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RADAR: Camillo und Ulrike Grewe

Galerie der Gegenwart

Abbildung von Camillo und Ulrike Grewe. Installationsansicht Galerie der Gegenwart. Foto: LWL/Hanna Neander
Abbildung von Camillo und Ulrike Grewe. Installationsansicht Galerie der Gegenwart. Foto: LWL/Hanna Neander
Abbildung von Camillo und Ulrike Grewe. Installationsansicht Galerie der Gegenwart. Foto: LWL/Hanna Neander
Abbildung von Camillo und Ulrike Grewe. Installationsansicht Galerie der Gegenwart. Foto: LWL/Hanna NeanderCamillo und Ulrike Grewe. Installationsansicht Galerie der Gegenwart. Foto: LWL/Hanna Neander
Abbildung von Camillo und Ulrike Grewe. Installationsansicht Galerie der Gegenwart. Foto: LWL/Hanna Neander
Abbildung von Camillo und Ulrike Grewe. Installationsansicht Galerie der Gegenwart. Foto: LWL/Hanna Neander
Abbildung von Camillo und Ulrike Grewe. Installationsansicht Galerie der Gegenwart. Foto: LWL/Hanna NeanderCamillo und Ulrike Grewe. Installationsansicht Galerie der Gegenwart. Foto: LWL/Hanna Neander
Abbildung von Camillo und Ulrike Grewe. Installationsansicht Galerie der Gegenwart. Foto: LWL/Hanna Neander
Abbildung von Camillo und Ulrike Grewe. Installationsansicht Galerie der Gegenwart. Foto: LWL/Hanna Neander

Camillo und Ulrike Grewe. Installationsansicht Galerie der Gegenwart. Foto: LWL/Hanna Neander

NEWS 31.08.21

Bei der Ausstellung „Hallo, habe unlesbare Signale von dir erhalten, melde mich bald.“ handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt von Ulrike Grewe (*1949) und Camillo Grewe (*1988). Die beiden bezeichnen die Ausstellung als „Dokument eines Dialoges auf Distanz, welcher sich im ersten Corona-Lockdown entwickelte“. Die Idee für diese künstlerische Kollaboration von Mutter und Sohn ist im Dialog organisch gewachsen und wird im Raumgefüge sichtbar: Hier wird ein häusliches Interieur zitiert, in dem Möbel und Bilder aufeinandertreffen wie Dinge und Menschen.

Ausgehend von der gemeinsamen Idee eines Wohnraumes, konzipierte Camillo Grewe ein Raumgefüge, in dem die Malereien seiner Mutter in den Dialog mit seinen eignen Werken treten. Innerhalb der Ausstellungskonzeption kommt Camillo Grewe eine Doppelrolle zu. Er ist Künstler und Kurator zugleich. Aus Ansammlungen von Zeitungen, die sich auf Stubentischen gemeinhin über die Wochen zu schichten beginnen, schuf Camillo Grewe mehr oder weniger funktionsfähige Möbelstücke aus und mit Papiermachée. Geklebt und übereinandergeschichtet scheinen Nachrichten und Geschichten durch. Wie auch die Möbel den Anschein von tatsächlich gebräuchlichem Inventar erwecken, verweist auch die Zeitung direkt auf die Realität. Dieser Untergrund dient ebenso wie die Ausstellungswand als Präsentationsfläche für die Werke von Ulrike Grewe und Camillo Grewe. Trotz stilistischer und inhaltlicher Unterschiede entsteht im Raum ein Gesamtbild, ein Dialog auf Augenhöhe, der in unterschiedlichen Medien geführt wird.

Ulrike Grewe begann während des ersten Lockdowns zunächst aus einem pragmatischen Ansinnen heraus damit, Flecken an den Wänden durch Malereien zu bedecken: „Angefangen hat es damit, dass ich aus Langweile und Übermut während des ersten Lockdowns alle möglichen Gegenstände (alte Mandoline, Blumen, Koffer…) angemalt habe. Danach hab ich damit begonnen die renovierungsbedürftigen Wände im Flur anzumalen, dann noch einen Teil der Küchenwände. Camillo erzählte ich am Telefon davon und er bat mich Fotos zu machen und ihm zu schicken. Er fand die Bilder, vor allem eins, richtig gut. Ich war erstaunt. Das Zeichnen und Malen machte mir unglaublich viel Spaß. Ich konnte hier in eine andere Welt eintauchen.“

