Westfälischer Kunstverein: Beth Collar

Im Zentrum der Ausstellung der Britischen Künstlerin Beth Collar im Westfälischen Kunstverein steht eine große Keramik in Form einer antiken Badewanne, die bei genauerer Betrachtung jedoch ihre eigentliche Funktion verliert. Durch eine Öffnung im Boden mutiert das Bad zum mittelalterlichen Pfeilspaltfenster. Auch die den Ausstellungsraum als Fries umgebenden lindenhölzernen Objekte – Spurts (Spritzer) genannt – weisen auf historische Vorbilder und eine christliche Ikonografie. Die Anlehnung an historische Artefakte ist in Beth Collars Arbeiten nicht zufällig.

LWL-Museum für Kunst und Kultur: Nudes

Die Tate ist zurück in Münster. Für die Ausstellung „Nudes“, die am 10. November öffnet, kooperiert das LWL-Museum für Kunst und Kultur nach 2019 zum zweiten Mal mit dem weltberühmten Londoner Museum. Nudes wird Akte aus drei Jahrhunderten zeigen, die aus dem Tate-Bestand stammen und von Werken der hauseigenen Sammlung ergänzt werden. Zu sehen sind u.a. die monumentale Marmorskulptur „Der Kuss“ von Auguste Rodin sowie Arbeiten von Gwen John, Edgar Degas, Henri Matisse, Francis Bacon, Marlene Dumas, Sarah Lucas, Tracy Emin, Alice Neel und Zanele Muholi.

Kunstmuseum Pablo Picasso: Brücke zur geistigen Welt

Ab Februar zeigt das Kunstmuseum Pablo Picasso eine Ausstellung mit über 100 expressionistischen Grafiken, Gemälden und Skulpturen aus der Zeit von ca. 1900–1930, die einen umfassenden Einblick in die expressionistische Formensprache gibt. Der Fokus liegt auf druckgrafischen Medien. Präsentiert werden überwiegend Holz- und Linolschnitte, Radierungen und Lithografien von Künstlern wie Otto Dix, Ernst Ludwig Kirchner, Franz Marc und August Macke, die größtenteils Mitglieder der Künstlergruppen „Die Brücke“ und „Der Blaue Reiter“ waren.

Kunsthalle Münster: Dominique White

Geisterhaft verloren wirken die skulpturalen Installationen von Dominique White: Sie wecken die Assoziation an ein verlassenes Schiff auf hoher See, mit von Seegras überzogenen Netzen, zerschlissenen Segeln und vom Salzwasser zerfressenen Ankern. Die Werke der 1993 geborenen Britin beziehen sich auf ein Konzept, welches sie „Shipwreck(ed)“ nennt. Der Begriff verwebt Theorien des Afro-Pessimismus und -Futurismus mit nautischen Mythen der schwarzen Diaspora.

Stadtmuseum Münster: Ralf Emmerich

2020 hat das Stadtmuseum den umfangreichen Bestand des Fotografen Ralf Emmerich in seine Fotografie-Sammlung aufgenommen. Eine Ausstellung gewährt nun anhand von fünf ausgewählten Themenbereichen einen ersten Blick auf die Werke, die während einer über vierzigjährigen Schaffensperiode entstanden sind. Nach einem Quereinstieg entschied sich Ralf Emmerich 1978 zu einer Fotografenausbildung und war seit 1986 als freiberuflicher Fotograf vor allem im Bereich der Theaterfotografie tätig.

Kunstakademie Münster: Rundgang 2024

Nach zwei u.a. durch Corona bedingten Ausflügen in die Sommerzeit findet der traditionelle Rundgang der Kunstakademie Münster wieder wie gewohnt zum Abschluss des Wintersemesters Anfang Februar statt. Der Rundgang ist der Höhepunkt des Studienjahres, zu dem an vier Tagen jedes Jahr über 10.000 kunstinteressierte Besucherinnen und Besucher in die Gebäude am Leonardo Campus strömen, um einen breiten Einblick in das „Labor“ Kunstakademie zu erhalten. Beim Rundgang 2024 zeigen die 13 künstlerischen Klassen in ihren Arbeitsräumen Einzelpositionen oder konzeptionelle Gemeinschaftsarbeiten.

Kunsthaus Kannen: Wellenlänge 2024

In der jährlich stattfindenden Ausstellungsreihe „Wellenlänge“ stellen Studierende der Kunstakademie Münster Arbeiten aus, die in Zusammenarbeit mit den Kunstschaffenden des Kunsthauses Kannen entstanden sind. Im Rahmen des Seminars „Kunst und Psychiatrie“ haben sie sich im Verlauf des Semesters mit dem Kunsthaus, dem Alexianer Campus, den dortigen Bewohnern und deren Werken auseinandergesetzt. Dabei ging es um die Frage, ob eine Wellenlänge zwischen Kunst und Psychiatrie besteht.

Galerie Ostendorff: LADY M

Die französische Künstlerin Emilie Sajot, alias LADY M erschafft in ihren Gemälden mit mehreren Schichten farbiger Flächen und Streifen abstrakte Bildräume. Ganz in der Tradition der optical art erzeugen ihre Werke bei den Betrachtenden überraschende, mitunter irritierende Effekte, wie ein Flimmern oder widersprüchliche räumliche Illusionen. Neben Leinwänden experimentiert die Künstlerin auch auf Mauern und Wänden mit verschiedensten Materialien, Texturen und optischen Effekten.

LWL-Museum für Kunst und Kultur: Esra Ersen

Esra Ersen erhält den Konrad-von-Soest-Preis des Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Eine Ausstellung im Lichthof des LWL-Museums für Kunst und Kultur ist an den mit 35.000 Euro dotierten Preis gekoppelt. Sie läuft bis März 2024 und umfasst Fotografien, Objekte und Installationen sowie drei Videoarbeiten. Im Zentrum steht die Arbeit „Karussell“ aus dem Jahr 1998, für die die 1970 in Ankara geborene Künstlerin Schülerinnen und Schüler eines Kölner Gymnasiums Tonköpfe modellieren ließ, mit denen sie ihrer Vorstellung von „Türken“ Gestalt verleihen sollten.