Westpreußisches Landesmuseum: Künstler im Exil 1933–1945

Vergessen, aber nicht verloren

Bruno Krauskopf. Segelboot im Hafen. 1930er Jahre. Westpreußisches Landesmuseum

Julo Levin. Marktfrauen. 1930er Jahre. Sammlung „Memoria“ Thomas B. Schumann

Von Gudrun Schmiesing – Nicht nur Anhänger jüdischen Glaubens, sondern alle politisch Andersdenkenden wurden zwischen 1933 und 1945 von den Nationalsozialisten verfolgt. Unter ihnen befanden sich zahlreiche Künstler, die in der Zeit der Weimarer Republik zur künstlerischen Avantgarde zählten. Das Westpreußische Landesmuseum präsentiert in seiner neuen Ausstellung Werke von Malerinnen und Malern, die aus den damals deutschen Gebieten Pommern, Posen, Schlesien, West- und Ostpreußen stammten. Viele flohen nach 1933 ins Ausland, doch nicht allen gelang die Flucht vor dem Tod im Konzentrationslager. Die gezeigten Werke stammen zu einem großen Teil aus der umfangreichen Exil-Sammlung „Memoria“ des Verlegers Thomas B. Schumann.

Zu den Künstlern dieser so genannten „verschollenen Generation“ zählt Julo Levin. In seinen Aquarellen und Ölmalereien bevorzugte er Landschafts-, Markt- und Hafenszenen. Sie entstanden nach Aufenthalten in seiner Heimatstadt Stettin sowie in Südfrankreich. Nach seiner Tätigkeit als Künstler und Kunstlehrer erhielt er wegen seiner jüdischen Herkunft Malverbot und wurde von der SS zu Hilfsarbeiten herangezogen. 1943 wurde er nach Auschwitz deportiert und ermordet. Der aus Westpreußen stammende Bruno Krauskopf emigrierte zweimal: 1933 nach Norwegen, nachdem seine Werke als „entartet“ bezeichnet wurden, sowie 1945 in die USA, nachdem er in Skandinavien als gebürtiger Deutscher nicht mehr erwünscht war. Neben Malereien impressionistischen und expressionistischen Stils schuf er Buchillustrationen sowie Kostüm- und Bühnenentwürfe für Film und Theater. Die Ausstellung rückt die vergessenen Künstler und ihre Werke wieder in den Blick der Öffentlichkeit. Sie möchte dazu beitragen, dass die Verfolgung, Vertreibung und Ermordung von Kulturschaffenden nicht vergessen wird.

Westpreußisches Landesmuseum: Künstler im Exil 1933-1945
Vergessen, aber nicht verloren. 10.12.20–11.04.21

Klosterstraße 21
48231 Warendorf
Tel. 02581-927770
Di–So 10–18 Uhr
www.westpreussisches-landesmuseum.de