In Gesprächen über diese Praxis erwuchs die Idee eines gemeinsamen Ausstellungsprojektes. Im Austausch über den Malprozess Ulrike Grewes, wurde schnell deutlich, dass vor allem der Aufforderungscharakter konkreter Gegenstände eine Inspirationsquelle für ihre Bilder darstellt. Die in der Ausstellung gezeigten Werke Ulrike Grewes beruhen auf arrangierten Kompositionen verschiedenster Objekte aus unterschiedlichen Generationen. Hierfür platziert sie zunächst Alltägliches wie Küchenschwämme, Spiegel, eine Blechkiste mit privaten Fotos oder Plastikfiguren, die sie daraufhin fotografisch festhält. Diese gestalteten Abbilder des Realen dienen in Form von ausgedruckten Fotografien als impulsgebende Flächen für Malereien. Neben gänzlich privaten Einblicken legt die Bearbeitung auch popkulturelle und geschichtliche Bezüge frei. Das Frau-Sein in unterschiedlichen Lebensphasen, humoristische Momente sowie spiegelnde oder wahrnehmungstäuschende Oberflächen finden Einzug in Ulrike Grewes Arbeiten.

Camillo Grewe nimmt mit seinen Aquarell-Arbeiten und Möbel-Skulpturen einen anderen Weg. Er geht von der Realität aus und formt daraus ein fantastisches Narrativ. Mit den Schattenwürfen gibt er den Hinweis, dass diese sich auch als Entwürfe für Skulpturen deuten lassen, mit dem Potenzial, dreidimensional umgesetzt zu werden. Eine sowohl humoristische als auch analytische Annährung an das Medium der Skulptur wird in den Aquarell-Zeichnungen sichtbar, in denen der Künstler die Skulpturen mit Gesichtern, Kleidern oder Gliedmaßen belebt.

Als ein weiteres Element der Ausstellungsgestaltung finden sich in den Möbeln verteilt kleine Bronzeskulpturen. Aufgrund ihrer Materialität und Oberflächenbehandlung zunächst nicht eindeutig zuordenbar, handelt es sich bei diesen Skulpturen um zeitgleich und doch an verschiedenen Orten entstandene Objekte. Wie die Möbelobjekte dienen sie als verbindenden Element, beschreibt Camillo Grewe: „Um unsere beiden Positionen noch mehr miteinander zu verweben, bekam ich die Idee, ein weiteres Element in die Ausstellung zu integrieren, das sich, neben den Möbeln und den Zeichnungen, wie eine dritte Linie durch die Ausstellung zieht. Ich bestellte jeweils mir und meiner Mutter Modellierwachs und fragte sie, ob sie Lust hätte, damit ein wenig zu experimentieren, sodass wir die Ergebnisse im Anschluss in Bronze gießen könnten.“

Dabei entstanden grundlegend unterschiedliche, autonome kleine Skulpturen, die auch ein Symbol des Austausches sind und als Klammer sowohl zwischen den beiden Generationen auch den künstlerischen Arbeiten verstanden werden können. Mit Blick auf den Ausstellungstitel lohnt es, sich zu melden, wenn man unlesbare Signale sendet und erhält.

Camillo Grewe, geboren 1988, hat an der Kunstakademie Düsseldorf bei Andreas Gursky und der Akademie der Bildenden Künste Wien bei Heimo Zobernig studiert. Seine Arbeiten zeigte er u.a. in der artothek, Köln (2020), bei Daindiefront, Düsseldorf (2019), bei Bruch & Dallas, Köln (2018) und im Ausstellungsraum Pina, Wien (2017). Spartenübergreifend ist er seit 2011 in verschiedenen musikalischen Formationen aktiv (u.a. Chiqueria Düsseldorf, FRAGIL) und hat 2016 die Musik für die experimentelle Oper „Cupid and the animals“ von Agnes Scherer komponiert, die im BAM New York (Brooklyn Academy of Music), bei tramps London und im Museum Ludwig, Köln, zur Aufführung kam.

Ulrike Grewe, geboren 1949, hat Soziale Arbeit und Erziehungswissenschaften studiert. Nachdem sie über lange Zeit diesen Beruf praktizierte, war sie zudem 25 Jahre als Lehrende an der Fachhochschule für Soziale Arbeit in Münster tätig. Die künstlerische Produktion ihrer Werke ist autodidaktisch entstanden und durch den coronabedingten Stillstand und Austausch mit ihrem Sohn Camillo Grewe intensiviert worden.

RADAR: Camillo Grewe und Ulrike Grewe
Hallo, habe unlesbare Signale von dir erhalten, melde mich bald.
28.08.– 24.10.21

Galerie der Gegenwart
Rothenburg 30
48143 Münster
Tel. 0251-46157
Di–So 11–19 Uhr
www.westfaelischer-kunstverein.de

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