Wundervolle Weihnachtszeit auf Ikonen
Ikonen-Museum Recklinghausen
Heiliger Nikolaus. Russland, 3. Viertel 16. Jh. Erworben 1955 Sammlung Prof. Dr. Martin Winkler
Geburt Christi. Griechenland (Kreta), 16. Jh. Erworben 1961
NEWS 17.11.25
Passend zur Jahreszeit präsentiert das Ikonen-Museum Recklinghausen mit der Ausstellung „Wundervolle Weihnachtszeit“ eine Auswahl von 42 Exponaten seiner Sammlung, die sich zwei bedeutenden Themen der christlichen Ikonografie widmen: der Geburt Christi und dem heiligen Nikolaus. Die Schau vereint Ikonen aus Russland, Griechenland, vom Balkan, aus Kleinasien und Äthiopien vom 11. bis ins 20. Jahrhundert und lädt dazu ein, die bildliche Darstellung des rot bemäntelten Gabenbringers und die Weihnachtsgeschichte neu zu entdecken. Sie fragt: Wer war der heilige Nikolaus wirklich? Und wie hat sich die Darstellung der Geburt Christi im Laufe der Jahrhunderte entwickelt?
Der heilige Nikolaus gehört zu den am häufigsten dargestellten Heiligen der Ikonenkunst. Als Bischof von Myra im 4. Jahrhundert wurde er im orthodoxen Raum früh als Wundertäter verehrt, als Helfer in der Not, als Schutzheiliger der Kinder, Seefahrer und Gefangenen. Ikonen zeigen ihn meist in Bischofstracht, mit segnender Geste oder in Szenen seiner legendären Taten. In diesen Darstellungen erscheint er als gütiger Helfer, der Notleidende unterstützt, Kinder schützt und Unrecht beseitigt – Eigenschaften, die ihn bis heute zu einem „Heiligen für alle Fälle“ machen. Im Abendland entwickelte sich seit dem Mittelalter ein vielfältiges Brauchtum, in dem der hl. Nikolaus schließlich zum Weihnachtsmann mit Rauschebart und rotem Mantel wurde. Diese volkstümliche Umwandlung in eine märchenhafte Figur blieb auf den Westen beschränkt und findet auf Ikonen keinen Widerhall.
Der zweite Teil der Ausstellung widmet sich der Geburt Christi. Auch sie wurde in der byzantinischen Ikonenmalerei reich bebildert – mit Darstellungen des neugeborenen Kindes, der Hirten, der Weisen aus dem Morgenland, dem Stern von Bethlehem oder Maria als zentrale Figur. Die Ikonen zeigen eindrucksvoll, wie sich die Darstellungen der Geburt Christi über die Jahrhunderte wandelten. So bietet die Ausstellung nicht nur kunsthistorische Einblicke, sondern auch eine spirituelle Perspektive – und lädt dazu ein, die Weihnachtszeit durch die Augen der orthodoxen Ikonenkunst neu zu betrachten.
Wundervolle Weihnachtszeit
Nikolaus und die Geburt Christi auf Ikonen
08.11.25–11.01.26
Ikonen-Museum Recklinghausen
Kirchplatz 2a
45657 Recklinghausen
Di–So 11–18 Uhr
ikonen-museum.com
letzte Neuigkeiten
- Flanieren – Atelierrundgang durch Münster01.04.26 - 16:05
Seit sieben Jahren lädt das Format „Flanieren“ dazu ein, Münsters kreative Ateliers jenseits der klassischen Innenstadtlagen zu entdecken. Initiiert von der Modedesignerin Birgit Käufer, konzentriert sich der Rundgang bewusst auf Orte, die oft keine festen Öffnungszeiten haben und im Alltag leicht übersehen werden. Was als kleine Initiative begann, hat sich längst zu einem festen Termin im Kulturkalender entwickelt. Designer:innen, Kunsthandwerker:innen und bildende Künstler:innen öffnen ihre Arbeitsräume und geben Einblicke in die Praxis – direkt, persönlich und ohne institutionellen Rahmen.
- FilmGalerie präsentiert Gemeinsam – Freundschaft im Film12.02.26 - 13:31
Freundschaft ist ein ewiges Thema in den Künsten. Dabei begegnet uns das Ideal der Freundschaft nicht nur in der Kunst, etwa als Sujet von Romanen, Opern oder Gemälden, es spielt auch vor bzw. im Angesicht der Kunst eine Rolle. Hier ist es in aller Regel der soziale Aspekt, der die Wahrnehmung von Kunst intensiviert.
- Skulptur Projekte Münster 2027: Laufzeit und erste Einblicke11.02.26 - 10:39
Vom 13. Juni bis zum 3. Oktober 2027 laden die Skulptur Projekte Münster wieder dazu ein, zeitgenössische Kunst im Stadtraum zu entdecken. Die sechste Ausgabe der international renommierten Ausstellung markiert zugleich ein besonderes Jubiläum: 50 Jahre nach der ersten Ausgabe im Jahr 1977 kehrt die Ausstellung erneut in die Stadt zurück.
- ARTe Kunstmesse Osnabrück vom 6.–8. März 202612.01.26 - 12:37
Vom 6.–8. März 2026 lädt die ARTe Kunstmesse erneut Kunstinteressierte, Sammler:innen und Neugierige in die OsnabrückHalle ein. In ihrer vierten Ausgabe ist sie längst in der Kunstszene der Friedensstadt angekommen und zugleich Teil des zehnjährigen Jubiläums der bundesweiten ARTe-Reihe. Rund 60 Galerien und Künstler:innen aus Deutschland und dem benachbarten Ausland zeigen aktuelle Positionen aus Malerei, Zeichnung, Grafik, Collage, Fotografie, Skulptur und Objektkunst – von der Klassischen Moderne bis zur Gegenwart.







