Rodney McMillian The Land: Not Without a Politic
Marta Herford
Rodney McMillian. Untitled (Pink V). 2021–2023. Courtesy the artist, Vielmetter Los Angeles and Petzel Gallery, New York, Foto: Brica Wilcox
Rodney McMillian. Untitled (Pink V). 2021–2023. Untitled (flag). 2006-2008. Courtesy The Museum of Contemporary Art, L.A. (MOCA). Foto: Robert Wedemeyer
AUSGABE 2/2024 – Autorin: Nina Lenze
Ab Mitte März präsentiert das Marta Herford eine umfassende Überblicksschau des US-amerikanischen Künstlers Rodney McMillian (*1969), die einen Eindruck über seine verschiedenen Schaffensphasen vermittelt. Rodney McMillian steht in der Tradition des amerikanischen Abstrakten Expressionismus und des sozialkritischen Postminimalismus und setzt sich in seinem thematisch und formal stringenten Œuvre kritisch mit der amerikanischen Gesellschaft auseinander. Zu sehen sind Malereien, Skulpturen, Installationen und Videos, die insbesondere die Rolle der Schwarzen im US-amerikanischen Lebenskontext unter-suchen, deren Leben nach wie vor durch Kategorisierungen wie Klasse, ökonomischer Status, Geschlecht, Rasse und Tradition geprägt ist.
Rodney McMillian arbeitet mit ausrangierten Produkten der amerikanischen Konsumkultur wie Matratzen, Teppichen, Möbeln oder Resten von Baumaterialien. Die Funde von der Straße fungieren als Versatzstücke für die Darstellung einer Schwarzen Lebenswirklichkeit, die einen hohen Anteil an Arbeitslosigkeit und sozialer Verwahrlosung aufweist, worin der Künstler einen tief verwurzelten strukturellen Rassismus sieht. So kann etwa die Arbeit ‚chair‘ (2023), ein zerschlissener Sessel auf drei Beinen, als Hinweis auf die Armut und Aussichtslosigkeit im städtischen Bereich gelesen werden. Für seine Malereien vernäht McMillian unterschiedliche Textilien zu großformatigen Leinwänden, die durch seinen gestischen, pastosen Farbauftrag Landschaftscharakter haben. ‚Untitled‘ (flag) ist eine Anlehnung an die amerikanische Nationalflagge, deren patriotischen Symbolcharakter McMillian durch ein sackartiges Geschwulst am unteren Rand unterläuft. In seinen Videos und Performances geht es außerdem um tradierte Strategien in der westlichen Kunstgeschichte, die afroamerikanische Geschichte bewusst ausklammert. Anlässlich der ersten europäischen Überblicksschau wird es auch eine Monografie geben.
Rodney McMillian. The Land: Not Without a Politic
16.03.–16.06.24
Marta Herford
Goebenstr. 2–10
32052 Herford
Di–So 11–18, Mi 11–20 Uhr
www.marta-herford.de
Aktuelle Beiträge aus dem Umland
- Kunstmuseum Ahlen: Tina Blau13.07.26 - 15:51
Sie zählt zu den bedeutendsten österreichischen Landschaftsmalerinnen und ist außerhalb ihrer Heimat dennoch kaum bekannt. Mit „Im Freien. Tina Blau – eine Impressionistin aus Wien“ zeigt das Kunstmuseum Ahlen in Kooperation mit dem Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern erstmals eine museale Ausstellung der Künstlerin in Deutschland. Rund 40 Leihgaben aus Wiener Museen und internationalen Privatsammlungen zeichnen ihre Entwicklung zwischen 1862 und 1916 nach. Als Pionierin der Freilichtmalerei malte sie direkt vor dem Motiv und prägte den Aufbruch zur Moderne in Wien und München.
