Kannen zu seiner 27. Jahres- und Verkaufsausstellung ein. Zu sehen sind über 300 Werke aus dem Bereich der Outsider Art, darunter zahlreiche Arbeiten aus den hauseigenen Ateliers sowie von Gastkünstler:innen aus ganz Deutschland. Die Ausstellung bietet Raum für neue, wenig bekannte Positionen jenseits akademischer Konventionen.

  • Abbildung von Dan Graham. Oktogon für Münster. Skulptur Projekte in Münster 1987
    LWL-Museum für Kunst und Kultur: Performance People03.01.25 - 12:20

    Die Ausstellung „Performance People“ im Lichthof des LWL-Museums zeigt mit einer Auswahl an Objekten, Videos, Fotografien und Archivalien, wie Skulptur erweitert, verlebendigt und performt wird. Ausgangspunkt der Schau ist ein Dialog zwischen zwei Werken: Erstmals ist Dan Grahams „Oktogon für Münster“ (1987) nicht im Außenraum, sondern im Lichthof des Museums zu sehen.

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