Galerie Ostendorff

Prinzipalmarkt 11 | 48143 Münster

Christian Awe. milky way. 2020

Doris Marten. LO No. 5. 2017 © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

STOHEAD. THE CLASH. 2018

Made in Berlin

Christian Awe, Doris Marten, STOHEAD

Farben, die auf Leinwänden zu explodieren scheinen, poetische oder architektonische Landschaften und Räume entstehen lassen – Die Galerie Ostendorff präsentiert zeitgenössische Malerei, die in der Hauptstadt Berlin entstanden ist. Alle drei Künstler arbeiten mit der Kraft der Farbe. Ihre Methoden und Zielsetzungen sind jedoch sehr unterschiedlich.

Christian Awe (*1978 in Berlin) arbeitet in seinen abstrakten Bildern mit vielfachen Schichtungen von Farbe (Acryl, Sprayfarbe, Tusche) und verschiedenen Techniken ihres Auftrags. Eine spezielle „Wassertechnik“, die er entdeckt und entwickelt hat, stellt illusionistisch Wassertropfen dar. In einigen Bildern steht sie in verschiedenen Farben schillernd für sich, in anderen erschafft sie einen Hintergrund für die Farbexplosionen, die folgen: „Splashes“, Farbspritzer und -verläufe, sind auf die scheinbar noch feuchten Leinwände gesetzt und bringen zusätzlich eine enorme Tiefe und Dramatik in den Bildraum. Alternativ oder zusätzlich können stellenweise einzelne Farbschichten in abstrakten Formen abgezogen oder aufsprüht sein. In jedem Fall entstehen Bildlandschaften, die den Assoziationen des Betrachters freien Lauf lassen.

Streng und kontrolliert erscheint der Farbauftrag in den Werken von Doris Marten (*1971 in München). Hier entfaltet die Farbe ihre raumbildende und schöpferische Kraft als ein Zusammenwirken der reglementierten, immergleichen Formen: der exakt geraden oder kreisförmigen Linien. Die kontemplative Betrachtung ist gefordert, ein Schauen, das die notwendige Zeit und Energie im Entstehungsprozess dieser „Lineaturen“ im Verlauf der einzelnen Striche wiederfindet. Das nur schwer sichtbare aber wirkungsvolle Vibrieren der Striche verlebendigt diese Bilder. Anmutungen architektonischer Konstellationen entstehen durch integrierte rechteckige Binnenflächen oder assemblierte Schichtungen rechteckiger Formelemente. Obwohl sie formal einfach strukturiert sind, bleiben diese Werke für das Auge kaum fassbar.

Grundlage der Malerei von STOHEAD (*1973 in Schwäbisch Hall) ist die Kalligraphie. Einzelne Buchstaben, Wörter, Sätze oder Zitate von Songtexten sind gestisch, ohne Zwischenräume und grammatisch korrekte Umbrüche ins Bild gemalt. Im Laufe der künstlerischen Entwicklung werden sie phasenweise, zumindest für den ungeübten Betrachter, fast unlesbar und schließlich zu rein abstrakten, bildimmanenten Formelementen. Dieser Abstraktionsprozess findet sich als solcher auch innerhalb einzelner Bilder gestaltet. Buchstaben entstehen und vergehen in diffusen Nebel- oder Rauchspuren. Ebenso gibt es rein abstrakte Bilder. Zarte Linien oder breite Rakelschwünge, transparente Bänder oder deckende Pinselstriche: So unterschiedlich diese Elemente sind, kunstvoll mit- und ineinander verschlungen gestalten sie Bildräume, die dynamisch aufgeladen sind.

05.09.–26.09.20

Galerie Ostendorff
Prinzipalmarkt 11
48143 Münster
Mo–Fr 9.30–13, 14.30–18, Sa 10–18 Uhr