- Stadtmuseum Beckum: Ute Bartel13.07.26 - 15:31
Die Wahrnehmung und Veränderung von Wirklichkeit mit fotografischen Mitteln stehen im Mittelpunkt der Arbeiten von Ute Bartel. Mit dem Blick einer Bildhauerin nutzt sie die Kamera, um Dinge, Situationen und Orte des Alltags festzuhalten. Die fotografische Aufnahme bildet dabei nicht das fertige Werk, sondern den Ausgangspunkt eines oft vielschichtigen Arbeitsprozesses. Im Atelier entwickelt Bartel ihre Motive weiter und überführt sie in Collagen, Cutouts und raumgreifende Arbeiten.
- Schlieker Haus Bochum: Rolf Escher13.07.26 - 15:19
Kaffeehäuser waren über viele Jahrzehnte weit mehr als Orte für Kaffee und Gespräche. In Städten wie Venedig, Wien, Paris, Budapest, Rom oder Prag trafen sich Schriftsteller, Künstler und Intellektuelle, entwickelten Ideen und prägten das kulturelle Leben Europas. Diesen besonderen Orten widmet sich der Zeichner Rolf Escher in der Ausstellung „Erinnerungsort Kaffeehaus“ im Schlieker Haus Bochum. Die Schau versammelt rund 70 Zeichnungen, Aquarelle und Druckgrafiken aus sechs Jahrzehnten. Escher hält darin die Atmosphäre historischer Cafés fest und erinnert zugleich an Persönlichkeiten wie Franz Kafka, Joseph Roth oder Thomas Mann, die mit der Kaffeehauskultur verbunden waren.
- Glasmuseum Lette: Entwicklungen 50 – 30 – 2013.07.26 - 13:46
Ein dreifaches Jubiläum gibt Anlass zur neuen Ausstellung im Glasmuseum Lette. Vor etwa 50 Jahren soll Lilly Ernsting die Sammelleidenschaft für das Medium Glas ergriffen haben. Daraus entstand eine Sammlung zeitgenössischer Glaskunst mit Werken aus dem europäischen Raum, die heute rund 3.000 Werke umfasst. 1996 gründeten Lilly und Kurt Ernsting das Glasmuseum, das 2026 sein 30-jähriges Bestehen feiert. Zehn Jahre später folgte die Eröffnung des Glasdepots, das die kontinuierlich gewachsene Sammlung seit nunmehr 20 Jahren beherbergt.
- MKK Dortmund: Konsum13.07.26 - 11:50
Um Alltagsdinge zwischen Nutzen, Sehnsucht und Überfluss geht es in der aktuellen Ausstellung KONSUM im Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund. Gezeigt werden Exponate aus mehreren Jahrhunderten. Bedürfnisse, Besitz und Konsumgewohnheiten stehen dabei in engem Zusammenhang mit den jeweiligen Rahmenbedingungen. Wie viele Dinge habe ich? Was brauche ich wirklich? Wie hat sich Konsum im Laufe der Zeit verändert? Zu sehen sind etwa 500 Alltagsgegenstände – darunter Geschirr, Kleidung, Möbel sowie technische Geräte, Luxusgüter und Massenprodukte.
- Gustav-Lübcke-Museum: Daniel Richter und George Grosz13.07.26 - 11:21
Was verbindet den Maler Daniel Richter mit George Grosz, dem scharfen Chronisten der Weimarer Republik? Die Ausstellung „Krieg und Konfitüre“ in Hamm bringt beide Künstler erstmals in einen direkten Dialog. Der Titel verweist auf einen Gegensatz, der ihre Arbeiten unterschiedlich prägt: das Nebeneinander von politischer Krise und privatem Alltag, von Gewalt und Normalität. Auf rund 800 Quadratmetern begegnen sich die gesellschaftskritischen Zeichnungen und Gemälde von George Grosz (1893–1959) und die bildgewaltigen Malereien Daniel Richters (*1962), der zu den prägenden Positionen der deutschen Gegenwartskunst zählt. Trotz des zeitlichen Abstands von mehreren Jahrzehnten richten beide ihren Blick auf gesellschaftliche und politische Umbrüche sowie die Frage, wie Menschen in Zeiten der Verunsicherung handeln und leben. Die Gegenüberstellung eröffnet neue Perspektiven auf zwei Künstler, die ihre jeweilige Gegenwart aufmerksam beobachten und mit den Mitteln der Kunst kommentieren.
