Søren Aagaard – Kunstausstellung der Ruhrfestspiele
Kunsthalle Recklinghausen
NEWS 17.05.24
Die Kunsthalle Recklinghausen widmet dem dänischen Koch und Künstler Søren Aagaard (*1980) aus Anlass der Ruhrfestspiele eine Einzelausstellung. Søren Aagaard ist weltweit bekannt für seine Installationen und Performances, mit denen er in verschiedensten Zusammenhängen das performative Potenzial von Essen und Kunst befragt. In Recklinghausen verhandelt er mit klugem Witz und umfangreicher Recherche, was die Vielschichtigkeit einer Ausstellung sein kann, die die Küche als Zentrum des Häuslichen in einen performativ-skulpturalen Schauplatz verwandelt. Im Alltäglichen zumeist auf den Bereich der Funktionalität beschränkt, erfahren Orte der Essensproduktion und Essensdarbietung in Søren Aagaards Werken eine Durchleuchtung als soziale und ästhetisierte Räume. Kulturelle Identität und Aneignung, soziale Gefüge und Gefälle, die Vertriebswege der Zutaten und die Werkzeuge der Verarbeitung – die Arbeit in Küchen und Gastronomie auf der ganzen Welt hat überraschend viele Parallelen mit dem Kulturbetrieb.
Søren Aagaard hat 2013 seinem Master an der Königlichen Kunstakademie in Kopenhagen gemacht, 2010 an der Kunstakademie im schwedischen Malmö einen Bachelor in freier Kunst abgeschlossen und zuvor an der Gastronomie Hochschule Dänemark seine Ausbildung als Koch erhalten. Nach zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen, unter anderem im Museum für zeitgenössische Kunst in Roskilde und der Performa Biennale in New York zeigt die Kunsthalle Recklinghausen im Rahmen der Ruhrfestspiele die erste museale Einzelausstellung von Søren Aagaard in Deutschland. Als erste große Überblickschau angelegt, werden dabei existierende Arbeiten und Neuproduktionen auf den gesamten 1.000 qm der Kunsthalle Recklinghausen zu sehen sein. Die Küche, sonst in den Hintergrund der Häuslichkeit oder Industrie gedrängt, rückt dabei als Ort skulpturaler Praxis in den Mittelpunkt der Kunsthalle und von dort auch in den Stadtraum hinaus. Søren Aagaards Praxis lädt dabei auch das Publikum ein, seine Beziehung zu kulinarischen Räumen neu zu setzen und in einem partizipativen Rahmenprogramm kulturelle Rituale von Essen und Kunst neu zu denken. Aagaard seziert dabei Moden wie die der „New Nordic Kitchen“ oder den mittlerweile globalen Trends von „Hygge“. Er schlägt dabei kunsthistorische und diskursive Bögen, die von der in Pompei entdeckten antiken „fast food“-Theke bis zu aktuellen, politischen und geschlechter-spezifischen Bildern von Essen und Kochen reichen.
Søren Aagaard. Kunstausstellung der Ruhrfestspiele.
05.05.–04.08.24
Kunsthalle Recklinghausen
Große-Perdekamp-Str. 25–27
45657 Recklinghausen
Di–So 11–18 Uhr
www.kunsthalle-recklinghausen.com
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