- Marta Herford: Mindset Los Angeles13.07.26 - 10:54
Unter dem Titel „Mindset Los Angeles“ widmet das Marta Herford sein gesamtes Haus der Kunst- und Kulturszene der kalifornischen Metropole. Zwei Ausstellungen beleuchten den Einfluss, den Los Angeles seit den 1950er Jahren auf Kunst, Architektur und Gesellschaft ausgeübt hat. Die Schau „Frank Gehry und die Cool School“ geht den künstlerischen Prägungen Gehrys nach, die sein Architekturverständnis formten und sich im Museumsbau des Marta widerspiegeln. Arbeiten von Ed Ruscha, David Hockney, Judy Chicago, Richard Serra und anderen zeigen die experimentierfreudige Kunstszene von Los Angeles seit den 1950er Jahren.
- Kunstmuseum im Marstall: Ella Bergmann-Michel und Robert Michel10.07.26 - 12:26
Mit der Ausstellung „Mechanik des Lebens“ widmet sich das Kunstmuseum Paderborn zwei heute zu Unrecht wenig bekannten Positionen der Klassischen Moderne. Ella Bergmann-Michel, 1895 in Paderborn geboren, und Robert Michel lernten sich während ihres Studiums am Bauhaus in Weimar kennen und arbeiteten ihr Leben lang eng zusammen. Beide beschäftigten sich intensiv mit den neuen Bildwelten ihrer Zeit. Typografie, Reklame, Fotografie, Film und industrielle Technik fanden ebenso Eingang in ihre Arbeiten, wie Einflüsse des Dadaismus, Konstruktivismus und der expressionistischen Avantgarde. Der Ausstellungstitel verweist auf ein zentrales gemeinsames Interesse: die Auseinandersetzung mit den Veränderungen der Moderne. Industrie, Technik, Arbeit und soziale Prozesse werden in ihren Werken nicht nur formal untersucht, sondern auch kritisch reflektiert. Besonders ihre Collagen, Zeichnungen und Druckgrafiken verbinden organische Formen mit maschinenhaften Strukturen.
- Ikonen-Museum: Viten, Wunder und Legenden10.07.26 - 11:15
Was haben mittelalterliche Ikonen und Comics gemeinsam? Mehr, als auf den ersten Blick zu erwarten wäre. Die Jubiläumsausstellung „Viten, Wunder und Legenden“ zum 70-jährigen Bestehen des Ikonen-Museums rückt die erzählerische Seite der Ikonenkunst in den Mittelpunkt. Viele der gezeigten Werke erzählen in klar abgegrenzten, mit Texten versehenen Bildfeldern vom Leben der Heiligen, von Wundern, Prüfungen und Legenden. Mitunter verlaufen diese Bilder wie ein gezeichneter Erzählstreifen um die zentrale Figur herum. Die Geschichten handeln von Heldenmut, selbstloser Hilfe, Glauben oder den Verlockungen des Bösen. Manche Motive wie der Drachentöter Georg oder der heilige Nikolaus sind bis heute vertraut. Andere wirken fremd und mysteriös: Ikonen, die übers Wasser wandeln, Heilige auf Säulen, Mönche, die auf krallenbewehrten Pferden reiten.
- Quadrat Bottrop: Richard Paul Lohse27.03.26 - 12:26
Als Höhepunkt des Jubiläumsjahres 2026 präsentiert das Josef Albers Museum Quadrat Bottrop eine umfassende Einzelausstellung des Schweizer Malers, Grafikers und Theoretikers Richard Paul Lohse (1902–1988), einer Schlüsselfigur der konstruktiv-konkreten Kunst. Bereits 1976 widmete das damals neu eröffnete Museum dem Künstler eine erste Einzelausstellung; sein Werk „Drei horizontale Teilungen“ (1949/72) wurde zugleich zum ersten Ankauf des Hauses und markierte den Beginn der Sammlung jenseits von Josef Albers. Die aktuelle Ausstellung ist die erste große Retrospektive Lohses seit mehr als 20 Jahren. Sie verknüpft ein wichtiges Kapitel der Bottroper Museumsgeschichte mit aktuellen Fragen nach gesellschaftlichen Utopien und sozialer Gleichheit.
- Draiflessen Collection: Mix & Match27.03.26 - 8:43
In der Ausstellung „Mix & Match“ begegnen sich Archiv und Sammlung der Draiflessen Collection auf ungewöhnliche Weise. In vier Themenräumen werden Objekte aus unterschiedlichen Zeiten und Bereichen miteinander kombiniert – von Druckgrafik und Buchkunst über Fotografien und Film bis hin zu Mode und zeitgenössischer Kunst. Die vier Elemente Erde, Feuer, Luft und Wasser strukturieren den Rundgang und lenken den Blick auf Materialien, Motive und Themen. So entstehen überraschende Verbindungen zwischen Werken und Objekten, die auf den ersten Blick wenig gemein haben.
- Schloss Cappenberg: Alfred Schmidt26.03.26 - 14:26
Alfred Schmidt (1930–1997) hat einen ungewöhnlichen künstlerischen Weg eingeschlagen: Mitte der 1970er-Jahre verlagerte er seine Arbeit aus dem Atelier in die Bergwerke des Ruhrgebiets. Mit Zeichenbrett, Papier und Tusche ging er „unter Tage“ und arbeitete in unmittelbarer Nähe zu den Bergleuten, in einer Umgebung, die von Enge, Lärm und körperlicher Anstrengung geprägt war. Die Ausstellung „Alfred Schmidt …unter Tage“ auf Schloss Cappenberg zeigt Zeichnungen und Texte aus diesem Arbeitszusammenhang.
Im dunklen Schatten des NS-Regimes: Felka Platek
Museumsquartier Osnbarück/Felix Nussbaum-Haus
Selbstporträt vor offenem Fenster, um 1940. Leihgabe der Felix-Nussbaum-Foundation. Foto: Hermann Pentermann
Stillleben mit Gießkanne und Agave. 1943. Leihgabe der Felix-Nussbaum-Foundation. Foto: Hermann Pentermann
AUSGABE 2/2024 – Autorin: Anna Thiemann
In der Weimarer Republik war Felka Platek (1899-1944) eine aufstrebende polnisch-jüdische Künstlerin, die nach der Machtergreifung Hitlers ihre Wahlheimat Deutschland verlassen musste. Nach Stationen in Italien und Frankreich hielt sie sich ab 1937 in Brüssel auf. Dort wurde sie 1944 denunziert und von den Nationalsozialisten nach Auschwitz deportiert und ermordet. Viele ihrer frühen Werke sind 1932 bei einem Brand zerstört worden. Das Museumsquartier Osnabrück besitzt mit 26 Gemälden die weltweit größte Platek-Sammlung und widmet ihr nun erstmals eine Einzelausstellung, die sie als eigenständige Künstlerin in den Blick nimmt, anstatt sie nur als Motiv und Unterstützerin ihres weitaus bekannteren Ehemanns Felix Nussbaum zu würdigen.
Im Mai 1940 marschierten die Deutschen in Belgien ein und erließen kurz darauf zahlreiche antijüdische Gesetze und Verordnungen. Um diese Zeit entstand das wohl beklemmendste und eindrucksvollste Bild der Ausstellung, das „Selbstporträt vor offenem Fenster“. Die scheinbare Alltagssituation hat etwas Bedrohliches: Auf Felka Plateks Gesicht liegt ein dunkler Schatten. Die zusammengepressten Lippen zeugen von einem Unbehagen, das nicht verbal artikuliert werden kann, aber visuell, insbesondere in der Körpersprache, zum Ausdruck kommt. Die Augen sind voller Sorge und Angst, und mit der rechten Hand – Selbstporträts sind üblicherweise spiegelverkehrt – fasst sich die Künstlerin ans Herz. Im Jahr 1943, als das Künstlerpaar in einem Versteck Schutz vor der Gestapo suchen musste, entstand das „Stillleben mit Gießkanne und Agave“, welches ebenfalls als Kommentar auf das Leben unter dem NS-Regime gelesen werden kann. Die eigentlich in tropischen und subtropischen Gebieten beheimatete Pflanze erinnert zum einen an das gemeinsame Exil in Italien. Zum anderen symbolisiert das auch als Jahrhundertpflanze bekannte Gewächs, das oftmals erst nach Jahrzehnten ein einziges Mal blüht, das bange Warten auf eine bessere Zukunft, eine Hoffnung, die unter widrigsten Umständen mühsam am Leben gehalten wurde.
Felka Platek – Eine Künstlerin im Exil
25.02.–10.11.24
Museumsquartier Osnabrück/Felix Nussbaum-Haus
Lotter Str. 2
49078 Osnabrück,
Tel. 0541-3232237
Di–Fr 11–18, So 10 –18 Uhr
www.museumsquartier-osnabrueck.de
Aktuelle Beiträge aus dem Umland
- Kunstmuseum Ahlen: Tina Blau13.07.26 - 15:51
Sie zählt zu den bedeutendsten österreichischen Landschaftsmalerinnen und ist außerhalb ihrer Heimat dennoch kaum bekannt. Mit „Im Freien. Tina Blau – eine Impressionistin aus Wien“ zeigt das Kunstmuseum Ahlen in Kooperation mit dem Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern erstmals eine museale Ausstellung der Künstlerin in Deutschland. Rund 40 Leihgaben aus Wiener Museen und internationalen Privatsammlungen zeichnen ihre Entwicklung zwischen 1862 und 1916 nach. Als Pionierin der Freilichtmalerei malte sie direkt vor dem Motiv und prägte den Aufbruch zur Moderne in Wien und München.
- Stadtmuseum Beckum: Ute Bartel13.07.26 - 15:31
Die Wahrnehmung und Veränderung von Wirklichkeit mit fotografischen Mitteln stehen im Mittelpunkt der Arbeiten von Ute Bartel. Mit dem Blick einer Bildhauerin nutzt sie die Kamera, um Dinge, Situationen und Orte des Alltags festzuhalten. Die fotografische Aufnahme bildet dabei nicht das fertige Werk, sondern den Ausgangspunkt eines oft vielschichtigen Arbeitsprozesses. Im Atelier entwickelt Bartel ihre Motive weiter und überführt sie in Collagen, Cutouts und raumgreifende Arbeiten.
- Schlieker Haus Bochum: Rolf Escher13.07.26 - 15:19
Kaffeehäuser waren über viele Jahrzehnte weit mehr als Orte für Kaffee und Gespräche. In Städten wie Venedig, Wien, Paris, Budapest, Rom oder Prag trafen sich Schriftsteller, Künstler und Intellektuelle, entwickelten Ideen und prägten das kulturelle Leben Europas. Diesen besonderen Orten widmet sich der Zeichner Rolf Escher in der Ausstellung „Erinnerungsort Kaffeehaus“ im Schlieker Haus Bochum. Die Schau versammelt rund 70 Zeichnungen, Aquarelle und Druckgrafiken aus sechs Jahrzehnten. Escher hält darin die Atmosphäre historischer Cafés fest und erinnert zugleich an Persönlichkeiten wie Franz Kafka, Joseph Roth oder Thomas Mann, die mit der Kaffeehauskultur verbunden waren.
- Glasmuseum Lette: Entwicklungen 50 – 30 – 2013.07.26 - 13:46
Ein dreifaches Jubiläum gibt Anlass zur neuen Ausstellung im Glasmuseum Lette. Vor etwa 50 Jahren soll Lilly Ernsting die Sammelleidenschaft für das Medium Glas ergriffen haben. Daraus entstand eine Sammlung zeitgenössischer Glaskunst mit Werken aus dem europäischen Raum, die heute rund 3.000 Werke umfasst. 1996 gründeten Lilly und Kurt Ernsting das Glasmuseum, das 2026 sein 30-jähriges Bestehen feiert. Zehn Jahre später folgte die Eröffnung des Glasdepots, das die kontinuierlich gewachsene Sammlung seit nunmehr 20 Jahren beherbergt.
- MKK Dortmund: Konsum13.07.26 - 11:50
Um Alltagsdinge zwischen Nutzen, Sehnsucht und Überfluss geht es in der aktuellen Ausstellung KONSUM im Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund. Gezeigt werden Exponate aus mehreren Jahrhunderten. Bedürfnisse, Besitz und Konsumgewohnheiten stehen dabei in engem Zusammenhang mit den jeweiligen Rahmenbedingungen. Wie viele Dinge habe ich? Was brauche ich wirklich? Wie hat sich Konsum im Laufe der Zeit verändert? Zu sehen sind etwa 500 Alltagsgegenstände – darunter Geschirr, Kleidung, Möbel sowie technische Geräte, Luxusgüter und Massenprodukte.
- Gustav-Lübcke-Museum: Daniel Richter und George Grosz13.07.26 - 11:21
Was verbindet den Maler Daniel Richter mit George Grosz, dem scharfen Chronisten der Weimarer Republik? Die Ausstellung „Krieg und Konfitüre“ in Hamm bringt beide Künstler erstmals in einen direkten Dialog. Der Titel verweist auf einen Gegensatz, der ihre Arbeiten unterschiedlich prägt: das Nebeneinander von politischer Krise und privatem Alltag, von Gewalt und Normalität. Auf rund 800 Quadratmetern begegnen sich die gesellschaftskritischen Zeichnungen und Gemälde von George Grosz (1893–1959) und die bildgewaltigen Malereien Daniel Richters (*1962), der zu den prägenden Positionen der deutschen Gegenwartskunst zählt. Trotz des zeitlichen Abstands von mehreren Jahrzehnten richten beide ihren Blick auf gesellschaftliche und politische Umbrüche sowie die Frage, wie Menschen in Zeiten der Verunsicherung handeln und leben. Die Gegenüberstellung eröffnet neue Perspektiven auf zwei Künstler, die ihre jeweilige Gegenwart aufmerksam beobachten und mit den Mitteln der Kunst kommentieren.
- Marta Herford: Mindset Los Angeles13.07.26 - 10:54
Unter dem Titel „Mindset Los Angeles“ widmet das Marta Herford sein gesamtes Haus der Kunst- und Kulturszene der kalifornischen Metropole. Zwei Ausstellungen beleuchten den Einfluss, den Los Angeles seit den 1950er Jahren auf Kunst, Architektur und Gesellschaft ausgeübt hat. Die Schau „Frank Gehry und die Cool School“ geht den künstlerischen Prägungen Gehrys nach, die sein Architekturverständnis formten und sich im Museumsbau des Marta widerspiegeln. Arbeiten von Ed Ruscha, David Hockney, Judy Chicago, Richard Serra und anderen zeigen die experimentierfreudige Kunstszene von Los Angeles seit den 1950er Jahren.
- Kunstmuseum im Marstall: Ella Bergmann-Michel und Robert Michel10.07.26 - 12:26
Mit der Ausstellung „Mechanik des Lebens“ widmet sich das Kunstmuseum Paderborn zwei heute zu Unrecht wenig bekannten Positionen der Klassischen Moderne. Ella Bergmann-Michel, 1895 in Paderborn geboren, und Robert Michel lernten sich während ihres Studiums am Bauhaus in Weimar kennen und arbeiteten ihr Leben lang eng zusammen. Beide beschäftigten sich intensiv mit den neuen Bildwelten ihrer Zeit. Typografie, Reklame, Fotografie, Film und industrielle Technik fanden ebenso Eingang in ihre Arbeiten, wie Einflüsse des Dadaismus, Konstruktivismus und der expressionistischen Avantgarde. Der Ausstellungstitel verweist auf ein zentrales gemeinsames Interesse: die Auseinandersetzung mit den Veränderungen der Moderne. Industrie, Technik, Arbeit und soziale Prozesse werden in ihren Werken nicht nur formal untersucht, sondern auch kritisch reflektiert. Besonders ihre Collagen, Zeichnungen und Druckgrafiken verbinden organische Formen mit maschinenhaften Strukturen.
- Ikonen-Museum: Viten, Wunder und Legenden10.07.26 - 11:15
Was haben mittelalterliche Ikonen und Comics gemeinsam? Mehr, als auf den ersten Blick zu erwarten wäre. Die Jubiläumsausstellung „Viten, Wunder und Legenden“ zum 70-jährigen Bestehen des Ikonen-Museums rückt die erzählerische Seite der Ikonenkunst in den Mittelpunkt. Viele der gezeigten Werke erzählen in klar abgegrenzten, mit Texten versehenen Bildfeldern vom Leben der Heiligen, von Wundern, Prüfungen und Legenden. Mitunter verlaufen diese Bilder wie ein gezeichneter Erzählstreifen um die zentrale Figur herum. Die Geschichten handeln von Heldenmut, selbstloser Hilfe, Glauben oder den Verlockungen des Bösen. Manche Motive wie der Drachentöter Georg oder der heilige Nikolaus sind bis heute vertraut. Andere wirken fremd und mysteriös: Ikonen, die übers Wasser wandeln, Heilige auf Säulen, Mönche, die auf krallenbewehrten Pferden reiten.
- Quadrat Bottrop: Richard Paul Lohse27.03.26 - 12:26
Als Höhepunkt des Jubiläumsjahres 2026 präsentiert das Josef Albers Museum Quadrat Bottrop eine umfassende Einzelausstellung des Schweizer Malers, Grafikers und Theoretikers Richard Paul Lohse (1902–1988), einer Schlüsselfigur der konstruktiv-konkreten Kunst. Bereits 1976 widmete das damals neu eröffnete Museum dem Künstler eine erste Einzelausstellung; sein Werk „Drei horizontale Teilungen“ (1949/72) wurde zugleich zum ersten Ankauf des Hauses und markierte den Beginn der Sammlung jenseits von Josef Albers. Die aktuelle Ausstellung ist die erste große Retrospektive Lohses seit mehr als 20 Jahren. Sie verknüpft ein wichtiges Kapitel der Bottroper Museumsgeschichte mit aktuellen Fragen nach gesellschaftlichen Utopien und sozialer Gleichheit.
- Draiflessen Collection: Mix & Match27.03.26 - 8:43
In der Ausstellung „Mix & Match“ begegnen sich Archiv und Sammlung der Draiflessen Collection auf ungewöhnliche Weise. In vier Themenräumen werden Objekte aus unterschiedlichen Zeiten und Bereichen miteinander kombiniert – von Druckgrafik und Buchkunst über Fotografien und Film bis hin zu Mode und zeitgenössischer Kunst. Die vier Elemente Erde, Feuer, Luft und Wasser strukturieren den Rundgang und lenken den Blick auf Materialien, Motive und Themen. So entstehen überraschende Verbindungen zwischen Werken und Objekten, die auf den ersten Blick wenig gemein haben.
- Schloss Cappenberg: Alfred Schmidt26.03.26 - 14:26
Alfred Schmidt (1930–1997) hat einen ungewöhnlichen künstlerischen Weg eingeschlagen: Mitte der 1970er-Jahre verlagerte er seine Arbeit aus dem Atelier in die Bergwerke des Ruhrgebiets. Mit Zeichenbrett, Papier und Tusche ging er „unter Tage“ und arbeitete in unmittelbarer Nähe zu den Bergleuten, in einer Umgebung, die von Enge, Lärm und körperlicher Anstrengung geprägt war. Die Ausstellung „Alfred Schmidt …unter Tage“ auf Schloss Cappenberg zeigt Zeichnungen und Texte aus diesem Arbeitszusammenhang.











